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Die Wahrheit · 1913-04-04 · Heft 14 (4.4.1913) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 14 (4.4.1913)
Date
1913-04-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Serie 6 Die Wqhrheit_ ,__Nr. 14 Paß es sich picht um politische Angelegenheiten handle, das jüdische Kzesetz wache strenge darüber, daß die Landesgesetze gehalten werden. So heißt es im CH. M. § 369. 6. »Wer die Flucht ergreift, um dadurch das königliche Zoll- und Mautgeld zu ersparen, der Übertritt das Gesetz: „Du sollst nicht rauben," und zu dein § 388 2. zu Ende bemerkten Fall Kezad bemerkt Siste Kohen ausdrücklich: beinfaii oochssii loo äsrie äsvaalchrrtis. Die drakonische Strenge gegen Denunzianten, welche ihre Klaubensbruder, verleumden, ihr schweres .Geschick rioch unerträglicher machen, und die Behörden unnötiger Weise behelligen, sei stets Theorie geblieben und nie praktisch ansgefishrt worden, selbst zur Zeit als noch die jüdische Jurisdiktion vorhanden war". Hierauf wurde die Sache fallen gelassen. Da sieht man nun, welch herrliche Früchte hie mittel? alterlichen pharaonischeu Ausnahmsgesetze in vormäxzlicher Zeit gezeitigt haben. Auch in arideren Ländern hatte es in früheren Jahrhunderten an Denunzianten vom Kaliber eines Bachrach nicht gemangelt. Ich habe erst vor einigen Monaten in einem Feuilleton der „Jjid. Volksstimme" Nr. 37 v. I. Gelegenheit gefunden auf einen solchen, nämlich auf den berüchtigten Löb Kräusche in Frankfurt a. M., der im 17. Jahrhundert den Schrecken dieser Gemeinde bildete, aufmerksam zu machen. Carmoly erzählte in B. CH. folgendes diesen Unhold charakterisierendes Histörchen: »Löb Kraus oder Kräusche, der berüchtigte Angeber von Frankfurt, lebte seit 1608 unbekannt in Bonn am Rhein. Er hatte wohl seinen Wohnort, aber nicht seinen Charakter geändert, denn er plagte wie vordem seine Religionsverwandten mit Angebereien, die er im geheimen der Polizei und der Geistlichkeit hinterbrachte. Nicht zufrieden, ste also während seines ganzen Lebens zu quälen, wollte er sie auch nach seinem Tode verfolgen. Er gab sich auf dem Totenbette der Brüderschaft der Barmherzigkeit, die bei ihm versammelt war, um ihm die letzten religiösen Dienste zu erweisen, zu erkennen. »Ich bin ein großer Sünder," sagte er weinend, »ich habe tausendmal durch meine abscheulichen Angebereien den Tod verdient, meine Brüder verzeiht mir und habet Mitleid mit einem Unglücklichen! Ich bin u n b e st r a f t für alles Uebel, das ich euch und allen Israeliten zugefügt, so steinigt wenigstens meinen Sarg, ehe ihr mich ins Grab senkt, es fei einigermaßen als wenn es an mir beim Leben vollzogen worden wäre!" Man versprach es ihm und der Sterbende verschied vergnügt, ein Lächeln auf den Lippen. Nach seinem Tode tat mau ihm, was man versprochen hatte, aber kaum hatte mau einige Steine auf ihn geworfen, als mehrere Polizeidieuer heraneilten und die ganze Brüderschaft verhafteten. Der Elende hatte vor seinem Tode der Polizei angezeigt, daß die Inden, um sich an ihm zu rächen, mit dem abscheulichem Vorhaben umgingen, feine Leiche zu mißhandeln. Nur gegen eine schwere Geldstrafe erhielten sie die Freiheit." Daher war das Sprüchwort »Kräusche eine Mesira nach dem Tode" lange Zeit im Munde aller jüdischen Rheinländer. Wahrlich nicht mit Unrecht pstegte man im Ghetto von solch einem erbärmlichen Denunzianten zu behaupten, „daß er ärger als ein Meschumed sei"'; denn der Renegat zeigte sich öffentlich in seiner wahren Gestalt, die Denunzianten aber wollten zumeist noch die Nolle eines frommen Juden spielen. Die Zeiten haben sich jedoch Gott sei Dank insofern geändert, daß es keinen intelligenten aufgeklärten Menschen gibt, der nicht anonyme Schand-- uud Brandbriefe verworfener sittlich moralisch verkommener Denunzianten mit Abscheu und Entrüstung in den Papierkorb werfen würde. A. W. Denlschtm» und Indentnm. (Die Inden in der Kunst.) Da die Inden nun einmal den Süudenbock für alle Schlechtigkeiten dieser unvollkommenen Welt ab geben müssen, ist es nicht weiter verwunderlich, daß sie auch für die mancherlei Exzesse auf dem Gebiete der bildenden Künste, insbesondere der Malerei, verantwortlich gemacht werden. Zwar au einen Israels, den einer der gntiseMltischen W.ortführex in her Aussprache hex „Tägl. Rundschau" über die Jndenfrage als ein „einsgmes Wunder" an die Seite von Spinozza stellt, an einen Hans ou Marses, dem nach dem Urteil des bekannten Kunstkritikers Meyer-Graefe „nur ein Volk wie das deutsche geschaffen-" haben kann, wagen sie sich nicht recht heran. Dafür muß aber mp sff mehr die angeblich vollständig von jüdischen Einflüssen beherrschte Sezession Spießruten laufen, die die eigentliche Schuld trqgen soll an den Auswüchsen der Futuristen und Kubisten. Nun. so Weit die Flagge der Sezession wirklich minderwertige oder stark naturalistische Schöpfungen einer dekadenten Kunstrichtung gedeckt hat, ist der Widerspruch gegen diese Verirrung des Knustgeschmackes keineswegs auf die Kreise unserer antisemitischen Gralshüter und alldeutschen Beckmesser beschränkt geblieben. Es sei nur erinnert an das geflügelte Wort von dem »sensationslüsternen Geschäftsgeist", daß der fortschrittliche Bürgermeister Dr. Reicke gesprochen hat, dem dafür die „Staatsbürger- Zeitung" das etwas komprimittierliche Lob . speichele, dieser „mannhafte deutsche Standpunkt" verdiene, als ein Vorbild hjngestellt zu werden, und sei von „einer für die Zukunft Glück bringenden Bedeutung für die deutsche Kunst". Ein Blatt, das von den Antisemiten immer als Hauptorgan der „jüdischen Großmacht Presse" ,bezeichnet wird, die Wiener „Nene Freie Presse", hat erst jüngst über hie »neue Kunst", die in dem Wiener Kunstsalon Miethke ausgestellt war, das denkbar schärfste Verdanunnisnrteil ausgesprochen. Wenn manche behaupteten, iii dieser Kunst offenbare sich das Protoplasma, der Urschleim, ans dem eine neue Kunst hervorgehen werde, so sieht daß Blatt darin »vorläufig keine Kunst, sondern bloß Schleim: »Man muß warten, bis sich diese Mode überlebt hat — was in kurzer Zeit zu erwarten ist — bis sie von eurer poch unsinnigeren verdrängt sein oder bis schließlich „Vernunft nird rechter Sinn" sich durchgesetzt haben wird, was nun allerdings nicht so rasch gehen dürfte." Desgleichen hat der bekannte Kunstkritiker des genannten Wiener Blattes, Franz Servaes gegen die „aufgedonnerten, wortgeschwellten Knnsterneuerer" mannhafte Zornesworte gesprochen. Ihre Werke wirkten »wie verlegenes Gestotter". Ihre »snobistischen Tändeleien" und Sensationshaschereien seien offenbar nach dem Leitmotiv: „So scheußlich wie möglich" gearbeitet. Aber keiner von den in der Wiener Ausstellung vertretenen Pariser, Berliner oder Münchener Künstlern, wie Matisse, Kars, Vlaminck. Friesz, Tappert, Pechstein, Cäsar Klein, Erbslöh, Bato, Klossowski, Kriser. Hirschenhauser. Walde, Harta, Gottlieb, ist unseres Wissens Jude. Max Liebermaun, der langjährige Präsident der Sezession, gegen den sich in erster Linie die Angriffe der alldeutschen Monomanen richten, hat inzwischen sein Amt niedergelegt, 9lu seine Stelle war der ostpreußische Vollblutdeutsche Lovis Corinth getreten, der in der präsidialen Leitung der Sezession schwerlich andere Wege eingeschlagen Hütte als sein Vorgänger. Er hat sich inzwischen selbst mit den „Neuesten" und „Allerneuesten", die sich so „gewaltig erdrensten", programmatisch auseinandergesetzt und mit Befriedigung, konstatiert, -daß „in Deutschland heut gesündere Bestrebungen und intensivere Lebenskraft herrschen, als in dem bis dahin führenden Frankreich. Denn bei uns sind die Nachahmer dieser französischen Neuerung immerhin in kleiner Anzahl, während in Frankreich nach Abzug dieser modernsten fast nichts Qualitatives übrig bleibt". Corinth sieht infolgedessen hoffnungsfreudig in die Zukunft: „Wir können mit Sicherheit darauf rechnen, daß den Deutschen nach Ueberwindung dieser Epoche eine nationale Kunst zugeeignet sein wird, und dann werden wir die Gebenden werden, wo wir solange mit Recht die Empfangenden waren. Ich verstehe unter deutscher Kunst nicht diese Merkmale, welche gewöhnlich von Kunstliteraten als spezifisch national genannt werden, als da sind: Deutsche Gemütlichkeit. Moudscheiuandacht mit Violinspielen und Hundegebell, der krähende Hahn auf dem Misthaufen, noch meine ich, wie man oft lesen kann, daß die Maler, welche längs den Ufern des deutschen Rheins wohnen, befähigter wären, deutsch zu malen, als die, welche, anderwärts ihr Atelier anfgeschlagen haben.

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