Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 50 (27.12.1912)
- Date
- 1912-12-27
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10. -----— Die Wahrheit .. . . Nr? 50. und Privatwohltäter» erschienen, die nach den einleitenden Worten de» Präsidenten, der Zentralstelle Herrn Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, den Referaten der Herren Direktor Mautner und kais. Rar Dr. Krüg er über das Thema: „Wie und unter welchen Modalitäten können zum Zwecke gemeinsamer Tätigkeit gleichartige Vereine (Fachvereine) sich zu-> sammenschließen?" mit großem Interesse solgten. In die äußerst interessante Diskussion, die sich hierauf entwickelte, griffen zahlreiche Anwesende ein und ernteten die Anregungen der Frau Dozent Dr. G r ü n s e l d über die Etablierung einer Anmeldestelle für sofortige Hilfe, des Herrn M e n d l über wöchentliche Zusammenkünfte zur Erledigung derartiger Fälle sowie die Ausführungen des Herrn Joses K o h n, Herrn Adolf S ch r o m e k Frau Amalie Beck u. a. m. lebhaften Beifall. Nach einem Resümee des Vorsitzenden und Appell an die Anwesenden den Zusammenschluß zu gemeinsamer Tat durchzuführen und eine entsprechende Organisation zu schaffen, wurde die Versammlung geschlossen. Wien. Dienstag, den 24. Dezember, 11 Uhr vormittags, wurde auf dem Zentralfriedhose der berühmte Orientalist, Proseffor und Hofrat Dr. David Heinrich v. Müller bestattet. Der mit zahlreichen, schönen Kränzen geschmückte Sarg, in dem die Leiche ruhte, war auf einer niederen Bahre auf der Estrade in der Zeremonienhalle ausgebahrt. Zn Häupten des Sarges standen die Witwe Frau Charlotte v. Müller mit den Kindern nud die übrigen Verwaudten. Zwischen 10 und halb 11 Uhr fanden sich noch ein: Von der Akademie der Wissenschaften: Präsident Minister a. D. Dr. Ritter Böhm v. Bamerk. der Vizepräsident Hofrat Proseffor Viktor Lang, Generalsekretär Professor Dr. Becke, die Mitglieder Hofrar Proseffor Dr. Toldt, Prorektor Proseffor Dr. Oswald Redlich, Hofrar Professor Dr. Grobben, Sektiouschef Dr. Winter und Professor Dr. Dopsch, dann als Vertreter des Ministeriums für Knllns und Unterricht Geheimer Rar Sektiouschef Dr. Cwikliuski mit Seklionsrat Dr. Leithe, in Vertretung des Dekanats der philosophischen Fakulrät der Direktor des Archäologischen Instituts Hofrot Proseffor Dr. Reisch, außerdem die Hofräte und Prosefforen Dr. v. Wettstein. Dr. v. Ottenthal, Dr. Fouruier, Proseffor Tr. Lothar v. Frankl-Hochwart, Professor Dr. Lampa (Prag), die Prosefforen Prälat Musil, Dr. Oberhummer, Dr. Bittner, Dr. Geyer, Beth von der evangelisch-theologischen Fakultät, Dr. Braßloff, Dr.Wcffely, der Vizedirektorder Universitätsbibliothek Negierungsrat Dr. Frankfurter, die Dozenten Dr. Hartmann, 'Dr. Jnnk, Geiger, Eppinger, Porges und Dr. Hroznh, Regiernngsrat Proseffor Dr. Wilhelm Jerusalem, Kustos Weffely, die Prosefforen Dr. Adolf Weiß und Dr. Kohn, dann der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit dem Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn nud dem Ersten Sekretär kaiserlicheil Rat Dr. Lieben, sowie den Kultusvorständen Dr. Markus Spitzer, Karl Lemderger, den Bethausvorständen Anton Beck und Theodor Kohn, der Rektor des israelitisch-theologischen Seminars mit dem Lehrkörper und den Mitgliedern des Kuratoriums, weiter Generalsekretär Dr. v. Weiß- Wellenstein, Oberlandesgerichtsrat Rittermann. Staatsanwalt Tr. Wachsmann, Hofrat Dr. Schlag. Reichsratsabgeordneter Bernhard Stern, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Adolf Stein und Dr. Baumgarten, Religionsinspekior Äanitz, die Rabbiner Dr. Fenchtwang. Tr. Funk (Preßburg), Dr. Mandl, Dr. Rosenmann. Dr. Taglicht, Bezirksschulrat Josef Fuchs u. v. a. Nach dem Vortrag der Trauerpsolmen durch deii Oberkantor Don Fuchs und dem Nachruf des Oberrabbiners Dr. Güdemann widmete Hofrat Proseffor Dr. Reisch dem Verblichenen Worte ehrender Anerkennung. Daun sprach uameus der israelitisch-theologischeu Lehranstalt Rektor Schwarz. Nun wurde d-r Sarg gehoben und zur letzten Ruhestätte zu einem von der Kultusgemeinde beigestellten Ehrengrab getragen. Wien. (Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmargasie 46.) Beginn der Vorträge: Au Wochentagen 1I2S Uhr. Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 28. Dezember 1912 bis 3. Jänner 1913: Samstag, den 28. Dezember. Konzert. Arrangement Proseffor Stock. Sonntag, den 29. Dezember, Thema Vorbehalten. Sekretär Fuchsgelb. Montag, den 30. Dezember, Deutscher Literatur-Kurs (Fortsetzung). Dienstag, 31. Dezember. Entfällt der Vortrag. Mittwoch, den 1. Jänner. Ernstes und Heiteres. Dr. I. Krug. Donnerstag, den 2. Jänner. „Ans der Geschichte großer jüdischer Kaufleute." Richard Wiener. Freitag, den 3. Jänner. Bibelvorrrag. Wien. F r eita g-Ä b e n d-V o r t r ä g e im B e t-H a m i d r a s ch „Talmud-Thora". XL, Malzgaffe 16, auch Frauen zugänglich: Am 27. Dezember d. I.: Sr. Ehrw. Herr Rabbiner L. G o l d st e i n: >,E i n Kapitel aus der jüdischen Geschichte". Am 3. Jäirner n. I. Herr Proseffor Mor. A utsch er l: „Große Gedanken in den kleine» Propheten." Beginn jedesmal um halb 8 Uhr abends. Wien. Herr Nathan N e n m a u n, gewesener Präsident der Chewra- Kadischa, ehemaliger Tempelvorsteher und Mitbegründer des Währinger Gotteshauses, hat sich ins Privatleben nach Preßburg zurückgezogen. Aus diesem Aulaffe wurde er am Sabbath zur Thora ausgerusen und Sr. Ehrwürden Dr. Frucht w a n g ließ ihm durch den I. Kantor Serebrenik ein Mischeberach mit Chor machen. Am Sonntag fand im Hause des I. Kantors Serebrenik ein gemütliches Abschiedsfest in Anwesenheit von Freunden zu Ehre» des verdienstvollen Mannes und seiner Familie statt. Möge Herr Neumann seine wohlverdiente Ruhe im Kreise seiner Familie noch recht lange in Gesundheit genießen.. St. Pölten. In Nr. 49 Ihrer w. Zeitschrift hat 'Herr Albert Leicht auf eine von dritter Seite herrührende Notiz eine Berichtigung eingerückt. die nicht unerwidert bleiben kann, da sich Herr. Leicht veranlaßt fand, in dieser Berichtigung mehrere Gemeindemitglieder, darunter feine Vorgänger.in der Vorstehung der Kultusgemeinde ganz unberechtigten Mud grundlosen Angriffen auszusetzen. Es ist unwahr, daß seit 14 Jahren die ,Tempelbanfrage akut ist, wahr ist vielmehr, daß erst im Jahre 1907 der Tempelbauverein, u. ^zw. unter Herrn Siegfried Schwarz als- Kültusvorstand gegründet wurde, der nach ungefähr einem Jahre ohne- Mitwirkung des Herrn Leicht in Unterhandlungen nnr der hiesigen Sradt-- gemeinde. trat. Daß diese Unterhandlungen erst unter Herrn Leicht zueinem Ergebnisse führten, ist einzig daraus zurückzuführen, daß dieser die früher gestellten Ansprüche von K. 24.000 Ablösungssumme und Beistellung eines Bauplatzes aus die bescheidene Ablösungssumme von X. 10.000 mit Verzicht auf den Bauplatz he.rabsetzte; ein Ergebnis, daß auch für dch Vorgänger des Herrn Leicht erreichbar gewesen wäre. Mit-..aller Entschiedenheit. muß aber der Behanprung enrgegengetreten werden/.als ob „einige Herren" ihre Stellen in der Chewra-Kadischa niedergelegt hätten, weil „ihrer Titelsucht durch den Ausfall der Wahlen nichtEenüge getan wurde." . Diese Resignation ist ganz im Gegenteil auf ein nicht sehr aufrichtiges Gehaben des Herrn Leicht selbst zurückzusühren. Diese, Herren haben nicht aus freiem Antrieb, sondern nur über wiederholte Aufforderung des Herrn Leicht in den Kultusrat kandidiert, mußten aber erfahren, daß. dieser selbe Herr Leicht sie hinter ihrem Rücken bekämpft hat. Deshalb haben sie jede Gemeinschaft mit. Herrn Leicht abgelehnt und ihre Stellen bei der Chewra-Kadischa niedergelegt, deren Kassier Herr Leicht ist. Diese Herren haben Herren A. Leicht wiederholt versichert, daß sie keine Börsteherstelle anstreben; ob Herr Leicht trotzdem um seine Stelle besorgt war,. mag unentschieden bleiben. Auf wessen Seite aber unter diesen Umständen von Titelsucht gesprochen werden kann, darüber mag sich jeder Unbefangene selbst ein Urteil bilden. Nur aus diesem Grunde haben zwei dieser - Herren ihre Snbskriptionsbeträge per je K 500 zurückgezogen doch wurden die Zinsen hievon noch am selben Tage zu wohltätigen Zwecken verwendet. Die Beweise stehen zur Verfügung. Endlich mag noch die Frageerlaubt sein, ob es wirklich angezeigt war, diese internen Gemeinde-- differenzen au die Oeffentlichkeit zu bringen und Mitglieder der Gemeinde anzngreisen. nachdem schon volle Ruhe eingezogen war; anch das war dem> wiedergewählten Kültusvorsteher Vorbehalten. (Wir haben die vorstehende Richtigstellung veröffentlicht, um der angegriffenen Gegenseite das Wort nicht abzuschneiden, halten aber jetzt die Angelegenheit für erledigt. Im- Interesse des Friedens in der Gemeinde wäre es anch angezeigt, die Oeffentlichkeit mit dieser Sache nicht weiter in Anspruch zu nehmen. Die Redaktion.) Znaim. Dem Kantor der hiesigen Kultusgemeinde Herrn S.- Handgriff wurde in der am 2. Dezember 1912 stattgehabten Sitzung des Vorstandes nebst entsprechender Gehaltserhöhung einstimmig der Titel eines Oberkantors verliehen. Waagneustadtl. (Bagujhely) in Ungarn. Der Gemeinderat unserer Stadt benannte anläßlich des 100. Geburtstages unseres unvergeßlichen Oberrabbiners Josef W e i s s e die Straße, die an der Synagoge vorbei-- führt: I o s e f W e i s s e - S t r a ß e. Drohobycz. Se. Majestät der Kaiser hat mit Allerhöchster Entschließung vom 12. November l. I. bewilligt, daß die vom Buchdruckerei- .besitzer A. H. Zupnik, Hoflieferanten, Redakteur und Herausgeber der „Drohobyczer-Zeitnng", durch die Kabinetts-Kanzlei unterbreitete Nummer 24 dieser Zeitung vom 12. Juli l. I., enthaltend den Leitartikel „Der Kaiserliche Nestor", der k. k. Familienfideikommis-Hofbibliorhek einverleibt wurde. Pakrac. Am 8. Dezember wurde in unserer Gemeinde eine zionistische Ortsgruppe gegründet. Herr Dr. Hermann, Kurarzt aus Lipik, erstattete einen Bericht über den letzten zionistischen Kongreß der südslavischen Länder und ergriff die Gelegenheit, die Ziele und Zwecke des Zionismus genau zu kennzeichnen. Nachdem Herr Bezirksrabbiner Dr.- Glück die Gründung eines zionistischen Vereines angeregt hatte, meldeten sogleich sämtliche anwesende Herren (fast die ganze Gemeinde) ihren Beitritt und man schritt zur Wahl des Verwaltungskomitees. Zum Präsidenten wurde Herr Dr. Hermann, zum Vertreter desselben Herr Adler, zum Kommissär und. Kassier Herr Dr. Glück und zum Sekretär Herr Oberkautor Steiner gewählt. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegler. „Hotel Stefanie"" II., Taborstraße 12. Freitag, den 28., Samstag, den 29. Dezember und Sonntag, den 30. Dezember 1912. Neu! Zum ersten Male: „Sch ims ch en H a g i b o r", Operette in vier Aufzügen von Oberkantor Baruch Schorf- Sonntag, den 29. Dezember, halb 4 Uhr nachmittags, „Die Straße nk in der." Montag, den 30. Dezember, „Schir H a sch i r i m". Operette in vier Aufzügen von M. Schorr. Dienstag, den 31. Dezember, Silvester- Feier. „Held der Arme". Operette in vier Aufzügen von S. Feinmann. Znm Schluffe: „Der Nervös e". Mittwoch, den 1. Jänner halb- 4 Uhr nachmittags „Opferung Jsaks", Mittwoch, den 1. Jänner 1913, 8 Uhr abends, „Al NaharajsBuwe l", Historische Operette in 4 Aufzügen von I. Lateiner. Donnerstag, den 2. Jänner, „A l N e h a-- r a.j s". In Vorbereitung: „C h o ch in e s Nnschim". . Austritte ans dem Judentum Neubauer Otto; Zabntechnikergehilfc, geb. 2. Juli 1690 in Wien. VI.;- Gumpeildorferstraße 91. r ■ Dlayer Ernst, Ingenieur, geb. 12. August 1878 in Gladbach. V.,. Margarethenstraße 56. Blau Lina, geb. 8. Juli 1860 in Rohoucz. IV., Leibenfrostgasse 3. Freischelberger Helene, geb. 6. Februar 1897 in Wien. III., Beatrixgaffe 28. ' F r e i schelberger , Nathalie, geb. 22.. August 1895 in Wien. IILy. Beatrixgaffe 28. Hirsch Markus, Ingenieur, geb. 12. Juli 1872 in Wien. HL, Heumarkt 7..