Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 5 (31.1.1913)
- Date
- 1913-01-31
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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: 4$ Rijj ■!W-, r M -- Mtz t Seite 8. Die Wahrheit Nr. 5. Die Anzahl der Konfirmationen betrug bei Knaben 63 gegen I 75 im Jahre zuvor, bei Mädchen 42 gegen 38. Trauungen wurden im abgelaufeuen Jahre 93 gegen 69 im Jahre 1911 abgehalten. Der Stistuugssoud ist dank dem hochherzigen Legale unseres verstorben Vorstandskollegen, des.Herrn Emil Furth s. A., um K 1500 — gestiegen, der Penfionsfoud. dem wir auch in diesem Jahre L200Ö-— zugesührt haben, ist auf K 53.800 — Rente und L 3117-39 bar angewachsen. Wir können in unserem Berichte nicht fortsahren, ohne unserem liefen Schmerze über die vielen Lücken Ausdruck zu leihen, welche der Tod in unseren Reihen gerissen hat. Wir beklagen das Ableben der ehrenwerten Vereinsmitglieder des Herrn Friedrich F a n t o, des Herrn Gemeinderates Max Frau k, unseres eifrigen Fürsprechers, mit dem eine große Hosfiiung unserer Knllusgemeinde zu Grabe getragen wurde, des Vorstaudskollegen. Herrn Emil Fürth, der uns durch Dezennien ein Vorbild stiller Hingebung gewesen, des Herrn Moritz Grieger, des weltbekannten Philamropen Herrn David Ritter von G u t t m a n ii, dem unser Tempel seine kostbare Orgel verdankt, des Herrn Albert Hohenberg, des Herrn David Per e! i s, der noch vor wenigen Monaten seine Anhänglichkeit an unser Gotteshaus durch eine Seelenstiftung betätigte, der würdigen Herrn Emanuel Piovati und Hillel Tauber, welch letzterer mehr als 40 Jahre unserem Vereine angehörte, endlich des Herrn Bernhard T e 1 t s ch e r und der Frau Hedwig E h r e n z w e i g. Wir sowie alle jene, welche in späteren Zeiten unser Gotteshaus besuchen werden, um darin Trost und Erbauung zu finden, werden den Heimgegangenen ein pietätvolles, dankbares Andenken bewahren. In der Generalversammlung unseres Vereines vom 20. Mai v. I. haben Sie uns mit der Ausgabe betraut, die Geschäfte des Vereines bis zum Ablaufe des Jahres sortzuführen und im Laufe des Vereiusjahres weitere Verhandlungen mit dem Vorstände der Wiener Knltnsgemeinde zu pflegen, um mit deren Unterstützung die in unserem vorjährigen Berichte hervorgehobenen Mängel unseres Tempeldienstes zu beheben. Wir haben diese Verhandlungen sofort mit Ernst und Eifer in Angriff genommen, haben dabei, wie wir dankend hervorheben wollen, auch ein verständnisvolles Eingehen ans Seite des löblichen Kultusvorstandes gefunden, konnten aber gleichwohl wegen der in der Sachlage begründeten Schwierigkeiten das von uns angestrebte Ziel nicht erreichen. Erst in den letzten Tagen sind wir dank der freundlichen Intervention des Vizepräsidenten der Knltnsgemeinde, Herrn Dr. Gustav Kohn, zu einer Einigung mit Sr. Ehrwürden, unserem Vereinsrabbiner gelangt, durch welche uns die Möglichkeit geboten wird, im Laufe des Jahres 1913 in unserem Tempel Gastpredigten zu veranstalten und tu dieser Weise den religiösen Bedürfnissen unserer Vereinsmitglieder Rechnung zu tragen. Wir geben uns darüber keiner Täuschung hin, daß dieses Resultat unserer Bemühungen nicht geeignet ist, unsere Mitglieder voll und ganz zu befriedigen, umsoweniger, als dadurch vorläufig nur ein auf ein einzelnes Jahr begrenzter provisorischer Zustand geschaffen wird. — aber wir wollen gleichwohl, das uns seitens Sr. Ehrwürden, unseres Herrn Vereinsrabbiners in selbstloser Weise bewiesene Entgegenkommen in dankbarer Weise anerkennen und, falls Sie uns wieder mit Ihrem Vertrauen beehren werden, den Versuch unternehmen, auf diesem Wege die allseits empfundenen Mängel abzuschwächen. Wir werden uns bemühen, durch Heranziehung hervorragender Kanzelredner unserem schönen Gotteshanse neue Anziehungskraft zu verleihen, es zum weihevollem Mittelpunkte unseres großen und vornehmen Wiener Gemeindebezirkes zn gestalten und das Interesse für unsere hocherhabene jüdische Religion im Kreise unserer Mitglieder zn beleben und zu fördern, da wir in solchen Bestrebungen den innersten Grund für die Existenzberechtigung eines besonderen Tempelvereines erblicken. Sollte sich jedoch dieser Versuch als fruchtlos oder undurchführbar erweisen, so werden wir es der Generalversammlung des nächsten Jahres anheimstellen, darüber schlüssig zn werden, ob der WeiterbHand unseres Vereines überhaupt noch im Interesse der den IX. Bezirk bewohnenden Glaubensgenossen ge--- legen sei. In diesem. Sinne bitten wir unseren Bericht zur Kenntniszn nehmen, Nach einer kurzen Debatte, an welcher der Delegierte der Knltnsgemeinde, Herr Doktor Heinrich Sch re i b er, der Vor-- sitzende, sowie der Schriftführer Dr. Knöpfmacher ltiiö- Herr Ignatz Glück leilnahmen, wurde der Bericht zur Kenntnis genommen und dem Vorstande das Absolutorinm erteilt. Bei der hierauf folgenden Neuwahl des Vorstandes wurden, gewählt in den Vor st a n d die Herren: Gottlieb Bette lh e im,. Salo Fuchs, Dr. Wilhelm Knöpfmacher, kais. Rat Heinr. Wilhelm Messinge r, Adolf Mose r> Josef Q n i t l ne r. Dr. Moritz Schn epp, Ignatz Simon, kais. Rat .Ignatz. Wilhelm. In den Ausschuß die Herren: Ignatz Glück, Leopold H e n d l, Gerson K o r a l e k, Ludwig L a z a r, Wilhelm Pappen heim, Dr. Adolf Stein er, Josef Steiner. Isidor Tr eb i ls ch. Nach Bekanntnahme des Wahlresultates wurde die Ver-- sammlung vom Vorsitzenden geschlossen. Generalversammlung des israel. Tempelvereines Wieden-Margarethen, Wien. Sonntag, den 2. Januar, fand im Sitzungssaale des- Vereines unter dem Präsidium seines Obmannes, Herrn Adolf H o f f m a n n, die Generalversammlung statt, der vom Kranken-- bette weg, in Erfüllung seiner Pflicht, nur mühsam, aber in gewohnter Weise die Versammlung nach Konstatierung der Be--- schlußfähigkeit eröffnete. Nach Begrüßung der erschienenen Gäste, FranKaroline H offmann, Vorsteherin des israel. Franen-Wohltätigkeits--- Vereines Wieden-Margaretheu, Herrn Guido Fnchsgelb, Amtsleiter der Kultusgemeiude und in deren Vertretung, da der Gesamtvorstaud der Knltnsgemeinde infolge einer zur gleichen Stunde tagenden Plenarversammlung sich entschuldigt hatte, die- Herren S ch i d r o w i tz und Jakob S. S t r a ß b erg als Vertreter des 10. Bezirkes, Herren Josef Kohn und Heinriche Weiner vom 20. Bezirke, Herrn Simon Spitzer, Obmann des Margarethen-Krankenvereines, bittet der Obmann um die- Erlaubnis, die Versammlung wegen seines leidenden Zustandes sitzend leiten und sich möglichst kurz fassen zu dürfen. Aus dem vom Schriftführer Herr Franz Frankl er-- statteten Jahresberichte entnehmen wir: Das Ableben des Stifters und Gründers des vom Verseilt erbauten Kaiser Franz Joseph-Jnbilüums-Tempels Herrn- David Ritter von Gut mann, dessen unvergeßlicher Name auf der Maskirtafel im Tempel zum ewigen Gedächtnisse ein-- gemeißelt wurde. - Das Ableben der Herren MitgliederFerdinand Klatscher,. Fabrikant, Dr. Adolf Pleßner, Zahnarzt und Samnell Weiß. Hausbesitzer. Die Versammlung erhob sich zum Zeichen, ihrer Teilnahme. Die Zahl der Mitglieder hat sich um 83 auf 216 Mit-' glieder vermehrt. Als besonders erfreulich konstatiert der Vereiw den Beitritt der Herren Dr. Alphons Freiherr v. R o t h s ch i l d und Louis Freiherr v. Rothschild, welche gleichzeitig erklärten, Sitze im Tempel zn mieten. Ebenso ehrend ist der Beitritt des Herrn Wilhelm Ritter von G u t t m a n n, in pietätvoller Erinnerung an seinen Großvater, Herrn David- Ritter von G n t t in a n ii gesegneten Angedenkens. Der Verein erledigte seine zahlreichen Agenden in 10* Vorstandssitzungen und einer großen Anzahl Koniiteesitzungen. Trauungen fanden 34, Barmizwahs 28 statt. Als besondere Festgottesdienste fanden statt: Der Trauergottesdienst um den vorstorbenen Stifter Herrn David Ritter von G u t 1 m a n n. Die Festfeier anläßlich der diamantenen Hochzeit des Herrn Erzherzog R a i n e r - und seiner hohen Gemahlin, bei welcher Vertreter des hohen Paares, der staatlichen .und kommunalen Behörden und eine imposante Anzahl Andächtiger an-' wesend waren.