Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 5 (31.1.1913)
- Date
- 1913-01-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 5 Die Wahrheit Leite 7. «erhalten, 136. Parteien, wurden periodische Unterstützllngen neu bewilligt. Bei 2 Parteien wird wegen geänderter Vermögenswerhältnisse die bisherige Monatsgabe reduziert, einer. Partei die.Monatsgabe entzogen. Zusammen sind, falls alle 691 Parteien die Beträge im ganzen Jahre beziehen würden, X 80.484.— -erforderlich; doch kommt es bei diesen zumeist hochbetagten und -kranken, Leuten natürlicherweise vor, daß sie durch Einberufung in eine Versorguns-Anstalt oder durch andere Vorkommnisse die bewilligte Gabe nicht ganzjährig beziehen können. Die hieraus -entstehenden Ersparnisse gegenüber dem Budget werden durch Reubewillignngen im Laufe des Jahres nicht bloß anfgebraucht, -sondern erfahrungsgemäß wesentlich überschritten. Vorsteher S. Steiner beantragt die Annahme der Vorlage, bemerkt jedoch dazu, daß die Einzelbeträge, die in manchen .Fällen zu gering sind, etwa dadurch erhöht werden könnten. Daß einlangende Spenden dafür Verwendung finden sollten. Herr Vize-Präsident Dr. Gustav Kohn erwidert dem Vorredner, daß solche Spenden zumeist mit dem Wunsche des -Gebers verbunden sind, die Spenden gleich zu verteilen, was in der Weise geschieht, daß das Wohltäligkeits-Amt und die Armen-Anstalt geeignete Arme in Vorschlag bringen. Herr Vize-Präsident Dr-. R a p p a p o r t beteiligt sich -auch au der Debatte, indem er die Tätigkeit der Armen-Anstalt .beleuchtet nnd die'Zettelkataster erwähnt, die die Knltnsgemeinde, die Chewra Kadischa nnd die Armen-Anstalt führen. Bei der Abstimmung wird der Antrag des Vertreter- . Kollegiums einstimmig angenommen. Herr Amtsleiter Kraus referiert ferner über die Post „Gnadengaben", aus welcher Personen beteilt werden, die zur Kultusgemeinde in einem Dienstverhältnisse standen, jedoch keinen -oder nur einen geringen Anspruch auf Pension haben. Bndgetiert sind pro 1913 X 36.000.—, beantragt werden für 69 Parteien X 35.002.—. Da ein Vorstandsmitglied wegen einer Post eine Anfrage stellen will, erklärt Herr Präsident Dr. S.tern, daß dies in der öffentlichen Plenarsitzung nicht -möglich sei, wodurch die weitere Behandlung in vertraulicher Sitzung erfolgt. Der' gestellte Antrag des Vertreter-Kollegiums wird sohin in der vertraulichen Sitzung mit großer Majorität angenommen. Spenden: Von Frau Rosa G u t m a n u Freifrau von Gelse und Belisle anläßlich des Ablebens ihrer Mutter, der Frau Lina Klein: Für die 'Armen-Anstalt X 200.—, für die Chewra Kadischa X 200.—, für „Ferienheim" X 100.—, für den Fraueuverein X 100.—, für den Haudwerker- Derein X 100.—, für die Talmud Thora X 100.—, für das Taubstummen- .JnstitutffX 100.—, für den Waisenhilfsverein X 100.—. für beit Wöchnerinneu-Berbaud X 100.—, für das Armenhaus IH. Steingaffe 18 „X 100.—, zusammen X 1200.—. Aus der Verlassenfchaft des Herrn Moritz L ö b l zur Verteilung an?10 arme Judeusamilieu X 929.—. Von Kultus vorsteh er Dr. Jakob Engel für die Versorgungs- Anstalt X 200.—. Aus der Auselm und Amalie Wechsler- Armenstiftuug zur Verteilung an arine Personen X 127.13. Von einem Anonymus für die Brigittenauer Schulküche, durch Herrn ülmtsleiter Freistadt X 50.—. Von Frau Rachel M a r in a r o s ch anläßlich des Sterbetages des sei.. Herrn Jakob Marmarosch X 40.—. ' Von Fran Birginie Ober st ein er durch Herrn Dr. Alfred 'Berger, Baden, für die Brigittenauer Schulküche X 10.—. Von Herrn Josef Kaulich für arme russische Juden X 4.—. Von Fräulein June Friedman u, die gesamte Bibliothek ihres sel. Vaters, des Herrn Rabbiners Aron Friedmanu, für die Bibliothek -Der Kultusgemeinde, als Aron Friedmann-Stiftuug. Von Frau Jella Haas geb. Strakosch, zufolge letztwilliger Verfügung ihres sel. Mannes Dr. Gustav Haas, zur Verteilung an Arme X 300.—. Von Herrn Julius T h e n e n für Notleidende X 50.—. ' Ein Legat der Frau Adelheid M e n a s s e zur Errichtung einer ^Adelheid Menasse-Kittderbekleidungs-Widmung" durch Herrn Dr. Walter Pollak X 2600.—. Durch die Administration der „Neuen Freien Presse" für die Kranken des israel. Siechenhauses X 150.—. Von Frau Julie T h e n e n für das Siechenhaus der Kultusgemeiude X 50.—. ___ Generalversammlung des Tempel-Bereines im VIII. Bezirke. Am 26. Jänner fand um 10 Uhr vormittags im Gebäude des Josefstädter Tempels, Vill., Neudeggergasse 12, die ordentliche Generalversammlnng pro 1913 des Tempelvereines -der Stadt Wien statt. Der Vorsitzende, Herr Herrmann Beck, begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste, namentlich den Delegierten der Knltnsgemeinde, Herrn Gottlieb Bettelheim, Herrn Rabbiner Dr. Moriz Bauer und den Vertreter des Hietzinger Tempelvereines, Herrn I. B e r n f e l d. Mit Worten tiefer Rührung gedachte der Vorsitzende des Ablebens des verewigten I. Vizepräsidenten, Herrn Jakob Modern, nnd des Obmannes der Finanzsektion, Herrn Samnel Steiner nnd schilderte in beredter Weise deren ausgezeichnetes Wirken und deren Verdienste um den Verein. Hierauf erstattete der Schriftführer, Herr Dr. Sigmund Goldberger, den Verwaltnngsbericht, in welchem auf die eingehende Tätigkeit des Vereines, insbesondere auf dem Gebiete des Kultus, des religiösen Jugendnnterrichtes verwiesen wurde. Der Bericht wird mit beifälliger Zustimmung zur Kenntnis genommen. Auf die Verlesung des Kasseberichtes wird verzichtet und über Antrag des Revisors, Herrn Hermann Ster n, der die Richtigkeit des Geschäftsberichtes bestätigt, dem Ausschüsse einstimmig das Absolntorium erteilt. Der Delegierte der Knltnsgemeinde zollte dem hervorragenden Wirken des Präses, wie auch dem gesamten Ausschüsse Worte lebhafter Anerkennung nnd betonte, daß der Verein im VIEI. Bezirke sich zum Muster für andere Tempelvereine hervorgehoben habe. Er werde nicht ermangeln, die hervorragenden Leistungen desselben zur Kenntnis der Knltnsgemeinde zu bringen. Bei den Wahlen wurden die turnusmäßig ansgeschiedenen Ansschnßmikglieder: Herr Architekt Leopold Fuchs, Herr Dr. Sigmund Goldb erger, Herr Hermann Pollak. Herr S. S i d o n, Herr kais. Rat Dr. Ludwig Weiß wieder und Herr Philipp Weiß als Ansschnßftellverlreter neu, ferner die Herren Ignatz B ö. r ü n y, Salomon Baue r und Hermann Stern als Revisoren gewählt. Der Antrag des Ingenieurs, Herrn I. T o b e l l, dem Rabbiner, Herrn Dr. Bauer, sowie den übrigen Funktionären des Tempels den Dank für ihre anerkennenswerten Leistungen abzuftatten, wird einstimmig angenommen. Herr Dr. Bane r erwidert mit dem Danke für das Vertrauen, insbesondere aber für die lebhaften Sympathien, die ihm stets entgegengebracht werden. Der Vorsitzende, Herr Präses Beck, dankt den Anwesenden für ihr Erscheinen und schließt die Versammlung. Generalversammlnng des Tempelvereines iw IX. Bezirk. Samstag, den 25. Jänner x/27 Uhr abends fand im Sitznngssaale des Tempels IX. Müllnergasse, die Generalversammlung des Tempelvereines „ Chewra - Beth--Hatfilah" im 9. Bezirke statt. Der Vorsitzende. Obmann Gottlieb Bettelhei m, begrüßte nach Konstatierung der Beschlußfähigkeit die erschienenen Gäste und Mitglieder und ließ durch den Schriftführer, Dr. Wilhelm Kuöpfmacher, das Protokoll der letzten Generalversammlung zur Vorlesung bringen. Nach Verifizierung des Protokolles erstattete der Vorsitzende folgenden Bericht: Hochgeehrte Versammlung! Da wir im abgelaufeuen Jahre nur mit der provisorischen Fortführung der Vereinsagenden betraut waren, so mußten wir selbstverständlich alle Beschlüsse vermeiden, welche die künftige Vereinsleitnng nach irgend einer Richtung gebunden oder den Verein dauernd belastet hätten. Die naturgemäße Folge hievon war, ein nur geringer Fortschritt und teilweise sogar ein Stillstand in der Entwicklung unserer Institution. Die Zahl unserer Mitglieder ist von 310 auf 300 zurückgegangen. An Eingang an Tempelsitzmieten weisen wir den Betrag von X 15.231-07 gegen X 15.708-54 im Vorjahre aus, an Spenden zur Tempelerhaltung X 5496.— Hegen X 6310—|