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Die Wahrheit · 1912-10-04 · Heft 38 (4.10.1912) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 38 (4.10.1912)
Date
1912-10-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Aeite 8. Die Wahrheit. Gewöhnlich wurde der Nayre . der, Beigesetzten nicht auf den Sarg geschrieben., In den seltenen Fallen, wo dies,'dennoch geschah, beglmgte. -man sich mit der bloßen Angabe des<Naylens Md vermied-gePsseutlich jedwedes onnrionlüin vitas des Wr- .storbeneu. Ans diesen Inschriften geht weiters hervor, daß die Steinsärge nicht nur zur Unterbringung, der Gebeine einer, sondern mehrerer Leichen dienten. Einer enthielt, die Ueberreste des Papjas und einer, die der Salome, wohl seiner Frau. Ein anderer diejenigen des Chauin, des Joseph und noch anderer Familieuglieder, wie z. B. des Anajah. Verschiedene Aachrichteu. Wien. Im Leopoldstädter Tempel wird am Schemini-Azereth-Feste Herr Rabbiner Dr. Feucht w an g die rabbinischen Funktioneu versehen. Wien. Am 5. Oktober begeht der Stenerinkaffant der Wiener Kultusgemeinde, Herr Leopold L i b e s n y, seinen 70. Geburtstag. Der überaus rüstige Jubilar, der seit 35 Jahren in äußerst zufriedenstellender Weise seinen Dienst im Dteueramte versieht, erfreur sich sowohl bei seinen Vorgesetzten als auch unter den Mitgliedern der Gemeinde allgemeiner Beliebtheit. Am 5. Oktober werden es auch 60 Jahre, daß er. als zehnjähriger Knabe in den Chor des Stadttempels eintrat, woselbst er später als Tenorist bis zum Jahre 1898 wirkte. Leopold Libesny ist einer der wenigen heute noch Ueberlebenden aus dem trefflichen Chorsänger-Ensemble Meister Snlzers und in seiner Erinnerung spiegelt sich die klassische Zeit des Wiener Gottesdienstes wieder, der Nestor Sulzer Glanz und Weihe gegeben. Im Jahre 1900 wurde ihm die Ehrenmedaille sür 40 jährige treue Dienste verliehen. Bei dem Samstag, den 5. Oktober im Leopöldstädter Tempel stattfiudeuden Morgengottesdienste sind sür den Jubilar besondere Ehrungen geplant. Wien. Bei den im Sofiensaal an den hohen Festtagen der israel. Knltnsgemeinde veranstalteten Gottesdiensten hat Herr Kantor I. Süd (Schüler des Oberkantors Bauer) die ersten kantoralen Funktionen versehen und durch seine klangvolle Tenorstimme, sowie durch seinen herrlichen Vortrag allgemeinen Beifall errungen. Herrn Kantor Süd wurde auch die Anerkennung des Vorstandes ausgesprochen. , Wien. (Preisaus schreibe tu) Das Direktorium des Jüdischen Nationalsonds beabsichtigt die Herausgabe einer neuen Marke und ladet hierdurch alle Künstler ein, sich ani Wettbewerb um die Anfertigung eines paffenden Entwurfes zu beteiligen. Bedingungen: 1. Die Marke soll die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds, der bezweckt, Land in Palästina zur Besiedlung durch Juden zu erwerben, in klarer, allgeniein verständlicher Weise zum Ausdruck bringen. 2. Sie soll die Aufschrift „Eieren Lsjernebh Le Jisroel“ in hebräischer Qnadratschrift tragen. 3. Das Format der ausgeführten Marke wird ca. 21joX3cm betragen und steht es den konkurrierenden Künstlern frei. Hoch- oder Querformat zu wählen. Auch können die Entwürfe in größerem Maßstabe ausgefertigt werden; es ist dann jedoch in der Zeichnung die spätere starke Verkleinerung zu berücksichtigett, damit die Wirkung bei der verkleinerten Ausführung nicht beeinträchtigt wird. 4. Die Entwürfe sind in einer Farbe ausznführen. 5. Der Jüdische Natioualfond erwirbt durch die Auszahlung der Preise das Eigentums- und Reproduktivnsrecht der preisgekrönten Entwürse. 6. Der erste Preis beträgt Mk. 300.—, der zweite Preis beträgt List. 150.—; wir behalten uns das Recht vor, weitere Entwürse zum Preise von Mk. 100.— zur Ausführung zu erwerben. 7. Die Entwürfe sind vor dem 1. Januar 1913 dem Hauptbureau des Jüdischen Nationalsonds. Köln a. Rh. (Deutschland), Nenmarkt 33, portofrei einzusenden, das auch gerne weitere Auskunft erteilt. 8. Dem nur mit einem Kennwort bezeichneteu Entwurf ist ein verschlossenes Kuvert beiznfügen, welches das Kennwort und den Namen des Künstlers enthält. Nach der Preisverteilnug wird das Knvert eröffnet und der Name des preisgekrönten Künstlers veröffentlicht. 9. Das Preisrichteramt haben in liebenswürdiger Weise übernommen: die Kunstmaler E. M. Lilie n und Leffer U r y, beide in Berlin, als Kunstsachverständige, Rechtsanwalt Dr. M. I. B o d e n h e i m e r-Köln, als Vertreter des Jüdischen Nationalsonds. 10. Die Entscheidung über die Ausführung bleibt dem Direktorium des Jüdischen Nationalfonds Vorbehalten. 11. Spätestens anfangs Februar 1913 erfolgt die Bekanntmachung der Entscheidung. 12. Die nicht preisgekrönten und nicht erworbenen Entwürfe sind von den Urhebern nach Bekanntmachung der Entscheidung zurückznfordern. Für Entwürfe, die bis zum 1. Avril 1913 nicht zurückgefordert sind, wird keine Verantwortlichkeit übernomuien. Wien. (Worin die Wiener voran sind.) Wenn man einen Ausländer fragt, um welche Einrichtung er Wien beneidet, so kann man ost als Antwort hören: um die Volkshochschulen. Und zugleich kann mau auch erfahren, daß der Wiener gerade diese Einrichtungen kaum kennt. Und doch scheint es nach dem Tätigkeitsbericht des Wiener Volksbildungsvereines und dem Programm seines Volksbildungshauses im V> Bezirk, Stöbergaffe 13—15, als könnte hier jeder besriedigt werden, dem sein Beruf nur wenige Abendstunden zur Erweiterung seiner Kenntnisse freiläßt. Auch werden im Bolksbildungshause von hervorragenden Schauspielern und Schriststellern an Sonntagen Vorlesungen ans den größten Dichtungen gehalten und von bedeutenden Künstlern und berühmten Orchestern Konzerte veranstaltet. Der Eintrittspreis beträgt 30 h bis El 1.20. Wissenschaftliche Vorträge (meistens mit Lichtbildern) werden von Universitätsprofefforen und anderen Gelehrten am Sonntag nachmittags, Mittwoch und Samstag? abends, gehalten (Eintritt frei oder 10h). Um aber jedem zu ermöglichen, ' daß er sich ein systematisches und gründliches Wissen erwerbe, werden an allen Wochentagen' von' ViL—^10 Uhr' abends Unterrichtskurse abgehalten. Im heurigen 'Winter, gibt es Unterricht : int Dentscheu(vom Leseunterricht bis zur Literaturgeschichte),, Rechnen, Mathematik (Algebra—Trigonometrie)^ Geographie, Astronomie, Anatomie, Botanik, Zoologie, Geologie, Geschichte KÄturgeschichie, Musik. Kunstgeschichte, Technik rc. In jeder Wissenschaft) sind auch Kürsr für solche, die gär keine Vorkenntüisse besitzen.- Eine Bibliothek,-eine kleine Sternwarte,und naturwissenschaftliche Sammlungen stehen den. Kurshörern zur Verfügung. -In Fachgruppen mit Exkursionen, Disknssions- und Leseabenden wird eine speziellere, tiefere Bildung erstrebt. Znaim. Das Leichenbegängnis des Direktors des hiesigen Spitäles, kais. Rares Dr. Ü l l m a n n, gestaltete sich zu einer erhebenden Trauerknndgebnng und gab einen Beweis von der allgemeinen Liebe und Verehrung, deren sich der Verblichene nicht nur hier an der Stätte seines vieljährigen Wirkens, sondern weit über die Grenzen Südmährens Hinaus erfreute. Von Nah und Fern waren Tranergäste herbeigekommen, Reich und Arm, Jung und Alt, Stadt und Land erwiesen dem Heimgegangenen die letzte Ehre. Herr Bürgermeister Dr. H o m m a mit den Mitgliedern der Gemeindevertretung, die städtische Beamtenschaft, die Aerzte Znaims und viele auswärtige Berufskollegen des Verstorbenen, Herr OLGR. Graf Vetter, der Sanitätsreferent der mährischen Statthalterei Herr, Re-, gierungsrat Dr. Spitzer, der Vorstand der Knltnsgemeinde und Chewra Kadischa, die Angestellten des Krankenhauses, Gutsbesitzer und einfache Landwirte aus der näheren und weiteren Umgebung, die Freiwillige Feuerwehr und der Militärveteranenverein, dessen Ehrenmitglied der Verblichene war, u. v. a. begleiteten Dr. Emannel Ullmann auf seinem letzten Wege hinaus auf den jüdischen Gottesacker. Die ergreifende Ansprache, die Herr Rabbiner Dr. Kahan im Sterbehanse hielt, war von großer Wirkung auf die Trauerversammlnng :... Unerwartet, plötzlich, ist dieser treffliche, au Geist und Herz' so hervorragende Mann uns ällen entrissen worden — entrissen seiner Familie, für die er gelebt und gestrebt, deren Wohl er begründet und gefördert; entrissen den zahllosen Kranken und Leidenden, die von seiner hervorragenden Kunst Genesung und Erleichterung für sich erhofften; entrissen unserer Gemeinde, die wir ihn mit Stolz den Unfern nannten, ihn, der für die Ehre und die Wiedergeburt des jüdischen Volkes mit Begeisterung eintrat; entrissen endlich unserer Stadt, zu deren vornehmsten Bürgern, zu deren Zierden er gehörte,!.. . Plötzlich, mitten aus seiner rastlosen Tätigkeit im Dienste der Leidenden, da weder er noch wir an ein Ansruhen dieses tatenreichen Mannes dachten, ist seiner segensreichen Tätigkeit Halt geboten, ist sein rastloser Geist zur ewigen Ruhe gebracht worden. Aber gerade hierin ist für uns einiger Trost enthalten .. . In der Erinnerung der Nachwelt wird er fortleben als der rüstige, tätige, unermüdliche Menschenfreund, als der Stolz seiner Familie, als die Hoffnung der Kranken und Leidenden, als dieZierde seines Standes und seines Volkes... Die kautorale Funktion im Trauerhanse und am Friedhofe versah Kantor Handgriff in erhebender Weise. Amstetten. Anläßlich der Vermählung der Erzherzogin Elisabeth Franziska, der ältesten Tochter des Erzherzogs F r a nz Salvator und der Erzherzogin Marie Valerie, mit dem Hohen Herrn Grafen von W a l d b n r g, die am 19. d. M. in Wallsee, welches dem Sprengel unserer Knltnsgemeinde gehört, stattfand, gratulierte auch unsere Knltnsgemeinde und Herr Bezirksrabbiner Dr. Ch. G. Bertisch.. Am nächstfolgenden Tage kamen folgende telegraphische Danksagungen: Vorstehung der israelitischen Kultusgemeinde Amstetten. Das Neuvermählte Paar haben die von der Vorstehung der israelitischen Kutusgemeinde srenndlichst znm Ansdruck gebrachten Glückwünsche mit wärmstem Dank entgegenzunehmen geruht. Erherzogliches Obersthofmeisteramt. Ehrwürden Herrn Bezirksrabbiner Dr. Ch. G. Bertis ch, Amstetten. Ihre kaiserlichen und königlichen Hoheiten, der durchlauchtigste Herr Erzherzog Franz Salvator und die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Marie Valerie, sowie das Neuvermählte Paar danken Herrn Doktor für die in so freundlicher Weise zum Ausdruck gebrachten Glückwünsche auf das wärmste. Lederer, Obersthöfmeister. Nagy-Kanisza. Herr Kantor und Sekretär Samuel Goldmann hat an den vergangenen hohen Festtagen zum 50. Male in der hiesigen Gemeinde vorgebetet. Sein bescheidenes Wesen wollte es nicht zugeben, daß der Tag als Jubiläum gefeiert werde, weshalb die Gemeinde, in welcher Kantor G o l d m a n n sich allgemeiner Verehrung erfreut, von jeder Ovation Abstand nahm und sich bloß auf eine einfache Gratulation beschränkte. Kantor G o l d m a n n versieht nach wie vor in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit alle ihm obliegenden Funktionen. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegler. „Hotel Stefanie", IL, Taborstraße 12. Ab Freitag, den 4. Oktober 1912 täglich zum erstenmale „Der wahre Jude", Operette in vier Akten von B. Wilenski, Musik von Rumschinski. Sonntag, den 6. Oktober 1912, um halb 4 Uhr nachmittags, bei ermäßigten Preisen „H e rz a l e M e j i ch e s" von M. Richter. Austritte ans dem Judentum. K a u f m a n n Dr. Rudolf. Privatdozent, geb. 3. September 187t in Wien, I., Franzensring 22. ' S ch w i m m e r Wally, Jonrnalistens-Gattin. geb. 30. Juni 1884 in . . Stuttgart, Wien. I., Dominikanerbästei 5. Schwimmer Karl, Journalist, geb. 1. Februar 1879 in Neusatz, Wien, I., Dominikanerbästei 5. Faßt Otto, Handelsakademiker, geb. 25. Juli 1897 in Triest, Wien, I., Führichgasse. 6.

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