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Die Wahrheit · 1912-06-21 · Heft 24 (21.6.1912) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 24 (21.6.1912)
Date
1912-06-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit. Nr. 24. Regierung, gut, -dann .sollen , sie sie,.habeu. Und noch eins, sollen wir dabei, auch auf jüdischer Seite nicht vergesjen. Die Macht der Organisation hat hier über alle Schwierigkeiten hinweggeholfen. Die Masse der jüdischen Arbeiter hat es,ermöglicht, sie an einem Zentrum anznsiedetn, znjorganisieren und die zweckmäßigen Einrichtungen zu treffen. Davon können -wir auf anderen Gebieten, für andere Bevölkerungs-Schichten lernen. '; Unrecht wäre es, wenn wir zum- Schlüsse nicht dankbar des jüdischen Komitees gedenken würden, das sich um dieser großen Tat willen den heißen Dank der gesamten Jndenheit verdient hat; insbesondere hat sich Herr Siegfried Wiener in Kattowitz, ein Sohn des bekannten von feuriger Liebe für das Judentum erfüllten dortigen Gemeindevorstehers, die größten Verdienste um das Zustandekommen der Angelegenheit erworben, er hat persönlich mit dem Direktor verhandelt, er ist auch bereit weiter Auskunst zu erteilen. Verschiedene Nachrichten Wien. Seine 4. u. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 29. Mai d. I. dein Bibliothekar erster Klasse an .der Universitätsbibliothek in Wien Dr. Michael Holzmann den Titel und Charakter.eines Oberbibliothekars allergnädigst zu verleihen geruht Wie«. In der Plenarsitzung des Wiener Knltusvorstandes vom 7. Juni 1912, hielr der Präsiden! Dr. Alfred Stern vor Eintritt in die Tagesordnung dem verstorbenen, langjährigen Vorstandsmitglied David Ritter von Gutmanu einen Nachruf, in dem er daraus hinwies, daß David Ritter von Gutmann, wie in allen Körperschaften, deren Leitung er angehörte, so auch als Mitglied des Vorstandes der Wiener israelitischen Knltusgemeinde für alle Angelegenheiten der Gemeinde ein lebhaftes werktätiges Jnteresie au den Tag legte. Der Präsident gedachte in warmen Worten der munifizenten Spende, welche der Verblichene kurz vor seinem Tode zur Errichtung eines jüdischen Kinderspitales widmete, durch welche allein schon er sich ein immerwährendes ehrendes Andenken in unserer Gemeinde gesichert hat. Schließlich beantragte der Präsident diese Trailerkundgebung, welche von den Anwesenden stehend angehört wurde, dem Sitzungsprotokolle einzuverleiben. Dieser Antrag wurde einhellig angenommen. Wie«. (JsraelitischerTempel-Verein Wieden und Margarethe n). Die Trauerfeier für weiland David Ritter v. Entmann fand Donnerstag den 13. d. M. in dem von dem Verstorbenen mitgegründeten Kaiser Franz Joses Jubiläumstempel. V. Siebenbrunnengaffe, unter Anwesenheit zahlreicher Trauergäste statt. Dem vom Oberkantor Simon Weiß und dem Tempelchore vorgetragenen Psalm, folgte das Anzünden des Seeleulichtes für den Verstorbenen und die von dem Vereins- und Gemeinde-Rabbiner Ehrw. H. Reich gehaltene, formvollendete Gedächtnisrede. Tiefen Eindruck machte der von dem stimmbegabten Oberkantor Weiß vorgetragene Trauerpsalm und das Schlußgebet. Der Feier in dem würdig dekorierten Gotteshause wohnten unter, anderem bei: Der Chef des Hauses Gutmann, Herr Wilhelm Ritter von G u t m a n n, die-Nichte des Verstorbenen, Frau von E i s n e r, sein Neffe, Herr Vorsteher Siegmnnd'W iesner und Beamte des Hauses. Vom Vorstände der Kultusgemeinde Herr Kommerzial-Rat Z i r n e r. Herr Sekretär Dr. Adler, die Vorsteher der Tempelvereine Herren Adolf H o f m a n n, Salo Fuchs. L a m v l, I. S. Straßberg, G o l d n e r. N u ß b a u nt; die Rabbiner Chacham Papo der türkischen Gemeinde und Dr. Taglicht des Mariahilfer Tempelvereiues. Der Kantorenverein war durch seinen Präsidenten Oberkantor I. B a n e r, die Vizepräsidenten Oberkantoren S ch o r r und D ü n m a n n, sowie durch die Vorstandsmitglieder Obertantoren S ch l e i s e r, B a s s e r, R o s e n b e r g vertrete». Ferner waren anwesend Professor. Josef S u l z e r. Waisenhansdirektor R. K o h u, Chordirigent H e i m a n n und der Gesamtvorstand des Tempelvereines Wieden-Margarethen dessen Ehrenpräsident der Verstorbene war. Wie«. Sonntag, den 16. d. M. ist der Direktor der Anglo- Oesterreichischen Bank, Herr Adolf Landesberger, infolge eines erst vor wenigen Wochen merkbar gewordenen Herzleidens im Alter von 54 Jahren gestorben. Der Heimgegangene, der ein Opfer seiner angestrengten Berufstätigkeit wurde, zählte zu den begabtesten und angesehensten Vertretern des österreichischen Finanzwesens und erfreute sich auch durch die seltenen Vorzüge seines Charakters allseits der höchsten Wertschätzung. Das Leichenbegängnis fand Dienstag, den 18. d. M. nachmittags 3 Uhrunter imposanter Teilnahme der industriellen und finanziellen Kreise vom Trauerhause H, Porzellaugaffe 5, nach dem Zentralsriedhofe statt. Nach den vom Oberkantor M o r g e n st e r n exekutierten Trauergesängen und der Trauerrede des Oberrabbiners Dr. G ü d e'm a n u nahm der Präsident der Anglo-Oesterreichischen Bank Karl M o r a w i tz mit tränenerstickter Stimme Abschied von dem Heimgegangenen und schilderte in tiefbewegten Worten den großen Verlust, den das Institut durch den Tod dieses um seine Entwicklung so hochverdienten Mannes erlitten hat. Wie«. Herr Dr. Leopold P l äs ch ke » wurde in die Verteidigerliste des Wiener Oberlandesgerichtssprengels eingetragen und hat seine Kanzlei VI., Mariahilferstraße 127. (Telephon 1201.) Wipn. Fräulein Klara C h a m p i d es, Tochter des Herrn Natha» ' Cham e i d e s, hat sich mir Herrn,Pari! Fis ch e r verlobt. Wien. Der Verein zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender in'Wien, II., Malzgasse 1, hielt am 18. Mai unter dem Vorsitze. des Obmannes Herrn Saul K l au s n e r seine 27. ordentliche Generalversammlung ab. Herr Schriftführer k. k. Rechnungsrat Fritz Goldfarb erstattet den Bericht über das abgelaufeue Vereinsjahr. Redner konstatiert^ daß die Finanzgebahrnng während der Berichrsperiode ein durchaus günstiges Resnltat aufznweisen'habe, da trotz der bedeutend erhöhten Ausgaben an Krankenunterstütznngen und für das neu eingerichtete Vereinslokal das Bereilisvermögeu nicht angegriffen; werden mußte. Die Vereinsleitung stellt. nun iiin Sinne des Statuts folgende Anträge, welche von. der Generälversämmlnttg zu Beschlüssen erhoben werden. 1. Einschreibegebühr für neu eintretende Mitglieder wie bisher X 6.—. Monatsbeiirägefür den Verein, inkluffve Witwenbeiträge X 1.50. 3. Regiebeiträge vom Darlehen: unter X 60.— frei, über X 60.— 6 Prozent. 4. Krankennnterstützungen: Dieselben betragen X 2.50 pro Tag ni der Dauer vonsechs Wochen; für den Fall einer länger als sechs Wochen ununterbrochen andauernden Krankheit werden für weitere sechs Wochen Krankengelder im Betrage von X 1.50 pro Tag bewilligt. 5. Die Bereinsleitung wird ermächtigt,, in besonders berücksichtigenswerten Fällen die übliche Witwenabsertigung von X 300.— auf X 400.— zu erhöhen. 6. Weiters wurdeder einstimmige'Beschluß gefaßt, sämmtliche Mitglieder zu ersuchen, zu den durch die herrschenden Tenerungsverhältnisse bedeutend erhöhten Vereins-' regien einen jährlichen Regiebeitrag von X 2.— in Halbjahrsraten, a X 1.— an die Vereinskaffa zu entrichten. Die Herren Rudolf G v l dst e i n und Michael Schlinger, welche sich um den Verein hochverdient gemacht haben., werden von der Generalversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt. Hierauf wird die Wahl folgender Herren als Vorstandsmitglieder^ vorgenommen: Bar der Ignaz. Brenner Wilhelm, Barschak Arnold, B o d e n st e i n Aron, F r i e i> nt a » n Jakob, Goldberg Sam., G o l d f a x b Fritz, G o l d st e i n Rudolf, K l a u sn e r Saul, Kokusch Wolf, Münz Jakob, O b e r Bernhard, P i n k a s Simon, Schlinger Wilhelm, Stapler Josef, W e i u i n g e r Selig. In den Vorstand des Witwen- und Waiseusonds-Vereines werden gewählt die Herren: Freund S. A., Rabbiner M. L. G o l d st e i n, Gr ünberger Josef, K a m m Max, K r u g Isaak, Melinger Emannel. Sämtliche Herren erklären, die ans sie gefallene Wahl anzunehmen, woraus die Versammlung geschlossen wird. Wien. Am 6. Juni d. I fand die 33. Generalversammlung des Vereines „Zur Unterstützung armer kranker Israeliten" statt. Obmann^ Herr Markus B o n d i, begrüßte die Versammlung und teilt mit, daA der löbl. Kultnsvorstand das Nichterscheinen, eines Vertreters in Folge, besonderer Umstände mit Bedauern zur Kenntnis bringt. Herr Bondi legt die prekäre Lage des Vereines dar, dessen Gebahrungsdefizit aufrund" 7800 X angewachsen ist. Obgleich die Leistungen des Vereines allgemeine Anerkennung finden, läßt die materielle Unterstützung vieles zu wünschen übrig und müffen oft dringende Verlangen der Herren Professoren ltufr Abteilungsvorstände unberücksichtigt bleiben, weil die Mittel des Vereines unzulänglich sind. Die großherzige Subvention des löbl. Kultus-Vorstandes kann dieser Lage auch nicht abhelfen. Die zunehmende Zahl der armen Kranken, die hohen Preise aller Lebensmittel haben unsere Lage leider zu einer sehr schwierigen gestaltet und müffen wir an alle Wohltäter appellieren, unser Werk zu fördern. Besonders wäre unsere Jugend berufen, ihre Tatkraft in den Dienst der guten Sache zu stellen^ Besonders erwähnt wurde die besonders eifrige Tätigkeit unseres Vorstandsmitgliedes Herrn Isidor Fromme r.. Herr Bernhard H o f b a u e r möchte berichtigen, daß der Beitrag der löbl. Knltusgemeinde nur zum Teile eine Subvention für den Verein darstellt, da zirka 5—6000 X das Aequivalent für die vom Verein besorgte Verköstigung sämtlicher jüdischer' Kranken in allen Heilanstalten während der Peßachtage und hohen Feiertage bietet, welche Verköstigung die Kultusgemeinde seit jeher gewährte. Herr Sigmund V i k t o r beantragt, daß die sämtlichen Bethausvereine wegen einer Förderung unseres Vereines heranzuziehen sind. Herr Doktor I. R e i n i n g e r empfiehlt einen dringenden Aufruf an die ungarischen und galizischen Gemeinden, die eine große Anzahl Kranker senden. Herr Gabriel Fischer empfiehlt dem Vorstände durch persönliche Agitation Geldmittel zu beschaffen. Herr Adolf Fischer empfiehlt die Einrichtung einer eigenen Küche als bestes Mittel zur Sanierung der Finanzen des Vereines. Dem Vorstande wird das Absolntorium erteilt und demselben, besonders dem hochverdienten Obmanne Dank und Anerkennung votiert. Die austretenden Vorstandsmitglieder werden mit Akklamation' wieder und Herr Adolf Fischer neu gewählt. Zn Revisoren werden bie Herren Sigmund B i k t o r. Gabriel Fi sch e r und Arnold R o s e nf e l d bestellt. Es wurde noch ein Begrüßungstelegramm an unser wohl-° wollendes Vorstandsmitglied/ Herrn Ignatz Back, der in Marienbad weilt, abgesendet. Nach Verlesung der Zuschriften des löbl. Kultus-Vorstandes, des Herrn Rabbiner Dr. G r im w a l d, des Herrn Kultusvorstehers B r o d und Herrn Simon B n ch w a l d schließt der Vorsitzende die Versauimltutg. Gesellige Zusammenkunft der Wiener Kantoren ab Dienstag, den 16. April, 3 Uhr nachmittags ab Dienstag, den 16. April, 3 Uhr nachmittags ■ Wien, II. .Praterstrasse 33, f. Stock

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