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Die Wahrheit · 1913-08-15 · Heft 32 (15.8.1913) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 32 (15.8.1913)
Date
1913-08-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 32. zumeist aus den Reihen der Emporkömmlinge rekrutierten — geleitet von ihrer unbezähmbaren Assimilationssucht, nicht bloß einen sondern gar viele Schritte weiter gegangen und haben radikale Reformen eingeführt, die geeignet waren, das ganze Religionsgebäude in seinen Grundsesten zu erschüttern. Vor allem wurden die konfessionellen Schulen, denen allein das Judentum seine unzerstörbare Lebenskraft zn verdanken hat, ausgelassen, ohne daß für die brotlos gewordenen Lehrerfamilien gesorgt worden wäre. Sodann wurden die alten Synagogen — obwohl viele derselben noch nicht baufällig waren — demoliert und an deren Stelle, angeblich loschem sehomajim, neue, prachtvolle, Ansehen erregende Tempel erbaut, unschuldige Familien der Kantoren loschem sehomajim geopfert, d. h. brodlos gemacht, um für die neuen ^Tempel loschem schomajim „Künstler" aus weiter Ferne als „Zugkräfte" bestellen zu können. — Dann wundert man sich, daß trotz der zahlreichen palastartig erbauten Tempel die Taufseuche mit jedem Tage mehr und mehr um sich greift. Die krasse Unkenntnis der Thora ist es, die den Abfall fördert. 'Talmud Thora keneged kullom. Die der Verbreitung der Thorakeuntnis gewidmete Stätte, die Schule, überragt alle anderen Institutionen der Gemeinde. Nur durch gründliche Thorakenntnis kann der Abfall bekämpft werden. Dr. Fr. Verschiedene Nachrichten. Wien. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers stnden Montag, den 18. August 1913 in den Gemeiudebethäusern der israelitischen Knltusgemeiude feierliche Gottesdienste statt und zwar: Im S t a d r t e m p e l, I., Seitenstettengasse 4, um 9 Uhr vormittags; im L e o p l d st ä d t e r T e m p e l, H, Tempelgasse 3, um 3/410 Uhr vormittags; im Füushaus er Tempel, XV., Turnergaffe 22, um */28 Uhr früh; im O t t a k r i n g e r T e m p e l, XVI., Hubergasse 8, um */,8 Uhr früh; im Währinger T e m p e l, XVHL, Schopeuhauerstraße 39, um 7 Uhr früh; im Floridsdorser Tempel. XXI., Schindlergaffe 4, findet dieser Gottesdienst am Sonntag, den 17. a. c. um 6 Uhr abends statt. Auch in allen übrigen Wiener Tempeln finden aus dem gleichen Anlasse Gottesdienste statt. Wien. Anläßlich des 83. Geburtstages Sr. Majestät, unseres Kaisers findet am Montag, deu 18. d. M., um 1/2S Uhr früh im Josefstädter Tempel, VIEL, Neud egg erg affe 12, ein feierlicher Gottesdienst statt. Wien. Montag, den 18. August, 7 Uhr abends, findet anläßlich des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers ein Festgottesdienst im Tempel. IX, Müllnergaffc 21, statt. Wien. (Israelitischer S y n a g o g e n v e r e i n „Bet Israel" nach polnisch-jüdischem Ritus Wien, IIBezirk, Leopolds gasse Nr. 29.) Anläßlich des Allerhöchste» Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers findet Montag, den 18. August 1913, um 9 Uhr vormittags, eilt feierlicher Gotte sd i e u st statt. Wien. (S ch i s f s ch u l.) Aas Anlaß des Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. findet Montag, den 18. August l. I., um 12 Uhr mittags, im Bethaus der Adas Jisroel (Schiffschul) ein feierlicher Festgottesdieust statt. Wien. Als Nachfolger des verdienstvollen, langjährigen, hochverehrten Oberkantors M. Heule, welcher vor kurzer Zeit in den wohlverdienten Ruhestand getreten, wurde Herr Leo Kornitzer aus Prag nach Absolvierung eines Vortrages im Tempel der israelitischen Gemeinde Hamburg, welcher allgemeinen durchschlagenden Erfolg hatte, zum Oberkantor einstimmig gewählt. Oberkamor Kornitzer ist Absolvent des Wiener Konservatoriums, besitzt eine wohlgeschults, klangvolle Tenorstimme, ist fachmännisch gebildet, genießt den Ruf eines vorzüglichen Kantors, welcher auch vor drei Jahren im hiellgen großen Tempel durch seinen weihvollen abgerundeten Vortrag, sowie durch seine Persönlichkeit große Anerkennung fand. Kornitzer ist der Sohn eines Chasens und pflegt auch das alttraditiouelle Chasoues. Auch wir begrüßen diese Wahl und freuen uns, daß au der Stelle, wo ein M. Heule als bedeutender Fachmann und Musiker, der auch Vorsitzender des „Deutschen Kantoren-Verbandes" ist, dessen Kompositionen ein bleibendes Denkmal bilden, ein würdiger und tüchtiger Nachfolger gekommen. Wien. Die internationale Musikwelt beklagt deu Tod des Meistercellisten David Popper, der am 7. d. M. in Baden bei Wien gestorben ist. Vor wenigen Tagen erst wurde amtlich kundgemacht, daß dem ausgezeichneten Künstler der Titel und Charakter eines ungarischen Hofrates verliehen worden sei. Auf dem Sterbebette wurde Popper von dieser - kaiserlichen Auszeichnung verständigt. Der Künstler hat das 70. Lebensjahr erreicht. Am 18. Juli 1843 war er in Prag geboren und das dortige Konservatorium kann sich rühmen, ihn seinen Schüler zu nennen. Sein Lehrer im Cellospiel war Professor Julius Gölte r m a n n. Nach Beendigung seiner Studien trat Popper auf Empfehlung Hans v. Bülows in die fürstlich Hohenzollernsche Hofkapelle in Löwenberg ein und wurde Kammervirtuose des Fürsten. Im Jahre 1863 trat er eine größere Tnrnee durch die bedeutendsten Städte Europas au und ans dieser Kunstreise begründete er seinen Weltruf. Man hat David Popper den König der Cellisten genannt. Eminentes Können paarte sich mit seiner Anmut, mit einem Temperament des Vortrages, die auf den Hörer geradezu, sasziuiereud wirkten. Der Ton Poppers wurde infolge seiner Weichheit, Fülle nud edlen Klangfarbe mit dem Violinton Sarasates verglichen. In den Jahren 1868 bis 1873 war Popper erster Konzertmeister und Solocellist der Wiener Hofoper und gehörte auch dem Helmesberger-Quartett an. In Wien vermählte er sich mit der berühmten Pianistin Sophie Meuter. Als diese Ehe im Jahre 1866 gelöst wurde, heiratete David Popper in zweiter Ehe Fräulein Olga Loebl. Nachdem Popper aus dem Verbände der Wiener Hofoper geschieden war, was im Jahre 1873 der Fall war, unternahm er neuerdings bis in die zweite Hälfte der achtziger Jahre teils allein, teils in Gesellschaft anderer Künstler Konzerttourneen durch ganz Europa und lebte abwechselnd in London, Paris und Berlin, bis er als Prüfeffor an die seinerzeit unter Franz Liszts Leitung gestandene ungarische Mnsiklandesakademie nach Budapest berufen wurde. ' Wien. Für den in der Zeit vom 2. bis 9. September in Wien tagenden XI. Ziouistenkongreß wurde folgendes TageS-Programm festgesetzt: Dienstag, den 2. September: 8 Uhr abends: Eröffnungssitzung in der Katharinenhalle; Mittwoch, d e n 3. S e fite mb er: 10 Uhr vormittags: Beginn der Vormittagssitznng des Kongresses im Mnsikvereinssaal. 11 Uhr vormittags: Vortrag im Bethovensaal : 31/2 Uhr nachmittags: Beginn der Nachmittagssitzung des Kongresses im Mnsikvereinssaal. 1/a8 Uhr abends: Hebräische Theatervorstellung in der Neuen Wiener Bühne; 8 Uhr abends: Meeting im Sofien-. saal; 8 Uhr abends: Lichtbildervortrag im Beethovensaal (Vortragender: Dr. Heinrich L 0 e w e). Zu noch zu bestimmenden Stunden Führungen durch das jüdische Museum und die Adriaansstellung. D 0 n n e r s t a g, den 4. S e p t e m b e r: Dasselbe Programm wie Mittwoch. Außerdem: 3 Uhr nachmittags : Versammlung des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina im Beethovensaal. Frei t a g, den 5. September: 10 Uhr vormittags: Beginn der Vormittagssitznng des Kongresses im Mnsikvereinssaal. 11 Uhr vormittags: Matinee des Jüdischen Gesangsvereines Czernowitz im Beethovensaal;'^ 3*/2 Uhr nachmittags : Beginn der Nachmittagssitzung des Kongresses im Musikvereinssaal. Abends: Gottesdienst. Samstag, den 6. S e p t e m b e r: Vormittags: Gottesdienst; 8 Uhr abends: Akademischer Festakt in der Katharinenhalle; 8 Uhr abends: Meeting im Beethovensaal. Sonntag, d e n 7. S e p t e m b e r: 10 Uhr vormittags: Gang zum Grabe Herzls; 3 Uhr nachmittags: Turnfest auf dem Vienna-Sportplatz, Hohe Warte; 8l/2 Uhr abends: Konzert im Musikvereinsgebäude (Mitwirkende: Frl. Margery Ben t w i ch. Herr Leo G 0 l l a n i n, der Jüdische Gesaugsverein Czernowitz); 8*/2 Uhr abends: Lichtbildervortrag des Herrn P i l i ch 0 w s k y über „Jüdische Kunst" im Beethovensaal; 8‘/2 Uhr abends: Meeting im Sofiensaal (Nationales Judentum und körperliche Regeneration). Montag, den 8. September: 10 Uhr vormittags: Beginn der Vormittagssitznng des Kongresses im Mnsikvereins-■' saal. 11 Uhr vormittags: Musikalische Matinee im Beethovensaal (Mitwirkende: Frl. Margery B e n t w i ch, Herr Leo G 0 l l a n i ns: 3 Uhr nachmittags: Sportfest auf dem Vienna-Sportplatz, Hohe Warte; 3*/, llfjr nachmittags Beginn der Nachmittagssitzung des Kongresses im Mnsikvereinssaal. 8 Uhr abends: Lichtbildervortrag für Vertrauensleute des I. N.-F. im Beethovensaal (Vortragender: Dr. Heinrich L 0 e w e);'. 8 Uhr abends: Dreißig Bezirksversammlungen. 9 Uhr abends : Kommers der Jüdischen Turnerschaft im Sofiensaal. Dienstag,- den 9. S e p t e m b e r: 10 Uhr vormittags: Beginn der Vormittagssitznng des Kongresses im Mnsikvereinssaal. 11 Uhr vormittags: Vortrag im Beethovensaal; 3 Uhr nachmittags: Generalversammlung des Jewish Colonial Trust; 4*/2 Uhr nachmittags: Beginn der Nachmittagssitznng des Kongresses im, Mnsikvereinssaal. 8 Uhr abends: Meeting im Sofiensaal (Redner: die Mitglieder des neuen E. A. C.). 8 Uhr abend: Meeting im Beethovensaal (Redner : die Mitglieder des neuen E. A. C.). Zn noch zu bestimmenden Stunden: Führungen durch das jüdische Museum und die Adriaailsstellung. An sämtlichen Kongreßtagen sind ferner die Ausstellungen des Jüdischen National-Fonds und des Bezalel, die Spitzenausstellnng des Verbandes Jüdischer Frauen und der Jüdische Verlag geöffnet. Wien. (Humanitärer Verein „Tomech Ewjonim".) Der Vorstand desselben ersucht uns, die Notiz in Nr. 23 dahin zn berichtigen, daß nicht Herr Wilh. Hoffniann, sondern Herr Wilhelm Co h n zum Ehrenmitgliede ernannt wurde, was hiemit geschieht. Wien. Am 17. Juli b. I. hielt der Prater Be.hausverein s,Tefilath Jeschnrnn" unter zahlreicher' Beteiligung feine diesjährige II. ordentliche Generalversammlung ab. Den Vorsitz führte Herr'Moriz A l t m a n n. Der vom Schriftführer A l t h 0 l z mündlich vorgetragene, eeschöpfende Rechenschaftsbericht besagt, daß der Verein 214 Mitglieder zähle, daß aber die Hauptsorge die Erhaltung des Bethanses mit der damit/verbundenen Bibelschule bilde; er gibt ferner für die erfolgreiche Tätigkeit dem gewesenen Obmaune Herrn Heinrich B,o n d y vollste Anerkennung und Dank uneingeschränkt Ausdruck. Nach Erstattung des Kaffaberichtes durch den Kassier Herrn G 0 ld b e r g er und Konstatierung über die vollständige Ordnung sämtlicher Bücher und Belege durch den Revisor. Herrn D r 11 ck e r, 'wird von der Versammlung dem abtretenden Ausschüsse das Absolntorium erteilt.' Sodann wurde die Wahl der Vorstandsmitglieder vorgenommen. Der gewählte Ausschuß konstituierte sich dann wie.folgt; Herr Moriz Leo Bond y, Bethausvorstand, die Herren Moritz A l t- ,

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