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Die Wahrheit · 1913-04-18 · Heft 16 (18.4.1913) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 16 (18.4.1913)
Date
1913-04-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Ditz Wahrheit. Nr. 16. richlsadvokat Dr. Dagobert Rybaczewski, Salomon Straß er wieder- und die Herren Bezirksrat Philipp Bak. Leopold Fü r st, Dozent Dr. Heinrich Nenmann, Hofrat Dr. Julius Schlag und Hof- und Gerichtsadvokät Dr. Ignatz Wein t r a u b per Akklamation neugewählt. Zum Schluffe wird über Antrag des Herrn Professors A n t s ch e r l dem Gesamtvorstande, insbesondere aber den Herren Bernhard Hofbauer. Adolf Fischer und Max H o f b a u e r der einhellige Dank der Versammlung votiert. Namens des Vorstandes dankt Dr. Rybaczewski für dieses Dankesvotnin und bittet die Freunde und Gönner des Vereines, deren Opferfreude allein dem Vereinsvorstande die erfolgreiche Tätigkeit möglich machte, auch in Hinkunst dieser heute schon unentbehrlich gewordenen Institution ihre dankenswerte Unterstützung nicht zu versagen, noch weitere Freunde für dieselbe zu werbe», um den täglich steigenden Anforderungen auch ganz gerecht werden zu können. Wre«. (I ü d isch - territorialistische Organisation „I t o".) Am 10. d. M. 7 Uhr abends fand im Saale des Tempelverciues, YL, Schmalzhofgaffe, die erste ordentliche Generalversammlung des Zentralvereiues der jüdisch-Lerritorialistischen Orgariisariou „Jto" zu Wien statt. Herr Obmaunstellvertreter. Direktor Dr. S. K r e n b e r g e r, der den Vorsitz führte, begrüßte die Erschienenen und berichtete über die Tätigkeit des Zentralvereiues im vergangenen Jahre. Er verwies unter anderem auf die ini Juni v, I. in Wien abgehaltene Konferenz der jüdlsch-territorialistischen Organisation, die unter dem Vorsitz des berühmten englischen Dichters und Präsidenten der „Jto" Israel Z a n gw i l l stattfaud und die eine Manifestation des großen territoriallstischen Gedankens war. Jur weiteren sprach er in übersichtlicher und ausführlicher Weise über die Bestrebungen und Ziele der „Jto". indem er ganz besonders auf die Tätigkeit der „Jto" als Regulator der Emigration hinwies, welche zu unterstützen, die Hauptaufgabe der Wiener Bereinigung bilden soll. Herr Hermann König erstattete hierauf den Kassen- und Rechenschaftsbericht, der mit Tank für die Tätigkeit als Referent. Kassier, und seine hingebende Unterstützung.der Bestrebungen der „Jto".zur Kenntnis genommeli wurde. An der hierauffolgenden Diskussion nabmen unter andere» die Herren Dr. Bloch nnd Jakob Kraus teil. Letzterer sprach in ausführlicher und interessanter Weise über die allgemeine Lage der „Jto" und ihre speziellen Erfolge iü Ungarn, wo die Organisation, die im Juli v. I. ins Leben gerufen wurde, bereits 4500 Mitglieder zählt. In der hierauf stattgehabten Konstituierung und Neuwahl des Vorstandes, wurden gewählt: -Herr Dr. Jakob Engel znm Obmann, die Herren Direktor Dr. S. Krenberger und Dr. Karl Löwy zu Obmaunstellvertretern, Hermann König zum Kasiier, Samuel Mohr zum Kassierstellvertrerer, Max Schmidt zum Schriftführer und Leop. Pick zum Schriftführerstellvertreter. Als Vorstandsmitglieder die Herren: Dr. Josef Bloch. Adolf Ruppert, Jakob Krauß, Wolf P a p p en h e i m, Bernhard T o ch. Zu Revisoren: Charles L a n d e i s, Emanuel Beer und Kommerzialrat Baß. Wie«. (F e st - A k a d e m i e der jüdischen Schnljugend Wien s.) Diese schöne sympathische Veranstaltung vereinigte am 13. April halb 4 Uhr nachmittags im „Hotel Continental" ein vornehmes Publikum, das den Prachrsaal bis aus das letzte Plätzchen füllte. Es waren erschienen: Der Protektor dieser Veranstaltung Herr Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, Herr Knltusvorstand Emanuel G r ü n w a l d. die Herrn - Inspektoren M. KaniH und Julius B r a n n, Frau Dr. David u. a. Nach der Onverrure hielt der Obulann des Komitees, Herr Oberlehrer Jakob K o h n mit schwungvollen Worten die Festrede. Die Forderung, daß alles geschehen müsse, um die Jugend dem Judeutume zu erhalten, fand begeisterte Zustimmung. Dann sprach er Worte voll Saft und Kraft, an die Jugend gerichter, und feine Mahnung, dem angestanunten Volk nnd Glauben Treue zu bewahren, übte aus die Kinder eine tiefe Wirkung. Das Programm war sorgfältig gewählt. Die herrlichen Schülerchöre, der entzückende Mädcheureigen, „Frühlingsboten", das Adagio aus der „Lehottischen Symphonie" von Mendelsohn-Bartholdy, vorgetragen von Herrn Heinrich Ant.scherl in Begleitung von Fräulein Helene Kohn und Herrn M. Me uze r ernteten stürmischen Beifall. Die Glanzpunkte des Festes waren jedoch die einzelnen Vorträge nnd Szenen. Rührend sprach die Schülerin Rosa Lampl Jehuda Hälewy's Gedicht: „Jude sein"' Lebhaftes Interesse fand der Vortrag von „Deborah's Siegeslied". Die Schülerin Martha Bock als Deborah nahm durch ihre natürliche mnige Darstellung das Publikum geradezu gefangen. Den Höhepunkt bildete das Festspiel „Der Weg der Treue" von Ä. S i m e o n mit dem anschließenden - Jubelchor. Egon Kollmaun als „Judentum", Anni Brüh als „Mode", Mathilde Freund als „Treue" fanden reichen Beifall. Mit Befriedigung und Genugtuung konnten die Zuschauer das Fest verlassen. Die Jugend, die so 'innige Herzenstöne und solchen liebevollen Eifer für Religion nnd Volk zu bekunden weiß, ist unser, gehört für immer dem Judentum an. Dem verdienten Komitee: Obmann Oberlehrer Jakob Kohn. artistischen Leiter Rudolf M ü l l e r. Dirigenten S. P e r l, Organisten M. M e n z e r, Ballettmeister R. H e i m a n n, I. Brauner, Dr. I. K r u g, I. K o m m er, S. B e r g er, gebührt für alle Bestrebungen nnd Bemühungen der allseitige Dank, die Schülerfeste müssen als Notwendigkeit zu einer ständigen Einrichtung werdenbedürfen aber der allseitigen tatkräftigen Unterstützung. , Wie« (Jüdischer Turnverein Favoriten)^ Sonntag', den 20. April nachmittags halb 4 Uhr, findet, im Turnlokale X., Erlachgasse 131, das Wetturnen der Bereinszöglinge statt. Regiebeitrag 50 Heller, Schüler bis 14 Jahre 20 Heller. Wie«, Die heurige Spielsäison der.Wiener („Jüdischen Bühne"" wurde Mittwoch, am 16. April mit einer Fest-Vorstellung zu Ehren der Frau R. Siegler beendet: Nunmehr reist Das Ensemble unter Direktion des Herrn M. Siegler für ein kyrzes Gastspiel nach Prag, um damrdie ganze Slunmersaison dan'ernd^in Marienbad zu spielen. In jüdischen Theaterkreisen erwartet man, von diesen Gastspielen große Erfolge, da die Sieglerssche Truppe die einzige in Oesterreich ist, die das Bestreben hat, ein jüdisches Theater im besten Sinne, des Wortes zn werden. Wie«. (Gen eralverfamml u n g d es Bet- Hä ml d r a s ch „T a l m u d - T o r a" II., Malzgasse 16). Dieselbe fand am 6. d. M.- statt und kam hierbei die vakante Obmanustelle nach dem unvergeßlichen Herrn isimon B u ch w a l d s. A. zur Besetzung. Herr Leopold Hirsch, wurde zum Obmann, Herr Professor M. A n t sch e r l znm Obmann- Stellverlreter wiedergewählt. Den Vorstand bilden außerdem die Herren: G. Fischer, Hornig, Löwy, Pollai, Rotier, Ruhig, W a r k a n y, W e i ß uud Z o l l s ch a n. Der Generalversammlung wohnte der Kultusvoesteher Herr Adolf S ch r a m e k bei, der mit Anerkennung von den Leistungen des Bet-Hamidrasch sprach. Herr M. L. Ko h n,' der sich im Ausschuß des Vereines durch viele Jahre um diesen besonders verdient gemacht hat. wurde einstimmig zum E h r. e n m i t g l i e d ernannt. Der Verdienstedes. unvergeßlichen-.Obui.aunes des..Herrn- Simon- Buchwald wurde nicht nur bei der Generalversammlung sondern auch bei der Gedächtnisfeier um die verstorbenen Bereinsmitglieber in der Synagogedurch Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner S ch enk in beredten Worten gedacht. Die gottesdienstliche Funktion versahen sehr würdig die Herren- Kantoren Löwy und Dukes. Zn erwähnen ist noch, daß um die Freitag-Abend-Vorträge in den Winternionaten — vom fei. Herrn Bnchwald ins Leben gerufen — die Herren Rabbiner S ch e n k uud G o l dstein mit Herrn Professor Autsch e r l sich besonderZ verdient gemacht haben. Sie erfreuten sich eines sehr regen Besuches. Wie«. Mittwoch, den 16. d. Mts. wurde unter großer Beteiligung Frau Jofesine F l e s ch geb. Neurath, Gattin des Herrn Josef F l e s ch,. zur ewigen Ruhe bestattet. Unter den Trauergästen befanden sich Abordnungen verschiedener humanitärer Vereine, Bezirksvorsteher-Stellvertreteir des IL Bezirkes Ernst Klebinder nebst mehreren Bezirksräteu rc.- Die kantorale Funktion versah in erhebender. Weise Oberkantor Morgen st e r n. Den Nachruf hielt Rabbiner F' l e s ch vom Bethanfe „Montefiore." Im Namen der zahlreichen Freunde sprach Bczirksrat Philipp Back und schilderte die Verblichene, als. eine überaus gute, vor- - nehme und wohltätige Frau, als edle aufopfernde Gattin und Mutter. Dem gebeugten Gatten wird große Teilnahme entgegengebracht. Wien. An jener historischen Stätte, an der H e r z l zum erstenmale die Fahne des Zionismus öffentlich entfaltete, veranstaltete der junge Misrachiverein hier, ,am 10. ds. sein eigentlich erstes Debnt. Lange vor' Beginn des Vortrages war der große Festsaal des Hotel Continental bis auf das letzte Fleckchen von einem distiilguirten Publikum besetzt. Nach einer kurzen Ansprache seitens des Vereinsobmannes Herrn' Isidor A u st e r l i tz, m welcher er die Anwesenden zur aktiven Mitarbeit sür unsere großen Ideale anfforderte, nahm Herr Rabbiner Dr. G r n nw a l d, lebhaft begrüßt, zu seinem „Palästinajudentuln" benannten Vortrag das Wort. . Zunächst gab der Redner einen gedrängten Ueberblick über die Entwicklung des Jndentnmes im letzten Jahrhundert bis zum Anftauchen' des praktischen Palästinagedankens, worauf, er zur Schilderung seiner' Reifeeindrücke in nnserm Palästiuaneuland „Jischuw hachodosch“ überging. In gewohnter fesselnder Darstellung entwarf der Redner ein Bild des gesund pulsierenden jüdischen Lebens in den Kolonien nnd — an Hand von Daten — der fortschreitenden materiellen nnd kulturellen Ent-^ Wicklung des Londes. Einen erhabenen Eindruck machte namentlich der Hinweis auf den mächtigen Einfluß, den das Milien und das, Leben in. Palästina auf die Hebung des ethischen, moraliichen nnd religiösen Geistes der Bewobner ausübe. welcher Gedanke in dem schönen Bilde zum Ausdrucke gebracht wurde : So wie die. Biene ans Allem, was sie aufnimmt, nur Honig erzeugt, so erzeugt Palästina aus allem, was dort intellektuell sich betätigt: Religion. Diese Jndaisiernngstendenz und Renaissance des jüdischen Geistes ist zum großen Teile der hebräischen Sprache zu danken, mit deren Einzug auch gntjüdlscher Geist wieder wachgernfen wurde. Unser Streben müsse darum dahingehen, jener Renaissance ein Zentrum, eine Stätte der Reinkultur zu schassen, um Hinweisen zu können: Sehet, so sieht das Judentum mit diesem Zentrum aus! Die Inden der Goluthländer sollen wieder von dorr, in wohltätiger Wechselwirkung, neue Inspirationen aufnehmen undder Verwirklichung znführeu. Unsere Pflicht ist es aber mich, mit größtem Nachdruck für die Pflege der Kelintnis der hebräischen.Sprache zn wirken, wozu die Schaffung von Kursen mit der bewährten Methode Iwrith be Iwrith erforderlich ist. Den mächtigen Eindruck des Vortrages bekundeten die mit. wahrem Jubel aufgenommenen Dankesworte, die Herr Rabbiner Kramer' namens der Versammlung an den Vortragenden richtete und in welchen - er sagte: Nnr wer von so großer Liebe für Judentum nnd Palästina durchdrungen ist, der vermag das Palästinajndentum so zu schildern nnst so zu sehen, wie der Vortragende dies getan. Und nur wer von der unlösbaren Einheit von Palästina und Judentum durchdrungen ist, dem ist Palästinajudentnn das Ideal, dessen Verwirklichung wir mit nnsereul besten Können anstreben müssen. Nach dem Vortrage versammelten sich eine große Anzahl der Teil-- nehmer, Damen nnd Herren, in der Restauration Pinkas zu einem gemüt---

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