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Die Wahrheit · 1914-01-09 · Heft 2 (9.1.1914) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1914
Issue
Heft 2 (9.1.1914)
Date
1914-01-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 2. auslöste, klang auch eine sehr ernste Nöte n. zw. die Frage der Fürsorge Für. die Funktionäre unter Heranziehung der Knllnsgeineinde zu entsprechenden Beiträgen Nach entgehender Discnssion, au welcher die Herren Dr. Carl Lvwy Jgn. Klein, Mantler. Dr. Jacob Engel, Gewüsch, Heinrich. Bäck und Grünfeld theilnahrnen, fand eine Anregung des Kassaverwalters Herrn kaif. Rat Friedrich Pollak allgemeine Zustimmung, die dahin ging, daß der Mariahilfer Tempelverein mit den übrigen Wiener Tempelvereinen gemeinschaftliche Schritte unternehmen sollte um die materielle Mitwirkung der Knltusgemeinde bei der. Alrerssürsorge zunächst der Rabbiner und daun der übrigen Tempelfunltionäre anzustreben. Die Bersammliui.', beschloß folgende Resolution : „In Erwägung, daß die Bereins-Rabbiner die gleichen Functionen wie die von der Knltusgemeinde augestellten Rabbiner auszuüben haben; in weiterer Erwägung, baß die beschränkten Einnahmen der BethauZ-Vereine nicht ansreichen, ersucht die General-Versammlung den Vorstand, des Mariahilfer Tempel-Vereins, die Initiative zu einer Aktion zu ergreifen, dahingehend, daß die Cnltnsgemeinde für die Altersversorgung' der Vereins-Rabbiner, resp. die Versorgung deren Hinterbliebenen in der gleichen Weise wie bei den von der Kultusgemeinde augestellteu Gemeiude-Rabbiiteru Vorsorge treffe." Mir dieser Angelegenheit, den: Cassaberichte und der Wahl des Vorstandes und der Revisoren bei welcher die Herreit Heinrich Bäck, August F i s ch e l, Friedrich P v ll a k und kaii. Rar Josef Tofflerals Vorsteher und die Herren Morrz M a n t l er und Leopold P i ck als Revisoren wieder gewählt wurden, waren die wichtigstetl Gegenstände der Generalversammlung erschöpft. Mit Rücklicht auf den Setzerstrike müsseu wir leider den Bericht in gedrängter Kürze halten und uns nur darauf beschränken, im Nachfolgenden den vom Präsidenten erstattete!; Bericht wiederzngeben, der ein klares Bild über die wirklich ausgezeichnete Thätigkeit des Tempelveremes bietet : Am Schlüße des 39. Vereinsjahres angelangt, beehre ich mich, Ihnen den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr und die Tätigkeit des Vorstandes zu erstatten Der Mitgliederstand ist ziemlich stationär geblieben; wir zählten am Schluffe des'-Vorjahres 288'Mitglieder. Hievon sind leider 9 mit Tod abgegangen. 5 ausgetreten, gegen 10 neue Mitglieder zugewachsen, so daß wir heute 284 Mitglieder zählen. Bedauerlicherweise müssen wir heuer einen ziemlichen Rückstand an Mitgliedsbeiträgen konstatieren, welche Erscheinung wohl mit den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen zusammenhängt und wollen wir wieder einmal an unsere verehrten Mitglieder und Freunde den Appell richten, uns durch Zuführung neuer Mitglieder zu unterstützen, damit wir wenigstens auf die Zahl 300 kommen. Wie früher erwähnt, hat der Tod leider reiche Ernte in den Reihen unserer Mitgliedschaft gehalten. Allen voran erwähnen wir den unerwarteten frühzeitigen Heimgang eines unserer besten Mitglieder, Herrn Ignatz Wolf, der seiner Familie, seinem Berufe, man kann sagen, der ganzen Menschheit jäh entrissen wurde. Er war der allezeft gütige Mittler - und Fürsprecher des Tempelvereines bei dem hochverehrten 'Hause Friedrich Pollak und hat die Interessen des Vereines stets in hochherziger Weise gefördert. Ihm ist in den Annalen des Mariahilfer Tempelvereines wie in unser aller Herzen ein dankbares Gedenken für alle Zeit gewidmet. Wir beklagen weiters den Verlust des langjährigen treuen Mitgliedes,' Herrn Friedrich Haas, der gleichfalls in der Blüte seiner Jahre das Zeitliche gesegnet hat; er hat seine Treue zum Vereine durch-regelmäßige Spenden in rühmenswerter Weise betätigt. In Herrn Karl Körmen di verlieren wir einen warmen Freund unseres Tempels und die unterhalb der Orgelgälerie befindliche Prunkuhr wird alle Zeit von'dem güten Herzen, des Verblichenen Zeugnis oblegen. Wir betrauern weiters das Ableben der langjährigen treuen Mitglieder .-Oberlandesgerichtsrat Dr. Bernhard Barber, Josef Fion, Ludwig Pisk, Maximilian S achs, Samuel Silberstein und Wilhelm Ungar. Sie haben sich zum Zeichen Ihrer aufrichtigen Teilnahme von Ihren Sitzen erhoben und sind wohl damit einverstanden, daß von dieser Trauerkundgebung in dem Protokoll "der heutigen Versammlung Vormerkung geschehe. Die Agenden der Vereines wurden in 6 Plenar- und 14 Komitee- und Sektionssitzungen beraten. Eine wichtige Angelegenheit betraf die Pensionsversicherung unserer Angestellten. Wie Ihnen bereits im Vorjahre berichtet wurde, ist uns'die Zahlung der Prümienbeiträge für drei Angestellte vorgeschrieben und sind die dagegen erhobenen Rekurse abgewiesen worden. Wir haben deshalb an das Ministerium des Innern das Ansuchen gerichtet, unsere Angestellten statt bei der Allgemeinen Pensionsanstalt bei unserem Vereine als Ersatzinstitut zu versichern und das hohe Ministerium hat nach langwierigen Verhandlungen unserem Ersuchen stattgegwen, so daß diese große Last von uns genommen Ist. Wie bedeutend diese war, ersehen Sie aus der Tatsache, daß wir bis zum Datum des Inkrafttretens der Ersatzversicherung einen Betrag von zirka 4800 Kronen an die Pensionsanstalt zu zählen gehabt hätten. Selbstredend hätten wir diese glückliche Aktion nicht durchführen können, wenn uns nicht durch die bewahrte Munifizeznz und das besondere Entgegenkommen unseres hochverehrten Mitgliedes, Herrn Salo Cohn, die Möglichkeit geboten worden wäre, die von der Behörde von uns'beanspruchte bedeutende Kaution zu leisten. Wie Sie wissen, hat dieser hervorragende Philantrop zur Erinnerung än seinen 70. Geburtstag eine Stiftung im Betrage von 40.000 Kronen in die. Verwaltung des Tempelvereines gestellt und hat bei dieser Festsetzung der Stiftungsbestimmungen: ein so weites Entgegenkommen gegen unseren Verein gezeigt, daß wir den Betrag dieser Stiftung als vinkulierte Kaution der Staatsschuldenkassa übermitteln konnten. Wir .sehen an diesem leuchtenden Beispiele wahrhaft gemeinnützigen Wirkens, daß gine gute Tat nicht nur' in sich selbst, sondern auch in ihren Wirkungen die herrlichsten Früchte trägt und wir statten dem freigebigen Mäcen des Mariahilfer Tempelvereines, Herr Salo Cohn, für seine Güte und Liebe zum Verein nochmals den herzlichsten und innigsten Dank ab. Die von uns ins Leben gerufenen und seit mehreren .Jahren bestehenden Vethausfilialen haben im abgelam jenen Jahre ein erfreuliches, steigendes Erträgnis abgeworfen. Wir wollenauch in ZjuhuM dieser wichtigen Einrichtung unser besonderes Äugenmerk widmen und können nicht umhin, den Herren Hugo Kadisch, Leopold K a n i tz, Markus L i s so u und Adolf Pollak, so Wieden Herren Moritz Gottlieb und Karl Holzer, die so freundlich waren, uns bei der Leitung dieser Filialen in lobenswerter Weise zu unterstützen, auch in diesem Berichte verbindlichsten Dank Au ssagen; ebenso gebührt herzlichster Dank den verehrten Mitgliedern unseres Bet- . Hausvorstand es Siegmund G ew i t s ch, Rudolf Klein, Jonas L e m b e r g, Moritz' M a n t l e r, Rudolf Wer l und Saum Weiß, 'die mit besonderem Eifer sich ihren. Agenden unterzogen.

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