Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 49 (20.12.1912)
- Date
- 1912-12-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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m. 49. Die Wahrheit Seite ö. Und obwohl meine-Schläge Deine Majestät nicht verwunden konnten, fühle ich mich doch darin schuldig, daß ich durch.meine Angriffe auf Dich das Volk der heiligen Wahrheitimmer mehr entfremdete... i Verzeihe, verzeihe mir. Mitglieder des Synvds! Alles,' was hier; in meiner Lossagung steht, ist bewußt und unwiderruflich niedergefchrreben. Als Zeugnis dessen zerschneide ich meine Hand, entnehme der Wunde Blut und unterschreibe meinen Namen. Jliodor." ■* * * Der „N. I. K." wird aus Jerusalem geschrieben: Kürzlich erschien ein Erlaß des neuen Gouverneurs von Jerusalem, Mahaddi Bei, der die Frage des Bodenerwerbs durch ausländische Inden zum Gegenstand hat und die Lokalbehörden auf die einschlägigen früheren Verordnungen hinweist. Dieser Erlaß hat in verschiedenen Blättern zu alarmierenden Nachrichten und uuzntresfenden Kommentaren Anlaß gegeben, indem die Sache so dargestellt wurde, als habe die Konstantinopeler Zentralregierung dem Gouverneur Anweisungen erteilt, den Inden in Palästina den Grnnderwerb zu verbieten oder zu erschweren. Demgegenüber können wir auf Grund authentischer Informationen versichern, daß der fragliche Erlaß des Jerusalemer Gouverneurs keineswegs durch irgendwelche Verfügung der Zentralregierung hervorgerufen worden ist. Er enthält lediglich eine Wiederholung alter, bisher in Geltung befindlicher Verordnungen, und es entspricht einer von den ueuernannten Gonvernenren vielfach geübten Gepstogenheit, den lokalen Verwaltungsbehörden derartige ältere Bestimmungen in Erinnerung zu rufen. Da im übrigen die in Rede stehenden Beschränkungen, die aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stammen, dem Geiste der ottomanischen Verfassung und den Grundsätzen der neueren Gesetzgebung widersprechen, dürfte ihre Aufhebung wohl nur eine Frage der Zeit sein. Jedenfalls sind sie auch jetzt schon für die Entwicklung des jüdischen Kolonisationswerkes in Palästina von geringer Bedeutung und rechtfertigen in keiner Weise die Bennruhignng. die infolge des neuen Jerusalemer Erlasses in einem Teil der jüdischen Presse Platz gegriffen hat. aus nicht zu bewegen war, das Lehramt feines fel. Vaters fortznsetzeu, zn ersehen. In diesem Schreiben heißt es unter Anderem : „Mein sel. Vater sah oft meine Plackerei von früh 7 bis abends 8 Uhr — da ich auch zur Erhaltung des Hauses Privatlektionen geben, und nm halb neun Uhr nachls die Söhne Sophars unterrichten mußte — und da sprach er gar oft weinend und tröstend zu mir : Ich weiß wohl, mein gutes Kind, du Plagst dich sehr für mich, allein ich werde ohnehin nicht mehr lange leben, und dann hast du doch für dich ein gesichertes Brot . Diese Worte, die mich in meinem heiligsten kindlichen Hingebungsgefühle tief ergriffen, merkte ich mir wohl; und darum lieber Freund, schritt ich sogleich nach dem Tode meines Vaters mit dem Bewußtsein: meine Kindespflicht ohne jedwede Belohnung erfüllt zu haben — zur unwiderruflichen Kündigung meiner Lehrerstelle." — Der weitere Lebenslauf dieses bedeutenden Hebraisten wurde in dem oben erwähnten Artikel des Herr Löw in Kürze skizziert. Veritas. -i- -i° * Die Intention des Herrn Albert Löw, die Erinnerung an den verdienstvollen Hebrälsteu und Schriftsteller M. E. Stern im Gedächtnisse der jüngeren Generation aufzufrischen, finde ich. aus Anlaß von dessen 100. Geburtstage sehr rühmenswert, nur ist die in Nummer 48 mitgeteilte Lifte seiner Schriften sehr lückenhaft. Für den Moment fallen mir nur Folgende ein, die dort unerwähnt sind: 1. 0'2a,r-1is.-M11in, ein kurzgefaßtes talm. aram. chald. Handwörterbuch (1863), dem Prediger Mannheimer gewidmet. 2. Maimunis More Nebuchim, deutsch. 3. Kether Thora, die 613 Ge- und Verbote, poetisch bearbeitet. Das Beste ans Sterns Feder (1864) 4. Bechinat olam v. Jedaja Penini Bedaresi poetisch übersetzt (hebr. Einleitung von Rabbiner Jos. Weisfe). 5. Die Rabbinerwahl in Bumefsek (Jungbunzlau), Satyre in Bersen. Von Kochbe-Jizchak erwähnt Herr Löw blos Jahrgang 1843/6, während weit über 30 Jahrgänge erschienen sind. Dr. Ig. Friedlieber. Mar- Gmannet Stern. Ich gestatte mir den Artikel des sehr geehrten Herrn Albert Löw in Nummer 48 der „Wahrheit" (M. Emanuel Stern zu seinem 100. Geburtstag) durch einige Bemerkungen zu ergänzen: Der vorzügliche hebräische Dichter Emanuel Stern wurde, wie sein Biograph I. Reich in seinem „Bet Eel I. S. 46 angibt, am 9. November 1811 zu Preßbnrg geboren. Sein Vater, R. Isak Stern, ein ans der Prager talmudischen Schule hervorgegangener Jünger, hatte sich nicht nur bedeutendes talmüdisches. sondern auch profanes Wissen in Böhmens Hauptstadt angeeignet: Zur Zeit der Geburt seines Sohnes Max Emaniiel erfreute er sich noch des Wohlstandes, daher er bereitwilligst für die Heranbilditng seines reichbegabten Sohnes große Opfer brachte. Er ließ ihm von sehr gediegenen kenntnisreichen Lehrern im Talmud und anderen Fächern Unterricht erteilen und in freien Stunden nahm er selbst tätigsten Anteil an deffen Ausbildung, so daß er bald fähig war. die Vorträge des scharfsinnigen R. Moses Sofer besuchen zu können. Allein kaum zwölf Jahre alt, mußte Max Emanuel. dem mittlerweile herabgekommeuen Vater in seinem Lehramte an der königlichen israel. Primärhanptschnle in Preßburg als Gehilfe beistehen, und nach eingetretener völliger Erblindung desselben, als vierzehnjähriger Jüngling bereits das schwierige Amt selbstständig antreten. - Ungefähr zehn Jahre lang versah er dieses Lehramt und gab noch dabei Privatstnnden. nm das Vaterhaus erhalten zu können. Die späten Nachtstunden widmete er in Gemeinschaft mit seinem Freunde und Kollegen L. Dukes dem Stndinm der hebräischen Liter'atnr und sonstigen Wissenschaften. Als jedoch fein frommer Vater, den er wie einen Heiligen verehrte? im Jahre 1833 das Zeitliche gesegnet hatte, zog er sich vom Lehramte znrück, obwohl die Gemeinde ihn ersucht hatte, er möge ans Pietät gegen den sel. Vater, als deffen Nachfolger im Amte verbleiben. / Aus einem Briefe, den M. E. Stern im Jahre 1834 an feinen 'Freund-Dukesrichtete, ist der Grund, warum er durch- Ans der Wiener KntlnsAenreinde. (Plenarsitzung vom 8. und 15. Dezember 1912.) Spendenliste: Von Herrn Dr. Alfons Freiherrn von Rothschild anläßlich seiner Vermählung für das Spital der Knltnsgemeinde.K 20.000 für die Versorgnngsanstalt ... „ 20.000 zur Verteilung an Arme. „ 5.000 K 45.000 Bon Herrn Dr. Alfons Thorsch anläßlich des Ablebens seiner Tante Frau Ernestine Thorsch zur Verteilung unter würdige israel. Arme Von Herrn Dr. Leo Kriß anläßlich des Ablebens seiner Mutter Frau Agathe Kriß zur Verteilung an dürftige Witwen. Von Frau R. N., XVlLi., Gersthof, für den Tempelbau in der inneren Stadt. Von Frau Sidonie von Taussig anläßlich des Todestages des Her^n Theodor Ritter von Taussig zur Verteilung an Arme. Von Familie Weltsch anläßlich des Ablebens der Frau Emilie Welifch zur Verteilung an Arme Entnahme aus beit Sammelbüchsen im Tempel, XVHL. Schopenhanerstraße: für Arme.. K 127.53 für den Frauenverein . „ 63.77 für die Chewra Kadischa ..... 67.01 K 258.31 Entnahme aus den Sammelbüchsen im Tempel, XV., Turnergaffe: für Arme. Entnahme aus der Sammelbüchse der Versorgnngsanstalt zur Erhaltung der Versorgungsanftalt Von Herrn Kultnsvorsteher Emanuel Hoffmann eine Schnlchan-Decke für den Währinger Tempel. X 45.000.— 3.000.— 100 — 60.— 200. 50 258.31 255.78 29.42