Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 42 (1.11.1912)
- Date
- 1912-11-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Die Wahrheit Nr. 42. Kadifcha mit Herrn Vertreter Dr. Markus Spitzer, die Adaß- Jisroel (Schiffschule) mit den Herren Rabbinern I. Fürst und Baum garten und dem Präses Herrn Markus Bon di, viele Vereinsvorstände. Honoratioren, Freunde und dankbare Verehrer, aber auch junge jüdische Kaufleute, für die der Verewigte religiöse Vorträge im Bet-ha-Midrasch, dessen langjähriger Obmann er war, regelmäßig halten ließ, sie alle beteiligten sich an der letzten Ehre, (die dem uns so schnell entrissenen Herrn Buchwald erwiesen wurde. Au der Tranerbahre im Tempelhose sprachen die Herren Rabbiner H. S ch e n k, Prof. A n t s ch e r l und Oberlehrer K o h n. Feierlich ernst, der traurigen Stimmung Rechnung tragend, klangen unter freiem Himmel die Worte der Vortragenden, nach deren Schluß der Sarg gehoben und zum Leichenwagen getragen wurde, um nach Preßbnrg überführt zu werden. Ein langer Zug gab dem Wagen noch das Geleite und Dienstag, am darauffolgenden Tage nachmittags, fand das Leichenbegängnis von der Jndengasse nach dem großen Preßburger „Guten Ort" unter besonders großer Beteiligung einheimischer und Wiener Trauergäste, die mit der Eisenbahn' angelangt waren, statt. Es sprachen die Herren, und zwar in der Leichenhalle Rabbiner Sam. Donat, Rabbiner Flesch. Zo lisch an, Wolf Pappen heim, Brody und am Grabe Gabriel Fischer. Sie alle gaben dem tiefen Schmerze beredten Ausdruck über den Verlust eines großen Menschenfreundes - und eines für „Thor a, Awo d a" und W ohltu n verdienstvoll wirkenden, edlen Vaters und Wohltäters. Herr Rabbiner Goldstein-Wien wollte einer au ihn vom Wiener Bet-ha- Midrasch Talmud-Thora ergangenen Einladung entsprechend, an der Bahre sprechen, als gerade eine Trauerbotschaft vom Hinscheiden seiner jugendlichen Schwester ihn davon abhielt. Die Trauerworte aller Redner machten tiefen Eindruck auf die Anwesenden, auch als der Vertreter der jungen Kanfleute Herr Brody den Dank aller jungen Leute überbrachte, . die durch Herrn Buchwalds Bemühung zum regelmäßigen Thoralernen veranlaßt wurden. Die Erbauung eines jüdischen Bethauses im Wiener Allgemeinen Krankenhause, die Versorgung . jüdischer Patienten mit ritueller Kost und das Aufblühen des Bet-ha-Midrasch „Talmud-Thora" sind größtenteils dem rastlosen Arbeiten Bnchwalds und der Wertschätzung, die er überall fand, znzuschreibeu. Durch Jahrzehnte besuchte er an Sabbaten und Festtagen des Nachmittags in Begleitung einiger weniger Frenude die jüdischen Kranken in den öffentlichen Wiener Krankenhäusern und wurde überall von den armen Kranken wie ein rettender Engel begrüßt. Sein Name war ein überaus glanzvoller, den dankbare Herzen nie vergessen werden. Der tiefbetrübten Witwe und ihren guten Töchtern und deren. Familien kommen von allen Seiten Beweise aufrichtiger Teilnahme zu. Sonntag, den 3. November d. I., nm halb 5 Uhr nachmittags findet eine Tr an er fei er — „Hesped“ — für den Verewigten statt. — Segen seinem Andenken! Mödling. Unser Gemeindediener, Herr Adolf Sprinzeles, welcher seit 37 Jahren in der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde treu, eisrigst und gewisienhaft seines Amtes waltet, feierte Samstag, den 26. Oktober d. I. seinen 70. Geburtstag. Derselbe, war an diesem Tage Gegenstand schöner, Ehrungen seitens unseres Vorstandes. Unser verdienstvoller Kultusvorsteher, Herr Ignaz Belai, der nie die Gelegenheit einer Ehrung eines würdigen Funktionärs vorübergehen läßt, überreichte dem .Jubilar im Beisein noch einiger Vorstandsmitglieder eine von der hiesigen Kultusgemeinde gespendete, goldene Uhr mit deu Initialen der Gemeinde und dem eingravierten Namen des Jubilars und richtete einige herzliche Worte an denselben. Nachdem Herr Sprinzeles gerührt dankte, erfolgte die allgemeine Beglückwünschung seitens des Vorstandes und vieler Gemeindemitglieder. Möge dem Jubilar noch ein langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein. Oberhollabrunn. Samstag, den 9. November d. I., vormittags 11 Uhr, sinder im israel. Tempel zu Ober-Hollabrnnn die Barmizwah-Feier vom jüngsten Sohne des Kantors und Religionslehrers S. I e l l i u e k statt. Koufirmationsvortrag 3 Uhr nachmittags. Diakovar. Nach kurzem Leiden verschied hier der Großgrundbesitzer, Herr Adolf Kohn, Besitzer des goldenen Berdieustkreuzes. mit der Krone, der durch 36 Jahre Präses der hiesigen Gemeinde war und sich ' mannigfache Verdienste um dieselbe erworben hat. Das Leichenbegängnis fand'unter ungemein zahlreicher Beteiligung der hiesigen Bevölkerung und Deputationen fast aller slavonischeu Gemeinden statt. Die kantoralen Funktionen im Hause wie. am Friedhose versah Herr Oberkautor F r e u d e s in überaus erhebender Weise und die Nachrufe des hiesigen Rabbiners Herrn Dr. Roth sowie des Esiegger Rabbiners Herrn Dr. Ungar waren von so tiefer Wirkung, daß kein Auge tränenleer blieb. Am offenen Grabe nahm Herr Vorsteher S o m m e r herzbewegenden Abschied von dem Heimgegangenen Oberhaupte der Gemeinde. Er ruhe in Frieden! Berlin. Geheimrat Professor Dr. Hermann Munk, der berühmte Physiologe, ist. 73 Jahre alt, verschieden. Munk war aus Posen gebürtig und Schwiegersohn des Kommerzienrates Jasfe, Posen, Sein wissenschaftlicher Ruhm knüpft sich namentlich an seine Studien über die Funktion der Großhirnrinde. Munk war Mitglied der König!. Akademie der Wissenschaften. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegler. „Hotel Stefanie" IL, Taborstraße 12. Freitag, den 1., Samstag, den 2. und Montag, den 4. November 1912: „Mein Weibs Freund". Freitag, den 1. November, halb 4 Uhr nachmittags, „S.ulamith" von A. Goldfaden. Sonntag, den 3. November, 8 Uhr abends, „Das jüdische Herz". Sonntag, den 3. November, halb 4 Uhr nachmittags, „Der I a ch s e u" von M. Schorr. Dienstag, den 5. November, „Die weiße Sklavin" von Salotorowsky. Mittwoch, den 6. November, Wohltätigkeitsvorstellung des Vereines „Josef Perl", „Der wahre Jude". Donnerstag, den 7. November, Wohltätigkeitsvorstellung des Vereines „Bene Berith", „Jüd al e der Blind e", von I. Lateiner. Anstritte ans dem Indentmn. Deutsch Olga, geboren 5. Juni 1885 in Budapest. Fischer Stephan, Privat, geb. 18. Oktober 1891 in Wien. Xm. Bez., Töpselgasse 6. Eisen lohn Rosa, Privatbeamtensgattin, geb. 12. März 1890 in Wien. II., Enusgaffe 23. Singer Rosa, Privat, geb. 1. November 1870 in Budapest. H. Bezirk, Pulverthurmgaffe 7. Z einer Gisela, Postoffiziantin, geb. 9. Juni 1876 in Wien. IV. Bezirk, Hauptstraße 52. P l a tz e k Rosalia, Gemischtwarenhändlerin, geb. 24. Juni 1879 in Brunovitz. XVI. Albrechtskreithgasse 20. Schiller Emma, Private, geboren 6. Juni 1875 in Wien. IX. Fuchsthallergasse 11. Ko res Dr. Hans, Advokatnrskanditat, geb. 5. November 1885 in Wien. XIX. Greinergasse 23. Horvath Jeanette, Kanfmannsgattin, geb. 7. Dezember 1867 in Szill Somogy. VIII. Albertgasse 5. Bek Otto, Kellner, geboren 4. September 1895 in Wien. V. Wiedener Hauptstraße 118.; . Lechuer Hedwig, Private, geb. 6. Jänner 1883 in Wien. VII. Bezirk, Siebensterngasse 33. L e ch n e r Heinrich, geboren 17. April 1908 in Wien. VII. Bezirk, Siebensterngasse 33. -; Reiner Dr. Fritz, Ingenieur, geb. 17. Oktober 1866 in Rohoncz. VH. Stollgasse 4. Beck Karl, Mechanikergehilfe, geboren 11. Jänner 1891 in Wien. VII. Zieglergasse 81. Fleisch mann Antonie, Kleidermacherin, geboren 3. Oktober 1873 in Klosterneuburg. XVII. Nattergasse 20. Rosenkranz Luise, Privat, geboren 17. September 1865 in Roßdorf. IX. Liechtensteinstraße 24. Groß mann Elisabeth, Beamtin, geb. 21. September 1870 iu Wien? XIX. Döblinger Hauptstraße 68. Epelban m Elisar, Privatbeamter, geboren 8. Jänner 1874 in Krementschug. H. Kl. Sperlgasse 5. Epelbaum Marie, geboren 14. Dezember 1878 in Kiew. H. Kleine Sperlgasse 5. ' Israelitische Kultnsgemeinde Wien. Für den Chor des Tempels in Wien, II. Bez., Tempelgasse Nr. 3, werden Knaben aufgenommen, die über schöne Stimmittel verfügen, gut hebräisch lesen können und nicht unter 8 Jahre alt sind. Anmeldungen werden entgegengenommen jeden Sonntag von 9 bis 10 Uhr und jeden Montag von 5 bis 6 Uhr im Chorprobelokale, II., Tempelgasse 3, ebener Erde. Der Beihausvorstand. I. BASSIST mit klangvoller modülationsfähiger Stimme, wird beim Synagogen-Verein „Beth Israel“ in Wien, II., Leopoldsgasse 29, aufgenommen. Gehalt K 60—-70 monatlich.; : Offerte nebst Zeugnissen sind an das Sekretariat: obir gen Vereines zu richten.