Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1914
- Issue
- Heft 2 (9.1.1914)
- Date
- 1914-01-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Wahrheil AMschniit E, Friedhofs- und. V eerd i g u n gs- Nr. 2 Sollte für uns Kulturmenschen, die wir alles definieren, diefe poetische schöne Bibelstelle nicht so gedeutet werden können, daß man nach Erhabenen streben und rm Erhabenen Genuß und Frieden suchen soll? Höhenflug und Höhenzauber, wie vermöogen sie ein Paradies vorzuzaubern, das paradiesisch schön ist durch den menschlichen Gedanken, welchen wir vom höchsten Geiste empfangen. Der süße Duft der Blumen, der rieselnde Quell, der gigantische Berg, das ganze märchenhafte Sprossen und Blühen aus dem Schoß der Erde, alles spricht zum Herzen. — „Erkenne dich selbst", flüstern feine Stimmchen aus allen Ecken und Enden,- da beugt der Mensch, fernab von aller Unrast, demütig sein Haupt vor der unsichtbaren gewaltigen Majestät des Schöpfers und mit dem Gottesglauben kehrt der Glaube an die Schönheit alles Lebens zurück. (Flora Wilhelm. Das Kudget der Wiener Knitnsgemeinde. In der Montag, den 29. Dezember 1913. */.,'6 Uhr abends, unter dem Vorsitze des I. Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn stattgehablen öffentlichen Plenarsitzung des Knltusvorstaudes wurde der Voranschlag pro 1914 nach vorausgegangenen wiederholten Beratungen!znr Besprechung vorgelegr. Vizepräsident Dr. Gustav Hohn konstatierte die Beschlußfähigkeit der öffentlichen Plenarsitzung und macht die Mitteilung, daß Präsident Dr. Alfred Stern wegen der Trauer infolge Ablebens seiner Schwester an der heutigen Sitzung nicht teilnehme. Erster Sekretär, Dr. Theodor Lieben, verliest den Einlauf und berichtet, daß das Präsidium anläßlich des Ablebens des Rektors des Budapester Landesrabbinerseminars, Professor Dr. Wilhelm Bacher, an die genannte Anstalt namens des Vorstandes ein in herzlichen Worten abgefatztes Kondolenztelegramm gesandt hat. Zur Tagesordung: „Voranschlag für die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinds für das Jahr 1914" erstattet Kultus-Vorsteher Dr. Leopold Kohn das Referat, dem wir nachstehende Daten entnehmen: Nach dem Voranschläge stellen sich die budgetierten Gesamteinnahmen für das Jahr 1914 mit dem Betrage von 3,564.532.37 Kronen, die Gesamtausgaben mit 3,595713.14 Kronen. Es resultiert hienach ein Defizit im Betrage von 31.180.77 Kronen, um 93.715.44 Kronen geringer als im Vorjahre. Im Abschnitt A, welche: die Bethauser, Kultus- und sonstige rituelle Angelegenheiten behandelt, stellen sich die budgetierten Gesamteinnahmen aus 252173.— Kronen; die Gesamtausgaben betragen 626502.— .Kronen. Der Zuschuß beträgt 374329.— Kronen, daher um 30198.— Kronen weniger als im Jahre 1913, hauptsächlich herbeigeführt durch den Ausfall der Post per 70.000.— Kronen, welcher Betrag im Jahre 1913 für den Tempel in der .Pazmanitengaffe zur Zahlung gelangt ist, wogegen eine Reihe von Mehrausgaben von ca. 35000 Kronen gegenüberstehen. Von den einzelnen Kapiteln :: Der Abschnitt B „Unterrichtsangelegenheiten" weist gegenüber Einnahmen von 62.784.60 Kronen, Ausgaben von 419040.60 Kronen aus; der Zuschuß beträgt baher 356.156.— Kronen, um 16302.— Kronen mehr als im Jahre 1913. Das Plus der Einnahmen resultiert wesentlich aus Erlös der Refundierung der Gemeinde Wien um 1.840.— Kronen gegenüber 1913, höher. Aus den einzelnen Kapiteln ist zü entnehmen: angelegenHeiten. >; Im Kapitel XVIII. V eerdigungswes en weisen die Einnahmen eine.Erhöhung von 20.000.— Kronen, dagegen die Mehrausgaben 21M0 —, Kronen,^ daher einen Äeberschuß von 149.702.— Kronen aus. lKapitel XIX., C Friedhof. .Kapitel XIX., C Friedhof, weist aus: Einnahmen 443.240.— Kronen, gegenüber 404540.— Kronen im Jahre 1913, daher plus 26309.— Kronen, herbeigeführt durch Erhöhung der Einnahmeposten 1 bis 6 um 38.700.— Kronen,' anderseits sind als Folge dieser Erhöhungen wieder Mehrauslagen eingesetzt, u. z. Post 13, Beitragsleistung an die Kommune, 2.600.— Kronen, Post 30, Herstellung von Grüften, um 6000.— Kronen, Post 38, Entfernung von Grabsteinen um 600.— Kronen, Post 39, Oeffmmd und Schließung von Grüften,' um 700.— Kronen, Post 41, Unvorhergesehne, um 1.000.— Kronen. Der Ueberschuß beträgt 335.806.— Kronen, um 26.306.— Kronen Mehr als im Jahre 1913. Im Abschnitte E Israelitische Versorgung sanft alt erscheinen die Einnahmen per im Betrage von 136.362.92 Kronen um nicht ganz 6.300.— ' Kronen höher als im Jahre 1913, dagegen sind die Ausgaben per 239.432.— Kronen um 16.030 Kronen höher als im Vorjahre, herbeigeführt durch die Post 57 per 16.000-— Kronen, weil die Heizanlage rekonstruiert und das Stiegenhaus ausgebessert werden muß. Der Zuschuß beträgt im Ganzen 103.069.08 Kronen, ein Betrag, welcher dafür spricht, in wie umsichtiger und fürsorglicher Weise das Institut dank, der Fürsorge des geehrten Damenkomitees und unseres geehrten Herrn Vicepräsidenten, Hofrat Dr. Rapaport geleitet, wird- Abschnitt F Wohltätigkeitamt, Kapitel XXV, Armen- und Wohltätigkeitsangelegenheiten, weist einen Mehrbedarf von 1.065.— Kronen aus. Im Abschnitte D „Spital" betragen die Einnahmen 262.708.03 Kronen, um nahezu 14.000 Kronen, die Ausgaben um 20.267.— Kronen mehr als im Jahre 1913. ’ Der Zuschuß beträgt 214.881.97 Kronen: die Mehreinnahmen resultieren aus höheren Erträgnissen der Stiftungen und Widmungen per . 1.774.— Kronen und erhöhten Verpflegsgebühren per 10.000.— Kronen. Im Abschnitte C, Kapitel XXX, Kultussteuer ist mit Rücksicht aus die Eingänge im heurigen Jahre und im Vorjahre 'eine Erhöhung um 100.000.— Kronen vorgenomwen worden; hauptsächlich aus dem Grunde, weil bei Inkrafttreten Aenderungen des Statuts und der Kultussteuerregulierung auch auf höhere Eingänge aus diesen Einnahmequellen gerechnet wurde. Im Kapitel XXXI stellen sich die GesaMtauslagen auf 412.937.— Kronen, um 32.510.— Kronen höher höher als im Vorjahre, hauptsächlich herbeigeführt durch die Post Gehalte und die im nächsten Jahre stattfiendende Vorstandswahl, deren Kosten erfahrungsgemäß 30.000.— Kronen betragen. .' Im Kapitel XXXVI befindet sich eine wesentliche Erhöhung in der Post allgemeine Reserve um 150.000.— Kronen, mithin um 50.000.— Kronen mehr als im Jahre 1913 und zwar aus dem Grunde, weil.Deckung für die Gehaltsregulierung in dem Betrage von mindestens 100.000.— Kronen Fürsorge zu treffen ist. Allein es kann nicht übersehen werden, daß diese Posten der Gehaltsregulierung, welche im Vertreters llegium bis auf geringfügige Partien bereits beraten und beschlossen wurden und die in . der nächsten Plenarsitzung zur Behandlung vorgelegt werden wird, schon im. ersten Jahre, das ist im Jahre 1914 den Betrag von 100.000.—Kronen weit übersteigen werden.