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Die Wahrheit · 1913-05-16 · Heft 19 (16.5.1913) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 19 (16.5.1913)
Date
1913-05-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 19. Die Wahrheit Seite 5. Entnahme der Sammelbüchsen auf demZentral- . fried h o fe. Für den Waisenverein X 597.92. Vom Vorstandsmitglied Herrn Moriz Edler von Knffner anläßlich des Jahrzeittages seines sel. Vaters X 260.—, anläßlich der Pessachfeiertage zur Verteilung an Arme des XVI. und XVII. Bezirkes 400.—, zusammen X 680.—. Spenden im Leopoldstädter Tempel: Von den Herren: Robert Bellak X 20.—, Baruch Kohn 130.—, Friedrich Karbach 200.—, Rabbiner Dr. M. I. Bach 10.—, kaiserl. Rat Leopold Sachs Edler von Sachsenhall 200.—. Hermann Witrofsky 100.—, Julius Wolf 300.—, Rektor Dr. Adolf Schwarz 20.—, Jakob Kann 150.—, Julius Grübet 110.—, Bernhard Engel 60.—, Gustav Leichter 30.—■, Moriz Ascher 10.—, Alois Theumann 200.—, Simon Horwitz 10.—, Rabbiner Dr. D. Feuchtwang 10.—, Salomon Stein 200.—, Mathias Rosenberg 60.—, Samuel Pisk 30.—, Isidor Schneider 50.—, Ignaz Reiner 80.—, Ignaz Bruckner 190.—, Moriz Schwarz. Auscha 50.—, Philipp Kohn 100.—, Adolf Schreiber 150.—, Jonas Goldmann 100.—, Dr. A. Kapralik 50.—. Dr. Alexander Hirsch 100.—, zusammen 28 Personen X 2720.—. , Die Kultnsvorsteher Dr. Ehrlich und Dr. Stricker urgieren die Erledigung ihres Antrages betreffend die Aenderung des § 12 der/Geschäftsordnung und die baldige Koustitniernng der Statutenkommission. Präsident Dr. Alfred Stern verweist in seiner Antwort darauf, daß die Statutenkommission längst konstituiert fei, indem seinerzeit bei Einsetzung der Kommissionen der Beschluß gefaßt wurde, daß die früheren Obmänner und Obmann-Stellvertreter ihr Mandat weiter behalten, insolange, als die Kommission nicht eine andere Wahl trifft. Es sei nnn-, mehr Sache des Obmannes, bezw. des Obmann-Stellvertreters der Statutenkommission, wegen Einberufung derselben die Verfügungen zu treffen. Die Koopierung der Herren Jacques Karpeles und Philipp Kohn zu Vorstandsmitgliedern der Chewra-Kadischa und die Kooptierung der Frau Malvine Heller-Oliven zum Vorstandsmitgliede des israel. Frauenwohltätigkeitsvereines in Wien wird genehmigend zur Kenntnis genommen. Angelegenheiten der Un te r ri ch tskomm iss i o n. Im Rahmen der Reform-Vorschläge des verstorbenen Vertreters Dr. Maximilian Steiner war die Einführung eines separaten Jngendgottesdienstes für die Schüler der 2, eventuell der 4 obersten Klassen der Mittelschulen vorgesehen. Die Unterrichts-Kommission hat sich eingehend mit dieser Frage befaßt und es beantragt das Vertreter-Kollegium, konform dem Vorschläge der Kommission, daß noch in diesem Schuljahre versuchsweise an einem Samstage im Stadt- oder Leopoldstädter- Tempel ein Jngendgottesdienst speziell für die Mittelschüler der Ober-Klassen abgehalten werde. Zn dem Gegenstände sprechen die Herren Kultnsvorsteher Dr. Markus Spitzer, Hoffmann, Dr. Jakob Engel, S. B r od, Professor Ehrma n u. Nach einem Schlußwort des Obmannes der Unterrichtskommission, Vize-Präsident Dr. Gustav Kohn, wird der Antrag des Vertreter-Kollegiums angenommen. In Anwesenheit der Delegierten der Bezirkskommissionen hat die Unterrichtskommission beschlossen, es seien die Bezirks- Kommissionen zu ersuchen, je 2 ihrer Mitglieder, znm Besuche .des Jngendgottesdienstes in den zuständigen Bethänsern zu delegieren. Aufgabe dieser Delegierten soll es sein, ohne mit den beim Gottesdienste beschäftigten Lehrern Auseinandersetzungen zu pstegen, dem Knltusvorstande über ihre Wahrnehmungen Bericht zu erstatten. Die Delegierten der Bezirkskommissionen haben diesen Beschlußantrag der Unterrichtskommission mit besonderer Befriedigung ausgenommen und die Erklärung abgegeben, daß sich die Mitglieder der Bezirkskommissionen gerne in den Dienst der Sache stellen werden. Das Vertreter-Kollegium hat dem Beschlüsse der Unterrichts-Kommission zugestimmt und es beschließt das Plenum denselben zu genehmigen. Im Sinne eines früheren Beschlusses wird die Einführung der elektrischen Beleuchtung im Ottakringer Tempel beschlossen und der hierfür erforderliche Kredit bewilligt. Der Bürobericht über die eingelaugten Zahlungsaufträge der Finanzbehörden betreffend das Gebührenäquivalent von dem Vermögen der Kultusgemeinde und der in ihrer Verwaltung befindlichen Stiftungen, Widmungen und Foude für das VH. Dezennium (1911—1920) wird zur Kenntnis genommen. Füv die in dieser überaus komplizierten und schwierigen Materie dnrchgeführten Arbeiten, welche für den jttristischen Teil von dem Sekretariats-Abteilungsleiter Dr. Leopold Stern und für den finanziellen Teil von dem Bnchhaltungsbeamten Max Spitzer besorgt wurden, wird die Anerkennung ausgesprochen. Der Vertrag mit der Leichentransport-Unternehmung Andreas Engel jun. wird bis Ende Dezember 1913 unter den bisherigen Bedingungen verlängert. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl zweier Mitglieder in das Vertreter-Kollegium erscheinen gewählt die Herren: Adolf S ch r a m e k und Kommerzialrat Leopold S i m o n. Zum ständigen Obmann der Schiedsgerichte der Knltusgemeinde wird Herr Dr. Gustav Lang stein gewählt. Nach Erledigung von Personalien wird die Sitzung um 9Vi Uhr geschlossen. _ Wiener Ralrbinersorften. Bon den gefertigten Wiener Rabbinern werden wir um Veröffentlichung folgender au den Vorstand der israel. Kultnsgemeinde gerichteten Eingabe ersucht: Löblicher Knltusvorstand! Die ergebenst gefertigten Rabbiner der hiesigen Bezirkstempelvereine zugleich Rabbiner der israelitischen Kultnsgemeinde erlauben sich hiedurch, neuerdings an einen löblichen Vorstand mit der Bitte heranzntreten, das zwiespältige, ans einer gänzlich veralteten Organisation des Tempelvereinsweseus beruhende Verhältnis, in welchem sie zur Gemeinde stehen, einer Revision unterziehen, bezw. die ihre Ehre und-Würde beeinträchtigende Unterschiede, welche seitens eines löblichen Vorstandes zwischen ihnen und den anderen Kollegen in moralischer und materieller Beziehung gemacht werden, aufheben zu wollen. Kein Geringerer als Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann hat in einem Schreiben, mit welchem er unsere im Jahre 1909 an den löblichen Vorstand in derselben Angelenheit gerichtete Eingabe begleitete, mit aller Entschiedenheit erklärt, daß wir äs fürs und äs facto Rabbiner der Wiener Gemeinde sind und es nicht angeht, hier mit doppeltem Maß zu messen. „Wir alle sind Kinder eines Vaters" sagte uns bei einer anderen Gelegenheit der Herr Oberrabbiner unter An» Wendung eines biblischen Zitates. Und doch, wie ganz anders geartet ist die Wertung und Behandlung, die uns von seiten des löblichen Vorstandes der israelitischen Kultnsgemeinde zuteil wird, als diejenige unserer anderen Kollegen! Wir betonen nicht ohne Grund „von seiten des löblichen Vorstandes", denn die Wiener jüdische Oeffentlichkeit kennt eine solche Unterscheidung nicht; die Wiener Gemeinde, in deren Diensten wir stehen, glauben einfach nicht, daß zwischen ihren Rabbinern solche Unterschiede gemacht werden. Ganz zu schweigen davon, daß die Bezüge unserer Kollegen in den äußersten Bezirken um das Doppelte die unserigen übersteigen, stehen wir infolge der Unzulänglichkeit der Verfassung der Tempelvereiusverwaltnngen außerhalb jeglichen Verhältnisses sowohl gegenüber den Vereinen als auch gegenüber der Gemeinde. In weiterer Folge besitzen wir keinerlei Anspruch auf Pension und unsere Frauen und Kinder keinerlei Reliktenversorgnng! ein Zustand, der in unserer Zeit sozialer Gerechtigkeit geradezu als ungeheuerlich bezeichnet werden muß. Am krassesten tritt aber unsere Zurücksetzung in der letzten Zeit zutage, wo der löbliche Vorstand der israelitischen Knltnsgemeinde mit der Lösung der Rabbinerfrage beschäftigt ist. Es werden seit Jahren Anstrengungen gemacht, diese Frage zur Entscheidung zu bringen, es werden aus allen möglichen Provinzgemeinden Rabbiner bernren, deren Wirksamkeit für einen Vorstand der Wiener Gemeinde ein unbeschriebenes Blatt darstellt, während wir seit Jahrzehnten unter den Angen eines löblichen Vorstandes lebend nnd wirkend, in wissenschaftlicher, homiletischer und pädagogischer Beziehung den anderen nicht um Haaresbreite

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