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Die Wahrheit · 1913-07-18 · Heft 28 (18.7.1913) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 28 (18.7.1913)
Date
1913-07-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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öeiie 4. Die Wahrheit. Nr. 28. ihm Europa entfacht hat. Allein das sind w.ir gewöhnt und erwarten es nicht besser. Wenn aber Deuts chland Schergendienste verrichtet und sich zu Helfershelfern der russischen Barbarei erniedrigt, so ist dies schon viel schmerzlicher, denn wir sehen mit Grausen, daß des ersten Napoleon Befürchtung: Die europäische Zivilisation werde von Kosakenhufen zertreten werden, leider keine leere Vision gewesen. Trotzdem Rußland von dem kleinen Japan geschlagen wurde, trotzdem Rußland der feind-' lichen Tripel-Entente angehört, wird es von Deutschland umschmeichelt und am betrübendsten ist die Tatsache, daß deutsche Universitäten unter dem Vorwände sich vor Ueberflntung durch die Ausländer zu wehren, den jüdischen Studenten aus Rußland die Inskription fast unmöglich machen und damit sich als Schleppträger der russischen Judenpolitik deklarieren. Die heuchlerische Regelung der Ausländerfrage, wie sie die Leipziger Universität verfügte, entspringt nicht der Sorge für die Interessen der eigenen Nation, sondern sie befolgt eine alte Tradition, die in dem Platen'schen Gedicht: „Der Rubel ans Reisen", trefflich gekennzeichnet ist. Das Gedicht ist auf den Tag 80 Jahre alt, aber für die gegenwärtigen Verhältnisse so zutreffend, daß wir es nachfolgend unseren Lesern in Erinnerung bringen: Der Rubel reist im deutschen Land, Der frommen Leuten frommt, Und jeder öffnet schnell die Hand, Sobald der Rubel kommt. Ihn speichert selbst der Pietist, Und giebt den Armen mehr, Seit außer Kurs die Tugend ist, Kursiert der Rubel sehr. Der Tugend wird blos Ruhm zu Teil, Es ist ein hohler Schall, Doch wem die Welt um Rubel feil, Dem klingt ein rein Metall! Da wird die Nacht gescholten Tag, Der Teufel wird so gut! Was nicht ein heller Klang vermag, Was nicht ein Rubel tut! Des Nordens Sternbild wird bekränzt, Vom Sängerchor der Zeit: Es ist der Rubel, der so glänzt, Der so das Aug' erfreut! Wohl ist er ein an jedem Strand, Süßangegrinster Gast: Verkaufe nur Dein Vaterland, Wofern Du eines hast! Der Rubel klirrt, der Rubel fällt, Was ist der Mensch? Ein Schuft! Und wenn die Welt Dir nicht gefällt. So steig in Deine Gruft! Erst gabs nur einen Kotzebn, Jetzt gibts ein ganzes Schock; Und schüttelst Du Dein Haupt dazu, So leg es aus den Block! Der Teufel siegt, der Gott verliert, Der blanke Rubel reist; So ward von je die Welt regiert. So lang die Sonne kreist. S. Vineta. Sind die Inden eine kriegerische Rasse? Anläßlich der Heeresdebatte im deutschen Reichstage, bei welcher Gelegenheit auch die Zurücksetzungen der Juden im Heere zur Sprache gebracht wurden, veröffentlichte Freiherr v. Richlhofen, ehemals Offizier und Diplomat, unter obigem Titel folgenden Artikel in der „Frankfurter Zeitung": . In biblischen Zeiten bewiesen die Urkunden, daß bie Israeliten ebenso gm zu kämpfen als zu beten verstanden i wenn sie Niederlagen erlitten, war es meist am Sabbath, weil an diesem Tage des „ewigen Bundeszeichen" die Inden rasteten und keinen Widerstand leisteten. Unter dem jüdischen Helden Judas Makkabäus, der gegen mehrere syrische Heere glücklich focht, sich Jerusalems bemächtigte und denJehovaknltus wieder herstellte (166 bis 160 n. Ehr.), haben , die Juden Wunder der Tapferkeit verrichtet. In ihren verheerenden und schrecklichen Kriegen mit den Römern ertrugen sie jede erdenkliche Marter und Qual der Belagerung, Hungersnot und Anarchie. Aus das Aeußerste bedrängt, verweigerten sie dennoch die Aufforderung des römischen Generals Titus, Jerusalem zu übergeben, das erst nach langer heldenmütiiger Verteidigung Schritt um Schritt erobert wurde. Parteikämpse im Innern, Hunger und Pest, die Einäscherung des Tempels brachen den verzweifelten Widerstand des Volkes, das nun (70 n. Ehr.) seine politische Selbständigkeit verlor und zu Hnnderttausenden in die Sklaverei geführt wurde von dem größten Heere, das je Rom gegen einen Feind gesendet hatte. Der Haß gegen die mächtigen Eroberer, und der sehnliche Wunsch, die nationale Unabhängigkeit zu erneuern, trieb die Juden zu häusigen, aber trotz großer Tapferkeit stets erfolglosen Empörungen, von denen die zur Zeit Hadrians 132 unter dem angeblichen Messias Bar Kochba die größte uud erfolgreichste war. Begeisterte Anhänger, zu denen selbst der Gesetzeslehrer Ben Akiba gezählt wird, schienen Bar Kochba den Erfolg zu sichern. Der römische Befehlshaber Jul. Severus beendete aber 135 die Kämpfe, bei denen mehr als eine halbe Million Menschen umkamen, mit der Einnahme der letzten Zufluchtsstätte der Juden, der Bergfestnng Bettar, der Hinrichtnug vieler hervorragender Persönlichkeiten, besonders Gelehrter, der Zerstreuung des Volkes und der Verödung Jerusalems, das von Hadrian neu erbaut und mit Heiden bevölkert wurde. Seit dieser Zeit haben die Juden als Nation nicht mehr in dem eigenen, ihnen gehörigen Laude gelebt. Aber sind ihre kriegerischen Instinkte während der langen Periode ihrer Zerstrenung erloschen? Daß die alten Juden eine kriegerische Rasse waren, kann niemand leugnen, und es muß im allgemeinen zugestanden werden, daß kein Volk die Reinheit seiner Rasse mehr betvahrt als die Juden. Aus diesem Faktum kann man den Schluß ziehen, daß sie noch immer die nämlichen, ihrer Rasse anhaftenden Eigenschaften besitzen, eine Schlußfolgerung, die überdies durch jetzige Tatsachen und Zahlen beweiskräftig unterstützt wird. Der Feldprediger der jüdischen Soldaten in Aldershot hat vor einiger Zeit statistische Angaben veröffentlicht über die Zahl der Israeliten, die in den verschienen europäischen Heeren dienen, und diese Zahlen ergeben die erstaunliche Auskunft, daß verhältnismäßig eine größere Anzahl von jüdischen Soldaten in Europa vorhanden sind, als christliche Soldaten. Die Gesamtzahl der Inden in allen fünf Erdteilen beziffert sich gegenwärtig auf acht Millionen, wovon ungefähr 500.000 in Afrika, 760.000 in Asien, 200.000 in Amerika leben. Die 6,650.000 Juden in Europa liefern den Armeen Europas nicht weniger als 360.000 Mann. Der Kaiser von Rußland entnimmt eine viel größere Proportion von Leuten zum Dienste .in seiner Armee seinen jüdischen Untertanen als dem Reste der unter seiner Herrschaft stehenden Bevölkerung, und obgleich dies nicht als eine Auszeichnung von denjenigen geschätzt werden mag, die ihrer teilhaftig werden, so ist es doch augenscheinlich gewiß, daß die Inden nicht so bevorzugt würden, wenn sie als Soldaten nichts taugten. Die Anzahl der Juden im russischen Heere beläuft sich nach offiziellen Angaben des russischen Kriegsministers auf 171.000 Mann. Im ganzen russischen Reiche leben 3,650.000 Juden. Der Abgeordnete Roditschew eiferte in der Duma gegen erwähnten Antrag, die Juden von der Militärpflicht zu entbinden und dafür eine jährliche Steuer von diesen zu erheben.. Nur in einem Sklavenstaat könnte ein solcher Vorschlag verwirklicht werden. Vor allem betonte Roditschew, daß die Juden bei der Ableistung der Wehrpflicht bisher ungerecht behandelt wurden; man sollte ' keine kranken Inden ausheben, dann würden keine unglücklichen jüdischen.

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