Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 16 (18.4.1913)
- Date
- 1913-04-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16. . Die Wahrheit Seile 11 glichen Abendessen, in dessen Verlaufe gehaltvolle Toaste gewechselt wurden. .-Herr Dr. Grunwäld leitete von der Bezeichnung Erez Jisroels -als „Erez Lewi" in geistvoller ,Form die Folgerung ab, daß alle Schattierungen des .Judentums in gemenisämer friedlicher Tätigkeit für Palästina arbeiten müssen nnd sagte dem Misrachi seine kräftigste Unterstützung zu. St. Pölten. Samstag, den 19. April feiern Herr und Frau Rabbiner Dr. S ch ä ch t e r die Bar-Mizwah ihres einzigen Sohnes Er i ch. Znaim. (B e z a l e l aus st e l l u n g.) Im Kaisersaal des .Hotels „Drei Kronen" wurde Sonntag, den 6. d. Mts., die von der! .zionistischen Tafelrimde „Theodor Herzl" veranstaltete Ausstellüng von^ Bezalelerzengnissen durch Herrn Prokuristen Artur P a ch t e r in feierlicher Weise.eröffnet. Nachdem der Redner die erschienenen Gäste begrüßt; hatte, führte er ans: Die Tafelrunde „Theodor Herzl" hat, von dem Bestreben geleitet, den Bezalel unter der jüdischen Bevölkerung Znaims populär zu machen, die Ausstellung arrangiert; die gut gearbeiteten, geschmackvollen und preiswerten Gegenstände, die überall flotten Absatz gefunden haben, bezeugen den Wert des jüdischen Knnstgewerbes und der .Palaestineilsischen Hanslndustrie, welche einem Großteil der jüdischen Bevölkerung Jerusalems eine Existenzmöglichkeit darbot. Daß so Ersprießliches für den früher nur auf Almosen angewiesenen Arbeiter» und "Arbeiterinlienstalld geleistet werden konnte, ist ein nichr hoch genug anzuschlagender Erfolg der jüdisch-nationalen Bewegung, des Zionismus. Unter den zahlreich erschienenen Gästen konnte man den Znaimer Bürgermeister .Herrn Dr. Homma, weiters die Herren Generalmajor Theodor Hort samt Gemahlin. Se. Exzellenz Feldmarschallentnant von Jllheim. Generalauditor Swoboda, Frau Baronin Sntrner, Frau Major Olbrich, ferner Herrn Rabbiner Professor Dr. Kahan, die Herren Knltusvorsteher R. Wotzilka samt Gemahlin. Vizepräsidenten der Chewra-Kadncha Friedr. Haas, Obmann des Turnklnbs Robert Weiner samt Gemahlin, die Präsidentin des isr. Frauenvereines Frau S. Brüll n. a. m. sehen. Die Ausstellung, die unter dem Protektorate der Frau Professor Dr. Kahan stand, wurde von 'einem arbeitsfrendigen.Damenkomilne unrerstützt, bestehend ans den Damen Frau Prokurist Fini Pächter, Dr. Schechner, Direktor Tnruowsky und Fabian und der jungen Damenwelt. An der Ausstellung beteiligte sich erfreulicher Weise auch Der jüdische Verlag aus Wien. Alle Besucher sprachen sich .über die ausgestellten Erzeugnisse des „Bezalel" und der Hausindustrie .äußerst lobend aus und es wurde nicht nur nur ein znfriedenstellender 'Absatz dieser Gegenstände erzielt, sondern auch neue Freunde unter der -Gesamtbevölkerung dem Bezalel gewonnen. Die Ausstellung war durch -drei Tage geöffnet und reiht sich in würdiger Weise allen derartigen Veranstaltungen in anderen Städten an. Jägerndorf. In diesen Tagen begeht Herr Oberkantor i. P. -Samuel Grünblatt in geistiger und körperlicher Frische die Feier seines 70. Geburtstages. Der Jubilar, der sich nach 40jähriger, verdienstvoller Tätigkeit als Oberkantor dieser schlesischen Stadt in den Ruhestand .zurückzog, hat daselbst einen modernen Gottesdienst geschaffen. Bou den Irefflichen Intentionen S u l z e r s und G o l d st e i n s geleitet, deren würdiger Schüler er war, und mit einem außerordentlich schmiegsamen jympatischeu Bariton begabt, wußte er, wie kein anderer, die Feier des Gottesdienstes, den er mustergiltig ordnete, würdevoll und erhebend zu gestalten. Aber auch das weltliche Musikleben der Stadt hatte Herrn Öberkantor Grünvlatt manche wertvolle Anregung, manch schöne Aufführung. der er seine musikalische Umsicht oder seine abgerundete gesangliche Mitwirkung lieh, zu danken. Deshalb wird auch die Zahl der Freunde und Verehrer des aufrichtig geschätzten Mannes, der auch als Mensch sich die Liebe seiner Mitbürger in hohem Maße zu erringen wußte, keine geringe sein. Möge es ihm vergönnt sein» noch viele Jahre eines glücklichen Alters an der Seite seiner liebenswürdigen Gartin und im .'Kreise seiner Verehrer und Freunde zn verleben. Drohobycz. (S v e n d e n für die israelitischen ReservisteninTuzla (Bosnien) behufs ritueller Verpflegung derselben während der Osterseiertage.) Hoflieferant Herr A. H. Zupnik, Redakteur nnd Herausgeber der „Drohobyczer-Zeitung", sammelte zu obigem Zwecke, infolge Ansuchens des Herrn Dr. S. Klein, Rabbiners der israelitischen Kultusgemeinde in Tuzla, mittels seiner Zeitung den Betrag von LI 223.—, welchen er an obgenannten Rabbiner zuschickte. Da die jüdischen Reservisten in Tuzla 210 Mann zählen, wären weitere Spenden sehr erwünscht, welche direkte an Herrn Dr. S. Klein, Rabbiner in Tuzla (Bosnien) oder an Herrn Hoflieferanten A. H. Zupnik in Dro- .chobycz (Galizien) gesendet werden mögen. Die Namen der Spender werden in der „Drohobyczer-Zeitung" veröffentlicht werden. Marga. Bon Jda Börk. (Fortsetzung.) . , 14. Siebe Hedi! Das geht nun schon ganz vorzüglich. Tante ist mit mir zufrieden. Ich koche aber wirklich gar nicht schlecht, .Hedi. Ich freue mich darüber, wieder etwas etwas erlernt zn haben, dessen Kenntnis uns in allen Verhältnissen schier unentbehrlich ist. Heute vormittag hatte ich eine liebe Gehilfin. Sie heißt Lina Münz, ist 17 Jahre alt, hübsch, schlank, sehr reich mnd unglaublich einfach. Sie ist die Braut eines Seminaristen aus Berlin, wird aber erst in vier Jahren beiraterr, will sich bis dahin alles arteignen, was ein jüdisches Weib braucht, wie sie selbst schlicht sagt. Sie besuchte bereits einen Nähkurs, will sich nun der Küche widmen, später Kinderpflege lernen, in einem Kindergarten und in einem Kinderspital hospitieren. Sie spricht in der natürlichsten Weise darüber, wurde gar nicht verlegen, /als Otto sie fragte : „Wozu wollen Sie denn das alles wissen „Damit ich einst eine recht vernünftige Mutter sein kann." „Wissen Sie. denn schon, ob Sie Kinder haben werden?" „Ich hoffe es. Und wenn auch nicht, dann will ich eben anderer Leute Kinder pflegen und erziehen können." Sie gewahrte meinen erstaunten Blick und lächelte: „Was sagen Sie dazu?' Ich errötete natürlich und wußte nicht schnell eine Antwort zn geben. „Haben Sie noch niemals darüber nachgedacht? Tun Sie's doch künftig, es ist der Mühe wert." Und plötzlich ernst werdend: „Die Zukunft des religiösen Judentums hängt hauptsächlich von der Erziehung der Mädchen ab, die demnächst Mütter werden sollen. Der jüdische Geist ist ans den meisten Familien geflohen. Wir müssen seine ganze ungeheure Bedeutung kennen und schätzen lernen, müssen die Säuglinge damit tränken, die Kleiueu damit nähren, müssen wieder den alten Zauber finden, welcher der Heranwachsenden Jugend das Elternhaus unvergleichlich teuer machte, das ihm. wenn er Mann geworden war nnd in die Welt zog. in der Erinnerung als eine Stätte der Reinheit, der Liebe erschien. Söhne einer wirklich frommen, klugen, fähigen Frau werden weit seltener Abtrünnige als die, deren Vater die religiöse Erziehung überwachte, aber auch als solche, die in ihrem Vater nach dieser Richtung hin kein musterhaftes Beispiel hatten. So sagt mein Bräutigam." Ich stand und hörte ihr zn und fühlte mich fortgerisieu, sah, wie sich die Pforten einer neuen Welt öffneten, nach der ich mich sehnen könnte. Ich vergaß meine Beschäftigung und begann zn träumen. Wovon ich nur träumte, Hedi? Marga. (Fortsetzung folgt.) Austritte ans dem Judentum. Hinz Aima. Tapezierersgattin, geb. 4. Jänner 1886 in Wien. II. Bez. Springergasie 6. Pech Stefan, Bürgerschüler, geb. 5. Februar 1900 in Nyiregyhaza. Wien, XVII.. Syringgasse 17. K l e p p n e r Josefine, geb. 8. Jänner 1888 in Judenbnrg. Wien, VI., Barnabitengaffe. Merzeichtlis der Werkoröeneit vom 6. bis inklusive 12. April 1913. Samuel Burg, Kontorist, 20 I. Samuel Hornstein. Bankbeamter, 36 I. Hermine Stiaßny, Kausmannsgattin, 57 I. Bertha Benda. Neisendenswitwe, 57 I. Maximilian Hübsch, Privatbeamter, 60 I. Karl Weil. Kaufmann, 32 I. Olga Liebreich. Agentenskind, 4 Wochen. Jakob Toff. Verwalter, 50*,', I- Henriette Luschütz, Privat, 63 I. Isidor Schwarz, Buchhalter, 47 I. Jakob Popper. Realirürenbesitzer, 78 I. Jeanette Hirsch, Ob.-Jugenieurswitwe, 69 I. Anna Fischel, ohne Berns. 83 I. Gnstav Bondy, Privatbeamter, 58 I. Alfred Fröhlich von Feldau, Privatier, 57 I. Michael Schwarzmandel. Pflegling. 68^/z I. Barbara Pflanmenbaum. Private, 86 I. Adolf Hupka, Kaufmann, 67 I. Geza von Moskovitz. Gutsbesitzer, 62 I. Sofie Stiasny geb. Selrgman». Private. 64 I. Ottilie Asderball, Kaufmanusgattin. 50 I. Sigmund Feldbaner, Revident der Staarsbahn, 63 I. Bertha Woliner geb. Wittelshofer. Kaufmannswitwe, 90 I. Joiua Gronner, Hausbesitzer, 41 I. Mina Hirsch geb. Henleui, ohne Berns. 70 I. Chane Golde Weitzmann geb. Krochmal, Lehrerswitwe, 86 I. Rosalia Winrernitz geb. Rothmüller, Kürschnersgattin, 71 I. Eduard Groß, Agentenskind, 1 I. Katharina Goldgräber geb. Müller, Lehrerswitwe, 74 I. Antonie Schwarz, Private, 75 I. Katharina Schwarz. Psründnerin, 82 I. Sarah Brand geb. Kraß, Private, 76 I. Fanni Wottitz geb. Löwy, Kaufmannswitwe, 75*/» I. Max Angel, Privatbeamter, 67 I. Rita Barth. Kind, 4 I. Rebeka Pories, Branntweinschänkerswitwe, 74 I. Josef Wang. Obergymnasiast. 16 I. Erwin Reiß. Reisendenskind, 8 Tage. Rosa Donath geb. Löwy. Börsebesuchersgattin. 64 I. Else Frimian, Anstreicherskind, I. Aron Kofler, Privat, 78 I. Gisela Fromme, Lehrerin, 44 I. Roialie Widder geb. Kohn. Agentensgattin, 56 I. Anna Kallich geb. Kafka. Kaufmannswitwe, 93*/z I. Jakob Fleißig, Privat, 52 I. Charlotte Freund geb. Winterstein, Private, 79 I. Josef Wilhelm Schwarz, Kaufmann, 57 I. WW" Infolge der Peffachfeiertage erscheint die nächste Nummer erst Freitag, den 2. Mai.