Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 1 (3.1.1913)
- Date
- 1913-01-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Wahrheit üi: i Seite 5. ~ V »JedeiJ.er mag zur Affimilatiönsidee stehen, wie. er will^ Wunsch, daß. sich Israel/ ohne/ Mißtrauen, ohne M,serve^ in den Dienst der^ einzelnen Völker und der ganzen Menschheit, .stellen ihöge,/. die.Berechtigung nicht versagen.,und Mr mochten der Hoffnung . Ansdrück gehen, daß er gerade bei der! deutschen Jnhenschast. einen lauten Diderhall findet."!X . s Heute haben. che agrarischen.Diktatoren . der konservativen Partei im ©‘egenteil, aits taktischen Hrnden das dringende Interesse —.nnb^kmmnert um. die tatsächliche Entwicklung — die. „Judengefahr" in den grellsten Farben zu mäleir und der hochangesehene konservative Publizist Hermann v. Petersdorf predigte in sejner Partei nur tauben Ohren, als er in seiner Stöckerbiographie («Konst Monatsschrift", Febr. 1911) die wirkliche Lage der Dinge sachlich und nüchtern wie folgt schildert: . „Seit dem Jahre 187,9 ist die Stellung des Judentnmes im deutschen Leben tatsächlich eine andere geworden. Das Deutschtum befindet sich nicht mehr so schwächlich in der Defensive wie damals. Der Umschwung der öffentlichen Meinung hat die Inden doch vielfach gezwungen, die Forderungen Stoeckers zu erfüllen, „etwas bescheidener und etwas toleranter zu sein und ein wenig mehr Gleichheit gelten zu lassen". Die bewußt.deutsch entpfiildende Presse ist doch bei weitem stärker und ansehnlicher geworden, natürlich, nicht, durch Stoccke^ allein .... . Heute ist doch in Berlin nicht mehr ein so ausschließlich vom Judentum beherrschter „Fortschrittsring" zu finden, wenn die städtischen A.emter gewiß auch .wohl, zumeist in den Händen von Liberalen sind, Much sozial hat sich.ein Umschwung vollzogen. Das Uebergew.icht des Jndentinns, das in den. achtziger Jahren im Berliner Leben ans Schritt und Tritt fühlbar war, tritt heute nicht mehr so grell hervor. Es ist diuch andere emporgekommene Schichten paralysiert-und etwas znrückgedrängt worden." . Solche, zur ruhigen Sachlichkeit und Gerechtigkeit auch den. Juden gegenüber mahnende Stimmen, sind aber heute in der konservativen Partei zur. Einfinßlofigkeit verdammt. Der Th.. Fritschsche „veredelte" Antisemitismus, der ja auch Herrn hon Wängenheim so sehr begeistert, führt heute in der konservativen Partei das ^Szepter, und wie weit diese „Veredelung" schon gediehen ist, dafür gibt , folgende Stilprobe ans einem „Hammers- Artikel.des Herrn Fritsch (Nov. 1912), der sich ausschließlich gegen die Inden richtet, einen hübschen Beleg: „Es gilt, bei Zeiten die Gegenrevolution zu organisieren, die die Oberverbrecher der Volksaufwiegelung anfs Korn zu nehmen hat, Einige hundert beherzte Männer genügen, das Werk zu. vollbringen...Es ist ja hinlänglich bekannt, wo die geistigen Leiter des Massenverbrechens zu suchen sind. Sie müssen fallen, gleich em Beginne , des Aufstandes. Auch die Flucht ins Ausland soll,sie^ nicht schützen. Sobald die Bande der staatlichen Ordnung zerrissen am Bodell liegen, das Gesetz mit Füßen getreten wird, tritt..die heilige Vebme in ihre Rechte ein. Sie darf nickt .davor zurückscheilen, die Massenverbrecker mit ihren eigenen Waffen zn schlagen. Bisher hat die Niedertracht oft Triumphe gefeiert, weil sie. sich skrupellos der schleichenden Tücke bediente, ihrem Gegner aber,..unr.die Waffen des..Edelmutes zntraute. Jetzt muß es heißen: Auf einen Schelmen..anderthalben! Hiemit sei der politiscken..Schurkerei^ offene Fehde augesagt! .„Auge-um Auge, Zahn um Zähn!" .^.Dollen dfe Konservativen diesen Aufruf des. „veredelten" Anjisimjtismns vielleicht auch ihrem Tivoliprogrämm einverleiben? '-'1 " ^:--—' Auf Vkm Mege nach Jerusalem- Reisebriese von Rabbiner Dr. Armand Kaininka. . _ , . , 10. Marcheschwan 6673 (21. Oktober 1912). Ä n kh n.f Un, 3q ffä, —Dir .Zu den nnd..„d as..Land". —, e S,o n n e .a li s,P sta,lm. 104. .— Philister.,— Jaffa seit d e m M i t t e l a t t e ri — .. I ü d i sich e A nstaje.g. —, R o.b 6iji.ea* Ach.ra h a. in I stagk Kük.. — Die .hebräische.. Bi ll.enko honie w. — Der -Vi. ...,i Dräum jeiuj^e.breiui.... , 5l< h Ich. sehe dich ajso Weder, .^and.her. uralten. Vestheißiiüg. Denn ein Dieoerseyen ist es .doch wohl, wenn ein Jude auch nur züm ersteumale die heiligen Stätten besucht. Was .sind die zweitausend Jahre, seitdem .hier der Wakkabäerftaat bestand — gerade Jaffa würde damals mit Judäa.vereinigt — und selbst, die dreitausend Jahre, seitdem die allhebräischen Richter und Könige.Israels im Lande regierten? Für den Juden hat es nie aufgehört, das wohlvertraute Elternhaus zu sein. Er behielt. ob anerkannt oder nicht, das Bürgerrecht in diesem Lande, Von Dan bis B.eerseba ist das Gebiet, hebräisch, wenn auch keine Menschenstimme diese Sprache reden würde, Nationen entstanden und vergingen, Völkerheere sind verwüstend durch das Land gezogen. Sie glichen dem Kikajon des Propheten Jona, dessen Andenken diese Küste wachrnft; jener Pflanze, die über ,Nacht erblüht war. um schon am folgenden Tage von Würmern zerfressen zu werden. Der Jude aber blieb im Wandel der Zeiten, wenn auch abwesend, der geistige Herr dieser Berge und Täler, in welchen sein Genius zur Blüte gelaugt ist. Die geistige Kontinuität überbrückt Jahrtausende und gibt dem Israeliten der Gegenwart, der das unschätzbare Erbe der Väter einer verständnislosen Welt gegenüber treu und tapfer verteidigt, das volle Recht, sich als Nachfolger der biblischen-Dichter und.Propheten zu betrachten. Unter diesem heileren,, blauen Himmel, den er wie ein Zelttnch ansgebreitet sah, hat zum ersteumale, Homer übertreffeud, ein innerlich vollkommen freier Mensch die gesamte Natur, souverän herabschauend, als Objekt bekrachrer: Menschen, Tiere und Pflanzen — was Aeschylus nicht vermochte — gleichmäßig von Licht umflossen und von Daseinsfrende erfüllt, gesehen. Es war dies ein hebräischer Dickter. den Goethe im Faust-Prolog nur schwach nackznahmen vermochte und dessen jubelnde Sympathien mit allen Wesen in die Worte ausklang: „Die Sünder werden aushören' böse Menschen gibt es nicht mehr - preise, meine Seele, den Ewigen". Und denselben Psalm „Borchi nafschi“ lesen noch heute, unter trübem Himmel, dort hinten in Eitropa und Amerika an . den Winter-Sabbatben Millionen Juden, denen die ethische Ueberlegenheit über eine feindselige Umgebung ein Vermächtnis ihres königlichen Sängers David ist. Dort drüben, rechts an der Küste, liegen die philistäischen Städte Asdod, Askalon, Gaza. Hinter jenen Bergen haben die Philister oft mit den Israeliten gerungen und eines Tages hatten sie ihnen nach einer entscheidenden Schlacht die größte Demütigung zugesügt; sie haben die heilige Lade mit den Gesetzestafeln geraubt. Nun hatten die Philister sie, die heilige Lade, aber, sie wußten nicht, was sie damit anfangen sollen; nur Leiden hatte sie ihnen gebracht. Die Philister wissen nie, wozu ein Heiligtum gut ist, und spüren nur die Leiden, die es im Gefolge hat. Das Ende war, daß sie freiwillig darauf verzichteten und es den Israeliten Zurückgaben. . Andere kamen später und raubten das ganze Land. Weder Römer, noch Araber, noch Kreuzfahrer und Türken haben aber darin jemals etwas Bleibendes geschaffen. Sie haben nur Trümmer über Trümmer gebimst. Arg verwahrlost ist das Haus. Der Herr ist. verreist. Er wird aber, wiederkommen. Ich sehe dich also heute im Lichte der aufgehenden Sonne.. Land, dem Jehuda Halevi seine ergreifende Zions-Hymne gewidmet. Es sind beiläufig fünfundzwanzig Jahre her, seit, dem auch ich als Jüngling dir in einem Bändchen hebräischer Gesänge schwungvolle Grüße sandte.jDas Titelblatt des unter den Auspizien Zadoc Kahns erschienenen Büchlein ließ ich damals .mit dem Verse öe§ OvidixisNaso schmücken.: „Yade,über, verbisque meis loca grata saluta!“ Nun komme ich selber; ich will ganz ohne Lyrik, möglichst unbefangen, die durch so viele, und widerspruchsvolle Berichte unbekannt gebliebenen, wahren Verhältnisse betrachten. ... . J’irai lire J(ä grande Bible, j’entrerai nu . jusqu’au tabernacle terrible ,: äs I'üuronLch., ... . ... Vieles hat, sich, .in einem.. VierMährhchldeyt geändert. N^ues .Lehen erstanden, mehr , noch wird erwartet. Zjon ist t>er}, >erfrelfliche. Hamh^nst eines,, großen, Teiles,. her Jugend ge» tv.örden. Die. hie ziyter Xeuophon. zürnckkehrenden Hellenen ,anf dem Dege zstr Heimat nach langen Irrungen mit Freuden-