Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 48 (12.12.1913)
- Date
- 1913-12-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Die Wahrheit Seite 7. Nrv 48 ansgaben werde." Mit diesen Worten schloß Frau F o r ch h e im e r-Fialla -unter stürmischem Beifall des Auditoriums ihren ebenso interessanten als geistvollen Vortrag. Die Diskussion der angeregten Fragen, an welcher auch die in Wien anwesende Vorsitzende des jüdische» Frauenbundes in Deutschland, Frl. Berta Pappenheim teilnehmen wird, findet Montag, den 15. d. M., 7 Uhr abends im'Sitzungssaale der israel. Knlinsgemeinde I:. Seitenstettengasse 4, statt. Wien. Sonntag, den 30. November l. I. hielt in der Toynbee- .Halle Frau Anita M ü l l e r -- R o s e n z w.e i g einen hochinteressanten Vortrag über .Rah el Varuhagen. und ih re Zeit.. Die Vortragende schilderte, wie Nabel Varnhagen, die Tochter eines jüdischen Kaufmannes in Berlin, im Mittelpunkt geistreicher Kreise gestanden, wie diese Frau poetisch veranlagt war, welchen Einfluß sie auf die damalige deutsche Familie hatte. Die Vortragende bot in ihren Darlegungen eine ,F ü l l e hochinteressanter Begebenheiten und Anssprüche Rahel Varnhagens, über ihre Zeit und ihre Zeitgenossen wie Moses M e n d e l s o h n u. v. a. Die überaus geistreichen Ausführungen der liebenswürdigen Fran Müller-Rosenzweig boten so viel Interessantes, daß das alle Räume der Toynbee-Halle dicht füllende Publikum voll Spannung und Begeisterung der Vortragenden Dame lauschten und ihr stürmischen Beifall zollten, mit der Bitte, wieder bald das Publikum der Toynbee-Halle mit ihren Vorträgen zu erfreuen. Es war einer der gelungensten Abende der Toynbee-Halle. Zum Vortrage hatten sich eiugefnndeu: Reichsratsabge- .ordneter Dr. Ofner, der Präsident der B'nai B'rith „Eintracht" kais. Rat Dr. Ascher, Rabbiner Dr. Rosen m a n n, der ausgezeichnete Präsident der Toynbee-Halle Karl Freund u. v. a. Möge es der Toynbee-Halle und dem „Kinderhort" recht bald beschieden sein, neue Räume im eigenen Hause zu beziehen, zur Ehre des Judentums. — In den Nachmittagsstunden desselben Tages waren über -300 Kinder in der Toynbee-Halle erschienen. Herr Karl Freund hatte sich, wie so oft, wieder in edelster Weise bemüht, den armen Kindern eine Freude durch Verabreichung einer Jause zu verschaffen. Freudestrahlend nahmen die Kinder daran teil. Gott lohne Herrn Karl Freund dieses edle Wirken! W. Wien. (K i n d ers p i ta l der israelitischen Kultusgemeinde, Wien.) Die bei dem Wettbewerb für die Erlangung von Skizzen für das zu errichtende Kinderspital beim k. k. Augarten preisgekrönten Projekte n. zw.: „Augarten" (1. Preis, Architekt Friedrich Mahler), „Jeled" (2. Preis Architekt Ignaz Reise r), „Maimonides" (2. Preis Architekt Richard M o d e r n), ferner die augekauften Projekte ,„Vidlö" (Architekt Josef Hahn) und „Charitas" (Verfasser derzeit unbekannt) gelangen, zusammen mit den anderen eingereichten Pojekten, ab Dienstag, den 9. Dezember 1913 durch 14 Tage im S i tz u n g s s a a l e der -israelitischen K u l t u s g e m e i n d e, Wien, I., Seitenstettengaffe 4, 2. Stock, zur Ausstellung. Die Besichtigung ist täglich (mit Ausnahme des Samstag) in der Zeit zwischen 9 Uhr vorm, -und 5 Uhr nachm. gestattet. - Wien. (Jüdische T o y n b e e h a l l e, XX.. Othmargaffe 46.) Beginn der Vorträge: An Wochentagen ‘/a 8 Uhr. Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 12. bis 19. Dezember 1913: Samstag, den 13., Konzert. Arrangement Fräulein Alice Goldberg. Sonntag, den 14., „T. G. Masaryk". Dr. Richard Herr m a n n. Montag, den 15., Musikalischer Abend „Franz Schubert". Dienstag, den 16., Literarischer Abend. Lehrer Benjamin Benedikt. Mittwoch, den 17., Volkswirtschaftliches. Dozent Dr. Otto Neurath. Donnerstag, den 18., Beginn des Vortragszyklus „Aus jüdischer Geschichte". Moritz Rosenseld. Freitag, den 19., Bibelvortrag. Dr. G. Freud mann. Wien. (Populärwissenschaftliche Freitagabend- Vorträge B e t - H a m i d r a s ch, „Talmud Thor a" II., Malzgasse 16): Am 12. Dezember l. I. „Die Psalmen". Herr Rabbiner .H. Schenk. Beginn um halb 8 Uhr abends. Wir». (Vortrag aus jüdischer Geschichte. Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 18. Dezember 1913, halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Escheiibachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Schriftstellers Dr. Adolf Lohnt ans Berlinstatt. Thema: „Die deutschen Humoristen des Judentums in der Ge g e n w a r t". Eintritt frei, ohne Karten. Wien. Sonnag, den 14. d. M. nachm, um 21/2 Uhr. findet im Seitenstettentempel die Trauung des Fräulein Adele Keller ans Wien mit Herrn Rabbiner kdil. Dr. Leo-B e rti sch aus Ledeö statt. Den Traunngsakt wird in Vertretung des Herrn Oberrabbiners Dr. Güdem an u der Bruder des. Bräutigams, Herr Bezirksrabbiner Dr. Ch. G. Berti s ch aus Amstettenvollziehen. Wien. (S e I ch w a r e n - G e s ch ä f ts e rö f s n un g.) Die bestrenommierte ">V2 Selchwarenfabrik Moritz Lazar hat Wien, H., Praterstraße 17, eine Niederlage Ihrer Selchwaren errichtet. Baden. Zum 65-jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers veranstaltete der „Israelitische Frauenverein" in Baden am 2. d. M. einen .Festabend für die Schüler und Schülerinnen unserer Religionsschule, der in Anbetracht der patriotischen Gesinnung der Kultusgemeinde als ein glänzender Aktsich manifestierte. Die Vorstehuug dieses Vereines, an deren Spitze Frau Julie L e i t u e r schon jahrelang als Präsidentin in ausgezeichneten Wohltätigkeitsübungen steht, bedachte schon iagszuvor die Bedürftigen der Schuljugend mit warmen Kleidern, Wäsche und Schuheu und wurden dabei für den Abend des gedachten Regierungsjubiläumstages zu einer reichlichen Jause im Sitzungssaale der Kultusgemeinde eingeladen. Es erschienen die Borstandsdamen, Präsidentin Julie L e i t n e r, Bizepräsidentin Rosa Sch n e i d e r, Kassiererin Sofie L e i t n e r, die Frauen -aiserl. Rat Dr. R ä a b, Rabbinern! Reich, Rosa S ch e y, F r e iw il li g, Fanni und Olga Lei tuer. Bon den Herren: Rabbiner W. Reich, Präsident Moritz Lei tue r, Vizepräsident Sigmund Rausnitz mit Frau Gemahlin, Sekretär In seid und mehrere andere Frauen, die sich an dem patriotischen Feste beteiligten. Herr Rabbiner W. Reich eröffnete das Fest mit eurer herzlichen Ansprache an die Kinder, erinnerte an den weihevollen Tag des 65-jährigen.Regierungsjubilänms unseres huldvollen Monarchen, schloß mit dreimaligem Hoch auf denselben, in welches alle Anwesenden begeistert einstimmten und die Volks Hymne intonierten. Hierauf, betrat die temperamentvolle Schülerin Marta W e i ß, Nichte der Frau Freiwillig, die Estrade und deklamierte einen „Festgruß" an den Kaiser. der mit großem Beifall anfgenommen wurde. Die Freude der Linder beim Festmahle war eine unbeschreibliche und äußerte sich dieselbe in unaufgeforderten Borträgen von Liedern und Deklamationen, worauf viele von Fran Freiwillig mit Büchern patriotischen Inhaltes beschenkt wurden. Wir alle verließen den Saal mit dem innigen Wunsche, daß der Kaiser nns noch viele Jahre zu solchem solennen Feste Anlaß geben möge. Prag. (Militärgottesdienst in der Meiselsynag o g e.) lieber Anregung des k. k. Feldpredigers Profeffor Dr. Alexander K i s ch, Rabbiner an der Meiselsynagoge, wird seit einer Reihe von Jahren jeden ersten Samstag des Monats bei Mouche ein Militärgottesdienst veranstaltet. Die jüdischen Soldaten werden stets von einem Offizier in die Synagoge geführt und bei dieser Gelegenheit abwechselnd zur Thora gerufen, so daß ihr religiöses Gefühl auch während der Militärzeit wach gehalten wird. Den Glanz dieser Militärgottesdienste bildet der feierliche Gottesdienst anläßlich der Beeidigung. Zu diesem Festgottesdienste wird die Mannschaft jüdischen Glaubens mittelst Begleitung der Regimentsmnsik in die Synagoge geführt, woselbst die Militärkapelle einige Musikstücke zur Aufführung bringt. Herr k. k. Feldprediger Profeffor Dr. Kisch hält hiebei eine formvollendete Ansprache, die eindrucksvoll auf die Mannschaft wirkt. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß wir mit Freude bei dem jüngsten Militärgottesdienst Herrn Professor Dr. Kisch nach seinem Unwohlsein wieder in körperlicher Frische sprechen hörten. Herr Professor Dr. Kisch wurde auch mehrfach von Seiner Majestät dem Kaiser ausgezeichnet und erhielt erst vor Kurzem das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens. Den gesanglichen Teil bei diesem feierlichen Gottesdienüe leitet Herr Oberkantor I. B r e i n i g mit gewohnter Umsicht und wirkt Orgel samt Chor erhebend auf die Andächtigen. Aber auch das vom Kantor Herrn O. Friedläuder während der allmonatlichen. Militärgottesdienste würdig vorgetrageue Gebet findet seine Anerkennung. Dem Vorstand der Meiselsynagoge, der stets bemüht ist, einen würdigen Gottesdienst zu veranstalten und die Traditionen der altehrwürdigen Meiselsynagnge rege zu halten, gebührt uneingeschränktes Lob. X. 21. Preßdurg. Am 14. November wurde der an der hiesigen öffentlichen jüdischen Volksschule seit 25 Jahren tätige und verdienstvoll als. Religionslehrer wirkende, im 69. Lebensjahre verstorbene gelehrte Herr- Bernhard Gold stein zu Grabe getragen. Alles in der Gemeinde, besonders seine einstigen Schüler, die sehr geachtete Stellen einnehmen, und seine jetzigen, alle beteiligten sich am Leichenzuge. Außer unserem ehrw. Herrn Oberrabbiner Schreiber beteiligten sich noch fünf Rabbiner — darunter zwei seiner Söhne, der eine Rabbiner in Frankfurt a. M. und Herr Rabbiner Leopold G o ld sie i n vom Bethanse, II., Hammer Purgstallgasse — und sie alle gaben dem schweren Verluste Ausdruck. Herr Sanitäts¬ und Gemeinderat Dr. Kovacs sprach am Schlussejwarme Worte der Teilnahme. Während der siebentägigen Trauer kamenvielfacheTrauerundTrostesknndgebungen der Familie zu, der reicher himmlischer Trost zuteil werden möge. Budapest. Am 7. d. M. fand unter lebhafter Beteiligung die Wahl der Gemeinderepräsentanz statt. Wie sehr die Gemeindemitglieder mit der jetzigen Führung der Gemeindeangelegenheiteu zufrieden simd, beweist wohl am besten, daß die Kandidaten des Kandidationskomitees einstimmig gewählt wurden. Nun wird in den nächsten Wochen die Ansschußwahl und die Wahl des Gemeindevorstandes stattfinden; trotzdem an der Spitze der einzelnen Abteilungen altbewährte Männer stehen und dieselben sicherlich wiedergewählt werden, würden wir es gerne sehen, wenn die Kandidaten ihr Programm anseinandersetzen würden. Es steht nämlich außer Zweifels daß in "den nächsten Jahren sehr wichtige Fragen zur Entscheidung gelangen werden, da ist es angezeigt, daß die Gemeindemitglieder über die Richtung, welche die Führer der Gemeinde in diesen Fragen befolgen wollen, schon im Vorhinein entsprechend informiert sein sollen. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegler. „Hotel Stefanie", II., Taborstraße 12. Freitag, den 12. und Samstag, den 13. Dezember, Neu! Zum ersten Male. „Macht der Liebe", Lebensbild rn vier Aufzügen von Z. Libin. Sonntag, den l4. Dezember, 8 Uhr abends, „Pintale J üd", Operette in vier Auszügen von B. Tomaschowsky. Sonntag, den 14. Dezember, halb 4 Uhr nachmittags beißhalben Preisen,. „Jakob und Esso w." Montag, den 15. Dezember, „D i e S ch'ch i r e", von I. Gordin, Frl. Soni Gorskaja alsGast. Dienstag, den 16. Dezember, zugunsten des Vereines „Josef Perl", „Die dre i Matnne s", Operette in drei Aufzügen von Ch. Wolfsthal. Mittwoch, den 17. Dezember, zu»' gunsten des Kaiser-Jubiläums-Kranken-Witwen- und Waisen-Unrerstütznngs- Vereines, „P i ntal e Jüd". Donnerstag, den 18. Dezember, zugunsten des Vereines der „Friedliebende", „Dus Tojrale". Avis für Kantoren! Gemütliche Zusammenkunft der Herren Kollegen Dienstag, den 16. Dezember 1913, abends, präzise halb 6 bis 8 Uhr, im Cafe Silier I., Ferdinandsplatz (Ferdinandssaal)