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Die Wahrheit · 1913-01-17 · Heft 3 (17.1.1913) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1913
Issue
Heft 3 (17.1.1913)
Date
1913-01-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit , . Nr. 3; Wie«. (Bor tra g aus jüdis ch er Geschichte. Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 23. Jänner 1913 1j3S Uhr abends, findet im Festsaale des Jiigenienr- und Archttekten-Vereines, I. Eschenbachgasse 3, ein Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. Solomon Funk, aus Boskowitz statt.Thema: „DieJnden tu der europäischen Türkei." Eintritt frei, ohne Karten.. Wie«. Fre ita g-A b end-V o rtr ä g e im B et-H am i d r asch „Talmud-Thora", H., Malzgasse 16. auch Frauen zugänglich: Am 17. Jänner: Herr Rabbiner L. ® olbftein: „R abbi Akiba und seine Zeitgenossen". Am 24.Jänner d. I. Herr Profesior Moritz SFatscherl: „Was erzählt der Monat Schemat?" Beginn jedesmal um halb L Uhr abends. Wie«. (Jüdische Toynbeehalle, XX., Othmargasse 46.) Beginn der Vorträge: An Wochentagen 1j2 8 Uhr, Samstag, sowie an Soun- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 18. bis 24. Jänner 1913: Samstag, den 18. Jänner, Konzert. Arrangement Fr!. Alice Goldberg. Sonntag, beit 19. Jänner, Die Entwicklung der Flugmaschine (mit Experimenten und Lichrbildern) I. Paul Bellak. Montag, den20. Jänner, Deutscher Literatur-Zyklus (Fortsetzung). Herr Arthur W i u t er. Dienstag, den 21. Jänner, Kaiser Heinrich IV. Schulrat Profesior I. B a ß. Mittwöch. den 22. Jänner. Dte Entwicklung der Luftballone (mit Lichtbildern) II. Paul Bellak. Donnersrag, den 23. Jänner, Thema folgt. Freitag, den 24. Jänner, Bibelvortrag. — Eine edelsinuige Spende. Eine ungenannt sein wollende Dame har anläßlich der ersten Geburtstagsfeier ihres Kindes dem Obmann-Stellvertreter der Toynbeehalle und der Kinderhorte, Herrn Karl Freund, eine größere Geldspende mit der Bestimmung übergeben, „daß armen Kindern eine Freude bereiter werde". In Anssührung des Wunsches der-edelsinnigeu Spenderin findet Sonntag, den 19. d. M.» halb 3 Uhr, eine Kinder-Festjause in der Toynbeehalle statt, zu welcher 330 der ärmsten Brigittenaner Kruder eingeladen wurden. Wie«. Am Sabbath „Schemoth" wurde der einzige Sohn Wilhelm des Matrikelamtsleiters der. Kultusgemeinde, Herrn Michael B rösler, im Stadttempel „Barmizwah" und trug bei dieser Gelegenheit tadellos seine Hastora vor. Die zahlreich versammelte Zuhörerschaft beglückwünschte den Vater nach dem Gottesdienste, bei dem Seiner Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann und Herr Oberkautor Don Fuchs die Funktionen versahen. Nachmirtogs zog alles in das Familienhaus, in welchem der Konfirmand eine sehr gehaltvolle Rede begeistert vortrug und viel Anerkennung fand. Dem allbeliebten Vater und dtsien biederer Gattin kamen viele Gratulationen zu. Wien-Josefstadt. (Jose sstäd ter Tempel.) Die diesjährige General-Versammlung des Tempclbauvereines des VIII. Bezirkes der Sradt Wien findet am 26. Jänuer d. I., präzise 10 Uhr vormittags, im Tempclgebäude, VHI., Nendeggergasie 12, statt. Gäste willkommen. Wien. Die am 8. ds. stattgefnndene erste Bersammlnttg des „Misrachi" Wien. erzielte einen großen Erfolg. Vor einem sehr zahlreichen Damen- und Herrenpublikum hieltder Referent, Vereinsobmaun I. Austerl i tz, einen Rückblick auf die vorzionistische Zeit, auf das Entstehen und die Wirksamkeit des Zionismus, zählte desien bisherige Erfolge auf, um sodann auf die Wirksamkeit des Misrachi überzugehen. Er kam unter reichem Beifall aller Anwesenden zur Schlußfolgerung, daß .sich alle Kreise des Judentumes dem Zionismus anschließen und alle thoratrenen Elemente dem Misrachi, als dem Regulator für Tradition und jüdische Sitte im Zionismus, beitreteu muffen. An der daraus folgenden Debatte beteiligten sich die Herren Ingenieur L ö w e n b e i n, Lektor L a n d t m a n n, S ch, w e r 1 f i n g e r. L e b o w i t f ch aus Budapest und Rabbiner Goldstein. Nach dreistündiger Dauerschloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Appell, insbesondere an die Frauen und Mädchen, sich in Mafien dem Misrachi anzuschließenund für desien weiteste Verbreitung kräftigst zu wirken. Der erst kürzlich gegründete Verein zählt bereits hundert Mitglieder. Wie«. (Jüdischer Handlungsgehilfen - V e r b a n d.) Samstag, den 18. Jänner findet im Festsaale des Hotel G n t h, II. Bezirk, Stefaniestraße Nr. 14, ein Gesellschafts-Abend mit anschließender Komiteesitziuig und Tanz statt. Beginn 9 Uhr abends. Entree im Vorverkäufe Li —.80, Entree an der Kasia K 1.—. Gäste willkommen. Wie«. Der bekannte Gelehrte Abraham L a n d m a n n hält täglich im Vereinsbethause „Ansche Dat wu Zedek“, XX., Traunfelsgasse 3, nach dem Abendgebete Vorträge ans Bibel und Midrasch. Der Vortragende, der ein immenses Wisien und tiefe Kenntnis der jüdischen Literatur und Wisienschast besitzt, versteht es durch die populäre Art seines Vortrages die Zuhörerschaft zu sesicln. Wir laden alle Freunde der jüdischen Literatur und Wisienschast ein, unsere Vortragsabende freundlichst besuchen zu wollen. Die Vereinsleitnug. Wien. Der Vorstand, des seit Dezennien bestehendenBethansvereines „Emunaus Omans", Wien XIV. Siorchengoffe 23, hat in seiner letzten am 5. d. M stangehabteu Sitzung Herrn Josna Schill ans Preßburg einstimmig zum Rabbiner gewählt. Herr Rabbiner I. Schill ist ein hervorragender Schüler der altehrwürdigen Preßbnrger Rabbinatsschnle, so daß derselbe schon seit Jahren bei der Preßbnrger orth. isr. Knltusgetneinde die Stelle eines Hilssrabbiners versieht. Auch geht demselben der Ruf eines gediegenen Kanzelredners voraus. Der für die westlichen Bezirke Wiens so, segensreich wirkende Verein hat berechtigte Hoffnung, daß die große Lücke die desien bisheriger Rabbiner zurückgelasie», ausgefüllt werden wird. Kommenden Samstag, den 18. d. M. 10 Uhr Vormittag hält Herr Rabbiner I. Schill feine Antrittsrede und Sonntaa den 19. d. M. tun J/34 Uhr Nachmittag findet ein Tranergvttesdienst “!£Crr für seinen, lejder zu früh dahiugeschiedenen Vorgänger Rabbiner M. A. Für st'2'^l statt. Den kantoraleu Teil der Trauerfeier wird Herr Oberkantor Ludwig Müller von der „Schlffjchul" versehen. . . Wien. (I ü d i s ch e r Turn verein Favoriten. S ch aüi turnen.). Der Jüdische Turnverein Favoriten veranstaltete am 28. zember 1912 im Festsaale des Verbandsheimes' sein zweites Schauturnen^ das de» zahlreich gekommenen Zuschauern'bewies, daß der Verein in ernster^ sachlicher Arbeit seinen Zielen zustrebr., Die Freiübungen der Herrenabteilung, das Keulenschwingen der Damen und die Freiübungen der Kinderriege waren exakt vorgeführt. Besonders die Vorführung der Kinder mit ihren wirklich reizenden Üebungen versetzten die Zuschauer in helles- Entzücken. Das Gerätturnen der Herren am Reck, Barren und Pferd, der Damen am Pferd und der Zöglinge am Bock zeigte, daß die Turner nNd- Turnerinnen ichon viel gelernt haben. Besonderer Erwähnung verdien! noch der von Zöglingen gezeigte Gewehrsprnng. Alles in allem kann man wohl sagen, daß dieser junge Verein im schönen Aufstieg begriffen ist —- ein Verdienst seines unermüdlichen Tnrnleiters Herrn caud. med. Adyls Tagl ich t. Unter seiner Führung kann dsr Verein beruhigt der Zukunft entgegenjehen, wenn auch die leidigen finanzellen Kalamitäten, wie dies eben bei einem jungen Verein nicht anders sein kann, noch manche Sorgen bereiten werden. Sache der jüdischen Bevölkerung wäre es,, den Vereinzn unterstützen, doch nicht nur mit — Worten. Wren. Im Bethausverein „Achwa w'reuth" (Freundschaft und Brüderlichkeit) fand am 12. d. M. die XII. odentliche Generalversammlung statt. Nach Eröffnung derselben hielt der Vorsitzende Herr B. 28. P h 11 i p pdem im Laufe des verfiosienen Verlvaltnngsjahre verstorbenen Ehreumitgliede, Herrn Josef Wünsch s. A. einen warm gehaltenen Nachrufs welcher zum Zeichen der Trauer stehend angehört wurde. Bei der Neuwahl des Gejamtvorstandes für eine dreijährige Mandatsdauer wurden gewählt die Herren: S. ,A. Freund, S. Matzner, L. Weiß, B. König,. S. Hände l, L. Lilie n, A. T e n u e n b a n m, E. S t r a ß b e r g, H,. S i tz m a n n, W. Uhrmacher, D. L i ch t e n s e l d und M. A »e r b a ch. Neuern. Es war ein stiller, aber unvergeßlicher Tag für die an Bayerns Grenze liegende idyllische Stadt Neuern, als am Dienstag, dem 7. Jänuer d. I. deren altehrwürdiger Seelsorger, Rabbiner M. Reiser, zur letzten Ruhe geleitet wurde. Unabsehbar war die Menge derer, welche ihm die letzte Ehre erwiesen. An der vor dem Tempeleingang aufgestellteir Bahre entwarf in bewegten Worten Herr Rabbiner Dr. Brett aus' Klattau das Lebensbild des Heimgegangenen. Er war der Sohn eines armen, kinderreichen Dorflehrers in Ungarn, der nicht vermochte, feinem' talentvollen Jungen eine geordnete Ausbildung zu seinem späterem Berufe angedeihen zu lasten. Aus eigener Kraft mußte dieser sich den Lebensweg, bahnen, oft unter den größten Entbehrungen leidend. An der altberühmteu Jeschiwah zu Preßburg saß er zu Füßen großer Gelehrter, deren Wisien und Wirken in dem reiferen Manne dann vorbildlich wurde. Einer Anzahl Gemeinden in Ungarn, Mähren und Ostböhmens hat M. Reiser treu und> ehrlich gedient, bis er etwa vor 37 Jahren in Neuerns alter Jndengemeinde ein dauerndes Bleiben fand. Ehrenvoll sind die Blätter der Geschichte von seinem Verhältnis zur jüdischen und allgemeinen Oeffentlichkeit, wovon' der letzte Gang ein beredtes Zeugnis ablegte. Da fehlte Niemand aus' Stadt und Land, Vertreter der Gemeinde, wie der katholischen Geistlichkeit,, der Lehrerschaft und der Stadtvertretuug, der Bezirkshauptmannschaft, der fürstl. Hohenzollerschen Herrschaft, Alle, Alle geleiteten den allverehrten Toten hinaus znm ewigen Frieden. Er war die Verkörperung des ersten unserer Religionsleitsätze: „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst, denn hat nicht ein Vater uns erschaffen." Sein Andenken wird in seiner Gemeinde und darüber hinaus im ganzen Lande bei allen die ihn kannten,- sortleben und der gebeugten Witwe und den ihn zärtlich verehrenden Kindern ein Leitstern sein ans des Lebens weiterer Bahn. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegle.r. „Hotel Stefanie" II, Taborstraße 12. Freitag, den 16. Samstag, den 17. und Sonntag, den 18. Jänner 1913. Neu znm ersten Male. „D e r M a s ch g i a ch", komische Operette von S. Mogulesku, Libretto von N. M. Scheikewitz. Täglich Auftreten des Herrn A. R v s e n st e i n. Sonntag, den 18. Jänuer Nachmittag. Halb 4 Uhr „Tochter Jerusalems". Operette von Ch. Wolfsthal. Montag, den 19. Jänner. „D e r G e in e i n d r a h t", von M. Richter.. Dienstag, den 20. Jänner, „I e s ch i v e Bücher", von N. Rakow. Mittwoch. den 21. und Donnerstag, den 22. Jänner 1913. „Blümale", Operette von S. Mogulesku. In Vorbereitung: „Der Schabes-Go j"' Austritte ans dem Indentnm Opp enheim Alfred. Violin-Profesior, geb.^ 16. August 1871 in Brünn VII. Nenstiftgasie 17. Landers Sigmund, Beamter, geboren 12. Juni 1868 in Pnrkersdorf. I. Vorlaufstraße 5. Hirsch Emil, Magister, geb. 22. Mai 1887 in Husiatyn. VIII. Josefstädterstraße 52. ■ , Kerner Robert, Nechtshörer, geb. 18. Juli 1694 in Wien. H. Bezirk, Seegasie 2. A n g e l Oskar, Nechtshörer, geb. 31. Oktober 1869 in Wien. XVI. Bez.. Grnndsteiiigasie 40. Bloch Sophie, Private, geboren 24. April 1689 in Wien. VI. Bezirk, Tberesiannmgasie 5. Bloch Derise, Private, geb. 3. November 1887 in Wien. IV., Thersiannmgaffe 5. Beck Hedwig, Private, geb. 24. Jänner 1888 in Pribram. Wien, 11.^, Roberrgasie 1. Br an dl Julius, Dr., Arzt, geb. 23. Jänner 1869 in Ungarn. Wien^- IV., Gnßhansstraße 20.

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