Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 40 (10.10.1913)
- Date
- 1913-10-10
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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' Leit«: 8. - Die 'Wahrheil Nr. 40. im. 20. Jahrhuuderl gezwungen ist,, .sich gegen eine, solche Ans- ,gebürt, des Relig1püshaW..zü .verpeihlgen.^'././,' . .. . . r. . Vorstand der israelstifchen.Kultnsgemeinde Brünn. .;Dr. H. F i a l l a. -; Kult ii s g e m e i n b e L e m b ,e r g. „Infolge erst heute erhaltener Einladung bedauern wir, wegen Kürze der Zeit keinen Delegierten zur Protestversammlnng entsenden zu können und ersuchen gleichzeitig Herrn Regierungsrat Dr. Salomon F r a n! f n r t e r dort um unsere Verttetnng. Selbstverständlich protestieren wir. auf das energischeste gegen das in den heiligeil Satzungen unserer Religion, völlig unbegründete Märchen von einem jüdischen Ritualmord und treten allen, von der dortigen Protestversammlnng diesbezüglich zu fassenden Beschlüssen und Resolutionen bei." . < '. Lemberger Kultus Vorstand : Dr. Schafs. S e m b e r g. „Das Zentralkomitee der galizischen Zio- .nisten verurteilt mit Ihnen aufs schärfste die schändliche'Anklage des Kiewer Prozeffes, welche einen Schandfleck der gesitteten Menschheit des zwanzigsten Jahrhunderts bildet. Der jüdische Mur und das Selbstbewnßtsein des jüdischen.Volkes' dürfen durch derartige antisemitische Ansbrüche nicht im Geringsten geschwächt, sondern viel eher zur. tapferen Gegenwehr gestählt werden. Durch ausrichtiges, zielbewußtes Schaffen wollen wir ein Bollwerk aufrichlen gegen jede Art von Barbarei und allen Kreisen die uns gebührende Achtung abgewinnen". /. . Adolf S t a n d, Dr. Max Geyer. K n l t n s g e m e i n d e K r a k a u. „Die jüdische. Gemeinde Krakau schließt sich dem feierlichen Proteste gegen die schändhasle Blutlüge des Kiewer Antifemitenpöbels an. Möge Ihr Wort der Entrüstung und Abwehr weithin dringen zu dem Herzen aller gesitteten Menschen, die wir anrnfen, mit uns -zusammen gegeii Wahnglanben"und Bosheit zu kämpfen". i Für den Knltnsvorstand Der Präsident Dr. S. T i l l e s, Rabbiner Pinkas D e tu b i tz e r, Rabbiner Dr. T h o u. Sch n a g o g enge m e i n d e K r ak a n. „Die fortschrittliche Synagogengemeinde Krakau drückt Ihnen - zu Ihrer feierlichem Protestkundgebung ihre herzlichste Sympathie ans. Mögen Sie starke Worte finden, die die scheußliche Blutlüge zertrümmern für alle Ewigkeit". -. Präsident Dr. Rafael L a n d a u. - I f r n e l. K u l l u s g e m e i n d e C z e r u o w ich. „Wir billigen vollkommen Ihre energische öffentliche Stellungnahme gegen die Ritnalmordlüge und dje furchtbare scheußlichedem Rassenhaß gegen uns entsprungene Ritualmordanklage gegen den unglücklichen Beilis, wir stimmen Ihrer Resolution vollinhaltlich zu und ersuchen Vorsteher Oberingenieur Stricker, 'als unser Delegierter, zu fungieren, auch halten, hier am Vorabend des . Versöhunngsfestes Protestversammlnng ab. ... Mir brüderlichen. Grüßen namens der Judengemeinde Czernowitz" . . Dr: St rauch er. , / „Beruflich am Erscheinen verhindert, verbinde ich mit dem Proteste gegen den Wahnsinn des Ritnalmordglaubens die Erinnerung an das letzte Opfer böswilliger Volksverhetzung Leopold Hilsner, welche auf Grund eines ungerechten und formell nichtigen Urteils feit. 15 Jahren schuldlos im Kerker schmachtet". ’ " - Tropp a u. Dr. Wilhelm S ch n ee b erg er. > Kn.l t usg e m e i n d e M ar i e n b ä d. ^Die israelitische Kultnsgemeinde des internationalen Wellkurortes Marienbad bedauert lebhaft, aus wichtigen Gründen nicht teilnehmen zu können, nimmt jedoch regen und innigen Anteil an der heute statlfindenden denkwürdigen und für das Judentum äußerst wichtigen Protestversammlung.; Einmütig und vor der ganzen zivilisierten Welt erheben wir unsere Stimme und verwahren uns entschieden gegen die gewissenlose, wahnwitzige und unheilbringende Agitation/russischer Reaktionäre, die ein wehrloses und unschuldiges Opfer ihrer fürchterlichen Waffe einem staatlichen. Gerichtshöfe äusliefern, der eine schnöde Vergewaltigung des Rechtes befürchten läßt. -./.// Wir erheben noch im. letzten ' Augenblicke s Worte des' Protestesgegen die.'Uitterstntzungdes furchterlichenRitualmordniärchens durch die staatliche Gewalt,' prötestieren dagegen, daß wegen politischer Agitation Millionen nuferer Glaubensgenossen, einer Inquisition im 2l). Jahrhundert schutzlos, 'ansgesetzt sind und verkünden hinter dem Banner, des JdealisNnls,/im/SiguilM^ der cheiligen. Zehn Gebote und' der heiligen'Schrift die gegen uns' 'erhobenen Anklagen als ruchlose Lüge, als Ausgeburt der Hetze auf der niedrigsten Stufe, stehenden reaktionärer Kreise und Protestieren gegen einen Aberglauben, der alle. Gefühle der zivilisierten 'Welt untergräbt. ' ' ■.//':.••/•'; /' Möge die heutige Protestkundgebung. einen donnernden und warnenden Widerhall d o r t erwecken^ wo ein nackter Rechtsbrnchvorbereitet wird und ein unschuldiges Opfer dieses religiösen Fanatismus der härtesten Aburteilung harrt". Der Vorstand der isräel. Kultnsgemeinde Marienbad Der Vorsteher : Otto W o l f n e r, Gustav G r i m nt, S.ekretär. "Kn l t u s g em e i u d e A g r am. Dem Entrüstnngsruf der heutigen Versammlung/ über die au das Scheiterhaufen- Zeitälter' gemahnende, aller Kultur Hohn sprechende, der nie-- drigsten Gier nach Nassenverhetzilng eiitspringeuden Nitüalmordlüge, schließt sich, an Israelitische Kultnsgemeinde Agram. ' /. . Präsident Dr, S ieb en s ch e in/" ' - Kn l t u s g e m e i n de Bi s choftesnitz. „Wir sind nnt. der am 6. Oktober 1913 zu fastenden Resolution, betreffend die Anklage, gegen Beilis wegen „Ritnalmordes". einverstanden. Wir müssen nur noch die Ueberzeugnng anssprechen, daß die ganze Welt, auch die Ritnalm ordmär.chenerfinder, wohl wissen, daß ein Ritualmord — ein Gebrauch des christlichen Blutes zu religiösen Zwecken — nicht existiert, daß auch unsere Feinde in Kiew wohl, wissen, daß dieses Blutmordmarchen eine elende, verbrecherische Lüge ist und daß dieses Märchen nur deshalb verbreitet wird,,um die Juden zu unterdrücken,- herabzusetzen, ja, ,sie vogelfrei /zu erklären.; / Diese Verbreiter des Rilnalmord märchens sind selbst Mörder, da sie Urheber und Anstifter von Morden au Juden sind?' Ich zeichne hochachtend / . ' ' . - Vorstand der israelitischen Kultnsgemeinde in Bischosteinitz Dr. ' A iii st e i n.. K n l t u s g e m e i n d e B ö h in i f ch - L e'ipa. „Die hiesige Kultnsgemeinde tritt aus vollster Ueberzeugung dem heute zu verkündenden Protest bei, ermächtigt Sie, von dieser Zn-, stimmung Gebrauch zu machen und wünscht, ' daß die ernste und kraftvolle. Massenkundgebung - ehrenfester, angesehener und in den Traditionen unserer Religion einwandfrei bewandter Männer nicht ohne Einfluß auf die Maßnahme ausschlaggebender Personeil gegen das unheilvolle Treiben lichtscheuer Verleumder bleiben möge." Der Vorsteher: Dr. O e st e r reich tx.. ' K u l t n,s g e m e i n d e B o ch n i a. „In der Ver-. sammlnng vom. 5. Oktober d. I. hat die israelitische Kultnsgemeinde in Bochnia einstimmig folgende Resolution beschlossen : „Auch wir erheben . anläßlich des nahenden Jom. Kipnrs, an welchem nach unserem heiligen Glallben Gott mtt uns ins. Gericht geht und 'Unsere Taten, Worte und Gefühle, prüft, einen stammenden Protest gegen jene stuchwürdige, von Fanatismus, Unwissenheit und Böswilligkeit gezeugte gnd genährte Beschuldigung, daß das Judentum. oder irgend eine seiner Sekten jemals den Genuß von Christenb.lut geboten oder erlaubl hat. Wir kennen Alle einen „Ritualmord", aber dasist jenes Verbrechen, das auch mach den Zeugnissen edler Kirchenfürsten , und den Gutachten wahrheitsliebender / christlicher Gelehrter, infolge dieser wahnwitzigen Beschuldigung an itnschuldigeN —' Juden verübt wurde, Deren Blut man vergossen, oder chic man im Kerker schmachten ließ. /, Wir protestieren gegen die grauenhafte Beschuldigung, die nun wieder in- Kiew erneuert , wird, im Namen unserer Religion und hoffen, daß der^ Gott, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit die schuldlosen. Angeklagten erretten und deren böswillige Verfolger züchtigen wird/" Vorstand der israel.^Kultusgemeiude Bochnia.- Kais. Rat Osias Sch lo sser. -