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Die Wahrheit · 1912-05-24 · Heft 20 (24.5.1912) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 20 (24.5.1912)
Date
1912-05-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit Nr. 20. eusprechen für die aufopfernde Liebe und zärtliche Sorgfalt, mit der sie ihn stets umgab und der er es eigentlich zu verdanken hat, daß er sich öffentlichen Angelegenheiten widmen konnte. Namens der Familie dankte der jüngere Sohn des Jubilars, Herr Beno Zolles, für die ihrem Familienoberhaupte erwiesene Aufmerksamkeit. Wir können nicht umhin, zum Schluffe dem aufrichtigen Wunsche Ausdruck zu geben, es möge dem allverehrten Herrn Ignaz Zolles, der auch in den Verwaltungen mehrerer anderer Vereine ersprießlich wirkt und mit Recht zu denjenigen zu zählen ist, von denen es heißt: .-12112x2 1122 '2122 B'pDIJW von Gott beschieden sein, sich uoch lange, lange Jahre m voller geistiger und körperlicher Frische, sich eines frohen und glücklichen Daseins zu erfreuen, zur Freude seiner ehrenwerten Faniilie und zum Wohle der Vereine. Wien. Am Montag, deu 20. Mai d. I. J/28 Uhr fand im Restaurant Touello die IV. ordentliche Generalversammlung des Hietzinger Fraueu-Wohltätigkeitsvereines statt. Unter den überaus zahlreich erschienenen Gästen bemerkte man: Kultusvorsteher k. u. k. Hos- und Kammerjuwelier Max Z i r u e i als Vertreter der Kulriisgeuieinde, Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d und Frau, Chefredakteur Dr. I. S. Bloch, Hofrat Dr. I. Schlag, Frau Rosa Kopfstein, Frau Clotilde Benedikt in Vertretung des Vereines Frauenhort, Frau Sophie G r ü n s e l d in Betretung des Vereines Ferienheim, für den Brigirtenauer Wohllätigkeitsverein Frau Dr. Weiß, für die „Philanthropia" Frau Dr. Halber st am in, für die Auskuuststelle Frau Reg. Rat Wien, für das Lehrmädchenheim Herr und Frau kais. Rat Dr. Krüger. Herr und Frau Dr. Weiß, für den Döblinger Frauenverein Frau Dr. Kahn, für deu Verein „Einheit" Herr Hosbauer und Herr Fischer, ferner Lehrer Eduard Brüll. Amtsleiter Rudolf Kran ß, Offizial Moriz U u g e r, zahlreiche Vertreter des Tempelvereines in Hietzing etc. etc. Die Präsidentin Frau Direktor Laura Krenbergar eröffnete die Versammlung und begrüßte die Anwesenden. Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolles der letzten Generalversammlung, des Berichtes über die Tätigkeit des Vereines im abgelaufeuen Arbeitsjahr, und des Kassenberichtes ergriff die Präsidentin das Work, um Herrn und Frau Max Ziruer namens der Versammlung herzlichen Dank zu sagen, für die von ihnen in Purkersdors gegründete erste Kolonie des Vereines, von der im Rechenschaftsberichte als „von einem warmen Kinderfrennd errichtet", Erwähnung getan ist. In einem reizenden Häuschen mit einem großen prachtvollen, an den Wald grenzenden Garten ist diese vorläufig für 15 Kinder bestimmte Kolonie untergebracht, die zum Andenken an den verewigten Vater der Frau Gisela Ziruer, Herrn Kommerzialrat Ludwig Zwieback. geschaffen wurde, deffen Namen sie tragen wird. Herr und Frau Ziruer, die dieses Heim angekauft, auf das zweckmäßigste und modernste eingerichtet haben, werden auch die Leitung der Kolonie selbst übernehmen. Mögen die Kinder in unmittelbarem Kontakte mit diesen wahrhast guten und vornehmen, warmfühlendcn Menschen zu guten, tüchtigen selbstbewußten Juden heranwachsen. (Die Versammlung hatte sich von den Sitzen erhoben; das Ehepar Ziruer wurde stürmisch akklamiert.) Herr Rabbiner Dr. G r u n w a l d beleuchtete in ungemein humorvollen Worten den Werdegang des Vereines und wünschte ihm auch für die Zukunft schöne Erfolge, auf seinem Kriegszuge gegen das große Elend unter den armen verlaffenen Kindern. (Lebhafter Beifall.) Herr Max Zirner begrüßte die Versammlung als Delegierter des Knltnsvorstandes und bat den Verein, versichert zu fein, daß der Vorstand der Kultusgemeinde seine segensreiche Tätigkeit voll anerkenne und seinen Bestrebungen stets wohlwollend gegenüberstehe. Herr Bernhard Hofbauer beglückwünschte den Verein zu seiner Kolonie und der Tatsache, daß der so edle Wohltäter zu seinen Gönnern zähle. Er wünschte auch dem Vereine „Einheit", deffen Präsident er ist, solch munisizente Förderung. lieber Antrag der Fran Dr. Kahn wird dem geschäftsführenden Vorstände das Absolutorium erteilt. Der Vereinsvorstand wird sohin unter Kooptierung der Damen Rosa S ch n l h o s und E. B r ul l einstimmig wieder gewählt. Der Präsidentin Frau Laura Krenberger wird über Antrag der Frau Oberrevideutin Franziska B i r m a n n der herzliche Dank für ihre überaus mühevolle und ausgezeichnete Tätigkeit ausgesprochen. Die Vorsitzende teilt mit, daß soeben Herr und Frau Dr. K 0 pst e i n für die Kolonie in Purkersdorf K 50.— gespendet haben — wird mit lebhaftem Dank und Beisoll zur Kenntnis genommen — und schließt den offiziellen Teil der Sitzung um halb 10 Uhr abends. Hierauf las Herr Offizial U n g a r, Beamter des Wohltätigkeitsamtes der Kultusgemeinde, eine intereffante Skizze, in der das Schicksal eines unter der Obhut der Kultusgemeinde gestandenen, verlaffenen Kindes geschildert wird, das jahrelang von seinen Eltern gesucht und endlich gefunden wurde. Die Versammlung folgte seinen Ausführungen init Beifall und lebhaften! Jntereffe. Wien. Samslag, den 25. Mai d. I. um 3 Uhr 30 Minuten findet ein Vortrag im Beth-Hamidrasch „Talmud-Thora" H Malzgaffe 16 des Herrn Rabbiner G 0 l d st e i u statt. Thema: „Geschichte der Juden." Gäste willkommen. Wien. (Die Enthüllung einer Gedenktafel) für weiland Lector M. Friedmann, welche am 19. d. M. im Wiener Bet-ha Midrasch stattfaud, vereinigte ein zahlreiches Auditorium von Freunden, Gönnern und Verehrern des dahingeschiedenen Gelehrten. Die Räume der Lehranstalt erwiesen sich zu klein, um alle Erschieuenen zu fassen. Man bemerkte in Vertretung des Kultusvorstandes den I. Vize-Präses Herrn Dr. Gustav Ko hu, in Vertretung des Bet-ha-Midrasch-Vorstandes die Herren Dr. Markus Spitzer, Dr. Leopold K o h n und Sekretär Fuchs, von der Jsr.-theol. Lehranstalt die Herren Rektor Prf. Dr. A. Schwarz, Prf. Dr. S. Kraus und Dr. A p t 0 w i tz e r, ferner die Herren Sekretäre kais. Rat Dr. L re.be n und Dr. A d l e r, die Herren Rabbiner Dr^ Feucht w an g und Dr. K a m i n k a, Dr. I. S. B l v ch, kais. Rat Dr. Krüger, Univ. Prf. Dr. Josef Herzig, Dr. W. Schneeberger, Dr. Haas, ferner die Herren Amtsleiter F r e y st a b tr H 0 r 0 witz und R. Kra u s, die Herren Prf. Dr. Heinrich P 0 l l a k und Prf. A n t s ch e r l, Herrn I. Kantor. I n r b e r g e r, Herrn Bibelschulinspektor I. Brau n, die Herren Bibliothekare Dr. M ü n z und Dr.' W a ch st e i n und die Familie des Gelehrten. Herr Dr. Markus Spitzer begrüßte im Namen des greisen Dr. Schmied! die Festversammlung und gedachte in temperamentvoller Rede der Verdienste Lektor F r i e d m a n n s um das jüdische Wissen, er rühmte die pietätvolle Dankbarkeit des edlen Geschwisterpaares, welches als Stifter der Gedenktafel in seinem Lehrer sich selber ehrte. Er sprach die Hoffnung, aus, daß es in Israel nie an solchen Lehrern und solchen Schülern fehlen möge. Hierauf nahm Herr Lektor Dr. Rubin das Wort zur Festrede,- in welcher er das oft zitierte Paradigma von der Bedürfnislosigkeit des Thorasorschers neu und trefflich kommentierte. Oberkantor Morgenstern beschloß die Feier mit dem meisterhaften Vortrage des El mole raehamim. Mödling Die Kultusgemeinde Mödling hat in ihrer letzten Sitzung des verstärkten Knltusansschuffes vom 13. d. M. den einhelligen Beschluß gefaßt, eine ihrer Bedürfnissen entsprechende neue Svnagoge zu erbauen.- Unter den für diesen Zweck vorgelegten Projekten hat das des Architekten Ignaz Reiser, des Erbauers des Kaiser Franz Joses - Huldignngsrempels im H. Wiener Gemeindebezirke, allgemeinen Beifall gefunden imbwurde infolgedessen derselbe mit der Ausführung dieses Baues betraut. Luhatschowitz. Dr. Siegfried Frankl hat seine kurärztliche Tätigkeit hier wieder anfgenommen. Berlin. Wir erhalten folgende Zuschrift: Die Unterzeichneten sind heute zu einer Versammlung zusammengetreien und haben einstimmig beschlossen, die zwischen den bestehenden Vereinigungen der deutschen Mitglieder der A. I. U. und dem C. C. in Paris vorhandenen Mißverständnisse zu beseitigen. Zu diesem Zweck ist eine Kommission gewählt worden, welche den Weg hierzu feststellen soll. Berlin, den 15. Mai 1912. Direktor Dr. Adler, Frankfurt a/M. Justizrat Blau, Frankfurt a/M. Justizrat Dzialoszynski, Berlin. Senator Fischer, Linden-Hannover. Kommerzienrat Gallinger, Nürnberg. Stadtrat Gimkiewicz, Berlin. H. Gumperz, Hamburg. Justizrat Dr. Held, Nürnberg. Professor Kalischer, Berlin. Rabbiner Dr. Kopfstein, Beuthen. Geheimrat Landau, Berlin- Rechtsanwalt Lippmann, Hamburg. Philipp Schiff, Frankfurt a/M. Professor Dr. Silbergleit, Berlin. Rabbiner Dr. Werner, München. Justizrat Wolff, M. d. A.. Lissa. ßingesendet. Vom Verein „Mensa academica Judaica" werden wir um Aufnahme nachstehender Erklärungen ersucht: In seiner Plenarversammlung vom 15. April 1912 hat der Verein „Einheit" beschlossen seinen Namen in „Verein Einheit, rituelle Mensa academica Judaica und Speisehallen" nmzuändern, trotzdem bereits seit November 1911 eine Mensa academica Judaica im IX. Bezirk, Pramergasse 31, bestand, welche unter Aufsicht des Rabbinats und der Kultnsgememde steht und allen Ansprüchen der rituellen Zubereitung der Speisen^ Genüge leistet. Indem wir ans die untenstehende decidierte Erklärung sämmtlicher jüdischer Studentenvereine und Verbindungen Wiens Hinweisen, ans der die ablehnende Haltung der jüdischen Studentenschaft gegenüber der „Einheit" deutlich hervorgeht, sind wir bemüffigt festznstellen, daß die „Einheit" kein moralisches Recht hat auf Grund der neuen Namensänderung den für die jüdischen Studenten vorhandenen Wohltätigkeitssinn in Anspruch zir nehmen, da die jüdischen Studenten mit der „Einheit" nichts mehr zu tun haben wollen. Für den Vereinsausschuß des Vereines jüdischer Hochschüler „Mensaacademica Judaica" in Wien, IX., Pramergaffe 31. phil. B. Diamant exp. acad. A. E. Reiner dz. Präses. dz. Schriftführer. Erklärung. Die Vertreter der jüdischen Hochschülerverbindungen und Vereine Wiens erklären auf diesem Wege, daß sie in Wien nur eine Mensa für' jüdische Hochschüler anerkennen und zwar die „Mensa academica Judaica"’ in Wien, IX., Pramergaffe 31. Sie erheben Protest gegen den Mißbrauch mir dem Namen dieser einzigen jüdischen Mensa academica. Namentlich erheben fie Protest dagegen, daß die „Einheit" fürderhin den Namen Mensa academica Judaica führt. Wien, im Dezember 1911. Akad. Verbindung „Kadimah", Akad. Verbindung „Unitas", Jüd. Akad. Verbindung „Jvria", Akad. Verbindung „Zephirah", Vereinigung jüd. Hochschüler aus der Bukowina „Jordania", Vereinigung zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl", „Sociedad academica de los israelitas espanoles „Espei'anza“, Lese- und Redehalle jüd. Hochfchüler, Bereinigung jüd. Hchschüler aus Galizien „Bar Kochba". Jüd. akad. Jnristenverein, Akad. Verein jüd. Mediziner. Vereinigung jüd. Hochschüler „Bar Giora", Akad. Verein „Theologia", Jüd. akad. Ferialverbindung „Massada", Verband der mähr, schles. Ferialverbindnngen. Akad. Verein „Jüdische Kultur", Akad. Vereinigung „Hatchiah", Unterstütznngsvereiu jüd. Hochschüler ans Galizien, Unterstütznngsvereiu jüd. Hochschüler aus der Bukowina, Vereinigung jüd. Exportakademiker. .

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