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Die Wahrheit · 1913-02-28 · Heft 9 (28.2.1913) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 9 (28.2.1913)
Date
1913-02-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit- Nr. 9- Bou Frau Sophie von Borken a u den , Erlös für die " 'WeitervernüeLllng ihres Teuchelfitzes für den ' - ' Berem für Brustleidende auf dem Lande . . X 50 — „ Herrn Heinrich L e w e für Spitalszwecke . . . . . . . „ 6.26 . S p e u d e n i ui G e m e i n d e b e rh a n s e L e o p o l d st a d t : Moriz Oesterreicher K 201—, Jacques Mayer. L 50.—, Jaköb Brück L 10.—, Isidor Rechiutz il 20.—. Theodor Pörges E10.—, Jakob Schweb E 10.—, Josef Saphir E 50.—, David Pollitzer E 50.—, Alfred Kisch 10.—. Davrd Schwarz K 30.—, Albert Körner E 10.—; von 11 Personen zusammen E 270.—.;, Symp athie tung ebu u g für Vertreter Doktor Maximilian Steine r. - Vor Eingang in die Tagesordnung erwähnt Herr Vertreter Dr. Leopold Kohn des Unfalles, den das hochverdiente Mitglied des Kultusvorstandes, Herr Dr. Maximilian Steiner, erlitten hat und beantragt, es möge der Vorstand aus diesem Anlasse seiner Teilnahme Ausdruckgeben und im Wege des Präsidiums Herrn Dr. Steiner die besten Wünsche des Vorstandes für seine vollständige, baldige Genesung zu übermitteln. Diesem Anträge wird. einmütig zu'gestimmt.j Ehrung des ersten Sekretärs Dr. Theodor Lieben. Der Vorsitzende, Präsident Dr. Alfred Stern, hält nachfolgende Ansprache: „Wir haben heute ein höchst seltenes Ereignis zu.feiern, gilt es doch, ein Doppeljubilänm zu begehen. Unser erster' Sekretär, kais. Rat Dr. Theodor Lieben. wird demnächst feinen 70. Geburtstag feiern und hat bereits sein 40. Dienstjahr überschritren. Zwischen diesen beiden Zeitabschnitten befinden wir uns heute und ich nehme gerne den Anlaß wahr, ihm unsere aufrichtigsten, herzlichsten, innigsten, allerwärmsten' — ich bitte, sich noch ein paar Epitheta zuzudenken — Glückwünsche ausznsprechen. Was Dr. Lieben dem Vorstande ist, können in vollem Maße nur diejenigen beurteilen, die schon so lange Zeit dem Vorstande angehören, wie es bei mir und meinem Nachbar zur Rechten, ersten Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn, der Fall ist. Ich kann sagen, zur Zeit, als wir in den Vorstand gewählt wurden, gab es keine entsprechende Registratur, kein Archiv — Dr. Lieben war die lebende Registratur, das lebende Archiv. Wir waren bei allen Angelegenheiten auf seine Lnformationenangewiesen, nur ponihm konnten wirerfahren, was sich in der Vergangenheit Zugetragen, in welcher Weise gewisse Angelegenheiten behandelt und erledigt worden sind. Seme Informationen waren unschätzbar, fast möchte ich sagen, wir hätten das Haus zusperren können, wenn Herr Dr. Lieben nicht bei uns gewesen wäre. Das war seine Bedeutung für die Vergangenheit, aber auch für die Jetztzeit ist er die Seele unserer Verwaltung, unseres Beamtenkörpers, und wenn wir heute, ich kann es ruhig sagen, einen so musterhaften Beamtenkörper haben, wie ihn kaum eine der autonomen Körperschaften besitzt, wenn wir eine solch große Anzahl braver, tüchtiger, integerer und aufopfernder Beamter haben, so danken wir dies dem Beiwiele, das der Chef dieses Beamtenkörpers, Doktor L-iebeu, gegeben hat und gibt. Dr. Lieben vertritt die Gemeinde auch nach außen hin bei Gericht, bei Behörden. Statthalterei und den Ministerien in würdiger Weise und es ist deshalb kein Wunder, wenn er überall das größte Entgegenkommen findet. Wir können uns gratulieren, Dr. Lieben seinerzeit für unsere Administration gewonnen zu haben und ihn bisher zu besitzen. Wir wünschen, daß er noch recht viele Jahre seines Amtes walten möge. Wir gratulieren ihm aufs allerherzlichste, wünschen ihm' ein langes, glückliches Leben und eine recht lange'Amtstätigkeit in unserer Mitte. . Von der Anerkennung, welche der Vorstand dem ersten Sekretär aus Anlaß seines Doppeljubiläums votiert hat, habe ich Herrn Dr. Lieben mit Ueberschreitnng des Amtsgeheimnisses bereits früher in Kenntnis gesetzt." Erster Sekretär Dr.Lieben dankt in bewegten Worten für die ihm zuteil gewordene, besondere Ehruug seitens des Vorstandes, sowie für die. durch den Präsidenten in so wohlwollender Weise zum Ausdrucke gebrachte. Anerkennung' seiner Tätigkeit im^Dienste der Gemeinde. - - S p i t a l säug e leg e nhe i t ein- . ' 1. Heber Antrag des Vertreterkollegiulüs wird besch löffeln den Assistenzärzten des Spitalesnach. ZUrückgestgMdreijährrger zufriedenstellender Täligkeit im Spitäle feilte Gehaltszulage von. K 400 per Jahr zu gewähren. ' " 2. Auf Grund von Vorschlägen der Spitalskommissou werden, mit Rücksicht der allgemeinen Teuerungsberhältnisse die- Löhne des Dienst- und Wartepers onäles reguliert. Das Ges amterfordernis der Lohnerhöhungen des derzeit im Dienste befindlichen Personales beträgt per Jahr zirka X 2800.— Subv enti o neu werden an nachstehende Vereine und Institutionen.bewilligt r Bethausverein „ Machsike Thora", Bethausverein „Beth Hachtneseth", Bethansverein „Gemilas Chesed". Bethausverein „Schomer Israel", Bethausverein „Achdus Israel". Tempel- .verein für die Bezirke Wieden und Margarethen (Bansubveütion für die Bibel- und Leseschule des Vereines), der Privatschüle fürden israel. Religionsunterricht des Vereines „Adaß Jsroel".. „Tiferes Büch'urim", ..Tefilath Jeschurun", Elternverein „Pestalozzi",. Jüdischere Turnverein Favoriten, Jüdischer Turnverein in Fünfhaus. Jüdischer Turnverein „Massada", Zionistischer Verein ..Nenre Jehuda", Wiener zionistische Vereinigung, zum Zwecke der Abhaltung jüdischer Geschichtskurse. Verein jüdischer Exportakademiker, Mensa Academica Judäiccn ..Tefflath Haneorim", den Wiener jüdischen Studentenvereinen, dem Brigittenauer Frauen - Wohltätigkeitsverein, und „Die Brüder". Wiener Unterstützungsverein für aus der Haft Entlassene und Familien vom Verhafteten. „Leopoldineum", Humanitärer Verein „Treubnnd", „Philanlropia", „Greisenschutz", Kaiser Franz Josef-Ambulatorium, Lupusheilstätte. Nach Erledigung einer Reihe von Stiftungs-, Steuer- und Personälaugelegenheiten wird die Sitzung um 9 Uhr abends geschloffen. Konstituierung einer setöstiindigen Kultusgemeinde in Südtirol. Meran,'den 23. Februar 1913. Vor einiger Zeit hat sich hier ein aus der Mitte einer öffentlichen. Versanunlung gewähltes vorbereitendes Komitee konstituiert, um endlich die Kultusverhältnisse einer Ordnung auf legaler Basis zuzuführen. Obgleich die zu der genannten Versammlung wie alle anderen Steuerträger ebenfalls eingeladenen Repräsentanten der „Königswarterstiftung" ihr fern geblieben waren, wurden die Herren Dr. K o res und Dr. S ch n ü rd r e h e r in. das Komitee gewählt. Die Herren wiesen die Wahl zurück, und alle weiterhin unternommenen Versuche, mit den derzeitigen Machthabern auf ftiedlichem Wege eine, auch die überwiegende Majorität der hiesigen Juden befriedigende Regelung des Kultus auf rechtlicher Grundlage herbeizuführen, blieben erfolglos. Eine kurze Schilderung, wie sich die derzeit in Meran bestehenden Verhältniffe entwickeln konnten, möge eine breitere Oeffentlichkeit über den traurigen Kampf orientieren, der durch das Verhalten des Kuratoriums der „Königswarterstiftung" den außerhalb desselben stehenden Glaubensgenossen um ihr gutes Recht aufgedrungen wurde. Bisher wurde der Kultus von Seite des Kuratoriums als eine Privatangelegenheit behandelt und nach dessen Gutdünken mit Ausschluß der Israeliten Merans geleitet. Die. im Jahre 1872 durch die Jnitiative des Jsaac und der Lisette Königswarter aus Frankfurt a. M. entstandene Stiftung hatte ursprünglich ihrer Widmungsurkunde gemäß die Besttmmung, in Meran einen Friedhof für Israeliten zü schaffen und den Ueberschuß der für die Gräber gespendeten Liebesgaben zur Unterstützung armer mittelloser Israeliten zu verwenden. An der Spitze dieser Stiftung steht ein 5gliedriges Kuratorium,..welches s i ch s e l b st wählt und ergänz t urid dessen Mitglieder gewissermaßen a u f L e b e n s z e i t ihres Amtes walten. Diese Körperschaft, welche in keiner Verbindung mit den. übrigen Israeliten steht, welch letztere auch auf dessen Zusammensetzung keinerlei Einfluß zu üben in der Lage sind, Hat im Laufe der Zeit die unumschränkte Führung und Verwaltung des gesamten Kultus usurpiert und gilt gewissermaßen durch Gewohnheitsrecht auch nach außen hin als die. gesetzliche Vertretung der Juden. So hat das Kuratorium bereits wiederholt im Geheimen und ohne sich um Ansicht, und Wünsche der Meraner Judenschäft zü bMmmern, Anfragen der Behörde, wie-sich jene zm Schaffung einer Kultusgemeinde stelle, unter sich entschieden. So leitek es auf Grund sich selbst angemaßter Machtbefugnisse den gesamten Müls, übt ohne Konttolle Wohltättgkeit mit ftemden Geldern usw. )

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