Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 49 (20.12.1912)
- Date
- 1912-12-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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dir: 4A' Die Waffiüeü Ärttr?. ./Wrem Samstags de» 23. Dezember 1912/ findet Vit Bar-MizioäH rdes Wilhelm B rösler> Sohn des Amtsleiters Michael B ros l e r und kessem Gattin Rosalia,- -geborenen- F e i m a ii-n,' im Tempel, I./' Seitens stertengaffe. um 9 Ahr vormittags, statt. 'Sä-,!t' '-r; 5 '' <:! f Wie». Vor weuigeü Tagen ist hier der ehemalige Optiker Eduard G o ttl i e b gestorben, der,- wie mitgereilt wird; sein ganzes Vermögen woii ungefähr einer halben-Million -Kronen der israet/Kul'tusgemeiude in Wien testierte. ---- ' 1 Wien. (I ü d i s ch e T o h u b e ehall e. XX.: Othmargaffe 46.) Beginn der Vorträge :- Au Wochentagen 8 Uhr, Samstag, sowie .au Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eliltrltt frÄ für jedeu Erwachsenen: In-besonders feierlicher Weise wurde'in der Toyubee-Hallei das Chauukasest begangen. Herr F i n k e l st e i n. vom Leopoldstädter Tempel, nahm, assistiert von einem Döppelquartetr bestehend ans den Herren : Josef M i l e t> als Dirigent und den Sängern B e rnfeld, Nav aty, B i rn b anm, Zwiock, T o-n ko n o g i, Seid l lind' Lahi s unter den' üblichen Gesängen das Entzünden der Chanukalichter vor. Rabbiner-Professor Dt: Ros e ii selb hielt eine tiefdurchdachte Festrede, deren Aufbau -und Inhalt .begeisterten Beifall aüslöste. Nach der Teepanse etsrenle Herr Finkelstein durch den trefflichen Vortrag einiger Arien, in welchem seine schönen Stimmittel zu bester Geltung kamen, das Auditorium, dem auch noch einige Männerchöre, von dem obgenannlen Doppelgnartette ' vorgetragen, lebhafte Anerkennung entlockten. Das nächstwöchentlicheVortrags-Programm für die Zeit vom 21. Dezember 1912 bis 27. Dezember 1912 würde wie folgt: festgesetzt: Samstag, den 21. Dezember, Konzert. Sonntag, den :22. Dezember, „Ans dem Leben unseres Kaisers". Llchtbildervortrag des Herrn Siegfried G oldberger. Montag, den 23. Dezember/ Deutscher Literarnr-Zyklns, (Fortsetzung). Herr Franz Sonnenschein. Dienstag, den 24/Dezember. Geschlossen. Mittwoch, den 25. Dezember. „Die Ent/ stehnng der Lebewesen", Cand. med. Ernst Dusch a k. Donnerstag, den 726.' Dezember. Thema Vorbehalten. Professor Dl.'M.^ Rosenfeld. Freitag, den 27. Dezember, Bibelvortrag. Lehrer Markus P i ck. Sonntag, den 22. Dezember, halb 3 Uhr nachmitkags, findet iii der Toynbee-Halle die zweite der von Herrn ObMannstellvertreter Karl Fre u n d veranstalteten Kinderfestjausen in dieser Saison statt und es werdett'an/derselben drei- -hnndertdreißig arme Schulkinder der Brigittenau teilnehmen. Wien. (B e t h a u s v e r e i n „A m B o l k e r't"). lieber Vorschlag der-Schnlsekcion veranstaltete der Bethailsvorftand am 8. Dezember 1912 -nachmittags im Bereiustempel einen Chanuka-Jngendgottesdienst für die Schüler der Sprach- und Bibelschule (Talmud-Thora).' Abweichend von den. voraugegangenen. Chanukafesten wurde im -.heurigen- Jahre, der -Gesamtgottesdienst ausschließlich von den Schülern. - verrichtet Nebst dem -Gesamtvorstande mit dem Obmanne^Herrn AdoWS ch r a m e k an der Spitze und den Mitgliedern der Schnlsekcion unter der Führung des Obmannes A. Äantnel A d le r waren/ erschienen/: idie Herren! Religions- Jilspektor Julius Brau n, Neligionsprofeffor Moritz! Ä n t s ch e r l, kaif. Rat Adolf Weng e r u. v. a. Auch die Eltern der Schüler und viele andächtige Zuhörer waren erschienen; sodaß svwHl die Herrenals auch .die Damenabtelinngen vollends überfüllt waten/ Herr Vize-Präsident Dr. Gustav ^Ko hu. Herr Wolf Pa pp en h.xnm,! sowie die Vertreter des Tempelvereines im XX: Bezirke haben ihr Fernbleiben', entschuldigt. Nachdem das Ehanukalicht durch eineü Schüler, der die beiden-Se'genssprüche inder bekannten Tonart vorgetragen, hatte,/ allgezüiidets^worden war, wurden sowohl düs. „Haneraüs hälolu", als ^hch das Ch'anükalied vom. Schülerchor gesungen. Hierauf trugeiu Schüler'das Abendgebet mit den mülichen Niguuim in solch exakter und allseits überraschender Weise vor, daß die zahlreiche Zuhörerschar ihrer Befriedigung^ nicht geinig Ausdruck .zu geben wußte. Hernach hielt der Vereiusrabbiner Herr'J^ L. A b e l e s die Exhorte, wobei er die versammelten Schüler > der-Bibelschule (mehr, als 100 Schüler der verschiedenen Volks- und Bürgerschulkäffen/ sowie des Gymnasiums und der Realschule) für die Gotteslehre, undderen heilige Satzungen begeisterte, indem er die Bedeiltunssdes Chanukäfestes und die unbeugsame Kraft der Makkabäer, erläuterte. z;Mitü den' Porträgen von -ChanNkagedichten durch mehrere Schüler der einzelnen/Abteilungen schloß sodann nach Absingnng des Kaiserliedes dieses schöne. Ehänukastst. Schließlich wurden die Kinder in der Vereinskanzlei mit desi-von dein Sektlonsobinanne .Herrn Samuel Adler und dem Herrn kaif. Rat Adolf Weüge^zur Berfüguug gestellten Geschenken bedacht, wobei die Damen der.Vereinsvarstände. Frau Lina Adler, deren Tochter Frau Erna W üii^ch,! Fraü -kals: Rat Wenger nild Frau Bertha Kohn werktätig mithalfeu. Allseilb'wurdechem Sektionsvorstände für die umsichtige Leitung und den , beiden Lehrern der.Anstalt, den-Herren Adolf Nuß b aNm und Moritz Schulz für ihre besondere Mühe und Leistungen Lob gespendet. , Der Bethaüsverein-hat also durch -die Gründung dieser Bibelschule einem in dieseui, Bezirksteile vielfach emvfundenen Be ürfnisse Rechnung getragen, uild^dies-um/so' mehr, weil die Kinder, armer Eltern unentgeltlich -unterrichtet' und' mit/den Lehrmitteln -versehen werden. . j? . Wien. (K i n d e r b e k l e i d u n g s f e ft,)! Sonutag,. den 8. d. M. - fand im Saale der Produktenbörse das Bekleidüngsfeff d^s unter dem Protektorate Ihrer Exzellenz der Frau Baronin- B re n e r-t h stehenden Vereines ,Miuderschutz" statt. Dieses Fest, welches, Hie-Prütektorin mit ihrem Besuche beehrte, erhielt hiedurch einen besonderen Glanz/ stkach einem vom Chormeister J.'L ö w'i t auf dem Harmonium gespfett'en.Mralndinm begrüßte der äußerst rührige Obmann des Vereines Herr'Dr:-.Eduard Thal er die hphe. Protektorin sowie die Ehrengäste: die.Herren r'Bezirksvorsteher-Stell-: Vertreter Ernst Kl ebi nde r, Obmann Wes Ortsschulrates Pichler, Obmann' des Armenrates I u n g h o f e r, die Bezirksräte Hessenberger und Hof.Mann,' schilderte die Tätigkeit des Vereines Und betonte, daß seit Bestehen'desselben über 3000. arme Kinder mitMinchrbekleidung beteilt .wurden und gab der begründeten Hoffnung Ausdrucks daß., der Verein ünter dem Schutze 'l dieser besondersv warmfühleNden Pcotektvviw-' Und 'der rührigen Tätigkeit des Vorstandes, welchem es gelungen ist> frifchpulsterende Kräfte zu erhalten, einer sicheren Zukunft entgegengehen wird. NUN' Hielt Herr Hofrat Dr. Schl a g die Festrede; -in beredten, begeisternden Worten schilderte er die Bedeutung derHmnanität und die Einigkeit der'Menfchheit in der Humanität. Nach einem warmen Appell a« die Kinder, diirch-Fleiß und Sittfamkeit es zy, etwas Rechtem zu bringen, schloß der, Redner mit einem Hoch auf. Se. Majestät Kaiser Franz Josef.. I„ woraus : die: Kinder dce Volkshymne anstimmten.. Hierauf spracheli zwei Kinder im Namen aller der Protektorm und.dem. Vorstände DankeSworre.ans, welche beifällig-aufi? genommen wurden. Mit dem Vortrage zweier Mäuuerquartette durch die Herren L ö w i t» Kisch » er, S tr i cks und B al a b an schloß die schöne Feier. Den Kindern wurde noch eine, reichliche Jause verabfolgt.-Die,Pro, rektorin dankte-dem Obmann Herrn Dr. Thaler mit anerkennenden Worten für die schöne, gelungene. Feier. . -- : /; Wien. (K onze r t-A k a-d e m i e d e s W i e n e r S y n a g o g.e »-; s ä n ger - Bereiue s.). Am letzten Samstag gab der Wiener iSyna» - gogeusäuger-Berein im Hotel :„BayriicherHof" sein diesjähriges Wohl* ' tärrgfeits-Kouzert. Ein glänzendes Publikum füllte den großen Festsaal: und, schon die erste Nummer,: H ä n d l'p schmieriger ,Chor-mir Fuge^ , „Hallelujah",: unter der temperament- und verständnisvolleu Leitung des Herrn Chordirigenten I. Porr h. erweckte so lebhaften Beifall, daß er ' von der wackeren, aus 40 Marinbestehenden Sängerschav.wiederholt werden mußte. Der feinfühlige Vioiui-Birluofe, Herr Prof. Fritz Brunner, errang sich hierauf mit dem nicht großen, jedoch süßen und seekenvylleu Tona : seiner Geige/den stürmischen Beifall des-Publikums und mußte mehrere - Zugaben spielen, welche mit immer größerem Applaus belohnt wurden^ Die Sensation des Abends bildeten die glänzenden Darbietungen des^ . k. k. Hofopernsängers Josef Sch w a.r z.. der mit seiner vollendeten! Gesaugsknust und der Wucht seiner mächtigen und doch so herrlich schonen Barironstimme das, geipauut lauschende Publikum auf den Höhepunkt den : Begeisterung führte. Man hat. aber auch diesen ausgezeichneten Sängep! vielleicht niemals mit solcher Wärme, mir solch voller Hingabe an das! vorgetragene musikalische Werk und solch restloser-Entsalrung seines einzig!; schönen Organes singen gehört. Als die mächtigen. Töne Olas Trygasans : in G r i e g's',;Landerkeunung" verklungen waren, brach ein Sturm des : Beifalles los, der sich inscht ester legre, bis Herr Schwarz die Pisee wieder-- j holte; an diesem Erfolge gebührt auch dem Chore unter der Leitung des -. Dirigenten Josef Zet, lnik ein redlicher Anteil. Was sich jedoch nach dew. ' mit tiefster jüdischer Empfiildung vorgerragenen „Xol nickrs" (mit deutschem - Texte) und nach der mit unübertrefflicher Meisterschaft gesungenen „Masken-- ' ball"-Arie ereignete, kann schwer, geschildert werden. Das .Publikum jubelte i und die Synagogeusünger umringten und umarmten mit Tränen in den! Äugen ihren ehemaligen. Kollegen und der Beifallssturm legre sich nicht -früher, bis Schwarz auch »och die „Troubadour"-Arie hinreißend schön! gesungen hatte. Das Accompaguement dieser schwierigen-Pißcen hatte imi - letzten Augenblicke, da der gewohnte Begleiter des illnstren Sängers nicht erschienen war. der zufällig anwesende,,.junge Klavierkünstler .Felix Hupka > übernommeu und in tadelloser Weise durchgesührt.. Großen, daukeuswerten.. i Applaus fand Herr Oberkantor Joses M o r g e n st e r n, der mit künstle-,. , rischer Originalität einige russische Lieder sang und mit der, chasonisch schönen: - Rezirarion in Nowakowskys „Xto noson. zock" (aus dem Neilah-Gebete)^, i nnterstützr vom Mannerchor des Wiener Synagogensänger-Bereines und -dem trefflichen Baffe des Herrn Kantors Kischner, das Publikum zu - feffeln lvußte. Ebenso Fräulein Käthe Paths, welche ein Listd von- Hugy! - Wolf und die „Toska"-Acie mit ihrer umfangreichen, kräftigen Sopran-.! stimme und temperamentvollem Bortrag zu guter Wirkung brachte. Den-.! Schluß des denkwürdigen Abends bildete ein Stranßscher Walzer mit/ : nuterlegtem Texte, vom Mannerchor des Vereines mit dem richtigeii:- wienerischen Dreiviertel-Ähythmus prächtig gesungen. Ein animiertes Tauzkränzchen unter der Leitung des Herrn Rudolf . H e i m a n u hielt die Versucher bis in bje Morgeustuilden beisammen. Dem unermüdkicheu Obmann -Herrn Salo Lemberg e r und seinem ausopferungDvollen Mitarbeiter/ .Herrn .Samuel S t r i cks gebührt für diese Beraiistaltmig vollstes, uueini geschränktes Lob. - Wien. (Chanukaseier des H i etz i u g e r F r a ue u»% r*; eine s.) Wie seit einer Reihe von Jahren war auch diesmal dieses Fest - der Kinder für jeden Kiudersreuud ein, Labsal undman konnte sich über»,! zeugen, wie viel Gutes und Edles die Damen dieses Vereines schaffen. , 200 Kinder rouvbeu. mit einer guten Jause, mit Backwerk nnd Spielbreien in liebevollster Weise beteilt, davon 120 Kinder wunderschön bekleidet. Mach. - Entzünd en der Chanukalichter durch den Oberkantoc Gotthold Fried»:, l ä u d er begrüßte die Präsidentin Frau- Doktor,K r e n b e r g,e r sowohl, die Kinder nnd deren Pflegeelrern wie.auch die erschienenen Freunde und Gönner des Vereines u. a. besonders Frau Amalie B e ck. Präsidenrin des i Josefstädter Fraueil-Vereines - und Frau Doktor Kahn, Präsideirtin des Döblinger -Frauen-Vereines, Der Delegierte der Kulrusgemeiude Herr Dr.. Engel war berustich verhindert der Feier beiziuvohueu. Herr Dr. Grnnwald hielt eine .sehr sinnige Chanuka-Ansprache, welche in einem-Hoch aus den Kaiser ausklang, worauf sänitliche Anwesende die Bolkshymne, anstimmten. Zum Schluffe trug eine Anzahl Kinder schone Gedichte vor. Der -Hietzinger Frauen-Verein hat es sich zur Ausgabe gestellt, die in Wien, in. Familienpflege nntergebrachten, verlaffenen Kinder, welche im Schutze der Kultnsgemeinde stehen, wiederholt zu iiisvizieren rlnd bei dieser Gelegenheit dort helfend eiilzugreiseii. wo für ein Kind sei es Wäsche, Kleidung-, ärztl. Behandluilg, Nachhilfe, Uutercichr etc. erforderlich ist. Die Borstandsdameu. - des Vereines üben ihre Tätigkeit in herzlichster Weise mustergiltig. ans und ' kann ihnen hiefür nicht genug Dank und Anerkennung gezollt werden. Es ' ist selbstverständlich, daß die Kultnsgemeinde nach Möglichkeit Mittel bietet;. um diese .bedauernswerten Kinder gut versorgt zu wißen, .aber, es ist ganz