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Die Wahrheit · 1913-07-11 · Heft 27 (11.7.1913) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 27 (11.7.1913)
Date
1913-07-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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* S eite 6. Die Wahrheit Nr. 27 Müsse daher das Gute, das sie .tun, als .gutanerkennen." . M. Bair. 10). ';^; Und gibt es beim nicht tatsächlich viele jüdische Branche die vom Volke sanktioniert werden, obwohl sie-von heidnischen Kulten ins jüdische Lager' Hiueingeschmuggelt wurde und die hervorragendsten rabbiuischen Autoritäten dagegen ‘; geeifert ’ chatten? Ich will hier nun einen solchen Brauch nennen, 'Seit: vielen Jahrhunderten besteht in den Gemeinden Jeschurnns der! Brauch, daß am Abende vor dem Riisttage des Versöhnnngs-! festes jede männliche Person sich einen weißen Hahn und jede/ weibliche Person eine weiße Henne dreimal um den Kopf dreht! und die Worte spricht: „Dieses Tier sei ein Versöhnuugsopfer für mich" rc. Gegen, diese Zeremonie haben sich R. Moses ben Pachman, R- Salomo b. Adereith und R. Josef Karo entschieden geäußert, weil sie dieselbe als einen heidnischen Brauch darhe emori, bezeichneten. Znnz schreibt in seiner Schrift (Ritus 4): „Auch die Bildungsstufen und die Sitten der Völker übten ihren Einfluß aus. Die unter Persern und Arabern, unter Syrern nnd .Griechen, unter Galliern und Gothen, die in heißen oder ge- .rnüßjgten Erdstrichen Lebenden, mußten die Wirkung ans Gebetsinhalt und Ritnswesen verspüren. Unzählige Vorstellungen und Gebräuche haben ihren Ursprung, ihre Fortbildung in dem Zusammenhänge des. Lebens mit anderen Völkern, das Klima und die Sitte, die Kultur and Sprache spiegelt sich auch.-in .dem Gottesdienste ab. E m a n a t i o n s l e h r e, A st r o l o g i e, Gevatter, Reim u n d S e e! e n m esse haben die Juden von anderen; kirchliche Ausdrucke, liturgische Sitten z. B. das Hüpfen im Gebete, andere von den Jntrem^erhalten. Seil einem Jahrtausend hören die Klagen nicht aus über Fremdes, das bei den Juden sich eingebürgert: Alfaßi verdammt die arabischen Singweisen. Parckion den Haarwuchs der , Männer und das eigene .Haar der Weiber, Jehnda der Fromme die Tenfelsbeschwörungen, Kalel Alseutouulo die einjährige Trauer, Del Bene das Romanleseu rc." Und hat es nicht auch Talmudheroen gegeben, die um manche syuagogale Mißbräuche bannen zu können, sich veranlaßt sahen, ihren Glaubensgenossen manche auf Ordnung, Ruhe und Anstand bezughabende kirchliche Normen als nachahmens- .werte Bräuche wärmstens zu empfehlen? So z. B, schreibt der Spanier R. Salomo Monier, in seinem Werke Jgeret Musor in' •na?" mm '-cn ma©b a'©:nn spKnna D'-isun “js’n imjaa *.narr. c'abxD „Wie ganz anders doch als in unseren Synagogen benehmen sich die Nozerim in ihren Bethänsern, wenn der Prediger von der Kanzel zum Volke spricht." Und der Prager Oberrabbiner R. Efraim Lentschütz, ein Schüler des Meharschal, schreibt in seinem Werke Amude schesch S. 21: „Wir werden zum Gelächter nnd Gespötle in den Angen Andersgläubiger, die oft unsere Gotteshäuser zu besuchen pflegen, um zu sehen, in welcher Form Israel seinen Gott verehrt. Wenn sie nun Augenzeugen der hier obwaltenden Unordnung und Anstaudslosigkeit sind, a'nbxn nianpa psnna anm so schmähen sie das Judentum, machen baa ■>sri f'b'aai; sich lustig über Israels Gottesdienst und syuagogale Bräuche, die sie n*a bw a©n bibn ©, ins Lächerliche ziehen. Kanu es eineu größeren Chillul ha schem geben?" Aus dem Gesagten erhellt klar und deutlich, daß jene: uichtjüdischen Formen, die geeignet sind, das Gute zu fördern,! nicht verdienen, entschieden perhorresziert zu werden. Hat doch/ selbst R. Joel Sirkis, Verfasser des chodosch“ mtb Schwiegervater des Verfassers des sahad^ solche Melodien, die in den Beihäusern anderer Kulten -ertönen, in der. Synagoge zu singen gestattet, wie sie keine konfessionelle Bedeni tnug haben, onbsn waa pna.önaiö» aräiafc.flw*»'riss.B'bötöw na, *131 onwb o-nn^a an© a'212'2 kpin nbn nvm pn©nn->2 (Respou-! 'sen des R. Siskis 127).; \ Es kann allerdings nicht'in Abrede gestellt werden, daß ' in vormärzlichen Zeiten, als noch das Hans einem heiligen \ Tempel glich, in welchem Vater und Mutter.als fromme würdige' Priester ihres Amtes walteten und. die Kinder mit. den wich-' ligsteu.. religiösen Vorschriften, Satzungen. und - Bräuchen - nicht nur theoretisch, sondern auch.praktisch. vertrant gemacht, zu glaubensstarken Israeliten, zu u-ahreu Glanbenshelden herangezogen würden, die' Einführung der Institiitiou; der Mädchenkönfirmati'on mit vollemRechtealsnuiultzes Zeng hätte betrachtet werden können. In innerer Zeit, jedoch, isi der leider das schöne, prachtvolle Beligiönsgebände, das den Stürmen' der Jahrtausende zu trotzen vermochte, inseinen Grundfesten gewaltig erschüttert wurde, .aus vielen jüdischen Hänierii. das. religiöse Leben gänzlich geschwunden ist, müsien alle m.ö gli che'u Mi t te l angewandt werden, um 'die Jugend wenigstens in der.Schule, wie.'im Hotteshanse .für den Glauben an Adonai, für den unsere Ahnen mit ihrem Herzblnte gekämpsl haben, erwärmen sind begeistern.zu können. 'l-Fr, Ans dem Mege nach Jerusalem Reisebriefe von Rabbiner Dr. Armand Kayrinka. (Schlaf;:) D i e f r o m men R ns s e n. -7-. B e g i n u d e r Rege uzeit. — A b r eise v o n I e r u s a l e m. Die russische. Kirche auf dem Oelberg bringt die gewaltige Geißel der Jndenheit ins Gedächtnis, welche den verfolgten Stamm unaufhörlich dazu drängt, seine Kräfte wenigstens in diesem xleinen Lande, das sein unbestrittenes moralisches Eigentum ist. zu sammeln und zu regenerieren. Es ist nebenbei eine sonderbare Antithese, daß dieselben Russen, die in ihrem Riesenreiche. mit beispielloser Roheit, mit barbarischer Grausamkeit Millionen Inden wie wilde Tiere Hetzen, Pilgerscharen hierhersenden, um im Lande Israels in frommer Andacht, in Demut und religiöser Ekstase die von Juden verfaßten Psalmen zu rezitieren und in tausendfachem „Kyrie eleison“ („Grospodi pomiltij!“ — übersetzt aus unserem hebräischen: Ana Adonaj hoschi’a na) die Barmherzigkeit Gottes anzurufen: Ein neuer Jesaia müßte in Jerusalem erstehen, der ihnen die Dounerworte entgegenschleuderu würde: „Ihr wagt es, vor Meinem Angesichte zu erscheinen? wer verlangt es von euch, daß ihr meine Andachtsstätteu betretet? Euer Weihrauch ist mir ein Greuel, die. Vereinigung von Niedertracht und religiöser Feier kann ich nicht dulden; wenn ihr noch so viel betet, werde ich nicht hören, denn eine Hände sind voll von Blut! Waschet euch erst, reiniget euch, unterlasset eure bösen Talen, lernet, edle Menschen sein, achtet das Recht, nehmet euch der Bedrängten an" . . (Jesaia I. 12—17). Nach einer Woche Aufenthalt in Jerusalem und nachdem ich bereits ungemein Vieles und Verschiedenes gesehen, fing ich an, an die Rückreise zu. denken, Die lange'erwartete Regenzeit war eingetreten und der. prekäre Zustand der Landstraßen ließ es nicht ratsam erscheinen, große Exkursionen mit Wagen zn machen. Die mir diesmal zur. Verfügung gestandenen nur noch sehr wenigen Tage hätten auch für weitere Ausflüge, namentlich nach Galiläa, nicht ausgereicht. Es stand fest, daß ich nach dem ersten Besuche früher oder später noch einmal in das Land kommen müßte, um das' Studium der' Verhältnisse mit mehr Ruhe fortznsetzen — aber womöglich/erst dann, wenn ich in der Lage sein würde, in geziemender Weise zu einer rationellen Verbesserung derselben beizutragen. Die elende Verbindung /mit Europa, die Unregelmäßigkeit des. Eintreffens der Schiffe hei Jaffa während der ungünstigen Witterung und die Nachrichten von den großen Umwälzungen gm Balkan, welche ahnen ließen, daß eine Hilfsaktio.n für. die durch den Krieg zngrnndegerichtelen jüdischen Gemeinden baldigst in Angriff zu nehmen sein werde — alles .dies drängte zu einer Beschl.eunigung .der Rückfahrt. . An einem, trüben Morgen fuhr ich wieder am Tale H.i n n o m vorbei, um mit der Bahn nach Jaffa zu gelangen und. von dort über NeapelnndRom nach Wien znrückznkehren. .'Was ich. w neben den uüauslösch.lichen Eindrücken und. deli zahlreichen, im Geiste , erwogenen Plänen —7/ all greifbaren Gegenständen zum Andenken mitiDijjeü , konnte, svar. nicht von ^großer Bedeütiüig. MeiMeinchh^-MsgrWM''/bym' Bvden bei* '.' Ö'eiicüi.wte«) lttitertrbifd^eu. ftWötbiteir Hülle des heiligen Tenipe.lbezirkes., Sie. sind vielleicht. .wirklich noch aus

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