Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 48 (12.12.1913)
- Date
- 1913-12-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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dem HaHaer Arbeiterklub, der Haifaer Ortsgruppen, der Arbeiterprganisalionen ^Boale Ziorr" und ^MapoelBazair". , Irr Je r u s a l e m beschloßen die Zöglinge des Lehrerseminars. des Hilssverems die Ueberreichung einer Eingabe an die- Leitmlg des; Lehrerseminars, in welker, sie fordern, daß her. Unterricht an dieser Anstaltwie in srsiheren^ Zähreneinen mehr hebräischen- Charakter tragen, sollte.. Der-.Klub 'Se-v-A^rolsni MarroabasLN8 in Jerusalem beschloß einstimmig, eine. Protestresolution . gegen das Kuralorinm und' eine Vertrauensknndgebung' für Ächad Han-m, Dr. Schmarja Lew in - und Dr. As ch len o w, die ausgetretenen Mitglieder des Kuratoriums. Einige Tage später, fand im Jerusalemer Beth Am eine von mehr als tausend Personen besuchte Versammlung statt, die-zu einer grandiosen Demonstration: gegen das Kuratorium und für die Vorlämpser der hebräischen Sprache wurde.; Die Zentrale des hebräischen Lehrerverbandes in I a f f a Hai alle.jüdischen Organisationen und Institute Jaffas zu einer Besprechung eingeladen, um;Wittel und Wege gegen die Schädigung derhebräischen Sprache in Palästina zu sinden. An dieser Beratung, in der die radikalsten Beschlüsse gegen die Entscheidung des Kuratoriums gefaßt wurden, nahmen Vertreter folgender Körperschaften, teil: M'aad-Bair (Indischer Gemeinde- Vorstand von Jaffa). Waad des Indischen Stadtviertels lel- A.d^, Palästinaamt, Bureau des Odessaer Palästinakomites, Ä^r§lo Palestirra Company, Leihgenossenschaft, Aerztegeiellschast, Beamtenverein, Musikverein, Hapoei Hazair, Poale Zion, Order of Ancient Maccabaeaus, Turnverein Makkabi, BetH Am, Organisation der jüdischen Lehrer in Jaffa, Handwerkerzentrale. Redaktionen von „Bokeletli“, „Hacbmucb“, „Mole deth“, „Hachaklai“ und „Laam“. Von den zahllosen änderen Prötestkundgebungen sei mir eilte Protestversammlung in der . Kolonie S i ch r o n Jakob itttd Ekron und eine Protesterklärung der ottomanisch-jüdischen Studenten und der jüdischen Studentenverbindung „Kadimah" am amerikanischen College in Beirut genannt. Der Behauptung des Hilfsvereins, die „Unruhen" in seinen Jerusalemer Anstalten seien durch eine maßlose Agitation hervorgerufen, steht also die Tatsache gegenüber, daß die gesamte produktive jüdische Bevölkerung Palästinas, einschließlich aller vom Hilfsverein selbst geleiteten oder bisher unter, seinem Einfluß stehenden Institute, sich einmütig und entschlossen gegen., das neue System des Hilfsvereins wendet. Verschiedene Nachrichten. Wien. Herr Rabbiner Dr. Armin A b e l e s wird im Fünshanser Gemeindetempel, XV., Tnrnerqaffe 22, am Freitag, den 12. Dezember beim Abendgottesdienste eine Gastpredigt halten. Wien. (Jsra eli t isch e Kultus g em eind e Wien.) Oeff e n t liche Plenarsitznng des Vorstandes der israelitischen Knltusgemeinde Samstag, den 13. Dezember 1913, ^6 Uhr abends, I., Seitenstettengaffe 4, 2. Stock. Tagesordnung: Anträge des Vertreterkollegiums auf Aendernng einzelner Punkte des Statutes. Wien, 9. Dezember 1913. Der Präsident, Zur Beschlußfassung über diesen Gegenstand ist im Sinne des g 17. des Statutes die Anwesenheit von mindestens 22 Vorstandsmitgliedern erforderlich. - - Wie«. Am 1. Dezember 1913 fand über Anordnung des Präsidiums der Kultnsgemeinde im Städttempel eine solene Feier anläßlich der 65-jährigen Wiederkehr des Regiernngsantrittes unseres erhabenen Monarchen statt. Um 5 Uhr abends im Anschlüsse an das Abendgebet begann die Feier mit dem Bortrage des Nabo-wä durch Herrn Oberkantor Don Fuchs mit dem Chore. Vor geöffneter Bundeslade sprach Herr Oberrabbiuer Dr. Güdemann ein Geber für den Kaiser) in dem er hervorhob, wie alle Völker Oesterreichs zu dem erhabenen Schützer unserer- Verfaffuug und des Friedens voll Verehrung emporblicken und hauptsächlich wir Juden aus vollem Herzen für den Kaiser und sein Leben beten. Im Gotteshause harten sich eingefnndeil: Der Präsident der jsraelltischen Kultnsgemeinde Herr. Dr.'-Alfred Stern nur dem- Vizepräsidenten Hosrat Rappapyrt, ferner die Herren'Kultusvorsteher kaiserl. Rat Weil und Adolf S ch r a in e f, die Berhansvorsteher Karl F r e u n d, Dr. Hermann Löwi und Was servogel. Regierungsrat Dr. Frankfurter, kais. Rat Dr. Liebe n, Sekretär Dr. Adle r/ viele Beamte der Kultnsgemeinde und zahlreiches Publikum. ' Wien. In seinem letzten Vortrage gedachte unter anderem Herr Professor A u t s ch e r l der Blutanklage von Damaskus im Jahre 1840, die, wie jüngst der Beilisprozeß, die ganze damalige zivilisierte Welt in Aufregung versetzt hätten Bier unschnldige jüdische Opfer waren in Damaskus den Folterqualen erlegen und n e u n Angeklagte erlangten durch das direkte Einschreiten des edlen Triumvirats Montefiore, Cr.em(.ehx. und'Sqlömou MUNk bei M eh einet Ali nach mehr als halbjähriger Eiiikerkerüng 'und 'vielen Folterqualen am 6. September 18W eiidlrch die - Freiheit. Als Ehren bla tt i-u 'der G e schichte Oesterreickls mag es bezeichnet werden, daß den Ränken des damaligen französischen Konsuls - R at't i - M e n t o n , unseligen Angedenkens, der ö stt r r e i ch i s ch e k.> k. -K b n s u l M e r l a t t o mutig eutgegeutrat, überzeugt von der völligen' Unschuld der eiiigekerkerten angesehenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde' zu Damaskus. Er fand auch beim öfter» reichischön Staatskauzler Fürsten M e r t e r n i ch Unterstützung in. seinem Eintreten für. Wahrheit und) Recht. Bei einem feierlichen Dankgottesdienst in Damaskus, dem. auch die Freigelassenen mir. ihren Familien beiwohnten, wurde ' dies auch' - hervorgehoLe'ii nnd Gottes Segen auf alle, die zur Befreiung; der unschuldig Enigekerkerten wesentlich beigetragen, besonders auf den großen und edlen) Philaiuhropen Moses Montefiore und seine beiden Mitaröener C-rempeüx und-Munk herabgefleht. Wien. (Tefilath H-aireorim.) Wir haben im Banne dankbarer Pietät vor allem die Pflicht, einesgroßen Förderers unserer Institution zu gedenken: des'Dr.Maxstmlian Steiner, sein sei der ewige Friede, der als-Vertreter der Knltnsgemeinde sich, von allem'Anfänge an unseren.Bestrebungen, mit dem ihm eigentümlichen Eifer arigeschlossen und ihnen znm Erfolg verholfen hatte., Jhur gebührt in unserer Geschichte ein Ruhmesblatt, ein Gedenken für und-für! Das Facit des abgelansenen Jahres, besonders der-„Saison") der hohen Feiertage kann uns nnd all denen zur; Befriedigung gereichen, die-'.unserem Wirken mit tätiger oder - moralischer Sympathie begegnen. Schon,- daß w-.r nun mir einem festen Stabe begeisterter Mitarbeiter. älteren und .-jüngeren Datums, Lehrer und Laien, ausgestattet sind, verleiht dein Werke ein bedeutendes Maß. von Tragfähigkeit, von Zielsicherheit, der Grundlage jedes Aufschwunges und es ist; ebenso interessant wie erfreulich, das wetteifernde Ineinander-' greifen der verschiedene.n Kräfte zu betrachten, die'sich jede in ihrer Weise betätigen; ein harmonisches Nebeneluanderwirken vereinigt die Werkleute zu opferwilligen Leistungen. Und ' es fehlt an Erfolg nicht. In 10 Stationen waren 1210 junge Andächtige versammelt, versammelt zu ernstersaßteu Oratorien und die emporschwellenden Stimmen dieser „Tausend von Israel" kommen aus Herzen) die für das Jndentnin schlagen gelernt haben. Unsere Gemeinde umfaßt Schüler nnd Schülerinnen der Bürger-- nnd der Mittelschulen, Lehrlinge, junge Geschäftspraktikänten, zu schweigen von den zahlreichen Akoluthen, die in den „Außenhöfen" in gedrängter - Menge unserem Gottesdienste anwohnten. Zn wissen) hoffen zu dürfen,- daß alle diese jungen Frauen künftige Getreue der Fahne sein werden, ' daß dem Jndifferentismus durch unser Tun allmählich das Gebiet abgenommen wird, ist „Lohn, der reichlich lohnt". .Tiefempfundener Dank sei vor allem dem löblichen Kultusvorstande dargebracht, unter dessen - mächtiger Patronanz der Jngendgottesdi'enst gedeihlichen Fortschritt machte Dank sei dem verständnisreichem Entgegenkommen des Schul- und Kultns- : amtes; Dank den Korporationen, die uns ihre wohlwollende Unter- ) stützung angedeihen haben lasten. Allen) die durch ihre Mitwirkung bezeugen,, daß in unserer Mitte der Idealismus .eine Stätte hat, sprechen wir wärmsten, anerkennenden Dank mit dein Wunsche ans: Znm kommenden Jahr wieder in Jerusalem! Mautner.- Wien. (SozialeF raue narbei t.) Der von der Zentralstelle für das j ü d i s ch e A r m e n w e s e n i n W i e n veranstaltete Bortrag der Frau Stephanie F o r ch h e i m e r - F i a l l a ans Frankfurt a/M., der Mittwoch, den 10. d. M., 7 Uhr abends im Festsaale des Ingenieur- und Arch'tektenveremes vor einem dichtgedrängten Auditorium stattfand, zeigte ein glänzendes gesellschaftliches Bild durch die Anwesenheit der Repräsentantinnen und Repräsentanten der vornehmsten, jüdischen Wohlsahrtsvereine und jener Kreise, die werktätiges Interesse an'der vielgestaltigen Fürsorgetätigkeit der Zentralstelle nehmen. ' Nach Begrüßung der Vortragenden, einer geborenen Wienerin, die gegenwärtig; in Frankfurt a/M. lebt, durch den Vizepräsidenten der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen, Herrn Dr. Rudolf S ch o r st e i u, bot dieselbe in ihren einstündigeii. überaus fesselnden Ansführnngen zunächst einen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung dersozialen Frauenarbeit nnd berichtete daun über die reichen Erfahrungen.und neuen Anschanungen, die sie auf dem Gebiete der jüdisch-sozialen Frauenarbeit im Deutschen Reiche, speziell in Frankfurt a/M. gesammelt hat.) Nach einer eingehenden Darstellung der Wirksamkeit, die der vor ungefähr' 10 Jahren gegründete Verein „W e i b l ich t. F ü r s o r g e" als aus führendes Organ der diversen'Wohltätigkeitsvereine auf - den verschiedensten Gebieten! der. ' Armen-, Wohlsahrts-, Jugend-, Frauen- und Kinderpflege) entfaltet, er=- örterte Frau Forchheini er-Fi a ll a die großen Aufgäbeii und,Ziele des „Jüdischen Frauenbundes" in Deutschland,;)der Weute 160 Vereine mit 35.000 Eiiizelmitgliedern umfaßt und gab die'Änrequng); daß auchin Wien, resp. Oesterreich durch-die Zentralstelle für das , j ü dische Arm e n w e j e n und im . Anschlüsse an . den von ihr bereits : geschaffenen organisatorischen SamnteH'unkt,.'.die"'Äründnstg'-'eines. solchen- Bundes eingeleitet werde. Das ' ideale Programm des; jüdischen'Franenbnndes, der nicht in konfessioneller Äbgeschlöffeilheit lebt) sondern dcn- Zusammenhang . mit der Gesamtheit eifrig pflegt, .hat -dle Vorsitzende)des „DeutschenFrauenbundes", Frl. Bertha Pa)p v.en h e i-m gelegentlich der 4. Deleglerteil-Versämmluilg in folge-MeviZöeiEezeichnet«:-' ,,Jeder^Mensch. hat etwas Gutes in sich und jeder soll dxn Mut ,finden) dieses ' latente) Gute ui bewegliches Güte umzuwanbeln. )DerN)Biind --soll 'unter -denjüdischen Frauen die. latenten Kräfte).aNsstlchen,)^;si.e:';:zn' -beweglichen, zielbewußten Kräften machen. Das'Ziel, der Praktischen.,-Vv.ie' der . idealen- . Arbeit ist es. der Frau den Wunsch-und/,.dLmMui'i^ür^Erhältzchg dev'' jüdischen Eigenart zu geben, sie der/NvdMirn^ozjäl^m.'Gntwimüng: und-.' dem'modernen geistigen Leben zugänglich zu -machen/- damit sie fest in dem Boden angestammter jüdischer Ethik Mitträgerjn. deutscher Knltur-