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Die Wahrheit · 1913-05-23 · Heft 20 (23.5.1913) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 20 (23.5.1913)
Date
1913-05-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 20. G eg-e n st an de, welche L 9.400— betrugen, sind int letzten Triennium gestiegen. Insgesamt betrugen die Ausgaben des Vereines im vergangenen Triennium ~K 348.714-87 gegen K 295.264-21 im vorangegangenen Triennium. r Einen sehr erfreulichen Zuwachs weisen die Stiftungen und Widmungen auf. Die Chewra Kadischa verfügt dermalen über solche in einem Gesamtkapitalsbetrage von Kronen 241.800-—, - am K 61.800-— mehr als zur Zeit der letzten Generalversammlung. Damals betrugen die Stiftungen rund K 180.000'—, während sie im Jahre 1906 K 146.000-— betrugen. Auch in dieser Tatsache zeigt sich das steigende Ansehen, Hessen sich die Chewra Kadischa erfreut und ist weiters ein Beweis dafür, daß die Chewra Kadischa wieder jene Stellung unter den jüdischen Körperschaften Wiens emnimmt, die sie kraft ihres Alters, ihrer Tradition und ihrer Leistungen verdient. Es ist ein Gebot der Dankbarkeit, an dieser Stelle jener Personen zu gedenken, welche durch die Zuwendung von Stiftungen ihr werktätiges Interesse für die Chewra Kadischa bekundet haben. Es sind dies die nachfolgend genannten Personen, welche folgende Beiträge der Chewra Kadischa gewidmet haben: Im Jahre 1910: Dr. Iaques Adolf K 4000.—, Martin Cohn 500.—, Markus Engel 3000.—, Dr. Michael Freund 560, Wilhelm F r e y b e r g 1000.—, Bela Haas 600.—, Maximilian Iellinek 1000.—, Jakob und Marie Kann 1500.—, Karl Kraus 2500.—, Jakob Neßel 600.—, Moritz Ornstein 500, Bernhard Pollak Edler v. Parnau 1000.—, Hermine Bdjma r$ 500.—, Ignaz Sonnenfeld 2000.—, David und Therese Spitz 1600.—, Bernhard Strakos ch 600.—, David Weisweiler L 500. Im Jahre 1911: Karl von An spitz K 600.—, Julius Boskowitz 500.—, Emanuel Fischt 1200.—, Gustav Gropper 1000.—, Emma Karpeles 1000.—, Ignaz Klein 500.—>, Dr. Josef Kranz 800.—, Ernestine Löwe nst e j n 500.—, Albert Freiherr von Rothschild 10.000.—, Salomon Simon 500.—, Therese Stiaßny K 1000.—.. Im Jahre 1912: Karl von Auspitz K 600.—, Joel und Rosa B l n m e n f e l d 600.—, Karl und Adelheid F i g d o r 7200.—, Josefine Gall 2000.—, Samuel und Regine Heit 2100.—, Bernhard Pollack Edler von Parnau 2400.— und Sigmund und Emilie Wender K 1200.—. In diesen Namen ist aber die Liste jener, welche ihr Wohlwollen für die Chewra Kadischa betätigt haben, noch lange nicht erschöpft. Die Anführung aller dieser Namen würde aber au dieser Stelle zu weit führen und so mögen sich denn all die Wohltäter mit einer allgemeinen Danksagung begnügen. Das Vermögen der Chewra Kadischa betrug zu Ende des Jahres 1912 inkl. der Stiftungen und Widmungen K 690.900 —. Die vor einigen Jahren gegründeten Fonds zur Unterstützung verarmter Mitglieder und zur würdigen Bestattung von solchen haben durch Zuweisung aus den jährlichen Eingängen eine Steigerung erfahren. Es beträgt das Kapital des erstereu Fondes nunmehr K 56.000.—, jenes des zweiten K .16.000.—. Der Vorstand hegt zwar im Interesse seiner Mitglieder den herzlichsten Wunsch, daß er nur in den allerseltensteu Fällen genötigt sein möge, von diesen Fonds Gebrauch zu machen, daß aber, wenn dies doch der Fall sein muß, namentlich ans dem Unterstützungsfonds er solche Beträge gewähren kann, die eines Mitgliedes der Chewra Kadischa würdig und seiner Bedürftigkeit angemessen sind. Von diesem Gesichtspunkte geleitet, wird der Vorstand auch weiterhin einer Kräftigung dieser Fonde sein Augenmerk zuweuden. Noch ein dritter Fond ist seither gegründet worden. In einer freundschaftlichen Zusammenkunft der Delegierten mit dem Vorstände wurde von den ersteren, welche aus eigener Anschauung das Elend kennen lernen, in das zahlreiche Familien durch das Hinscheide» ihrers Ernährers versetzt werden, die Anregung gegeben, einen Fonds zu gründen, aus welchem an arme Leidtragende solche Beträge gegeben werden können, die^ sie wenigstens in der ersten Zeit während der Schiwah boü den ärgsten Entbehrungen schützen können. Diese Anregung ist. aus fruchtbaren Boden gefallen. Noch in derselben Besprechung, hat der anwesende Präsident, Herr Salo Cohn in seiner gewohnt hochherzigen Weise durch Widmung eines Betrages von. K 10.000.— einen ansehnlichen Grundstock geschaffen, welchen seither durch weitere Zuwendungen, von denen insbesondere diedes Herrn Jakob Kann mit K 500.—, des Herrn Carl L e m b e r g e r und Jakob W e i ch s e l b a n m mit je K 300.^ hervorgehoben sein mögen, ferner durch Zuwendungen aus den' lausenden Einnahmen des Vereines auf L 16.100.— an gewachsen ist. Den Gründern und Förderern dieses Fondes und iusbesondere dem hochverehrten Herrn Präsidenten sei auch an dieser Slelle der wärmste Dank votiert. Hiemit wäre der finanzielle Teil des Berichtes in großem Zügen erledigt. Dieser Bericht kann aber nicht geschlossen werden, ohne daß eines wohl nicht in die Berichtsperiode', fallenden Ereignisses gedacht wird, das von den Vorstaudsmitgliedern festlich begangen wurde. A m 19. D e z e m b e r 191E vollendete unser hochverehrter P r ä s i d e » t, H e r rr Salo Cohn, sein s i e b z i g st e s L e b e n s j a h r. Schon.' früher hat der Vorstand die großen Verdienste des Präsidenten', um die Chewra Kadischa durch Verleihung der Ehren-' Mitgliedschaft gewürdigt, einer seltenen. Auszeichnung, welcher dermalen außer dem Präsidenten, der ehrwürdige Oberrabbiner in unserer Gemeinde Herr Dr. Gü bemann, der Senior der Wiener Rabbiner, Herr Dr. Adolf Schmie dl' und der verdienstvolle Vizepräsident der Chewra Kadischa, Herr^ Dr. Markus Spitzer teilhaftig sind. Die Vorstandsmitglieder' der Chewra Kadischa waren glücklich, einen Anlaß zu haben,, ihrem Präsidenten auch ein äußeres Zeichen ihrer aufrichtigen Verehrung und Wertschätzung zu geben und sie widmeten deshalb ein v o n K ü n st l e r h a n d a n g e f e r t i g t e s P o r t r ä des Gefeierten für den Sitzungssaal der Chewrcn Kadischa. Der Gefeierte dankte für diese Ehrung durch eine hochherzige Entschließung. Er widmete dem Fonde zur Unterstützung,, verarmter Mitglieder einen Betrag von K 50.000.—. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, welch glückliche- Wahl die Chewra Kadischa in ihrem Präsidenten getroffen hat,, so beweist dies in eklatantester Weife seine soeben zur Kenntnisgebrachte Entschließung,' die in den Annalen unserer Bruderschaft völlig vereinzelt dasteht. Ich bin Ihrer freudigen Zustimmung gewiß, wenn ich diesen Bericht mit dem innigen- Wunsche schließe, „daß wir noch lange, lange Jahre das Glück haben mögen, unseren hochverehrten' P r ä s i d e n t e n i n n n g e s ch w ä ch t e r K r a f t a n n ns e r e r Spitze wirken zu sehen." (Stürmischer Applaus.) Präsident Salo Cohn spricht seinen Dank aus für dieschmeichelhaften Worte, die ihm in dem soeben erstatteten Berichte gewidmet wurden. Er gibt die Versicherung, daß eres als besondere Ehre ansehe, einer Vereinigung anzugehören,, die zu den ältesten Institutionen der Gemeinde zähle, von der schon in den Chroniken aus dem Jahre 1320 die Rede sei- Er habe ursprünglich in seinem Testamente verfügt, daß nach seinem dereinstigen Ableben die im Berichte erwähnte Zurvendung des Betrages von K 50.000.— der Chewra Kadischa. zukomme, da es jedoch ein gütiges Geschick gefügt Habe, daß. er bei Vollendung seines 70.-Lebensjahres noch'als Präsident der Chewra Kadischa wirken könne, habe er schon derzeit den genannten Betrag dem Fonde zur Unterstützung verarmter. Vereinsmitglieder zukommen lassen, einem Fonde. der seinerzeit' über seine Anregung gebildet wurde und dessen Zinsenerträgnisse dazn dienen, verarmte Mitglieder der Chewra Kadischa in diskreter und möglichst ausreichender Weise zu unterstützen- Er wende diesem Fonde speziell sein besonderes Interesse zu, da er es als ein besonders erstrebenswertes Ziel hält,-jenen,' die einst bessere Tage gesehen haben und ins Unglück geraten, sind, nach Möglichkeit in ihrem Unglücke hilfebringend zur'Seitezu stehen. (Lebhafter Beifall.)

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