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Die Wahrheit · 1913-04-18 · Heft 16 (18.4.1913) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 16 (18.4.1913)
Date
1913-04-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 16. . . . Die Waßrheit Seite 9. Nach demsechstenwäre das Wafferlein, welches das Feuevleiu : erlösche ein. Bild, der R ö rn e r> von. welchen die griechischen Reiche erobert sind. Na ch d em s i eb enten würden durch den Ochsen, der das Wässerlein ausgetrunken, die Sara een en vorgestellt, von welchen die Röm er wieder aus dem gelobten Lande verjagt worden sind. - Nach dem a ch ten'wäre der Schochet, der den Ochsen geschlachtet, G o d e s r e d vo n B n l li on, der die S a rn ce it en aus dem gelobten Lande verjagt hat- -> Nach dem neunten wären' durch den Mala ch Hammavet, durch den Engel des Todes, der den Metzger geschechtet, gemetzget, die Türken abgemahlet, von welchem wieder die Christen aus dem gelobten Lande geschlagen sind. NB. Um diese Zeit sei auch dieses Lied gemacht worden. Nach dem zehnten bedeutet der liebe Herr Gott, der den Engel des Todes geschechtet, den Herrn Messiam, der die Türken ans dem gelobten Lande hinausstosseu, dieses schöne Land den Inden wieder einränmen und sein irdisches.Reich darinnen anfrichten Wird. Der Propst von der Hardt stützt diese Erklärung ans die Prophezeiung Jeremias: Alle, die dich verzehrt, sollen verzehrt werden, und alle deine Feinde sollen in die Gefangenschaft wandern. (Jerem. 30. 16.) Christ. Andr.'Tender sagt in seinem schon öfter belobten Traktat über dieses Zicklein-Lied: „Auf der Reise kam ich vor einiger Zeit mit einem ans Polen kommenden Rabbiner auf dieses Lied und fragte ihn, was er davon hielte? Er sagte mir: Dieses Lied wollte anzeigen, daß in der Welt einer über den anderen sei und jede Kreatur ihren Meister habe. Sündige jemand, so komme ein stärkerer über ihn und läßt es ihm entgelten, Und von dieser Meinung geht Herr Tender nicht weit ab, wie er denn p. 45 schreibt: Ich glaube, daß dieses Lied ein Lob Gottes und dessen Hoheit und oberste Gewalt über alle Kreaturen vorstellen solle. Gleiche Lieder haben auch die nichtjüdischen Kinder in Zürich zu Ostern gesungen und erbrachte der Pfarrer I. C. Ulrich in seinen Sammlungen, daß schon 1401 Juden in Zürich lebten. In Zürich befindet sich im Archiv ein Gnadenbrief von Kaiser Sigmund ans dem Jahre 1425. Selbiger war ansgefertigt von Tyrna, einer kleinen Stadt in Ungarn (siehe Beilagen lit. Gr.), kraft dessen dem Bürgermeister, Rat und der Gemeinde der Stadt Zürich, auch ihren Nachkommen, die besondere Gnade mitgeteilt wird, zehn oder zwölf, auch mehrere, haushäbliche Inden mit ihren Jngeuossen und Gesinden in ihre Stadt von jedermann ungehindert anfznnehmen, zu schützen und zu schirmen. Diese Freyheit sollte dauern zwölf Jahre lang oder bis auf des Kaisers Widerruf.. Albert Löw. Uerfchiedene Nachrichten. Wien. Wie uns von wohlinformierter Seite mitgeteilt wird, ist die in den letzten Tagen vom „Neuen Wiener Tagblatt" veröffentlichte Notiz betreffs der Demiffion des Präsidenten der Wiener Knltusgemeinde Dr. Alfred Stern und des Vertreters Wilhelm Kttfftt er^unrichtig. Wien. . (Sederabende des jüdischen B e reines „E i n h e i t".) Wie alljährlich veranstaltet der jüdische Verein „E i n h e i t" auch am heurigen Paffahfefte in feiner Speisehalle, H., Malzgasse 12, für die Besucher derselben, den Seder nach althergebrachter Sitte. Entsprechend den verschiedenen Kategorien der zahlreichen Besucher dieser in Wien so beliebten jüdischen Speiseanstalt wird in der großen Speisehalle der Seder zu gleicher Zeit in sechs großen Gruppen gegeben werden u. zw.: für die Studenten, für die jüdischen Schützlinge des Pestalozzivereines und in vier gesonderten Gruppen für die übrigen Besucher der Speiseanstalt. Alle Mitglieder, Gönner und Freunde des Vereines „Einheit" sind eingeladen, Montag, den 22. und 23. d. M., abends 7 Uhr, Augenzeugen dieses echt jüdischen Familienfestes in der Speisehalle II., Malzgaffe. 12 zu sein! Wien. Die am 16. d. M. im großen Sitzungssaale der Wiener Knltusgemeinde abgehaltene Jnbiläums-Generalversammlnng der Wiener Israelitischen Allianz gestaltete sich zu einer glänzenden, überaus zahlreich besuchten Festversammlnng, an der die. hervorragendsten Repräsentanten der Wiener Judenschastnnd auswärtige Vertreter teilnahmen. Den Borsitz führte Präsident Dr. Alfred Stern, der einen überaus interessanten Rückblick ans die Zeit der Gründung und das 40 jährige. Wirken der Israelitischen Allianz warf. Ausführlichen Bericht reservieren wir uns für nächste Nummer. v 1 Wien. Mittwoch, den 16. April 7 Uhr abends fand in den Lokalitäten des Humanitätsvereines „Bnai Brith" I., lliliversitätsstraße 4 die Generalversammlung des er ein es zur unentgeltlichen B e r p f l e g n n g. B r n ft l e i d e ir d e r a u. s d e m L a u d e" unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Leopold Sachs von Sachsenhall statt. Der Bericht des Vorsitzenden, sowie das Referat des Herr» Proseffor Dr. Ludwig B r a u n über die Fürsorgestation für Brustleidende, woraus wir übrigens nächstens noch eingehender znrückkommen, wurde mit großem Interesse und vielem Beifalle entgegengenonlmen. Wien. Das Phonogrammarchiv der kaiserlichen Akademie der Wiffenschasten in Wien hat den Oberkantor der türkischen Gemeinde, Präsidenten des „Oesterr. ungac. Kantocenvereines" Herrn Jakob B a u e r in Wien eingeladen, orientalisch-sephardische Melodien, behufs Festhaltung für die Akademie ins Phonogramm zu singen. Oberkantor Bauer hat bereits dieser Einladung Folge geleistet. Wie». Samstag, den 19. April mjp xjA Uhr nachmittags, hält Se. Ehrwürden Herr Rabbiner M. M a y e r s o h u in der Synagoge des Vereines Beth Israel, H., Leopoldsgaffe 29, eine fron» Wien. Samstag, den 19. April rat?) findet im Tempel Wien, XXI., Holzmeistergasse Nr. 12 die Barmizwahseier des Confirmanden Jakob, Sohn des Herrn Rabbiner Dr. M. Rosen m a n u, statt. Wien. (Jüdischer Verein „E i n h e i t".) Am 31. März d. Jahres fand im Turnsaale der Talmud-Thorah die diesjährige Generalversammlung des jüdischen Vereines „Einheit" statt. Der Verlaus der Generalversammlung war abermals e.in Beweis für die tiefgehenden Sympathien, welche dieser so segensreich wirkende, in des Wortes edelstem Sttme humanitäre Verein sich in den weitesten Kreisen bereits erworben hat. Der Vorsitzende, Herr Bernhard H o f b a n e r, lebhaft akklamiert, begrüßte die Versammlung, insbesondere die Herren Rabbiner S ch e nt und Gold sie in, den Vertreter der Wiener israelitischen Knltnsgemeinde und der Armenanstalt Herrn Adolf Schrämet, das Vorstandsmitglied der Knltusgemeinde Herrn Dr. Heinrich Schreiber. Ferner begrüßte der Vorsitzende die Delegierten der Schiffschnl, Adaß Jsroel, des Bethausvereines „Thora Ez Chajim", des Tempelnnd Schnlvereines VI.. Stümper» gaffe und des Bethansvereines „Agndas Achim". Ferner gab der Vorsitzende seiner besonderen Freuds über das Erscheinen des Herausgebers der „Oesterreichischen Wochenschrift", Dr. I. S. Bloch, der Herren Oberkantoren M o r g e n st e r n und S ch o r r und Leopold Müller, des Fräulein Cahll in Vertretung des Herrn Heinrich Mendl, des Herrn Arnold L e m b e rg er rn Vertretung des Elternvereiues „Pestalozzi", des Herrn Ferdinand Spitz als Delegierten der Preßbnrger öffentlichen Rabbinatshochschnle und der damit verbundenen Mensa, des Herrn Bezirksrares Philipp B a k, des Armenrates Sand, des Herrn Professors A n t s ch e r l u. a. m. Ansdruck. Dem vorgelegten Jahresberichte entnehmen wir, daß der Verein, der nach wie vor unter der rituellen Aussicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners der Schiff,'chnle S. Fürst steht, auch im vergangenen Jahre sich erfreulicherweise weiterentwickell hat und den Erwartungen, die allseits au seine Tätigkeit geknüpft wurden, vollauf gerecht wurde. Die große Bedeutung dieser in ihrer Art einzigen Wiener Institution, die schon wegen ihrer großartigen modernen Einrichtung eine Sehenswürdigkeit bildet, rrat während der letzten Monate der drückenden wirtschaftlichen Krise in glänzendster Weise zutage. Hunderte von Lerne» aus dem Mittelstände suchten die Speiseanstalt des Vereines ans, in dem sicheren Bewußtsein, daß der Geist, der daselbst herrscht, vor Erniedrigungen schützt. In der Debatte geben sämtliche Redner der Anerkennung für die erfolgreiche Tätigkeit des Vorstandes nneingeschränkteil Ansdruck' und sprachen insbesondere dem Bereinsobmanu, Herrn Bernhard H o s b a u e r und dem Oekonomen des Vereines Herrn Adolf Fischer für deren unermüdliche, zielbewnßte und hingebungsvolle Tätigkeit den Dank ans. Dieser Anschauung gab der Delegierte des Kultusvorstandes, Herr Adolf Schrämet, Ausdruck, während Herr Bezirksrat Bak die Anregung gab, zur Sicherung der Mittärigkeit der Frauen an den Arbeiten des Bereines ein weite Kreise nmsassendes Franenkomitee zu schaffen. Herr Arnold L e m b e r g e r dankt dem Vorstände namens des Vereines „Pestalozzi" für das Entgegenkommen, mit welchem es die Ansspeisnug der Zöglinge in den hellen, anheimelnden Hallen der „Einheit" ermöglichte. Knltusvorsteher Dr. Schreiber gab seiner besonderen Anerkennuilg darüber Ausdruck, daß der Vorstand des Vereines „Einheit" diese Institution ans dem Nichts zu ihrer heutigen Höhe entsaltere, was sicherlich nur deshalb möglich war, weil der Bereinsvorstand in richtiger Erkenntnis der Anforderungen unserer Zeit, einerseits die Küche streng rituell führt, andererseits aber es als eine soziale Hauptpfllcht ansieht, die wirtschaftlich Schwachen in einer Weise zu stützen, die eine Demütigung durch die empfangene Wohltat ausschließt. Hieraus wurde über Antrag der Revisoren, die in ihrem Berichte die vollständige Ordnung der Bücher und Belege konstatierten, dem scheidenden Vorstande das Absolutorinm erteilt. Bei der nunmehr vorgeuommenen Wahl wurden die zur Ausscheidung gelangenden Vorstandsmitglieder Moritz Felsen bürg, Samuel Goldmann, Bernhard Hofbauer, Dr. S. Kr e » b e r g e r, Hermann Kun e r, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Wolsgang Pollaczek, Hof- und Ge-

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