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Die Wahrheit · 1913-02-28 · Heft 9 (28.2.1913) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 9 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit. Nr. 9.' form hätte verwandt werden müssen. Dies zeigte sich sowohl bei dem „Adaunoj s'choronu" wie auch bei dem gemütvollen „Schir hamaalaus", dessen Wiedergabe uns eine rechte Herzensfreude bereitete. Die Kenntnis der sephardischen Tempelmusik, die durch die hervorragenden Vertreter derselben, Bauer und Löwit in Wien, eine musikalische Basis erhielten, wurde uns durch ein „L'cho daudi" vermittelt. Dieser Musik, die auch eine gewisse jüdische Tradition für sich in Anspruch nimmt, könnte mau ebensogut einen Korautext unterlegen und sie in irgendeiner Moschee zur Aufführung bringen. Starke Beifallskundgebungen löste eine französische Komposition von M. Domergue aus, der der „Waheji biusoa"-Text unterlegt war. Dieses auf den Effekt berechnete Werk, dessen Wirkung durch die originelle Zusammenstellung von Orgel. Harfe und Trompete sich noch erhöht, wurde von Herrn Kantor Klein und dem Chor mit so viel dramatischer Verve gesungen, daß eine Wiederholung erfolgen mußte. „Schir hamaalaus" und „Joh ribbaun aulom", zwei Kompositionen von sattem Melodienreichtum beschlossen das Programm. Fleißig ward an dessen Ausarbeitung gearbeitet, und dem unermüdlichen Leiter Herrn Kellermaun gebührt alle Anerkennung für seine ideale Wirksamkeit. Verschiedene Nachrichten. Wie«. (BortragausjüdischerGe schichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 6. März 1913, 1j28 Uhr abends findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Bereines, L Eschenbachgasse 9, eine Vorlesung des Herrn Theodor Weiß, Mitglied des Deutschen Volkstheaters, über Jüdische Poesien statt. Eintritt frei. Wien. Wie uns mitgeteilt wird, wurde der Präses des Josesstädter Tempels, Herr Hermann Beck, znm Ehrenbürger von Humpoletz ernannt. Wie«. (Verein zur B e kle i d u n g u n d U n t e r stü tz u n g aruieralterMännerisr. Konfession. Vereinslokaal H., Ferdinand stra ße 22.) Samstag, den 1. März, nm 7 Uhr abends, findet im Sitzungssaale der isr. Kultusgemeiude, I., Seiteustettengasse 4, die ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Kassabericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Referat über die Statistik der uns zugehörigen Schützlinge. 5. Wahl von 6 Vorstandsmitgliedern mit 3 jähriger Fuuktionsdauer und 3 Revisoren mit Ijähriger Funktionsdauer. 6. Anträge und Interpellationen. Wien. Der letzte Vortrag des Heren Professor An ts ch er l über die neueste Publikation der historischen Kommission der Wiener Kultusgemeinde über Dr. Bernhard Wachsteiu's „Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien", eine epochale Arbeit, die 695 Epitaphien der Vergessenheit entrissen hat, erregte allgemeine Aufmerksamkeit und mit größter Spannung hörten die zahlreich Anwesenden' von den eminent wichtige» Entdeckungen, die unser genannter Gelehrter auf unserem alten Wiener „Guten Ort" gemacht hat. Sie leben in der Tat aus, all die zumeist schon längst Vergessenen, sie werden uns näher gerückt und dieser alte Toieugarten belebt sich für uns aufs Nene. Auf diesem Gebiete ist Wachstem bahnbrechend und mit. berechtigter Spannung sehen wir dem zweiten, ebenso voluminösen, reich illustrierten Bande entgegen, der jetzt unter der Presse ist. Die Wiener Epitaphienbearbeitung wird musterangebend für andere jüdische Großgemeinden sein und auch unsere jüdische Geschichte wird die größte Förderung durch diesen einzig in seiner Art dastahenden Corpus mscriptionum. erfahren. Schon wird der Wunsch rege nach einem handlichen Führer auf dem alten Friedhöfe, der, wie. wir hören, nach Fertigstellung der großen Monographie vom Autor sofort iu Angriff genommen werden soll. Wien. (Isr. Sy n ag o g en-V erei n „B eth Isra el".) Sonntag, den 23. Februar l. I. fand die konstituierende Vorstandssitzung dieses Vereines nach der Generalversammlung statt, und wurden in derselben per Acclamation gewählt: Herr Ignatz I o l l e s als Obmann, Herr Alexander Landau als Obmanustellvertreter, Herr David Ko lieb als Schriftführer, Herr S. Schindel als Schriftführerstellvertreter und Herr Emil Pomerauz als Kassier. Wien. (Jüdische Toynbeehalle, XX., Othmargasse 46.) Beginn der Vorträge: An Wochentagen 1J28 Uhr, Samstag, sowie au Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen, Vortrags-Programm für die Zeit vom 1. bis 7. März 1913: Samstag, den 1., Kammermustkabend. Arrangement: Konzertmeister Dr. K a p p e r l. Sonntag, den 2., „Salomon Maimon." Rabbiner Dr. Rosenmann. Montag, den 3., Deutscher Literatur-Zyklus (Fortsetzung). Dienstag, den 4., „Einige Kapitel ans der Erdgeschichte."- Professor Dr. Emerich Kohn. Mittwoch, den 5., „Die Pflege und Ernährung der Säuglinge." Dr. Karl Grüufeld. Donnerstag, den 6., „Rosenthals Judendrama Deborah". Prof. Dr. M. R o s e u f e l d. Freitag, den 7., Bibelvortrag. - Wreu. (Jüdisch-wissenschaftliche Borträgs.) Der vor einigen Wochen im Bethause „Freundschaft und Brüderlichkeit", H, Taborstraße 59 angestellte Vereiusrabbiner, Herr Emanuel Stein aus Jerusalem, hält jeden Samstag eine Droscha und allabendlich nach Mincha geistreiche und belehrende Vorträge und erfreut sich eines zahlreichen Besuches und einer dankbaren Zuhörerschaft. An Samstagen haben auch Fronen und erwachsene Mädchen zu diesen Vorträgen Zutritt. Wien. F r e i t a g-.A den d-B o r t r ä g e im B e t-H a m i d r a s ch „Talmud-Thora", IL, Malzgasse 16, auch Frauen zugänglich: Am 28. Februar: Herr Rabbiner L. G o l d st e i n. „D er große G a o u Elia von Wilna." Am 7. März: Herr Rabbiner H. Schenk: „Die Psalmen in Beziehung zu Talmud und Midrasch." Beginn jedesmal um 7 Uhr 45 abends. . Wien. (Verein der S a b b a t h-F r e uu d e, Schomre Schabbos.) Herr Dr. Esra M u n k aus Berli n, Rabbiner der von dem weltberühmten Dr. Israel Hildesheimer s. A. ins Leben ge- ' rufeneu orthodoxen Gemeinde „Adas Israel", wird Dienstag den 4. März,; 1j28 Uhr abends im großen Saal des „Hotel Central"-, II. Taborstraße 8, über das Thema „Der neuzeitliche Jude und altväterliche Sabbäth" einen Bortrag halten. .’ /' ' . Wien. (Geue r alv ersa m m lung . d es Verein es T i f e r e s B a ch u r i nt). Sonntag, den 9. Februar fand die diesjährige Generalversammlung des Vereines Tiseres Bachurim unter ganz außerordentlicher Beteiligung im Turnsaale der Talmud Th orah statt. Der Saal war bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Die. Abwesenheit Sr. Ehr- ' würden des Herrn Rabbiners F ü r st, der . erkrankt ist, wurde allgemein tief bedauert. Unter den Erschienenen bemerkte man- Herrn Rabbinatsassessor B a ü m g a r t e n und die Vereinsrabbiner der verschiedenen orthodoxen Bethausvereiue: Rabbiner N. Fri ed m ann, Rabbiner M. F l e is chm a u n, Rabbiner H. Schenk, Rabbiner G o l d st e i n, Rabbiner B e n e d i k t, Rabbiner F l es ch. Der Vorstand des Adas Jisroel war nahezu vollzählig erschienen, ebenso Vertreter der Bethausvereine Talmud-Thorä, Marpe Lanefesch, Thora-Ez-Chaim, Machasika Hadas, Einheit n. v. a. Nach Begrüßung durch den Obmann I. H. Pi n kas, hielt der Oberrabbiner Benjamin Seidl ans Galautha die Festrede. Er setzte mit wahrer Begeisterung auseinander, welche Bedeutung die Jeschiwe und deren Erhaltung für das Judentum besitzt. Die geradezu einzigen Ausführungen machten auf die mehrhundertköpfiige Zuhörerschaft einen Eindruck, der sich mit Worten nicht schildern läßt. Nachdem die Wellen der Begeisterung sich gelegt hatten, wurde der Rechenschaftsbericht erstattet. Aus demselben ist ersichtlich, daß der Verein in den letzten Jahren, seit er sich unter die Patronanz der Adas Jisroel stellte, einen raschen Auf- , schwung nahm. Er zählt jetzt 251 Mitglieder. Seine Eiunahmeu betragen ungefähr Kronen 2300.—. An zwanzig Wiener Kinder, die auswärts an einer Jeschiwa Talmudstndien betreiben, werden Stipendien von monatlich Kronen 10.— bis Kronen 20.— ausbezahlt. In Vertretung der Adas Jisroel brachte Dr. Reiniger dem Verein Grüße und den Dank für die Tätigkeit, die eine Ergänzung des Wirkungskreises der Adas Jisroel sei. Der Bericht wurde einstimmig genehmigt. Nach der Generalversammlung fanden sich die Freunde des Vereines im Hotel Newyork zu einem fröhlichen Mahle zusammen. Bei demselben wurden von den anwesenden Rabbinern, Oberrabbiner Seidl, Rabbiner Flesch, Schenk, Benedikt. Goldstein, Herren Salomon Schreiber, Wolf Pappenheim, Prof. Antscherl, Moritz Felsenburg, die Gäste — mehr als 200 — durch Diwre Tauroh erfreut. Eine würdige Ergänzung und Vervollkommnung des Glanzes dieses Festes war . der entzückende Vortrag einiger Gesangsstücke durch Oberkantor Müller. Herzlicher Dank gebührt dem Jungherrenkomitee, das dieses Bankett, arrangierte und an dessen Spitze Herr I. Brody stand. Es war ein herrlicher Abend, eine wahrhafte Simcho schel mizwah, die allen in Erinnerung bleiben wird. Wie«. (Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibende r). Am 20. Februar fand die Generalversammlung dieses seit nunmehr 24 Jahren in segensreichster Weise für die armen israelitischen Handwerker und Kleingewerbe- ' treibenden tätigen Vereines in den Räumen der Bue Brith-Vereinigung unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Bsla Taussig bei zahlreicher Beteiligung der Mitglieder statt. Der Präsident begrüßte'die erschienenen Ehrengäste, die Vertreter der. beiden Wienep Bue Brith-Vereinigungen, Dr. Rudolf Fürth und kaiserl. Rat Dr. Ascher, den Präsidenten des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Kommerzialrat Wiener, die beiden um den Verein sehr verdienten Damen, Frau Baurat Julie S ti aßny und Frau Charlotte J o l l e s, ferner Dr. Bloch als Vertreter der Presse und gab deur Bedauern Ausdruck, daß der Delegierte der israelitischen Kultusgemeiude, Kommerzialrat.S i m o n, durch Krankheit der Tagung serubleibeu müsse. Aus dem voin Schriftführer Herrn Richard Petschek verlesenen Bericht entnehmen wir, daß der Verein auch Heuer seiner Aufgabe^ Darlehen zur Beschaffung von Arbeitsmaschinen und dergleichen für arme handwerksbeflissene Glaubensgenossen zu erteilen nachgekommeu ist und an 91 würdige Bewerber Darlehen von Kronen 40.— bis Kronen 400.— im Gesamtbeträge von Kronen 13.210.— erteilt hat, wodurch^ die Not von den verschiedensten Berufszweigen angehörigen Jsraelitni gesteuert werden konnte. Der Verein hat seit seinem Bestände Darlehen im Betrage von Kronen 132.910.— bewilligt, auf die Kronen 78.162.— rückgezahlt wurden. Das Stammkapital des Vereines im Betrage von Kronen 23.500.— erfuhr gegen das Vorjahr keine Veränderung; dagegen erreichte der Baurat Stiaßnh-Fond den Betrag von nominale Kronen 8400.— in Wertpapieren (1911 Kronen 7810.—) iliid Kronen 79.— in einem Einlagebnche. Herr Rudolf K o h n dankte unter dem lebhaften Beifall der Versammlung dem Vorstand für seine Gestion, die er im Geiste des Begründers des Vereines, weil. Banrat Stiaßny, weiterführe, worauf der Präsident, Herr Dr. Bsla Taussig, etwa wie folgt er- - wiederte: „Das Prinzip der Auslese, das der Gärtner und der Weidmann iu seinem Bereiche zur Geltung bringt, ist gegenüber Wirtschaftssubjekten nicht am Platze, weil Menschen, denen keine Mittel zur Verfügung stehen, deshalb nicht schon die weniger wertvollen und erhaltungswürdigen sind. Der Verein erblicke seine Aufgabe darin, eben diese Elemente zu kräftigen und ihnen den Kampf nm das Dasein zu ermöglichen; daß ihm dieses glücke, geht am ' besten aus der großen Zahl der Rückzahlungen hervor, die fast zwei Drittel der vorgestreckten Beträge erreichen. Der Verein, der-vor zwei Jahren eine Reorganisation dnrchgemacht und dem es gelungen ist, unter die Patronanz der Bue Brith-Vereinigungen zu kommen, verfügt nun über verstärkte Mittel und über'Männer im Vorstände, die ihre Kräfte und Erfahrungen dem Vereiuszwecke jederzeit selbstlos zur Verfügung stellen.. Wie«'. („Z n k u ii f t" B e rein zur F ö r d e rung s ch u lentw a ch s e u e r v e r l as s e n e r K i nde r.) Donnerstag, den 6. d. M. fand im Cafs Prückl die diesjährige Generalversammlung des Vereines zur Be-

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