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Die Wahrheit · 1912-05-10 · Heft 18 (10.5.1912) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 18 (10.5.1912)
Date
1912-05-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit ■, Nr: 18. Teile, welcher dem geschichtlichen Ereignis Glanz ' und Farbe verleiht. Jetzt erklärt es sich auch, wieso in der Erzählung von Weinsberg nicht von den Kindern die Rede ist, da ja das Urbild von einer kinderlosen Ehe, die den ganzen Vorgang veranlaßt hat, spricht. Verschiedene Nachrichten Wien. Med. Dr. Ignaz Z o l l s ch a n, der in weitesten Kreisen durch sein epochemachendes Werk „Das Rassenproblein" bekannt wurde, hat sich als Spezial-Arzt in Karlsbad etabliert und daselbst ein Jnstitur für Röntgen-Diagnose und Röntgen-Therapie errichtet. Wie«. Der Beihansvoi stand der Wiener Knltusgemeiiide veranstaltet zu Ehren seines von Sr. Majestät mir dem Orden der Eisernen Krone a usgezeichneren Obmannes, Herr Vizepräsidenten Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, Samstag, den 11. d. Dt. ein Bankett im Restaurant Kühner. Wien. (Beth-Hami drasch Talmud Thora, II., Malzgasse 16.) Samstag, den 11. Mai l. I. findet um halb 4 Uhr nachmittags em Bortrag statt, gehalten von Herrn Rabbiner G o l d st e i n. Thema: „D e r j ü d i s ch e S a b b a t h". Gäste willkommen. Wien VIII. Am 29. April fand im Josefstädter Tempel ein Requiem für das verstorbene Vorstandsmitglied des genanutenTempelvereines, Herrn Samuel S r e i » e r. vor zahlreichen Trauergästen statt. Außer der Familie des Verblichenen fanden sich zur Trauerfeier der gesamte Vorstand des Vereines nur den Präses Herrn Herniann Beck an der Spitze, ferner die Herren Kultusvorsteher Dr. S a m u e l y. Dozent Dr. Roth, Waifenhausdirekler H e ch t, H o r o w i tz, S l r a ß b e r g, als Vertreter des Tempelvereines Margareten Präses H o f f m a n n und Schriftführer Franz Frankl sowie viele andere Bekannte und Freunde des Hingeschiedenen. Herr Oberkantor R e u m a n n leitete die Tranerfeier mit dem von Professor S. S u l z e r komponierten Psalm Kap. 49 („scliiinu Lös") in würdevoller und erhebender Weise und unter audächriger Srmmung der Anwesenden ein. worauf Rabbiner Dr. Bauer in gediegener, schwungvoller und tiefempfundener Rede dem Verewigten einen wohlverdienten, warmen Nachruf widmete. Hierauf brachte Oberkantor Neumann das „sl inole rachamim“ mit echt chasouischem und künstlerisch vollendetem Geschmack zum Vortrag. Das Mincha- und Maariv-Gebet versah Herr Kantor Grob umer Chor- und Orgelbegleitung zur vollsten Anerkennung. Wie«. (Generalversammlung der israelitischen Allianz zu Wien. Die 39. ordentliche Generalversammlung der Israelitischen Allianz zu Wien findet am Mittwoch, den 15.. Mai 1912, um 6 Uhr abends im Saale der israelitischen Kultusgemeiude L, Seiten* stettengafse 4, H. Stock, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über die Tättgkeit des Vereines im Jahre 1911. 2. Bericht über die finanzielle Gebarung im Jahre 1911. 3. Wahl von 5 Vorstandsmitgliedern mit 4-jähriger Funktiousdauer und Genehmigung der Kooptation von drei Vorstandsmitgliedern. 4. Aenderung des ß 6 al. 2 u. 3. sowie des ß 8 al. 2 der Statuten betteffend Zusammensetzung und Wahl des Beirares. 5. Etwaige Auträge der Mitglieder (§ 8 der Statuten). — Der Eintritt in das Versammlungslokal ist nur gegen Vorweisung der auf Namen lautenden Einladungen gestattet. Für auswärtige Mitglieder gilt die Mitgliedskarte als Legitimation. Der Jahresbericht geht in den nächsten Tagen den P. T. Mirgliedern zu. Wien. (Hilfsaktion für die Opfer der Exzesse gegen die Juden in Fez.) Der Israelitischen Allianz zu Wien find zu Gunsten der notleidenden Jude» in Fez (Marokko) bis zum 7. Mai folgende Spenden zugegangen: Moriz und Henriette Heller K50, kais. Rat Leopold Sachs Edler von Sachsenhall K 100.—, Carl Auspitz von Artenegg X 500.—, Solo Cohn X 300.—, Dr. Josef Breuer X 100.— , Bernhard Fürst X 10.—, B. Barmaper X 30.—, M. Rothauser X 10.—, Jüdische Jugend X 8.—, Adolf König X 20.—, S. Katzau X 200.—, Oberlandesgerichtsrar Dr. Barber X 20.—, Marie Redlich X 10.—, Dr. Alexander Lourie X 100.—, Bankhaus S. M. von Rothschild X 3000.—, Brodszky Mör X 20.—, Samuel Zobel in Proskowitz X 10.—, Bankhaus Gebrüder Gutmann X 2000.—, M. A. in S. X 5.—. Hermann Hamburger X 2.50, Adolf Jellinek in Nagy Levard X10.—, Heinrich und Alfred Porges in Prag X15.—, Moriz B. Eißler X 200.—, Tischgesellschaft aus dem Cafe Siller X 4. — , Dr. M. Roth X 10.—, Heinrich Gruby in Bulkefz X 10.—, i£>. Beck in Jägerndorf X 20.—, Ladislaus Kornis X 5.—, Albert Frank X5.—, Albert Hohenberg X 5.—, F. Ernst X 1.—, zusammen X 6780.50. Weitere Spenden werden im Bureau der Israelitischen Allianz zu Wien, H. Untere Donaustraße 33 (in den Vormittagsstunden, außer Samstag) oder durch die Postsparkaffa (Scheckkonto Nr. 8152) dankend in Empfang genommen. Wien. (I s r. Wohltätigkeits- und Krankenunterstützungs-Verein „M a z m i a ch I e f ch u a", II., Leopoldsgasse 29.) Am 5. Mai l. I. fand die ordentliche General-Versammlung dieses seit zirka ein halbes Jahrhundert segensreich wirkenden Vereines statt. Der in Vereiuskreiseu zur Genüge bekannte Präses Herr Ignatz I olles eröffnete die Versammlung und begrüßte in einer herzlichen Ansprache die erschienenen Mitglieder. Hierauf verlos der Schriftführer Herr Emil P o m e r a n z den Rechenschaftsbericht, der zu Beginne, den verstorbenen Mitgliedern einen ehrenden, von der Versammlung stehend angehörten Nachruf widmet, die Kasiagebahrung auseinandersetzt und die erfreuliche Tatsache konstatiert, daß im Jahre 1911 eine beträchtliche Anzahl neuer Mitglieder dem Vereine beigeireten. ist. Nach Erstattung, des Revisionsberichtes seitens der Revisors Herrn Oskar T h i e m a n n, wurde über besten Antrag dem Vorstande einstimmig/das Absolutorium erteilt und der Dank für seine Mühewaltung ausgesprochen. Die per Akklamation vorgenoünnenen Borstandswahlen ergaben folgendes Resultatr Wiedergewählt wurden die ausgelosten Vorstandsmitglieder Herren Jul.. B r e ch er, Wilb. F l i n g. Ignatz I o l l e s. Louis F l a m m, Emil P o m e r a n z, Oberkantor M. S ch o r r und nengewählt Herr Heinrich Hirsch fei d, als' Rechnungsrevisoren die Herren Lewy Bienenst o ck, Oskar T h t e m a n n und Jakob Stolzberg. Bei der gleichzeitig erfolgten Konstituierung, wurden gewählt, die Herren: Ignatz Zolles znm Präses,; Jul. Brecher, Alex. Landau zum Präses- Stellvertreter, Emil P o m e r a n z, Os. I u e r zu Schriftführer. Jakob W e i ch s e l b a n in znm Kassier, Ignatz L ö iv y zum Kassaverwahrer,. Oberkantor M. S ch o r r znm Kontrollor. Ung.-Ostra. Samstag, den 4. d. M. feierte ein langjähriges Ausschußmitglied unserer Kultusgemeiude Herr S. G r ü n b a n m seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar wurde aus diesem Anlaste beim Vormittagsgottesdienste feierlich zur Thora gerufen und sowohl der Sohn desselben,. Herr Kantor D. G r ü u b a u m in Lundeuburg, als auch unser Oberkantor Herr M. E i b e n s ch ü tz rezitierten in erhebender Weise einen zu diesem Zwecke verfaßten Mischeberach. Der Jubilar widmete für den Tempel eine prachtvolle Schulchandecke. Vukovar. Herr Oberrabbiner Dr. Julius Diamant veröffentlichte vor Kurzem eine 64 Seiten starke in der kroatischen Landessprache verfaßte Broschüre unter dem Titel „Gedenkschrift gewidmet dem: Andenken des Ehrenpräsidenten der Vnkovarer isr. Knltusgemeiiide Victor S it u m." In dieser Gedenkschrifr schildert der gelehrte Verfasser die großen Schäden der modernen Kulrusgemeinden und entwirft ein trauriges,, aber vollkommen zutreffendes Bild des modernen, vornehmlich des kroatischen Judentums. Das Buch erregte berechtigtes Aufsehen. Auch nichtjüdische vornehme Kreise lasen es mit Interesse und beglückwünschten den verdienten Verfasser. Er erhielt zahlreiche Anerkennungsschreiben. unter anderen vom gewesenen. Banns Exzellenz Grafen Dr. Theodor P e j a - c s e v i ch, Bizebanus Levin v. C h a v r a k, Minister Exzellenz Ervin von C s e p, sowie vom Leiter des kroatischen Ministeriums Dr. Carl U n k e l h ä u s e r. Se. Heiligkeit der serbische Patriarch Exzellenz Lucian Bogdanovic sandte durch feinen Sekretär Dr. Grinej C i r i c ein: überaus anerkennendes hebräisches Schreiben. Berlin. 10. April. Herr Jakob B e i m e I wurde zum Cantor der südischen Gemeinde in Kopenhagen berufen. Herr B., der seine musikalische Ausbildung an der König!. Hochschule zu Berlin in der Meisterschnle des Prof. Gernsheim erhalten, hat mehrere Jahre als Cantor und Chordirigent an der Tiergarten-Synagoge zu Berlin, sowie als Leiter des Meudelssohn-Chors fungiert. Er ist auch als Verfasser musikalischer Aufsätze und als Componlst jüdischer Lieder, die in^„Ost und West" erschienen: sind, bekannt geworden. Eine für Orchester "geschriebene „Orientalische Suite" von ihm, ist durch eine amtliche öffentliche Belobung ausgezeich-- net worden. . Wolfsthal. Man hat in letzter Zeit schon wiederholt die Beobachtung gemacht, daß eine gewisse Bewegung im Zuge ist, welche darauf abzielt. Talenten auf künstlerischem Gebiete die Bahn zu ebnen.'Leider ist diese Bewegung nicht so weit gedrungen, daß sie auch bereits anerkannte Talente in ihrem Schaffensdrauge unterstützen und fördern würde. Ein solches musikalisches Talent von ganz hervorragender Bedeutung ist entschieden der jüdische Komponist Ch. Wolfsthal, der in Tarnopol lebt: und wirkt und seit einer Reihe von Jahren Kompositionen und Musikstücke aus dem jüdischen Leben produziert. Wolfsthal ist entschieden ein musikalisches Genie. Seine Tondichtungen enthalten Motive aus dem Volksleben und geben die ganze Skala der Empfindungen des jüdischen Volkes wieder.- Er findet für die schwermütige Melancholie ebenso ergreifende Töne wie für die tändelnde Lyrik. Speziell seine jüdischen Kompositionen sind sanglich, inelodienreich und oft von übermütiger Laune getragen. Dazu kommt noch,, daß er die Technik in hervorragendem Maße beherrscht. Und es ist auch gar kein Wunder, daß der Kririker der „Vossischen Zeitung" aus Anlaß, einer Besprechung die Bemerkung machte, daß Wolfsthal einen wahren Schatz von Volksmelodien in sich trägt, von dem so mancher moderne Koinponist schöpfen könnte. In der Tat hat Wolfsthal mit seinen Werken in allen großen Srädten Europas und Amerikas enthusiastische Anerkennung gefunden. So wurde seine Operette „Die Tochter Jerusalems" in New-Iork,- Paris, London, Berlin, Wien, Budapest, Warschau und Kiew ausgesührt. Es ist daher aufs freudigste zu begrüßen, daß sich nunmehr ein musikalischer Verlag gefunden hat, der die Werke Wolfsthals herausgibt und sie dein weitesten Kreisen bekannt machen will. Es ist dies der Verlag M. Landau in Czernowitz, bei dem zunächst die zwei Werke. „Die Tochter Jerusalems"', und „Jüdischer Tanz"- erschienen sind. Wir lenken ans diese musikalischen Werke die Aufmerksamkeit der musikalischen Welt. Gesellige Zusammenkunft der Wiener Kantoren ab Dienstag, den 16. April, 3 Uhr nachmittags Cafe ORTNER Wien, II. Praterstrasse 33, I. Stock

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