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Die Wahrheit · 1912-07-12 · Heft 27 (12.7.1912) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 27 (12.7.1912)
Date
1912-07-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
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tzreüe^/ M 27! durch die sy ste ma tisch e S » g g e st io n desoudn-s b e e i f i u ß b a re Bewnßtseiuszustäude herbeigeführt' werd^lMweH^ das! menschülhkErkeMtmsheMvgenv^öll lMcinUrg'' Mü b.e n. Md-r rr e inüchen^ - -c $uuUs;f! u .0;v;<: n 5 -t ~ " Diese Erschemimgen haben im geistigen Leben aller Völker und aller Zeiten einen beständigen Einfluß geübt und eine meist feindliche, oft aber eine gewaltige Rolle gespielt. Der klare Blick und die Vorurteilslosigkeit in der Menschheit schwindet leider in dem Verhältnisse, als der religiöse Aberglaube und Mystizismus immer mächtiger emporwnchert, während andererseits der wahre, höhere Meuschengedanke über die Göttlichkeit uit Auflösungsprozesse sich krümmt und windet. Wahrlich, in einer solch ernsten Zeit sollte man jene idealen Güter der memchlichen Aufklärung in richtiger Weise zum Gebrauche fürs Leben aller würdigen und schätzen lernen. Ich wünsche deshalb, in meiner heutigen Arbeit jenen aufrichtig zu gefallen, die dafür richtiges Verständnis au den Tag zu legen vermögen um auch der guten Sache selbst ihr Recht zu gewähren. . Verschiedene Nachrichten. Wien In der großen Schar der Gratulanten, die Meister Alfred Grün seid zu seinem 60. Geburtstage beglückwünschten/befand sich auch eine Deputation des "Oesterr.-ungar. Kantorenvereines, bestehend ans dem Präsidenten Oberkantor I. Bauer, Vizepräsidenten Oberkantor S. Dun mau n, Oberkantor I. Morgenstern und Redakteur Alois Ku l ka. Meister Grünfeld dankte freudig bewegt für die ihm dorgebrachten Wünsche und bemerkte zu den Herren, daß er stets ein guter Jude war und es bis au sein Lebensende bleiben werde. Wien. Herrn Elieser K is ch n e r, der seit Jahren kantorale Funktionen am Leopoldstädter Tempel versieht und wiederholt, auch bei Vertretung von ersten Funktionen, Gelegenheit hatte, seine prachtvolle Barilonstimme sowie sein fachmännisches Wissen und chafanijches Können zur Geltung zu bringen, ist vom Kultusvorstande der Titel eines Kantors verliehen worden^ Herr Kischner hat das Wiener Konservatorium mit Erfolg absolviert. Bielitz. Herr Rudolf Fisch er, Kantor und Sekretär der ifrael. Kultusgemeinde zu Bielitz, hat sich mit Fräulein Johanna Fischer, Tochter des Oberkantors Adolf Fischer in Sasvar, Ungarn, verlo.bt. Budapest. Der Landesfond der Neologen, der für Kultüszwecke gesammelt wurde, erreichte die Höhe von 1,024.998 K. Es werden jährlich über 40.000 L verausgabt. . Z. B. Budapest. Das Amtsblatt veröffentlicht die Verleihung der ungarischen Baronie an die Großgrundbesitzer Dr. Adolf Hochberg, Alfred Kohner, Eugen Kohner und Wilhelm Ko Huer für Verdienste auf dem Gebiete der Volkswirtschaft und des öffentlichen Lebens. Pinezehely. Bei der hier in Angelegenheit des gekündigten Chasan abgehalrenen Schlußveihaudlung des orthodoxen Schiedsgerichtes wurde die beklagte Gemeinde zur Bezahlung einer höheren Abfertigüngssumme verhalten und sonach im Prinzip ausgesprochen, daß der Gemeindebeamte nach Ablauf eines gewiffen Zeitraumes .seine Stelle als definitiv' betrachten kann. Vorsitzender mar der Oberrabbiuer von Bonyhad. D. Berlin. Unter Leitung seines Vorsitzenden, Oberrabiner Dr. Margulies, Florenz, hat der engere Ausschuß des ProFalascha-Komitee am 2. Juli in Berlin eine Sitzung gehalten, in der das Arbeitsprogramm für die nächste Zukunft festgesetzt wurden Nachdem die sehr befriedigenden Berichte über die bisherige Propaganda in fast allen europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten zur Kenntnis genommen waren, . wurde der Beschluß gefaßt, die Hilfsaktion zugunsten der Falaschas unverzüglich zu beginnen. Im Oktober d. J. wird Dr. Faitlovich, dessen zwei frühere Reisen zu den Falaschas von so bedeutendem Erfolg begleitet waren, wiederum nach Abeffynien gehen. Er wird sich zunächst in die italienische Kolonie Eryträa begeben, mit von dort an§ die Expedition zu den Falaschas anszurüsten und die notwendigen Vorbereitungen für die Errichtung einer Schule einzuleiten. Bei den Falaschas selbst wird er sein Augenmerk hauptsächlich darauf lenken, eine größere Zahl junger Leute, die geeignet sind, später als Lehrer unter ihren Landsleuten zu wirken, aüszuwählen und der zu gründenden Schule zuzuführen. Die Nundreise bei den , Falaschas wird einige Monate in Anspruch nehmen und Ende des Sommers 1913 beendet sein. Dann soll sofort die Schule eröffnet werden und der Unterricht beginnen. Als Sitz der Schule ist Adigala in Aussicht genommen, das au der Grenze zwischen dem Reiche des Negus und der italienischen Kolonie liegt. Bis zur Fertigstellung eines eigenen Gebäudes, für das die italienische Kolonialverwaltung den Grund und Boden zur Verfügung zu stellen bereit ist und die Falaschas als Bauarbeiter berangezogen werden, sollen, werden in landesüblicher Weise provisorisch Hütten und Zelte errichtet werden, die Lehrern und Schülern als Unterkunft - dienen können. Dr. Faitlovich wird aus seiner Reise von zwei der von ihm früher mitgebrächren und nach europäischer Methode ansgebildeten Falaschas begleitet sein/ die auch nach Eröffnung der Schule als Lehrer tätig sein-werden. Propagaübä /hestriNi^ Ue1cden''könüen.'! So" stehk zu hoffen/ büß nach' Sielfachen Hindernissen den Fätaschäs'r Südlich-diM, von? ihnen so sehr ersehnte reljgiöj^ Unterweisung, und die Verbindung mft.dey anderen Juden gewähre Werden können.-', J Marburg. Am 4. Juli feierte der Geheime Regierungsrät Professor Dr. Hermann'C o h'e n in Marburg, einer der bedeutendsten Jünger' und Vertreter der Kantischen Philosophie, eine Zierde der Wissenschaft/ dev' in seinem Leben und seiner-Lehrtätigkeit-sich stets als ein glaubeiistreuer - Jude jederzeit bekannt hat, den 70. Geburtstag. Seine zahlreichen philosophischen Schriften sichern ihm eine bedeutende Stellung in der Gelehrtenwelt, seine Schriften „B e k e n u r ui s s e in d er Iu d e u fr ag e", „D i r Nächstenliebe im Talmud" ü.a.m. die dankbare Verehrung i'einer Glaubensgenoffen^ Der Jubilar wurde am 4. Juli 1842. in Coswig in Anhalt geboren; er hat dort das Gymnasium, später das jüdisch-theologische Seminar in Breslau besucht und hierauf in Berlin-Halle studiert. Jm'- Jahre 1873 habilitierte er sich als Privatdozent in Marburg, 1875 wurde er außerordentlicher, 1876 ordentlicher Professor. Schüler und Verehrer' des Gelehrten haben ihm. ein Jnbiläumswerk gewidmet, das eine Fülle gelehrter Beiträge zur Philosophie enthält. Kopenhagen. Nach fünftägiger Verhandlung vor dem obersten: Gerichtshöfe ist das Urteil in demProzeffe des Oberrabbiners Dr. L e w e nst e i n gegen die Gemeindeverwaltung geschöpft worden und hiemit endete ein Zwist, dessen Austragung ein ganzes Jahr dauerte. Die Ursache waren religiöse Unstimmigkeiten mannigfacher Art, wie Mischehen u. dergl. Zunächst waren dem Oberrabbiner für seine Amtsentsetzung 50000 Kronen Schadenersatz zuerkauut. Lewenstein beantragte aber eine' Erhöhung ans 80000 Kronen, die ihm nun von der höchsten rechtlichen Instanz zuerkannt wurden. Die Gerichtskosteii von 1200 Kronen sind von der Gemeinde zu tragen. Oberrabbiner Dr. Lewenstein ist mittlerweile nach' Zürich berufen worden. . Rom. Wie das italienische offizielle Blatt „Giorilali d'Jtalia" aus Benghäsi in Tripolis berichtet, haben die jüdischen Frauen dieser Stadt am 2. Juni als der Jahreswende der italienischen Verfassung, znm Beweise ihres Vertrauens sür die italienische Regierung dem Kommandanten: von Benghäsi eine eigenhändig gestickte Kriegsfahne in italienischen Farben überreicht. Die Fahne, welche ein Kunstwerk der weiblichen Handarbeit darstellt, wurde am 2. Juni auf dem Gebäude des italienischen Konsulates feierlich gehißt und vom Militär wie auch von der angesammelten Menge enthusiastisch begrüßt. Newyork. Im Apr.il d. I. sind im Hafen von Newyork 2126 jüdische Emigranten gelandet, gegen 2966 im April 1911. Von den Einwanderern sind 1203 männlichen und 923 weiblichen Geschlechts. 1419 von ihnen stammen aus Rußland. Das Bargeld, das die jüdischen Emigranten mit sich führten, belief sich ans 62187 Dollar. Von den 2126 Emigranten wurden 118 seitens der Einwanderungsbehörde zurückgewiesen. Austritte uns dem Judentum. W eztler David. Kutscher, geb. 17. August 1891 in Sogojsk. XX. Bez. Jägerstraße 21. Ho des Rösa, Gesangschul., geb. 8. Jänner 1886 in Budapest. IX. Bez, Canisiusgasse 20. Wielander Michael, Privat, geb. 4. Oktober 1854 in Bnd. IX. Bez. Peregringaffe I. Grohmann Robes, Cand. phil., geb. 4. Oktober 1888 in Chlnmec. XX. Unterberg gaffe 4. W a i z m a n n Friedrich, geboren 29. Jänner 1886 in Wien. H. Bezirk, . Lilienbruimgaffe 11. Eisler Heinrich. , geboren 27. Oktober 1883 in - Wien. . XV. Bezirk, Hanglüßgasse 4. Schwarz Paul, geboren 6. September,1893 in Wien. H. Bezirk,. . Czern in gaffe 13. Kern Marianne, Private, geboren 3. April 1899 in Wien. IX. Bezirk, Universitätsstraße 11. Kern Helene. Private, geboren 5. Februar 1857 in Wien. IX. Bezirk/ Universitätsstraße 11. - v D e utsch Albert, geboren 29. Februar 1888 in Szegedin. H. Bezirk/ Negerlegaffe 4. / Harnason Margit geb. 8. Mai 1873 in Kowno (Rnßl.). VII. Bez./ Schottenfeldgäffe 2—-4. , / Teperberg Bernhard, Privatbeamter, geb. 23. März 1883,-.in Wien. XX. Wasnergaffe 7,, ... ' . ' Eisler Leovol8/ Kutscher, geboren 5. ffilai 1880 in. Wien. XX. Bezirk,.. ' Leysiraße.Rr.-75. ' , . - - ' - S a^e n g e r Moritz/:/geb. 14^ November 1860 in Budapest. III. Bezirk/' Obere Werßgä'rbersträße l^, : / - i:■ N a m b onse k''Hermann, Ledergalanterieivaren-Arbeiter, geb- 31. De-- zember 1889 in Wieü. X^I., Menzelgnffe 8. ' ' Fri e dm a n n Jöseff geb. 3./Äügnst 1855 -in Innsbruck. XIII., Bezirk,u Reinlgaffe 44. ' j, : " ' Steinbach Jatöslach Käusmann,, geboren/7. März 1876' in Kamenitza./d. L. IM.'Berggqffe 4.- --

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