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Die Wahrheit · 1913-11-21 · Heft 45 (21.11.1913) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 45 (21.11.1913)
Date
1913-11-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. DsL-MaWeü. •>)hA 45. Dessenungeachtet hat er Irrtümlicher Weise has Wort ^2 irrn'-'i ehk welches „fürchtet" bedeutet, mit ziehen" übersetzt <Ps. 64. 16). Hn Zxrtnm, auf den schon in Mßurs Aoielrtim, <1826) aufmerksam gemacht wurde. M Hai aber dorh .keinen Gelehrten gegeben, der daraus Kapital geschlagen und es gewagt hätte, Meudelssvhu Znm nÄmhoor«ztt p stempeln. Er war ein großer Gelehrter, aber kein besoldeter Rabbiner. Er hatte eben leinen Koukurrenlen. LoIolom. Die englische Degirrmr- Mr die Dallinujuden. Während die jüdische und gesamte Kulturwelt von den Vorgängen in Kiew in Atem gehalten wird, geht in London die Agitation zugunsten der Gleichberechtigung der Balkanjudeu weil^r. Und wenn nicht alle Zeichen trügen, wird die Arbeit des Londoner Commitee ofDeputies of British Jews nicht erfolglos fein. Dieses Komitee har au Sir Edward G.r e y eine Eingabe gerichtet, worin die englische Regierung ersucht wird, ihre Aufmerksamkeit der Sicherung bäuerlicher und religiöser Gleichb.erechtigung der jüdischen Bevölkerung in den Balkanländern zuzuweuden. Sir Edward Grey teilte darauf dem genannten Komitee folgendes mit: „Die Abschnitte des Berliner Vertrages, auf die Sie Hinweisen, sind durch die Verschiebungen im nahen Osten keineswegs hinfällig geworden und bleiben für alle Territorien, ans die sich die betreffenden Abschnitte zur Zeit des Vertragsschlusses bezogen, weiter in Geltung, Die königliche Regierung wird sich jedoch mit deu anderen Mächten beraten, in welcher Weise die Garantien des Berliner Vertrages für einen Schutz der religiösen und sonstigen Freiheit der in jenen Gebieten in der Minderzahl vertretenen Bevölkerungselemente erneut werden können, sobald die Frage der formellen Anerkennung der jüngsten Besitzverschiebungen auf der Balkanhalbinsel seitens der Mächte zur Entscheidung gelangt." Es ist damit freilich noch nicht gesagt, daß, selbst wenn die Großmächte von den Balkanstaaten neue Zusicherungen in dieser Angelegenheit erlangen, in der Sache selbst etwas Wesentliches erreicht ist. Man kann aber dennoch daraus rechnen, daß eine von den Großmächten gemeinsam abgegebene Erklärung und eine von ihnen ausgeübte Kontrolle über die tatsächliche Durchführung der Bestimmungen des Berliner Vertrages ihre Wirkung nicht verfehlen würde. Verschiedene Nachrichten. Wie«. (Amtsantrittdes R ab bi n e r s Dr. Max Gruuwal d.) Samstag, den 15. d. M. hat der neuerwählte Leopoldstädter Rabbiner, Herr Rabbiner Dr. Grunwald, in Wien sein neues Amt angetreten. Mit Rücksicht daraus, daß sein Vorgänger, Herr Rabbiner Dr. Schmiedl, erst vor wenigen Tagen zu Grabe getragen wurde, hat man von einer formellen feierlichen Einführung Abstand genommen. Das Präsidium'harte auch den Wunsch ausgedrückt, daß in der Antrittsrede eine besondere Kennzeichnung als „Einführung" oder „Amtsübernahme" unterbleiben möge, mit Rücksicht darauf, daß Herr Dr. Grunwald seit zehn Jahren amtierender Rabbiner in der Wiener Kultus gemeinde ist und im Laufe der letzten drei Jahre wiederholt im Tempel der Lcopoldstadt die Funkrioneii des Rabbiners ausgeübt hat. Die Funktionäre des Leopoldstädter Tempels mit dem Herrn Öberkflntor Morgenstern an der Spitze begrüßten den Rabbiner im Zeremoniensaal und Oberkantor Morgenstern richtete an denselben eine herzliche Ansprache. Ihm schloß Ich im Namen Des Chorpersonals Herr Chordirigent Hermann an, worauf der Chor das Beethovensche „Die Himmel rühmen" anstimmte. Nach einigen Dankesworten des Begrüßten wurde Herr Dr. Grunwald vom Bethansvvrstand auf seinen Platz geleitet. Zur Thora aufgerufeu, wurde er von Herrn Oberkantor Morgenstern mit einem von diesem eigens für diesen Zweck verfaßten prachtvolleil Mijcheberach in gewohnt meisterhafter Weise gefeiert. Der Sabbathgattesdienst trug insofern auch äußerlich ein festliches Gepräge. daß der Vorstand der Kultüsgeweiude, dre Vertreter zahlreicher Vereine des Bezirkes, sowie'die angesehensten .Mitglieder des Bezirkes Fünfhaus, der bisherigen Wirkungsstätte des Herrn Rabbiner Dr. Grunwald, im Leopoldstädter Tempel erschienen waren, um bei dem Amtsantritte des Herrn Rabbiners Dr. Grunwald anwesend zu sein. In seiner Predigt behandelte Herr Dr. Grunwald das Thema, aus welche Weise der jüdische Ehemann nnv die jüdische Ehefrau gleich dem Patriarchenehepaare Abraham und Sarah durch ihr eigenes Lebe», durch ihre Taten die einzig richtige Mission für den jüdischen Glauben erfüllen sollen. Interessant und. sicherlich wenigen bekannt war ein Hinweis darauf, daß die höchste Tugeud Abrahamsdie Gastfrenndschast. Jahrtailseilde später Dem. ersten Kranken-^. Hanse, welches'überhaupt'in. DerHelt errichtet wurde, einem Kranketthailse in Nom, Ditel- und' Motto gab, iildent^^'uach- Deni—.Dschel Äbrahäm"'- : genannt wurde. Die Predigt hat ansalle Anwesenden eniLn tiefen Eindru^' geübt, so Daß schon Heute.,behauptet werden kann, daß.es :Ar- Grunwald - gelingen .wird, die verschiedenen Parteien, die vor der Hahl des Rab-^>; bmers naturgemäß bestanden Haben, wieder zu einer einheitlichen, sried-; ' lichen Gemeinde zu vereinigen. Diese Zuversicht gabsich-'anch darin knnD,- daß Syvagogenbesncher aller Richtungen, nach dem Gottesdienste ihrenneue» Rabbiner begrüßten und beglückwünschten. r Wen, (B e k,lei d nn g s f e st.) Sonntag, den 16, d. M. fand im Festsaale Des „Hotel Continental" II., Taborstraße 4, das Bekleidung S f e st des Vereines zur Bekleidung und Unterst ü H u n g a r m e r a 1 t e r M ä.n n e t i s r a e i. K 0 n s e s s i 0 n statt,- das sich, wie immer, eines recht zahlreichen Besuches erfreute und diesmaleinev besonders würdigen und erhebenden Verlauf nahm. Unter den Festgästen waren anwesend : Kultnsvorsteher Adolf Schramek, als Delegierter des Kultnsvorstandes, Bezirks vorsteh er Biase l, die Kultusvorsteher' Bezirksschulrat Dr. Markus Spitzer, S. Brod, Emanuel ® rin»; wald und S Steiner, Rabbiner Dr. Grunwald, Gemeinderat Fischer, die Bethausvorsteher Karl Freund, Theodor Kohn. Dr.,' Elias Münz uiid^S. A. Wasservogel, die Oberkantören Bauer, F u ch s, Morgenstern und G i b l i ch in a u n, Kantor L ö w i t, Hofrat Dr, Schlag, Schriftsteller Dr. I. S. Bloch, kais. Rat Doktor Arnold Asche r, Bezirksrat Edmund H 0 f m a u n, Armenrat F u n die Ehrenmitglieder des Vereines, kais. Rat Boskowitz und Karl Fuchs, die Tochter des kürzlich verstorbenen Ehrenmitgliedes Rabbiner Dr. Schmied l, Frau Dr. T r e n, ferner zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen humanitärer Vereine. Die Feier wurde mit einem Präludium, gespielt vom Professor S. Storch, eröffnet, worauf Vereinspräsident Isidor Schwarz nach,Begrüßung der Festgäste dem Heimgegangenen unvergeßlichen Ehrenmitglieds. Rabbiner Dr. Adolf Schmiedl, der', dem Vereine mit seltener Liebe anhing und. ihm durch sein begeisterndes 1 Wort zahlreiche Gönner und Förderer warb, einen tiefempfundenen, Nachruf hielt, der von der Versammlung stehend angehört wurde. Stimmungsvollschloß sich hieran der Bortrag des von Dr. Schmiedl verfaßten Festgedichtes „Nathan der Weise" durch den Rezitator Benno Lie. Eine Glanznummer des Programms bildeten die Vorträge des Wiener K a u f m ä n u i s ch e n G e s a n g s v e r e i n e s, der unter Leitung seines. Chormeisters, Herrn Arthur von Heurig u e.z, volle künstlerische Leistungen-' bot. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald, der in geistreicher Ausführung eine Parallele zwischen der keimenden und abstcrbenden Natur im Frühling und Herbst und der Jugend: und dem Alter' im Leben der Menschen zog und dann dem Wirken des.Vereines vollste Würdigung zuteil werden ließ. In den Ansprachen des Bezirksvorstehers> Blasel und der Kultusvorsteher Dr. Markus Spitzer und S, Brod, kam die Anerkennung der Tätigkeit des Vereines in beredten'Worten zum Ausdruck. Als Sängerin von feinem Geschmack, reichen Stimmitteln undempfindungsvollem Vortrage . zeigte sich Frau Claudi B 0 u b i, die von dem entzückten Auditorium zu immer neuen Zugaben ermuntert wnrde. Zum Schluffe wurdeneinige Rezitationen des Rezitators Benno Lie lebhaft akklamiert. Der Verein kann auf die nach jeder Richtung gelungene Veranstaltung stolz sein, noch mehr aber ans sein liebevolles, großzügiges Hilfswerk,, das nicht mir . in der Bekleidung unserer armen, alten Glaubens-' brüder zur Winterszeit, sondern auch in einer stetigen Fürsorge für dieselben, während des ganzen Jahres durch-Gewährung von namhaften Barunterstützinigen allgemein anerkannten Ausdruck findet. Einen so segensreich' wirkenden Verein reichlich zu unterstützen, sollte Herzenssache der weitesten jüdischen Kreise sein. Wien. (Jüdische T 0 y n b e e h a l l e, XX., Othmargasse 46.) Beginn der Vorträge: An Wochentagen */,8 Uhr, Samstag, sowie an . Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. ' Vortrags-Programm für die Zeit vom 22. bis 28. November 1913: Samstag, deu 22., Konzert. Arrangement: Frau Elia Funk-Freund.'. Sonntag, den 23., „Freiherr von Bruch ein Minister vor der Konstitution.". Herr Fritz Steiner. Montag, -den 24., Deutscher Literatur-Zyklus. Dienstag, den 25., „Für und gegen die Todesstrafe." Herr Dr. Karl, L i f t s ch i tz. Mittwoch, den 26., Thema Vorbehalten. Herr Dr. Heinrich Grün. Donnerstag, den 27., „Impressionen des Lebens." Herr Franz O e st e r r e i ch e r. Freitag, den 28., Bibelvortrag. . Wien. (Vortrag aus jüdischer Geschichte. Literatur, und Kultur.) Donnerstag, den' 27.November 1913, halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Hotel ),Kontinental", H., Taborstraße 4, der Eröffnungsvortrag,für diese Saison statt. Es spricht Herr Rabbiner: Dr. Max G r u n w a l d über das Thema: „Zur Psychologie des, R i t u ä l m o r d w a h n e s". Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (Kra n ke n-Unter stü tzun g s v'e r e i n Li v i a s' : Chen.) Sonntag, den 23. November, halb 5 Uhr nachmittags, findet iw > Vereinsbethanse. II., Stefäniestr. 2, eine Tranerfeier für den verewigten ver- : dieustvolleil Obniailn^uud Ehrenmitglied Herrn David Leon Ko lieb statt»'! hei welcher Ehrwürden Rabbiner Mayersohn den Nachruf halten wird.! Wien-Floridsdorf. (Sympathiekundgebung.) Sonntag,' I den 16. d. M. erschienunter Führung des Sailitärskonsuleiiten Dr. J. , Kö n i-g einemehrgliedrige Deputation.-,in der Wohnung unseres Herrn : Rabbiners Dr. M. Rose n m,a n n und überbrachte ihm im Namen , des- ' Bezirkes die Ausdrücke der Anhänglichkeit und Wertschätzung. Herr Dr. König'- - pries besonders die Verdienste des Herrn Rabbiners Dr. R o s e n m a » n, ' die sich derselbe um das Entstehen und Aüfblüheil vieler Institutionen des-' Bezirkes erworben hat. Herr Rabbiner Dr. Ros e n mann dankte de»!.; Erschienenen für diese, ehrenden Syiupathleknndgebungen und drückte den-

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