Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 44 (15.11.1912)
- Date
- 1912-11-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Die Wahrheit Nr. 44. errichteten Schulzahnklinik, ein zahnärztliches und zahntechnisches Atelier in Wien eröffnet. Dr. Marrha Wolf ordiniert im 9. Bezirk, Servitengaffe lO. Wien. (Kranken- und Unter stützungsverein der L e m b e r g e r in Wien.) Dieser Landmannschaslsvereiu, der bereits vor fast zwei Jahren Begründer und der Sammelpunkt der in Wien weilenden Lemberger geworden ist, hat unter der bewährten Leitung seines Obmannes Herrn Ignaz Platz an Mitgliederzahl derart zugenommen, daß der Verein seine statutarischen Satzungen zu erweitern in d^r Lage war. Es wurde ein Witwen- und Warsenfond-Verem ins Leben gerufen, und von de» Mitgliedern des Borshmdes ein ansehnlicher Betrag als Gründuugsfond gesammelt. Mit Rücksicht ans die gemeinnützigen Bestrebungen und ans die statutarischen Wohlsahrteiurichtungeu, die in dem Namen dss Vereines deutlich zum Ansdrucke kommen, ladet die Vereiusleitung alle Commilitonen zum Beitritte ein und befindet sich derzeit der Sitz des Vereines im Restaurant Herling er, Wien, HL, Zirkusgasse 3. Wien. (Barmizwahfeier.) Eine wahrhast solenne Barmizwahfeier hat Samstag, den 9. d. M. im Josesstädter-Tempel (Neudeggergaffe) stattgesunden. Mit dem traditionellen Ecliod jockid begrüßt, wurde der Sohn des Vorstandsmitgliedes Herrn Albert Frankl uud der Frau Gisela geb. Steiner als Baruiizwah zur Thora gerufen und trug die Haftorah mit klarem, vollem Berständuiffe vor. Außer der Faniilie des Herrn Frankel haben sich eiugesunden: Der gesamte Vorstand des Josefstädter-Tempelvereines, die Herren: Kultusvorsteher S. Brod, S. Schein, Jakob B. Straßberg und zahlreiche Gemeiudemitglieder, die gekommen waren, um Herrn Frankl ihre Verehrung und Hochachtung zum Ausdrucke zu bringen. Nach den kanroralen Funktionen durch Oberkantor Neumann und Kantor Grob, hielt Rabbiner Dr. M. Bauer an den Konfirmanden eine gehaltvolle Ansprache, in der er besonders die fromme, echtjüdische Familientradition desselben rühmend hervorhob. Wie der Vater, Herr Albert Frankl, als Vorsteher dem Josesstädter-Tempel seine Kräfte und schönen Fähigkeiten widmet, so hat der Großvater, der gottselige Herr Sigmund Frankl, im Vorstände des Tempels im IX. Wiener Bezirke eine langjährige, segensreiche Tätigkeit entfaltet und der Urgroßvater, Herr Wilhelm (Wolf) Frankl s. A. hat seinerzeit in der großen, angesehenen Gemeinde Preßbnrg eine politische Führerrolle gespielt. In treffender Anspielung auf den Namen des Konfirmanden, Jizchok ben Abraham, der gerade an diesem Sabbath durch die verlesene. Sidra aktuell war, ermahnte der Rabbiner den Konfirmanden, diesem Namen, den ihm die Eltern in Pietätsvoller Weife zur Erinnerung an den verstorbenen Großvater gaben, allezeit Ehre zu machen, durch treues Festhalten am Judentume, durch Tugend und Güte, durch Glaube uud Frömmigkeit, wie sie nicht bloß im Elternhause, sondern auch im Hause der Großeltern, des Herrn und der FrauJgnatz Steiner und von der Großmutter, Frau Nanerte Frankl, in solch schöner, vornehmer Weise geübt werden. Nach dem Gottesdienste versammelten sich die Teilnehmer, zu denen sich noch eine überaus große Anzahl von Freunden und Verehrern des Hauses Frankl gesellte, in der Wohnung desselben, in welchem eine echtjüdische Barmizwäh-Sude abgehalten wurde, bei der die formvollendete Rede des Konfirmanden auf alle Gäste den tiefsten Eindruck machte. Aus der Reihe der gehaltenen Reden seien die des Herrn Rabbiners,Kultnsvorstehers S. Brod, Herrn Dr. Feuerstein, des Herrn L. Robitschek. der die Glückwünsche des Josefstädter-Teuipelvereiues überbrochte, besonders hervorgehoben. Im bewegten Worten dankte zum Schluffe Herr Albert Frankl im eigenen wie auch im Namen seiner Frau für die Beweise der Liebe und Freundschaft, die ihnen in so reichem Maße dargebracht wurden. Wir können diesen Bericht nicht schließen, ohne der Genugtuung Ausdruck zu geben: Li Io almon Jisroel! Prag. Die von der Prager Kultusgemeinderepräsentanz eingesetzte Kommiffion. bestehend aus den Herren Präsident Dr. R o s e n b a ch e r, den Herren Vizepräsiidenten Dr. B e n di e n e r und kais. RatHaurowitz, sowie den Herren Dr. Markus Fischer und kais. Rat Robert Fuchs, hat einhellig beschloffen, der Repräsentanz als Kandidaten für den vakanten Posten des Prager Oberrabbiuers primo et unico loco den gegenwärtigen Oberrabbinerstellvertreter, Direktor der Talmud-Thora-Schule, Herrn Dr. Heinrich B r o d y. in Vorschlag zu bringen. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß die Repräsentanz diesen Vorschlag genehmigen wird. Doktor B ro d y, der bekanntlich der Schwiegersohn des verstorbenen Oberrabbiners Dr. Ehren selb ist uud im Vorjahre eine Berufung au das Berliner Rabbinerseminar abgelehnt, erfreut sich als Redner und als Gelehrter eines ausgezeichneten Rufes. Skotschau. Nach fast vierjährigem Aufenthalte verließ vorgestern der hierortige Rabbiner Dr. Marmorsteiu unsere Stadt. In dem verhältnismäßig kurzem Zeiträume erfreute er sich der Sympathien der gesamten Bevölkerung, iusbesonders zeigte er sich durch sein gewinnendes und wohlwollendes Auftreten gegen jedermann als ein hochinrelligenter Manu und als ebensolcher Priester. Als solcher auch erkannt, wurde er znm Professor für jüdische Theologie an die „Jlws' College" (Rabbinerseminar) nach London berufen. Budapest. Der Großindustrielle Magnatenhausmitglied Baron Alexander Hatvany-D entsch feierte am 3.3. d. M. seinen sechzigsten Geburtstag und war aus diesem Anlass? Gegenstand zahlreicher herzlicher Ovationen. Derliu. (Deutsches Landes komitee der Allgemeinen Israelitischen Allianz.) Die in der Tagung vom 23. Oktober 1912 gewählte Statuten-Kommiffion hat in der Sitzung vom 11. November ihre Arbeiten beendet und das neue Statut fertig gestellt, welches dem Deutschen Landeskomitee in der nächsten Woche zur Beschlußsaffung vorgelegt werden wird. Die Kommiffion legt Wert auf die Feststellung, daß das Deutsche Landeskomitee den in der Preffe erwähnten Verhandlungen mit Paris fernsteht, und daß die Verhandlungen nicht in deffem Aufträge geführt worden sind. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegler. „Hotel Stefanie"^ II., Taborstraße 12. Freitag, den 15. und Samstag, den 16. November: „D n s T o j r a l e" Operette von I. Teer.. Freitag, den 15. November, halb 4 Uhr nachmittags, „D a s j ü d i s ch e Her z". Sonntag, den 17^ und Montag,, den 18. November 1912, „D e r ko m i s.ch.e.H e r r s ch e n" Operette von Scheikowitz. Sonntag, den 17. November, halb 4 Uhr nachmittags. „Der wahre Jude" Operette von B. Wilenski. Dienstag, den 19. November, „I ü d a l e der Blinde". Mittwoch, den 20. November, „Die weiße S k l a v i n" von Solatorewski. Donnerstag, den 21. November, Verein „Ansche Dath Wnzedek", „Dns Tojrale". Literatur. Dr. Frankl-Grün, Adolf: „Die Psalmen", sachlich und sprachlich erklärt. S. S. 89, Wien 1912. Selbstverlag, Wien, XIX. Hauptstr. 13- und in der Buchhandlung Kupitsch Wwe., I., Schottenring, Wien.. Mit Freuden begrüßen wir des nimmermüden Autors neuestes oben genanntes Werk, das ein Führer für unsere die Psalmen im Urtext lesende, studierende Jugend sein soll. Der Verfasser steht ans dem traditionellen Standpunkt und dafür wissen wir ihm besonderen Dank. Die ersten 17 Seiten enthalten eine vortreffliche Einleitung znm heiligen Weltenliederbuche, dann folgt eine wörtliche Uebersetzung mit der genauen. Erläuterung aller Vokabeln im Urtexte. Nicht nur den Schüler sondern auch den Lehrer und Kenner unserer biblischen Literatur, aber auch jeden sonstigen intelligenten Bibelleser regt Dr. Frankl-Grüns verdienstvolle Arbeit an. Der Preis ist ein minimaler nnd wird auf Wunsch auch des Verfaffers hebräische Psalnienansgabe den Interessenten übergeben. Die noch restlichen vier Psalmeubücher liegen bearbeitet im Manuskript beim Verfasser und schon dürfen wir den Wunsch anssprechen, dieselben baldigst in eben so schöner Ausstattung in die Hand zu bekommen. Welches von den 41 erläuterten Kapiteln der aufmerksame Leser aufschlägt und durchlieft. er kommt überall auf seine Rechnung. Wir haben nur noch ein „Vivant sequentes“ in Bezug auf die restlichen-4 Psalmenbücher. A.- Ost und West, Heft 11. November 1912. 12. Jahrgang. Inhalt: Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums (mit 46 Porträts), Dr. N. M. Nathan. Zur Methodologie der jüdischen Geschichte, Dr. A. Coralnik. Margot Lipmanu (mit 8 Illustrationen), Karl. Schwarz. Einiges über das Verhältnis jüdischer Väter zu ihren Söhnen (Schluß). Dr. Max Steif. Die jüdische Studentenschaft in Deutschland,. Erwin Goldemaun. August von Waffermauu (mit Porträt), Dr. Hans Mühsam. Reste althebräischer Musik flll) (mit Noten), Abraham Zewi Jdelsohn, Jerusalem. Mitteilungen des Zentralkomitees der Alliance I s r a e I i t e Universelle: Beschlüsse des Zentralkomitees in seiner außerordentlichen Sitzung vom 16. Oktober 1912.. Die Gründung von Bezirkskomitees der A. I. Ü. in Deutschland. Die Israeliten in Marokko. Zweites Verzeichnis (nach Ortschaften) der bei dem Zentralkomitee der A. I. U. für die Opfer der Exzesse in Fez ein-- gegangenen Beträge. Theater Felix Stößiuger. Inserate. Vom Vorstande der Israel. Kultusgemeinde Wien. - □ .V.. ' ■■- Wien, im November 1912. Anlässlich der bevorstehenden Wahl von Vorstandsmitgliedern und Vertrauensmännern finden die nachstehend angeführten Wähler-Versammlungen statt, zu welchen hiermit die P. T. wahlberechtigten Mitglieder der Kultusgemeinde Wien eingeladen werden. Samstag, den 16. November, 7 Uhr abends im Beethoven-Saale, I., Strauchgasse 4 Mittwoch, den 20. November, 7 Uhr abends im Saale des Hotel Guth, II., Stefaniestrasse 14. Der Eintritt in die Versammlungen ist nur Wahlberechtigten gegen Vorweisung der Wahllegitimation gestattet.,