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Die Wahrheit · 1913-05-16 · Heft 19 (16.5.1913) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 19 (16.5.1913)
Date
1913-05-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 19 Die Wnhrdeil Seit? 7. Irnm, nicht schon , längst die Gesetzgebungßmaschine in Bewegung /-*, V ™? .«» < ' Und eilly darf man wohl doch auch noch fragen : Ist dieses Zr^mde^ Memenk". das' ö^r' jüdische Äntor, der jüdische Kritiker — vielleicht, und auch dantt sicher unbewußt —' in die Mitsche Literatur"' hineinträgtwirklich "etwas' so Schlimmes, Kulturvenvüstendes, daß der deutsche Philister darum än"M Zukunft seines Volksstammes verzweifeln muß? N i etz s ch e, der'chom dpntfchen 'Wesen''doch auch "einen Hauch verspürt' hat.' .ruMt" gnaden Juden gexahe ^ie.jeMG''Ei^etljchLM;,''''^je Hu eD'en Söhnes I^euts sostarkesUnbehagenöeresten i ' " . M<* „Den großen Stil in der Moral, di^ Furchtbarkeit und Majestäk 'unendlicher' Fvrd'erüpgep','." 'ngenÄicher'' Pedentun^en) die ganze "Wmaiztik uuh Erhabenheit der moralischen Fragwnrdigkeilen — und folglich gerade den anziehendsten, verfäng- Lichstdll und anssgesnchtesten Teil jener Färbenspiele' und' Verrsührnilgeil zum 'LebsN/'ils' der.eit Pächschinimer' heute her Himsnel alttserer europyischeji Knlt'ür^'lhr Aheno'hjmUel, gistht — piellelchi -verglüht. Wir Artisten unter den Zuschauern und Philosophen' sind dafür den Filden danfbar." ' - - - - " " Selbst, ein den Inden so schroff gegenüberstehender Schrift- -steller wie Karl Bleib treu har gegenüber den maßlosen An- .griffen " seiner G'esiniinngsgenössen ' mit aller' Entschiedenheit chetont, ..daß hje d'entsch'e Kferätur verloren wäre, wenn nicht die Juhen' nsit'"ihren stärken geistigen Bedürfnissen'und ihrer Gmotionsfähigkeit, die auf künstlerische Reize reagieren, das Stagnieren' verhinderten.^ '" ' " Wenn voir nationalistischer Seite heute mit ungeheurer Uebertreibnng behauptet wird, daß die Inden der deutschen .Kultur den'Stempel ihres Geistes, ihrer (semitischen) Anschauungsweise anfzudrücken stich en, so hat schon A. v. Krem^r" diesen Kritikern in seinen .-/KnltnrentlehnungeU" mit ssteiht 'entgegengehalten': ' 7 ' „Wenn schon sie (dje Juden) auch viel Fremdes annahmey oder sich ' aneignetpn, so durfte ihnen doch ihr ärgster Feind kaum den Vorwurf machen, daß sie nicht ebensoviel zurückchegeben habend' 7 " Darum hat auch die „Köln.Ztg!", der man besondere. Sympathien für däs/Jndentnin wahrlich nicht nachfagen kann' in einer/ Polemik gegen Adolf Bartels sehr energisch den SlandchüUkt pertreten:' ' "' »Wenn Bartels es als eine unmittelbare Aufgabe der deutschen Intelligenz-betrachtet, daß Judentum von her Literatur .zilrückzudrängens' so werden sich alledeutschen Dichter und Schriftsteller eifrig, dagegen' wehren müssen,' daß ihnen der Ast ,pMesM'.wir^/' qH.'jrem' ffe st'tzeff."'.. '' Darum ist auch Karl Stork in seinem bereits erwähnten „Türmers-Artikel "trotz "seiner‘ heftigen Gegnerschaft gegen die Angeblich heip' kollfessipnelleü Protektionismus' huldigenden' jüdischen Kritiker' „her Ueperzeugung,'. haß' wir vom' jüdischen Geist ebensoviel' lernen-'-könnenwie etwa vom romanischen." Den seinen -Ppursinn'/mrd/- die' kr'itische/Aeg'abnüg 'der Inden hat schon Wdo'lf v.''G o't t scha l l, 'der selbst viele'Jahre lang au einer her vornehmsten Zeltu;lgen Deutschlands 'das kritische Pich teranst ansgeübt hat'' und 'daher -wohl ein maßgebliches Urteil beanipruchen darf, in ' feinem'Werk//„Die deutsche 'Nationalliteratur ches' 19! Jahrhunderts^' rnhmtznö:!anerkannt:^ ° " " " „Wo ... die Juden äls Kritiker ausgetreten sind, zeichnen sie sich nicht mir durch Scharfsinn,' auch' zugleich durch eine Dnpfchlglichseit Mp' das geistige Gewjcht der Talente aüs/ welche Nüchternen christlichen 'Kritikern/oft fern liegst" / - Wenn aberdas kleine Häuflein von Inden in Deutschland ans' üterärlschM und' künstlerischem Hehieje tatsächlich einen sy domluierenhen Einfluß .gewönnen, haben solltest daß Hst wie seine Gegner' behaupten überall Richtung gebend geworden ist'-^" welches Akmiitszeügnis würde sich dm das 65 Million'enpölk ' her T>ei^er/nllö' Dichter' selbst' ausstellen! Abex in ' Wirklichkeitsind ’ das' alles ja nur groteske Mbertreibungen. Alle diese wehleidigen Betrachtungen über die „jüdische Herrschaft" älif geistigem'^Gebiete sind weiter nichts' °als'Wahnvorstellungen. Die erbittertsten Gegner deß Judentums gestehen ja selbst gelMustich' enst daß'H''nstst''dieser ^jühsscheU ' Herrschaft" nM g'nle Weile yqhe. .’. " (Schluß folgt.) Mienxr Kidellchnleu. Der Herr „Leon de Hnngaria", her. mit geschloffenem Visier in der Wiener /.Indischen Bölksstiptme" in solch'scharfer Weise gegen den Artikel „Wiener. Bivelschulen^ in her „Wahrheit", schreibt nnd sich darüber echauffiert.' daß die Wiener Blbetschulen keine Chedarim sein" wollen, gibt doch eine "zu komische Fignr ab. Einer, der ans dem Cheder seine Weisheit mit vollen Löffeln geschöpft und es so warm verteidigt, legt seinen Gheheriläpi^n ap und hüllt sich in "den ausgätieh'enen,' hochtrabenden, adelig'klingenden Namen „Leon de Hüngaria". Ist das nicht köstlich?' ))Leon de Hnngaria und Cheder! Ist diesem Herrn „Leon' de Hnngaria" im Cheder nicht'^ eingedrillt worden: ^I^g.ri. niAS-ln 8.^V9.U86QU. 1ru.1ni2rg.in1, slll bisch.wil schelau schinu es' scli’ihbm? Oder wurde ihm schon so viel Wasser aus dem Brunnen gereicht, daß es bereits seinen' erprobten jüdischen Namen verlöscht? Vielleicht erinnert sich dieser Herr bei dieser Gelegenheit an das schöne Sprichwort unserer Weisen: „TuL k^nrem’ mibeii enechö“. Jedenfalls ist es gefährlich, Steine auf'andere zu'werfen, wenn man selbst in einem Glashause sitzt. Nuu zu «Sache. ^^.1 toäill es chaveroch ad schetagia limkaTimau“'. ' Wer die Schulverhältnisse in Wien kennt und wem darum zu tun ist, daß unsere jüdischen Kinder so viel als möglich lernen, für den gibt es nur Bibelschnken. Aber Tatsache ist auch, 'daß"viele Eltern unter Bibelschnlen die Chedarim mir all ihren Allswüchsen wittern und ihre Kinder von dem Besuch der Bibelschnlen fernhalten. Da wir mm' retten wollen, was zu retten ist. so müssen wir auch der jüdischen Bevölkerung die Steine des Anstoßes ans dem Wege raumen. ' Bezüglich'der Belehrung, die der Herr „Leon de Hnngaria" den Religionslehrern erteilt, sie mögen lieber viel Zitate aus der Thora den Kindern beibringen. möge dieser Herr nochmals die folgenden Sätze g^nau lesen: »Die' Häuptdisziplin" der Bibelschnle muß' aber die Bibel' im Urtexte sein. Da hat der Lehrer einen unermeßlichen Schatz vor sich". Das ist doch deutlich genug. Man sieht daraus, daß auf Herrn „Leon de Hnngaria" der Ausspruch unserer Weifen: „Wedai lachakimti birmizu^ paßt. Auch scheint er kein, „mewiii dowor mittauch dowor^ 51t jetii. Wehainaskil jowin. I. P i ck. Uerschietzene Nachrichten Wien. (G a st p r e d i g t.) Herr Rabbiner Dr. Leopold G o l dsch m i'd't'äus Proßnitz wird Samstag, d'eir 17. Mai im Leopoldstädter Tempel eine'Gastpredigt halten. .' "'" Wfierr.' (Trauung.) Donnerstag, den 8. Mai d. I. fand im Tempel' der ^Innern Stadt die Traunn^ des Herrn Advokäten Dr: Otto P e't s ch e'k asts'Prags , mit Fräuleist Martha Pappe-r ans Wien statt! Der' Bräntigam ist Än' Sohn des Ländesadvökaten' Dr. Isidor Petschek. eines Mitgliedes her Prager Kultnsgemeinderepräsentanz: auch der bereits verstorbene 'Baker der Btaut lüar-Laiidesahvokat und 'gehörte' der' genännten Repräsentanz an.- Die Trauung ivurde von dem Prediger des Prager Tempels, Dr. Emannel S'ch w arzst der zn diesem Zwecke nach Wien geköln'men war, vollzögen, der durch seine''ebenso'gedankeüreiche wie gemutstiefe Änspräche ‘bte Feier zu einer wahrhaft erhebenden gestaltere. Die kantoräle Fmlkrion versäh' in bewährter Werse Herr Oberkäntor F u ch s, assistiert vom gesamten Tempelchore. Wien. (E i n e A 'n e r k e n n n n g für den B e r e i n „<§ i n y'e i't^.) Die Leistungen pes Vereines „Einheit" zur Erhaltung vön'jüdischen Speisehallen.werden immer mehr und.mehr anerkannt unk» stnden in immer -'weiteren Kreisen berechtigte Forderung? Eine der schönsten Änersennunßen 'wurde der rühtig'en Ber'e'insleitnng während des letzten Pessachfestes" plteih möe'm 7150 Personen während dieses Festes die Speisehalle des 'Vereines/' H., Malzgässe 12, in Anspruch nahmen uüd daselbst das ^Fest der Ueberschreitring' feierten. Diese' Fre queiizziffer weist gegenüber dem Pessachseste im Vorjahre (5800) eine Zunahme von 1350 Personen'auf? Besonders feierlich gestalteten sich die Sederabende. Da hat der BereistsVorstand, insbesondere ' der Obmann,-Herr Benrhard H o sb a n'e r, nnd der Oekonom: Herr Adolf Fischer, der seine hervorragenden Fächken'ntnisse ans wirtschaftlichem Gebiete selbstlos in den Die,ist des Vereines gestellt, tatsächlich die Bolksspeisehalle zn einem wahrentzeim gestaltet,' das die vielen Besucher ihre traurige Lage vergessen ließ? Militär

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