Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 7 (14.2.1913)
- Date
- 1913-02-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Hochmut in Angst und Schreck sich zur Flucht bereiten, LrsMet --GrHarmen .chfdMiedLitzeWö dMGeMgM^^e W^flMMstmuieÜ,^ J LegrabÄndbie'Toten/ damit' das Landreinwerde 'und' betten'Die! i.GereHligreit'des Himmelsk'- - sd ^iSodMN erstaiManAjÄerWMe, iü^ jedevHieWimg, Dos iHMtz Wvhnteit,- ein:Kreis Won» MansMt,iM--'M^MOPeillEem - MblffWdselhstlos-^widmMtl, 'für- ArMe, ^Kranke' M-d^ M'Hekte^. .LMit-zü Me!^ozu!wüchewÜM r M' sövgeM'Dei/-Kreis - MHs! WM HejügemMerMe- MMeM^Wyl Mr-sede EhWra/üvenN Dsl draußenstürmte, einiZüskuchtsvrt für-leicht Verlorene Menschen. Und unsere Chewra ist vor allem prächtig, sie ragt hinaus, weit über viele Landen Gepriesen sei, der sie so wachsen ließ, gepriesen alle Männer, die sie stützen, Dank ihm, der in die Brust die Stammesliebe uns gepflanzt, die uns nicht sinken ließ in jener Zeit, wo schirmlos jedes Haupt, schwer angefochten, nicht denken und nicht forschen durfte. Die rauhe Hand, das harte Los, das bittere Brod hat jede Lebensfreudigkeil zermürbt, was Wunder, daß uns, oft 1111- . widersteylich, ein süßes Muß zum Ucheerd lockte, ins Märchenreich, ins längst verlorene, hinab zn tauchen. O Zion, teures, altes Heim, sie nennen düster dich, uns warst du hell! Noch wirkt dein Zauber mächtig auf uns ein, du stehst vor uns in königlicher Pracht, daß Haupt und Nacken stolzer wir erheben und Würde unsere Stirne deckt und in der Lichtspur der Propheten klingt manchmal geisterhaft auf der alte Ahnensegen, der Israel zum Priestervolke weihte! So war es vor dem im holden Kindesalter unseres Volkes, wo uns noch alle Blütentränme reiften, heute, stehen wir in herber Manneszucht, nach seligem Zeitraum ein unerbittlich Schicksal, nach Wiegenliedern ein schwerer Daseinskampf. Der ernsten Zeit gebührt ein ernstes Wort! , ,Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, Zusammenstehen in Not und in Gefahr'. Auch das war ein' bedrohtes Hirtenvolk, das sich mit diesem Schwure eidlich band, so Recht wie Einigkeit zu retten. Ein einig Volk steht in des Schicksals Gunst, ein einig Volk erhebt sich noch vom Boden, die Einigkeit hat uns emporgehalten zur Zeit der Völkerwnt, der Völkerwirrung, wir hielten Stand bei dieser blutigen Jagd. Der rote Schreck ist besserer Einsicht wohl gewichen, in Kopf und Herz ist es heller und sklavisch folgt nicht mehr der geknechtete Mann, als dumpfer Scherge,, als stumpfer Wüterich, wenngleich noch im Norden die eisige Faust wehrlose Brüder zu Tode martert! Auch dort wird das Licht die Nacht verjagen, wir wissen es alle. Auf blutiger Welle kommt stets die Erlösung und jedes: Märtyrergrab ist eine Schwelle der Zukunft und der besseren Zeit. And schon sind Tausende bedacht, bemüht, den neuen Auszug aus Aegypten anzubahuen, ein Land zu suchen, wohin Tyrannenmacht nicht reicht, wo ans gebrochenen Menschenkindern ein aufragend Geschlecht erblühen soll zu schönerem Lose. Nun hat auch Ungarn sein lautes Wort gesprochen und wunderbar hat unsere Jto sich in wenigen Monaten zum mächtigen Zweige des großen Jtostammes ausgewachsen. Es kann der Freie die eigene Freiheit nicht genießen, wenn seinen Bruder er. geknebelt weiß. Gott lohne dir, du warmblütiges Volk, den Edelsinn, der gerne für andere sorgt. Nur eines mag der Himmel von uns wenden, was schwerer trifft, als selbst der grimmigste Feind: Zwietracht nttb Spaltung im eigenen Lager! Wer dies hieraufbeschwört, der trifft uns schwer! Das soll nicht sein, das darf nicht sein, unlöslich sind auf ewig wir verbunden, ein Gott, ein Volk, ein Glauben und «in Stamm. Beten wir nicht alle in derselben Sprache, feiern wir nicht die gleichen Feste? Sind es nicht dieselben Psalmen, die wir singen, dieselben Klagen ob Jerusalems Falle? Ist jener etwa minder unser Bruder, weil er in zeitlicher Entsagung und strengerer.Buße unserem Gotte dient? Und mehr als das: durchzieht uns nicht alle das gleiche Fühlen? Schmerzt es uns nicht alle, wenn uns einer stirbt? Sind wir nicht alle stolz, wenn sich ein jüdisch Kind berühmten Namen holt? Durchfröstelt uns nicht eisig Schmach und! Pein, wenn wir die Unserigen gekränkt, herabgesetzt, erniedrigt sehen? Macht es einen Unterschied sodann,. ob sie in Tempeln! oder her HhmerzM! wehe! Ruf,' der kla g ent» - übersch allt von Brust/ 51t Brust Md selbst. entfernte Zeltgenossen.uochzurückzwingt in den heiistütlicheil. Dann^! Ein .Sinn, ,ein! Herz .mit tMsendfältigem DHjftg'e^b^xDilMeteile, ^vornehme See/enzug / blejht iimmerdar sDev' schMsseE^ins. - ... -y^ulc u 11 s jeder jildifcheMaM nmg eWilach-seiner Wv dienen,..der Rock kaum uns nicht Meiden,--denn meiii" Pyll hist sromm iluh-gut. hist leicht versöhnlich selbst iMHasse,' nur bleibe .dir"der 'Friedensstörer fern, nur zische sch lech ter Rat d ir nicht iu'» O h r, nur halte deinen kühnen Blick von Blendwerk fern! - Weh jeder gleißnerischeu Hand, die meuchlings ausholt zum Stoße in'S verwandte Fleisch, dreifach nnseelig Tun, Uneinigkeit zu schwärzen in's eigene Haus. Wie, wir zerreißen die Gewänder am Leiv der Mutter, die sich zu uns flüchtet, und Brüder, brave treue Brüder, Ausweisen will man sie-vom Haus der Väter? So lerne denn, mein Volk erkennen, der frömmelnde Despot bringt keinen Segen, der Formelknecht in wild fanatischer Glut entzündet unbedacht das Heiligtum, stillseelig leuchtet nur verklärte Frömmigkeit, wie Altnrlicht in bangen Prüfnngsstunden, nicht haßgeblendeter Disput, nein, nein, der alten hohen Lehrhäuser maßvolle sanfte Weisheit, soll dir, mein Volk, den Weg zur Wahrheit weisen. Wenn einen alten Dom ich schaue, muß ich, ob manchem Dinge an diesem Wunderbau gerecht erstaunen und sagen muß ich mir, daß jener Meister, der sich's zuerst vermaß, seine Gedanken so hoch in Stein zu türmen, vom Osten kam, und sicherlich unser ureigentümlich Wesen genau gebaut und tief in unser Inneres hat geschaut; wie anders hätte er unsere Kraft und unsere Schwäche sinnbildlich sonst so treffend offenbart? Was sollten sonst die grauenvollen Gebilde, die Drachen, Schlangen, Basiliske, die außen sich um das Dach und Turm winden, indeß im Innern, stolz überwölbt auf ewigem Grunde, tiesinnige Andacht webt und jeder harte Weltgedauke schweigt?.- Die aber aus des Domes-Rinde wachsen, dev Haß, der Neid, der Zwist, treulose Fahnenflucht und anderes scheußliches Gewürm, die hat wohlweislich der kluge Meister an's Aeußere gemeißelt zur Warnung und Gewährung, duß wit/s erfahren und stets vor Augen haben, das Innere unseres Volkes ist heil und hehr; was an der seichten Oberfläche brütet, mag sich die Sünde dort auch üppig blähen, in's Innere kann ihr giftiger Hauch nicht dringen, der Kern des Judentums bleibt unversehrt, bleibt kraftvoll, bleibt gesund und trotzt den Zeiten. „Nur muß so sein ein einig Volk von Brüdern," „Muß fest geschlossen stehen in Not und in Gefahr". Als uns vor mehr als hundert Jahren der dritte Moses - starb, der edle Meister Mendelssohn, rief Hartwig Wessely, fein1 Freund und Schätzer den droben wachthabenden Engeln zu: ,So laßt ihn, ohne Feuerlesen, zu der Himmelspforte ein Denn er ist ein Jud gewesen und das heißt: Ein Kämpfer sein'". Diese Rede übte auf die.Anwesenden eine tiefe und nachhaltige Wirkung aus. . * Nachdem der Beifall verklungen war, würdigte der Präsident der Gemeinde, Ludwig Adler,, in schönen und herzlichen Worten die großen Verdienste, welche sich die Leitung der Chewra im Interesse der Budapester Juden erworben hat und hob hervor, daß für die Arbeit der schönste Lohn darin besteht,' daß in den jetzigen schweren Tagen die Leute scharenweise kamen, um ihr Scherflein zur Verwirklichung der großen Ziele der Chewra beizutragen. Er dankte auch im Namen der Gemeinde für die unermüdliche Arbeit der Vertrauensmänner und für die aufopfernde Tätigkeit der Beamten. Zum Schluffe hielt Rabbiner Dr. Jllss Adler eine poetisch schöne Rede, welche in einem Gebet auf die Chewra ausklang. Ans einer kleinen Kullnsgemeinde. .Die! kleine Kultusgemeinde, von der die Rede ist, hat schon viel! von sich hören lassen. -Nicht nur im österreichischen Parlament sondern weit außerhalb desselben wurde bereits viel über-