Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 8 (21.2.1913)
- Date
- 1913-02-21
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 8. hat uns heute hier zusammeugeführt. Herr Selig Weiniuger, unser verdienstvoller zweiter Obmaunstellvertreter, ist uns leider durch den Tod entrissen worden. Der Dahingeschiedene. der unserem Vereine jahrelange ein rreues Mitglied war, har sich durch sein ausgezeichnetes Verhalten gegenüber unserem Vereine sowie durch seine vorzüglichen persönlichen Eigenschaften unsere höchste Achtung und Wertschätzung erworben. Das Vertrauen, das wir dem Manne, der nicht nach Ehrenstellen strebte, entgegenbrachten, hat seinen schönsten Ausdruck in seiner vor Jahressrist erfolgten . Wahl zum zweiten Obmaunstellvertreler gefunden. Was er dem Vereine in dieser Eigenschaft geleistet, mit welcher seltenen.Hiugabe und Uneigennützigkeit er sich den Aufgaben des Vereines gewidmet hat. Ihnen das hierzu schildern, bitte ich mir zu erlaffen, Sie wiffen es ja selbst, Sie haben es während der ganzen Dauer seiner Tätigkeit genügend zu beobachten Gelegenheit gehabt. Wir haben daher allen Grund, den leider so frühzeitig erfolgten Heimgang dieses ausgezeichneten Mannes tief zu beklagen. Sein Audeukeu sei gesegnet. Die Versammlung, welche diese Trauerkundgebnug stehend angehört har, beschließt die Einverleibung derselben in das Protokoll der heurigen Sitzung und gleichzeitig die Veranstaltung eines Hesped für den Verewigten, welches Sonntag, den 23. d. M..um halb 5 Uhr nachmittags, iur Bereiushauie, EL, Malzgaffe la, unter freundlicher Mitwirkung der Herren Rabbiner M. L. G o l d st e i n und Oberkantor Mayer Scharr abgehalten wird. Wreu. (Wohltätigkeits-Konzert.) Unter der Leitung des renommierten Musiklehrers, Herrn Heinrich Antscherl und unter Mitwirkung namhafter Kunstkräsre studer am 2. März d. I., 7 Uhr abends, im Festsaale der Schule. EL, Malzgaffe 16, ein Wohlrätigkeitskongert statt. Der Gesamtertrag stießt dem Fonde zur Ansspeisung hungernder Schulkinder zu. Karten a K 2.—, 3v 1.50 und 3£ 1.— sind in der Direktionskanzlei der oben genaunten Schule erhältlich. Wien. Anmeldungen für das „Ferienheim" und für das „Seehospiz" sindeu vom 23. Februar ab, au jedem Montag, Dienstag und Mittwoch von 4—6 Uhr nachmittags statt. Hiezu haben sich Vater, Mutter oder Vormund des anznmcldenden Kindes mit dem Kinde und möglichst unter Mitbrmgung eines Armutszeugnisses, im Vereinsbureau IX., Türkeustraße 17, eiuzufiuden. Urrg.-Wrod (Mähren.) Der Gesangverein „H azo m ir" in Ung.- Brod veranstaltete am 9. Februar l. I. in den Lokalitäten des Kasinovereines seinen ersten Unterhaltungsabend, der einen in jeder Beziehung glänzenden Verlauf nahm. Die Einleitung des Abends erfolgte durch einen vom -Vereinsmitglrede Herrn Fritz B ramm er verfaßten und vorgetragenen Prolog, worauf zwei gelungene Einakter folgten, durchwegs von Mitgliedern des Vereines in wirkungsvollster Weise dargestellt. Um die Regie des Theaters machte sich Mitglied Herr Dr. M. Weil, der seine Rolle besonders treffend darstellte, in liebenswürdiger Weise verdient. Hierauf folgten in angenehmer Abwechslung gemischte Chöre. Besonders schön repräsentierte sich Tr. Ant. DvorLks „Wiegenlied", R. Schuhmanns „Schön Rothtraut" und derI„Abendchor" aus Konr. Kreutzers Oper „Das Nachtlager von Granada"; dann keinen Sologesänge und Duette von Mendelssohn u. a., welche von dem unermüdlichen Chormeister, Herrn Oberkantor M. K ö r n e r, einstudiert und unter seiner persönlichen und tüchtigen Leitung überaus schön vorgetragen wurden. Die Lokalitäten waren bis auf das letzte Plätzchen gefüllt und vereinigten sämtliche Schichten der hiesigen jüdischen Bevölkerung, die die Darbietungen mit lobender Anerkennung begleiteten. Der Verein, der vor zirka neun Monateu ms Leben gerufen wurde und deffen Gründung der beharrlichen Tätigkeit seines wackeren Obmaunstellvertreters, Herrn Leopold Schindler zu danken ist, hat sich zur Aufgabe gestellt, iu der Ung.-Broder Judenschaft, speziell aber in der jüdischen Jugend, das Jntereffe für Gesang und Musik zu wecken und zu pflegen und gleichzeitig die Geselligkeit in der Ung.-Broder Jndengememde zu fördern. Dieses Ziel, dem besonders Genannter mit unermüdlichem Eifer und unermüdlicher Ausdauer iu nahezu aufreibender Tätigkeit entgegenstrebe und zu deffen Erreichen jener durch kraftvollste Mitwirkung iu-hohem Maße beitrug, ist nunmehr in zufriedenstellendster Weise erreicht. Um das Gelingen des Abends machten sich ferner sämtliche Mitglieder sehr verdient. Köln. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereines für die jüdischen Jntereffen Rheinlands, stand unter dem Zeichen der „Richtlinien" und harte Herr Dlstriktsrabbiuer Dr. K o h u -Ausbach das Referat übernommen. Er charakterisierte die Ideen der Richtlinien als eine Beugung aller Grundwahrheiten des Judentums. In dieser Generalversammlung wurde von Herrn Rabbiner Dr. Wolf -Köln folgende Resolution vorgeschlagen und einstimmig angenommen: „Die heute in Köln tagende, zahlreich besuchte Versammlung des Vereines für die jüdischen Jntereffen Nheinlands (E. V.) erklärt: Die von der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland angenommenen Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum basieren aus prinzipieller Beugung des göttlichen Ursprunges der jüdischen Lehre und der für alle Zeiten gültigen Verbindlichkeit des jüdischen Religiousgesetzes. Durch diese Verneinung der wichtigsten Grundlagen der jüdischen Religion charakterisieren sich die Richtlinien als völlig unvereinbar mit dem überlieferten Judentum und zerstören damit seine, seit Jahrtausenden bestehende Einheit. Die Anwendung der in den Richtlinien enthaltenen Thesen in der Praxis würde mit Sicherheit sämtliche jüdischen Gemeinden auf unabsehbare Zeiten in die heftigsten Kämpfe verwickeln, und einen Bruderkrieg entseffeln, der der deutschen Judenheil die ohnehin von schweren inneren und äußeren Gefahren bedrängt ist, zum Verhängnis werdeu müffe. Angesichts dieser schicksalsschweren Folge spricht die Versammlung die bestimmte Erwartung aus, daß alle, denen die Zukunft des Judentums am Herzen liegt, sich zu einer umfaffenden Abwehr gegenüber diesem offenkundigen Abfall vom Judentrrm vereinigen werden." In Rheinland-Westfalen, woselbst erst in den letzten, Jahrzehnteir'- das gesetzestreue Judentum sich entwickelt (in Westfalen war es mit dent- Judentnme npch-vor einigen Jahren so' schlecht bestellt, daß ein Witzbolds der von Berlin nach Westfalen kam, sagte, hier müßte man pM pin ausrufen, weil dort die Tauroh zu Ende ist!), hat sich ein Komitee „zur Abwehr der liberalen Richtlinien" gebildet. London. Dr. Hertz, der früher in Südafrika tätig war und gegenwärtig in Amerika amtiert, ist zum Chesrabbuier von England gewählt worden. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegler. „Hotel Stefanie",: II.. Taborstraße 12. Freitag, den 21., Samstag, den 22. und Sonntag, den 23. Februar 1913 „Judith u n d H o l o f e r n." Operette in vier Aufzügen von Goldfaden. Sonnrag, den 23. Februar, halb 4 Uhr nachmittags „Der Philosoph im Irr enh a us." Lebensbild' in vier' Aufzügen von Horowitz. Montag, den 24. Februar „D i e weiße S k l a v i n." Drama in vier Aufzügen von Solotarewsky. Dienstag, den 25. Februar Großer Lachabeud des Komikers Max S r r e it g. „S ch i r Haschirim", Operette in vier Aufzügen von M. Scharr. Mittwoch, den 26. Februar „I o s e f i n A e g h p t e n." Operette iu vier Aufzügen vorr G. Flnkelstein.. Donnerstag, den 27. Februar „D i e jüdische Neschnme." Lebensbild in vier Aufzügen von I. Gordin. K. k. priv. Oesterreichische Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe. D i e s i e b e n n u d f ü n f z i g st e ordentliche Generalv e r s a m m l u n g der Aktionäre der k. k. priv. Oesterreichlschen Credit- Anstalt für Handel und Gewerbe findet Freitag, den 4. April d. I., abends halb 6 Uhr, im großen Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekren-Vereines (I., Eschenbachgasse Nr. 9) statt. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. Jahresbericht des Verwaltuugsrates. 2. Bericht des Revisions- . ausschnsses über den Rechnungsabschluß des Jahres-1912 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reiiierträgnisses des Jahres 1912. 4. Beschlußfassung über die Wahlen in dem Verwaltungsrat. 5. Wahl des Revisionsausschusses für das Jahr 1913. Die stimmberechtigten Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmeu wünschen, werden hiemit eingeladen, ihre Aktien samt Coupons oder die deren Stelle vertretenden Depotscheine der Anstalt spätestens onv 7. März d. I., als dem statutenmäßigen Endtermine zu deponieren, und^ zwar: in Wien bei der Lignidatur der Anstalt (L, Am Hof 6) an Wocheutagen von 9—12 Uhr; in Bozen, Bregenz, Brünn, Feldkirch, Gablonz, Görz, Innsbruck, Karlsbad, Klagenfurt, Laibach, Lemberg, Mähr.-Ostran, Olmütz, Pola, Prag, Reicheuberg, Teplitz, Triest, Troppau und Warnsdorf' bei den Filialen der Anstalt; in Budapest bei der Ungarischen Allgemeinen Creditbank; in Berlin bei der Direktion der Disconto-Gesellschast oder bei der Bank für Handel und Industrie oder bei S. Bleichröder oder bei Mendelssohn L Co.; in Breslau bei dem Schlesischen Bankverein oder bei E. Heimann; in Dresden bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt,- Abteilung Dresden; in Frankfurt a. M. bei der Direktion der Disconto- Gesellschaft oder bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie; in Hamburg bei der Norddeutschen Bank in Hamburg oder bei L. Behrens & Söhne oder bei M. M. Marburg & Co.; in Köln bei Sal. Oppenheim jun. & Co.; in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt oder bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie; in München bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank oder bei der Filiale der' Bank für Handel und Industrie oder bei Merck, Fink & Co.; in Paris bei De KothscMld Freres. Wien, am 18. Februar 1913. K. k. priv. Oesterreichische Credit-Anstalt für Handel , und Gewerbe. Austritte ans dem Judentum. Prohaska Franziska Marie, geb. 13. März 1880 in Wien. XVIII., Hildebraudgasse 8. S ch l e s i n g e r Richard, Bankbeamter, geb. 28. Oktober 1877 in Wien. 1., Schortenring 22. Laug Sncha, Spenglergehilfe, geb. 14. November in der Bukowina. Wien, VH.. Burg gaffe 126. Ko l lis Gisela. Kindergärtnerin, geb. 18. Juli in Nikotsbnrg. Wien, II., Abbsstraße 12. Schwarz Emil Dr., geb. 23. September 1881 in Wien. II., Praterstraße 32. Tanszig Marie, geb. 21. Jänner 1880 in Wien. Wolfganggasse 28. Grünwald Josef. Goldarbeiter, geb. 28. Mai 1874 in Wien. I., Nlbelungengasse 8. Neumann Violetta, geb. 20. Mai 1893 in Esseg. Wien. XIII., Fenzlgasse 49. Spielmann Eugenie, Schneiderin, geb. 6. Juni 1882 in Wien. II., Ärnetzhofergaffe 7. Fischer Otto, Kaufmann, geb. 3. Oktober 1878 im Bzi Beneschau. Wien, 11., Aspernbrückengasse 4—6. P i ck Hans, Universitätshörer, geb. 17. April 1889 in Böhmen. Wien, VII., Kaiserstraße 51—53. Fischhof Rosa geb. Ern st, Kommerzialratswitwe, geb. 20. August 166A in Mähren. Wien, VIII., Langegasse 74. Berger Klara, Schriftstellerin, geb. 23. Februar 1869 in Wien. VIII., Josesstädterstraße 34.