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Die Wahrheit · 1912-12-20 · Heft 49 (20.12.1912) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 49 (20.12.1912)
Date
1912-12-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die - Wahrheit. Ny. 49^ unmöglich, alles aus eigenen Mittelnzu decken^ deshalb wendet der Hitzi.nger Franen-Berein einen großen Teil seiner Einnahmen diesem Zwecke zu. Edle Kiudersrende werden aus die ausgezeichnete Täligckeit des Vereines mit dem Höflichen Ersuchen ausmerksam gemacht, auch ihre Scherflein.zur Linderung der..Not. für diese jüd. armen Kinder beizutragen. Die Adresse des Vereines ist: XIII., Auhosstrasse 221. - Wie«. P opu l är » w iss en sch aft l i ch e Fr e i t a g - Ab en d - B o r t r ä g e, auch Frauen zugänglich, im Be 1 - Hamidrasch „Talmud-Thora", II., Malzgasse 16. Am 20. Dezember d. I., Ehrw. Rabbiner H. S ch c n k: „D i e P s a I m e n". Am 27. d. M. Ehrw. Rabbiner L. G o l d st e i u: „E i n Kapitel aus der jüdischen Geschichte" Beginn jedesmal um halb 8 Uhr abends. — Der letzte Freitag-Abendvortrag fiel' gerade aus den Vorabend des 4. Tebet, über welchen Tag Profefior Antscherl, nachdem er die denkwürdigen Ereigniffe des Tebel erzählt, am Schluffe seines spannenden Vortrages berichtete. Es war in der jüdischen Gemeinde zu B ö h m. - L e i p a im Jahre 5505 — 1745 — zur Zeit des österreichischen Erbsolgekrieges, da überfiel eure verrohre, räuberische Soldateska die in der Synagoge versammelten Mitglieder der genannlen Gemeinde, schleppte den Seelenhirteir derselben, den frommen und gelehrten Rab bi Jona an den Haaren aus die Straße, wo er aus grausame Weise erschoffen und seiner Kleider beraubt wurde. Die Vorsteher und Mitglieder der Gemeinde tras dasselbe Los, aber auch Frauen und Mädchen — Heudel, Gitel, Schisra, Jitel, Mnschkat und Sara find die Namen der letzteren — wurden zulode gemartert und hauchten unter dem Schema-Bekenntnisse ihre srommen Seelen aus. Durch neun Tage lagen in der verwüsteten Judengaffe die Leichen dieser Märtyrer bis fie bestattet werden kouuteu. Beim Seeleugebet für die srommen Glaubenszeugen des 4. Tebet, am Schlüge des Vortrages erhob sich die zahlreiche Zuhörerschar und fiel ties ergriffen in das Amen des Vortragenden ein. Bußgebete „Selichos" aus dieser Zeit find noch aus uns gekommen, sie berichten von den größten Helden und Heldinnen unserer Vergangenheit in erner alten, böhmischen Jndengemeinde. Wien. Der Erste israel. hum. Geselligkeits- und Unterstützungsverein der Handwerker „Jad Charuzim", Wien, XX., Klosterneubnrgerstraße 10, veranstaltet einen Vortragsabend unter Mitwirkung erstklassiger Kunstkräste, verbunden mit Tanzkränzchen, Samstag, den 21. Dezember, um 9 Uhr abends, im Prachtsaale „Hotel Arco", II., Rotensterngaffe 7. Entree 80 Heller im Vorverkaufe, 1 Krone an der Kassa. Das Reinerträgnrs fließt dem Unterstütznugssonde der Handwerker zu. Wie«. (Jüdischer H a u d l u n g s g e h i l f e n - V e r b a u d, H. Tabor st raße 11b.) Mittwoch, den 25. Dezember 1912 findet in den Souterrainlokalitäten des Cafe Prückl, L, Stubenring 24, ein Unterhaltungsabend unter Mitwirkung beliebter Kunstkräste mit anschließendem Tanzkränzchen statt. Regiebeitrag an der Abendkassa 60 Heller. Beginn präzise halb 9 Uhr abends. Gäste willkommen. — RN.: Samstag. den 15. Februar 1913 findet im Festsaale des Hotel Continental das vierte Gründungsfest des Vereines statt. Wie«. (Jüd is ch er S ch u l v e r e i n für den H Bezirk, DL, Seegaffe 16.) Am 9. d. M. fand im Prachtsaale des Hotel Bayrischer Hof die (Jngeud)- C h a n u k a f e i e r statt, welche der jüd. Schulverein für den DL Bezirk nunmehr zur ständigen Einrichtung gemacht hat. Eine distinguierte Menge füllte den Saal und benierkteu wir unter anderen den Ehrenpräsideoten des Vereines Herrn Landesschulrat Dr. Gustav K o h u, Vizepräsident derisr.Kultusgemeinde, Herrn Schulinspektor Julius Braun, Redakteur Dr. Bloch, Oberkautor Bauer rc. rc. Nach einer warmen Begrüßung durch den Vorstand hielt Herr Rabbiner Dr. Bach eine Ansprache au die Jugend, in der er Zweck und Ursprung darlegte und die Jugend ermahnte, so wie die Lichtlein von Tag zu Tag mehr Licht geben, auch immerwährend in der Erleuchtung und im Glauben auszusteigen. Die glänzenden Ausführungen waren dem jugendlichen Begriffsverniögen meisterhaft angepaßt und fanden nicht nur lebhaften Beifall bei den Gästen, sondern machten auch sichtlich tiefen Eindruck aus das Gemüt der Jugend. Das Anzünden der Chaunkalichter nahm Herr Oberkantor Leopold Müller vor, und entzückte das Auditorium durch seine gesanglichen Darbietungen. Die Pause wurde durch vorzügliche musikalische Borträge (Klavier und Violine), der Herrn Otto Kaufmann und Rudolf Lampl sowie durch Verteilung von Säckchen mit Obst und Süßigkeiten an die Jngeud ausgefüllt. Daun würden „Die Makkabäer" von der Jugend, mit Unterstützung einer Anzahl junger Dome» und Herren, in äußerst geluugeuer Darstellung zur Aüfführung gebracht. Das vorzügliche Arrangement wurde von allen Gästen gelobt und speziell die Eltern dankten dem Borstande und Herrn Lehrer Müller in überschwänglichen Worten für die gelungene Feier, die auf das kindliche Gemüt nachhaltigen Einfluß üben dürfte. Es war nur eine Stimme, daß die Ausbildung der Schüler Resultate zeitigen, daß es^ Pflicht jedes bewußten Juden, diesen segeuvollen Verein zu fördern. Ober-Hollabrunu. Sonntag, den 15. d. M-. fand unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung von Ober-Hollabrnun und Umgebung das Leichenbegängnis der Frau Mathilde Wein berge r geb. Deutsch statt. Die Verblichene entstammte einer der vornehmsten Familien Mährens und lebte an der Seite ihres Gatten Herrn Leopold Weinberg e^r, Vorstandsmitglied der Chewra Kadischa und des Tempelvereines der hiesigen Knltnsgemeinde, seit 39 Jahren in der glücklichsten Ehe. Die Verblichene war eine edle, wohltätige Frannnd ob ihrer Bescheidenheit und Lauterkeit des Charakters von Jedermann hochgeehrt. Religwnslehrer S. I e l l i n e k widmete der so früh Dahingeschiedenen einen warm empfundenen Nachruf. Segen ihrem Andenken! St. Pölten. Bezugnehmend ans den in der letzten Nummer Ihres geschätzten Blattes erschienenen Bericht von dem Ausfall der hiesigen Kultuswahle», erlaube mir um Veröffentlichung folgender Berichtigungen zu ersuchen. Vor allem will ich feststellen, daß die Tempelbaufrage bereits 14 Jahre in Schwebe ist und die solange ^geführten- Unterhandlungen zw keinerlei Resultaten führten. Auf ganz^ besondere Schwierigkeiten stießen alle meine j.Vorgänger bei den Unterhandlungen mit der. Städtgemeinde^ und mir allein ist es gelungen, .diese in einer u'ür'.die Knltnsgemeinde äußerst günstigen Weise zum Abschluß zu bringen, indem njir die Stadtgemeinde St. Pölten bezüglich der Grundablösuug in.weitestgehender Weise entgegenkam. Unrichtig ist auch die Behauptung, daß seit 3 Jahren an der Lösung der Tempelfrage gearbeitet wurde, richtig dagegen ist, daß ich NNter Mithilfe sämtlicher Funktionäre der Kultusgemeinde dse Arbeit votr 1^/z Jahren ernstlich in Angriff nahm und in Allem und Jedem mit memen Mitarbeitern konform vorging. Was nun ,die Situation des neuen Tempels.betrifft, bemerke ich, . daß'allerdings den streng rituellen Vorschriften, unter dem Drange äußerer Umstände und mit Rücksicht auf die Oertlichkeit nicht ganz Rechnung getragen werden konnte, jedoch wurden diese Umstände vom Herrn Rabbiner Dr. Adolf Schächter, welcher jeder Sitzung beigezogen wurde, eingesehen und gebilligt. Eine weitere Unrichtigkeit liegt in dem Prozentsätze der Baukostellüberschreitung. von 50 Prozent. Der Wahrheit entspricht dagegen, daß die Bansumme mit Kronen 96.000 bis Kronen 100.000 präliminiert war, und nur nachher getroffene Verfügungen, wie Erhöhung der Zahl der Sitze, Einstellen der' Arbeiten an Samstagen und jüdischen Feiertagen und Errichtung einer Hansbesorgerwohnung eine Ueberschreitung des Präliminares um cä. 30' Prozent verursachten. Ueber die Erwähnung des Herrn I. K. von Plan I und II will ich mich nicht, weiter auslassen, nachdem es sich hiebei nur um ein Steckenpferd des genannten Herrn handelt, welches er bei jeder paffenden und unpassenden Gelegenheit zu reiten beliebt. Einer Korrektur bedürfen auch die Majorität-- und Minoritätsbegriffe des Herrn I. K.> denn eine Wahl, bei welcher 80 gütige Stimmen abgegeben werden, und davon nachweisbar 68 Stimmen auf meine Person fallen, dürste nicht als Minoritätswahl zu bezeichnen sein. Richtig bemerkte Herr K o h n, daß einige Herren ihre Siellen bei der Chewra Kadischa niedergelegt haben, aber es: handelte sich um Herren, deren Titelsucht durch den Ausfall, der Wahl nicht Genüge getan wurde. Dieselben Herren scheuten auch nicht davor, zurück^ Kronen 500„ welche zum Grundankauf im Subskriptionswege ausgenommen wurden, inkl. Zinsen bei Heller nnd Pfennig zurückzuverlangen. Die von. Herrn I. K. ausposaunte Siegesfeier entpuppte sich als eine harmlose^ gesellige Zusammenkunft der neugewählten Gemeindevertretungsmitglieder^ Albert Leicht. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Z. 3070/54 ex 1912. * Wien, 25. Dezember 1912. Knndmachnntz. Bei den auf Grund des Statutes der israelitischen Kultusgemeinde in Wien am 24. November und 4. Dezember 1912' stattgehabten Wahlen in den Kultusvorstand wurden nachbenannte Herren, gewählt: < I. Bo n der Gesamtheit der Wähler: a.) für eine sechsjährige Mandatsdauer: EmanneljHo f'sm an n, Hausbesitzer, XV111., Karl Ludwigstr.27; Dr. Gustav Koh n. Hof-und Gerichtsadvokat.'IX., Hahug. 2b; Dr. Josef P oll ak, k. k. Universitätsprofessor, I., Ännagasse 1;: Adolf Schrämet, k.'r. Hoflieferant, Kohlenhändler, H. Novaragasse 21 Leopold Simon, k. kl Kommerzialrat. Metallwarenfabrikant,. I., Freisingergasse 1; Dr. Maximilian Steiner. Privatier, IX., Günthergasse 2; Dr. Alfred S t e r n. em. Hof- und Gerichtsadvokal, H., Untere. Donaustraße'27; Ingenieur Robert Stricker, Oberkoinimssär der k. k. Staatsbahnen, 'HL, Bechardgasse 24. d) für eine zweijährige Mandatsdaner: Dr. Jakob E h r l i ch, Hof- und Gerichtsadvokat, I.,Nenthvrg. 16.^ II. Von den h ö h e r b e st e u e rt en Mitgliedern: 3,) für eine ^sechsjährige Mandatsdaner: Moriz B. Eißler. Hölzgroßhändler, I., Dr. Karl Luegerplatz 2;. Dr. Leopold K o h n. Hof- .und Gerichlsadvokat, I., Angnsteng. 4^ Dr. Arthur Kn ran da, Hof-undGerichtsadvokat,I.,Lngeck7^- Max Zirner, k. k. Hofjuwelier, I., Graben 7. - b) für reine vierjährige Mandatsdaner: - ■ Eduard Schwarz, Banmwollwarenfabrikant, I., Börsegasse 6-, DieseWahlen, gegen welche innerhalb der statutarisch festgesetztem Frist (§ 17. W.-O.) keine Einwendungen vvrgebracht wurden, wurden gemäß § 17, 3,1. 3 der -Wahlordnung in der Plenarsitzung vom 1b. Dezember 1912 vom Vorstände anerkannt. Dr. Alfred Stern Dr. Theodor Lieben Präsident. I. Sekretär. - ' .

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