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Die Wahrheit · 1913-04-18 · Heft 16 (18.4.1913) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 16 (18.4.1913)
Date
1913-04-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr 16 __ Die Wghrdett »_Sette 7. - ,iEs -eifte jeder seiner unbestoHeuen, . - - Bon Vorurteilen freien Liebe nach. Es,.strebe jeder von uns um die Wette ' Die Kraft des Steins in seinem- Ring an Tag .. Zu,legen! Komme dieser Kraft mit, Sanftmut, Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltuu, . Mit innigster Ergebeuheil in &ott: Zu Hilst!. Und wenn sich daun der Steine Kräfte ' - Bei euren Kiude-Kindeskindern äußern, ./ So^ lad' ich über tausend Jahre. , ,; , / > Sie, wiederum vor diesen Stuhl! Und daun wird ein Besserer, denn ich bin, Recht sprechen." So sprach der weise Richter. Mögedieses Wort in allen Herzen — der Juden und -der Christen,, seinen lauten, bleibenden Wiederholt finden! (Lebchafter langanbaltender Beifall.) Der Vorsitzende Dr. Werner spricht dem Redner den herzlichsten Dank, ans: ...Er hat bewiesen, daß anch er immer unter den Kämpfern gegen Intoleranz und Ungerechtigkeit zu finden sein wird. Wir -müssen ihm dafür heute in nuferer schweren Zeit ganz besonders dankbar sein. Denn nur dünn gesäet sind die Männer, die heute -ans rein idealen Gründen einen Kampf ausnehmen, der ihnen bestimmt keine materiellen Güter, vielleicht aber Unzuträglichkeiten einbringt. Die Zeiten sind ernst für die deutsche Jndenheit. Wenn es noch Leute gibt, die glauben — weil ihnen die antisemitische Fratze nicht ans jeder Straßenecke entgegengriust — der Antisemirismns fei eingeschlasen, dann kann inan ihr intellektuelles Niveau nicht zu hoch einschätzeu und nahezu von .-pathologischem Optimismus sprechen. (Sehr richtig!) Der Antisemitismus besteht noch, wie vor 25 Jahren. Nur sind die Gesichtszüge, die er heute zeigt, wesentlich unsympathischer als die des Radauantisemitisttlns. Dieser war offen und sprach frei von der Leber, wenn er auch nicht einen ästhetischen Genuß gewährt hat. Der moderne Antisemitismus aber sucht sich ein glänzendes Mäntelchen umznhängen. Wenn heute ein Kriegsminister zur Rede gestellt wird, wenn er befragt wird, warum es noch immer keine jüdischen Offiziere gibt, dann verbirgt er sich hinter eine verhandelnde Tante (Große Heiterkeit), wie der Abgeordnete Gothein im "Reichstag festgestellt hat. Oder der Kriegsminister erklärt, daß die Juden keine achtunggebietenden Persönlichkeiten wären. (Lachen.) . .. So sehen, wir, daß leider auf allen Gebieten des täglichen 'Lebens der Antisemitismus sich noch breit macht, auf wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Gebiete, bei staatlichen, wie bei -militärischen Organen. Erst neuerdings hat sich wieder der Antisemitismus bei dem Kampfe gegen die Ausländer auf den deutschen Universitäten gezeigt. Die Ausländer werden vorgeschoben, aber die Juden meint man. Das Feuer des Antisemitismus glimmt unter der Asche fort. Bei jeder Gelegenheit lodert es hell empor! Wir dürfen uns daher nicht überraschen lassen. Eine kriegslüchlige Armee muß schon zu Friedeuszeiten gerüstet sein. Gallischer Hitssvereiu. Sonntag, den 13. April d. I. fand .in den Räumen der sfraelitischen Humanitätsvereine Bstiai SB'riti), IX-, Universitätsstraße 4, die Generalversammlung des Hilfsvereines für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien statt. Den Wörlitz führte dessen Präsident, Herr Sigmund Mayer. Bevor in die Tagesordnung eingegangeu wurde, sprach Her Vorsitzende zu Ehren der im letzt abgelaufenen Jahre verstorbenen Mitglieder der Vereinsleitung, der Herren Gemeinderat Max.Frank und Theodor W a n t o ch, Worte des Dankes uud der Erinnerung, wobei sich die Anwesenden Zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen erhoben. Hierauf begrüßte er die erschienenen Vertreter der Körperschaften und Vereine und die übrigen Gäste, ferner die Mitglieder des Aufsichtsrates und Schiedsgerichtes und die Delegierten der Ortsgruppen des Hilfsvereines. f Nach Uebergang zur Tagesordnung erklärt der Sekretär, daß er es nicht für nötig halte, einen Bericht über die Tätigkeit der Vereinsleitnitg im Jahre 1912 zu erstatten, da sich der gedruckte Tätigkeitsbericht für dieses Jahr seit einigen Tagen in den Händen der Anwesenden sich befindet; dieser Bericht erstrecke sich auch Er die ersten drei Monate des ' laufenden Jahres. so daß die Herren fast über alles, was bis - znm Tage der Generalversammlung sich ereignet habe, uuter- ' richtet seien, und da auch die finanziellen Verhältnisse des Hilfsvereines sich darin ausführlich erörtert finden, werde er von einer Berichterstattung hierüber gleichfalls absehen. llebrigens sei die Bereinsleitung gerne bereit, wenn es ansdrücklich gewünscht lverde, Ergänzungen uud nähere Ausführungen über einzelne Gegenstände zu geben. Mitglied des Kultusvorstandes. Herr Dr. I. Samuely. rühmt in beredten Worten die Tätigkeit des Hilfsvereinesund der Bereinsleitung uud spricht ihr im Namen der Wiener israelitischen Kultusgemeinde den herzlichsten Dank aus. Der vom Obmanne des Aufsichtsrates, Herrn Doktor Wilhelm K n ö p f m a ch e r. erstattete Bericht über die finanzielle Gebahrnng der Bereinsleitung lvird zur Kenntnis geuomnien und sein Antrag, ihr das Absolutorium zu erteilen, einstimmig zum Beschlüsse erhoben. Bei den hierauf vorgenommeneu Wahlen, bei welchen die Herren Sigmund Frankl, Mitglied des Aufsichtsrates, uud Alfred W a i z n e r. Delegierter der Ortsgruppe Wien V„ als Skrutatoren tätig waren, wurden einstimmig gewählt, und zwar in die B er eins l eit u n g die Herren: Gustavs Brüll, Jakob H e r r m a n n, Bernhard I e r u s a l e m, Dr. Edmund K o h n, Dr. Edmund Kornfeld. Josef I. L e i n k a u f. kais. Rat Dr. Theodor Lieben. David R o t t e r, Alexander S ch o r r. Komm.-Rat Max Schweiger, Moriz S o n u e u s ch e i u, Hugo T u g e n d h a t. sämtlich in Wien, S. von H o r o w i tz' und Dr. - Simon Schaff in Lemberg, Dr. M. H a m m erschlag in Prag und Dir. Schulrat Alois S ch w a r z in Mähr.-Ostrau. Zu bemerken ist, daß die Vereiusleitung aus 42 Mitgliedern besteht imd sich alljährlich zu einem Dntteile erneuert. In den Aussichtsrat wurden gewählt die Herren: Siegfried En gl. Siegmund Frankl, Dr. Wilhelm K n övfmache r. Dr. Leopold K o h u, Ferdinand L ö w y. Wilhelm Pappenhei m mtb Richard Wiener, in das Schiedsgericht die Herren: kais. Rat Wilhelm Auninger, Michel Benies, Oberrabbiner Dr. Moriz Gndemann. Dir. Alexander Hecht, Dr. Albert K u h, kais. Rat Leopold Sachsvorr Sachsenhall, Dr. Alfred Ster n. Julius Wolf, Komm.-Rat Dir. Josef Zucker. In der nach dieser Versammlung abgehaltenen Sitzung der Bereinsleitung fand deren Konstituierung statt und es wurden gewählt die Herren: Siegmnnd M a y e r zum Obmann. Moriz S v n n e n s ch e i n zum ersten Obmanusteüvertreter. Leopold L o u r i e zum zweiten Obmannstellvertrerer. Hugo T u g e n d h a t zum Schriftführer. Dr. Edmund Kor ns e l d zum Schristführerstellvertreter. Dir. Wilhelm K u x zum Zahlmeister, Komm.-Rat S. R o s e n zweig zum Zahlmeisterstellvertreter. In den e n g e r e n An s s ch u ß wurden aus der Bereinsleitung delegiert die Herren: Moriz Sonnenschein. Leovvld L o n r i ö. Gustav B r ü ll, Karl Kl e»m p e r e r, Dr. Edmund K o h n, Dr. Edmund Ko r ns e l d. Josef I. L e i n k a u s. Joses M a u d l. Richard Petschet. kais. Rat Adolf Pick. David Rotter. Komm.- Rat S. R o s e n z iv e i g. Alexander S ch o r r, Komm.-Rctt Max Schweiger und Hugo T u g e n d h a t. Dem Tätigkeitsberichte für das Jahr 1912* entnehmen wir, daß der Hilfsverein in 25 Orten die Erzeugung von H ä k elf p itz eu eingesührt hat uud daß im letztversioffenen Jahre dahin K 157.679.74 an Nettolöhnen ausbezahlt wurden. In nernt anderen Orten wird die Spitze n k l ö p v el e r, in sieben die Weißftickerei betrieben; für Klöppelspitzen

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