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Die Wahrheit · 1913-01-31 · Heft 5 (31.1.1913) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 5 (31.1.1913)
Date
1913-01-31
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Seite 9. Nr. 5. Die Wahrheit Ihre, kaiserlichen Hoheiten stattetew ihren Dank in folgendem Telegramme ab: Ihre kaiserlichen Hoheiten danken herzlichst fnr Ihre patriotische Huldiglmg, über welche Höchstdieselben sehr erfreut Ovaren. Der Obersthofmeister: Rosenberg, G. b. K. Es fanden ferner statt: / Die Channkafeier in Anwesenheit der gesamten israel. Schuljugend der beiden Bezirke. Die Simchas Thora-Feier unter Mitwirkung auch der ^kleinen noch nicht schulpflichtigen Kinder, die in Hellen Scharen, leuchtenden Auges, Fahnen schwingend, an dem feierlichen Urninge im Tempel teilnahmen. Die Feier der Konfirmation von 14 Mädchen, als die erste Feier dieser Art in unserem Gotteshanse, gestaltete sich zu einer besonders erhebenden Feier. In dankbarer Würdigung Laben die Herren Moriz Eichler und Frau eine wertvolle Schnlchan-Decke, Richard K l i n g e r und Frau eine prächtige, -reichgestickte Kanzeldecke namens ihrer konfirmierten Töchter gespendet. Als weitere Spenden erhielt der Verein im abgelaufenen Jahre: Von Herrn und Frau k. k. Kommerzialrat Moritz ,H a ch e r, k. k. Silberwarensabrikant, einen in ihrer Fabrik nach Originalentwürfen hergestellten monumentalen Aufsatz (ShiwisM nebst dazugehörigen zwei Armleuchtern; das Ganze in vollendet künstlerischer Ansführung. Eine Zierde unseres Gotteshauses, wie sie wohl keine andere besitzt. Von Herrn Samuel K o r i t s ch o n einen wertvollen Sefer Thora-Mantel. Herr Herrmann Dsnes spendete einen Teil der Verglasung unserer nenerbanten Bibelschnle. Die Herren H o f m a u n und R o b i t s ch e k spendeten die besonders wertvolle Verglasung unseres großen Eisengittertores und eine große Spiegeltafel für den Schulchan. Der Verein ist den beiden Herren, welche seinerzeit auch den großen Rundbogen an der Aitßenseite des Tempels als Spende kunstvoll verglasten, zu besonderem Danke verpflichtet. Herr Eisenmöbelfabrikant Leopold Walter schenkte uns eine große zerlegbare Metallgarderobe, die uns ausgezeichnete 'Dienste leistet. Von den Erben des Ehepares Moos erhielten wir zur Errichtung einer Kaddischstiftung Kronen 1050.— und als Grübausschmückungsstiftnng Kronen 500.—.. Ueber den Antrag unseres Mitgliedes Herrn Desider Wollner bei der Generalversammlung 1911 wurde die Errichtung einer Lese- und Bibelschule (Talmud Thora) beschlossen. 'Da passende Räume nicht vorhanden waren, entschloß sich der Verein, das erforderliche Lehrzimmer an dem Tempel anschließend zu erbauen. Wie dringlich die Eröffnung dieser Schule als Ergänzung des unzureichenden Unterrichtes au den öffentlichen Schulen war, erhellt ans dem erfreulichen Umstande, daß derzeit bereits 100 Schüler und Schülerinnen in 4 Gruppen an dem Unterrichte teilnehmen. Dem Unterrichte wurde auch versuchsweise ein Gesangsunterricht für stimmbegabte Schüler angefügt, um die jüdischen und deutschen Gesänge für den Jugendgottesdienst und für die Festtage auf Grund des Notensystems zu lehren. Der Verein beabsichtigt dadurch, taugliche Sänger für den Tempelchor heranznziehen und dem fühlbaren Mangel au ^Chorknaben abznhelfen. Dem geäußerten Wunsche, die Jahresberichte in Druck zu legen und an einem größeren Kreis von Glaubensgenossen behufs Erlangung nener Mitglieder zu versenden, soll im nächsten Jahre, anläßlich des 40 jährigen Vereinsbestandes, durch Herausgabe einer Festschrift entsprochen werden. Mit Rücksicht ans die Verteuerung aller Bedarfsartikel wurden die Gehälter der augestellten Funktionäre nach Möglichkeit erhöht, % Schließlich erwähnt der Bericht, daß ein zahlreicher Besuch des Gottesdienstes, insbesondere an Freitag-Abenden, sehr erwünscht wäre, da alles getan wird, um den Gottesdienst würdig und andachtsvoll zu gestalten. Insbesondere wird dem Chorgesauge besondere Pflege gewidmet und gelangen neben Sulzer^s unsterblichen Gesängen auch die neuen Kompositionen der bekanntesten Meister, wie auch Originalwerke unseres Chormeisters Herrn Salomon Bros lewsky, ehem. kais. ruff. Militärkapellmeister, dzt. Abiturient der k. k. Mnsikakademie, zur Aufführung, welche in unserem mit reichen Stimmitteln begabten Oberkantor Herrn Sim. Weiß die würdigste Vertonung finden. Die Predigten unseres Vereinsrabbiners Ehrw. H. Reich, Religionsprofessor und Ortsschnlrat, geschöpft aus den Quellen seiner reichen jüdischen Gelehrsamkeit und Talmndkenntnis. sind geeignet, Herz und Gemüt der Zuhörer zu erbauen und zu stärken. Sie werden jeden 1. und 3. Freitag im Monate abgehalten. Mögen insbesondere die Frauen und Mütter an dem Gottesdienste teilnehmeu, um den religiösen Sinn in den Familien wieder zu beleben. In den animierten Debatten der Tagesordnung griffen die Herren Josef K o h n, Oppenheimer, Steinhardt, Dr. Bernhard Singer, Samuel K r e n ß n. a. ein; sie ergaben die Harmonie und den guten Geist, welcher dem Vereine unter der langjährigen segensreichen Leitung seines bewährten Obmannes Herrn Adolf H o fm an n beseelt. Mit anerkennenden Dankesworteu des Kultusgemeinde-Delegierten, Herrn Amtsleiter G. F n ch s g e l b schloß die Versammlung. Die Neuwahl ergaben die Wiederwahl der zum Austritte gelangten Herren Ignatz Fischer. Jakob Herlinge r, Arnold Selke, Dr. Bernhard Singer und Ignatz Tanßig in den Vorstand. Verschiedene Uachrichlen. Wien. Der pensionierte Oberkantor M. K r i e n e r aus Galgvcs, feierte in aller Zurückgezogenheit mit seiner Gattin Frau Fanni Kr i e n e r — im Hause seines Sohnes, des Opernsängers der hiesigen Bolksoper, Herrn Max Grienet — das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ließ sich aus diesem Anlasse im Währinger Tempel zur Thora aufrufen, und verzichtete sogar auf den üblichen „Äi Zolredsraolr^. Wien. Der im Bethause (Achwa-wereos) „Freundschaft und Brüderlichkeit", II.Taborsttraße 59, ausgenommene Rabbiner Se. Ehrwürden, Herr Emanucl Stein ans Jerusalem, wird Samstag den 1. Februar l. I. beim MorgeugotteSdiensie (8 Uhr) feierlichst eingeführt und seine Antritts» WH halten. Derselbe wird jeden Samstag NV*H und allabendlich nach dem Gebete Vortrag über jüdische Wissenschaft halten. Der Vorstand dieses Bethauses ladet alle Glaubensgenossen zur Teilnahme an diesen gottgefälligen Veranstaltungen höflichst ein. Wien. Dienstag, den 28. d. M. ist hier der pensionierte Ober» kantor der „Schiffschul" Ezechiel Wittmann, im 66. Lebensjahre gestorben. Der Heimgegangene, der in Fachkreisen als großer „Menagen" galt, erfreute sich auch im Kreise seiner Gemeinde großer Wertschätzung. Das Leichenbegängnis fand Donnerstag, den 30. d. M. unter großer Teilnahme statt. Wien. (Jüdische Toynbeehalle, XX.. Othmargasie 46.) Beginn der Borträge: An Wochentagen 1j28 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 1. bis 7. Februar 1913: Samstag, den 1., Konzert. Sonntag, den 2., Aus der Kultur der Juden in Deutschland vor ihrer Verfolgung. Gemeinderabbiner Dr. I. M. Bach. Montag, den 3., Deutscher Literatur-Zyklus (Fortsetzung). Dienstag, den 4., Zyklus aus der jüd. Geschichte (Fortsetzung), Pcofesior Dr. K. Kupfer. Mittwoch, den 5., „Falsche Propheten im Kinderland," Hugo Heller. Donnerstag, den 6., „Aus der Geschichte Venedigs", Professor Dr. Edm. Jerusalem. Freirag, den 7., Bibelvortrag, Lehrer Rudolf Müller. Generalversammlung der Toynbeeh alle und der jüdischen Kinderhorte. Donnerstag, den 6. Februar 1913 findet in den Räumen des Vereines „Eintracht B'nai B'ritb", IX., Universitätsstraße 4, unt halb 6 Uhr abends die Generalversammlung der Toynbeehalle und um halb 7 Uhr die des Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder mit folgender Tagesordnung statt: 1. Tätigkeitsbericht, L.Kaffabericht. 3. Bericht der Revisoren, 4. Vorstandswahl, 5. Eventnalia. Hiezu werden die Mitglieder nnd Gönner der Vereine mit dem Bemerken eiugeladen, daß eine weitere Einladung den statuarischen Bestimmungen gemäß nicht erfolgt. Wien. Fre itag-A b eit d-Bo rträge im B et-Ha mi drasch „Talmud-Thora", II., Malzgaye 16, auch Frauen zugänglich: Am 31. Jänner: Herr Rabbiner L. Goldftein: „Au s I sr a els Ber» g a n g e n h e i t." Am 7. Februar d. I. Herr Rabbiner Schenk: „Die Psalmen." Beginn jedesmal um halb'8 Uhr abends. Wien. (Bortrag ans jüdischer Geschichte. Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 6. Februar 1913, 1/iß Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Bereines, I. Eschenbach-

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