Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 18 (10.5.1912)
- Date
- 1912-05-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3063623-3063641--07854-3074973- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
M. 18 .Dn,, Wadrh«u chette I. 'liter. Gesellsch.- 1906,S^ 28>5)snN. .Gamgliest. keuut nicht die 'Pernta-, - sondern bringt: durchweine Berechnung..heraus.(rrV2), -daß-eine Pernta-'-?- ^ss-ist,. jm Gegensätze.zur Ltnsicht-,der .anderen Weisen.!(«öp nach-.-welchex:^eine-Mernta.--. ist. Dem wichtigsten „Angriffspunkte" gegenüber, , daß - ich mich ans eine wörtliche Wiedergabe ^.es Textes beschränkt habe, verweise ich - ans) das oben Bemerkte. Ich. bähe. 5esachim 112a übersetzt: „Unterrichte nicht. am erhabellsten Teile der Stadl" und die Uebersetzunglsst richtig. O.b niln ^der moderne Europäer" unit Raschi darunter, „die verkehrsreichste Stelle" (die höchsten Stellen sind, nicht die verkehrsreichsten - müssen es wenigstens nicht sein) verstehen will oder ob er annehmen wird, daß an hohen Stellen der weite Ausblick die Hörer abtenken könnte, -oder auch, daß die Lehrstätte auf einem bescheidenen Platze erbaut werden soll, das bleibt diesem überlassen. Ich wollte Talmudproben geben, ohne Raschi und ohne Kommentar. Ebenso habe ich die Schristverse wortgetreu übersetzt und nicht so, wie sie der Talmud ansgelegt haben will. rcn: anrw kann nicht mit .„ich liebe sie wegen ihres Opfers" übersetzt werden, ebensowenig wie mit Dank. Die Stelle will sagen, daß Gott in der Rene 212 erblickt, nvvcn darf kein Talmudist mit „Götter" wiedergeben (Sanhedr. 37 a). Der Rezensent sollte doch auch die gelehrten Uebersetznngeu von Hofmann (Nesikin) und Goldschlnidt ansehen, ehe er sein Urteil fällt. Er würde dann 711221 (Aboth L 10) nicht mit „Herrschen" übersetzen. Wer da behauptet. daß es zur Zeit Schemajas keine Titel gab, kennt den -alten Orient nicht. Bon allen Einwendungen des Herrn Rezensenten käme nur noch das Komma in der frechen Frage „Wer ist da, Hillel?, in Betracht, welche ich durch dieses unscheinbare Trennungszeichen in eine harmlose verwandelt haben soll. Man soll aber auch den „frechen" Fragesteller 71121 =pb p sein. (Bgl. Talmndproben 17.) In vorzüglicher Hochachtung Dr. S. Funk. Malrtiiuerfrnge in der Krigittenan. Die Rabbinerfrage in der Brigittenau, die bereits seit Jahren den Gegenstand langwieriger Verhandlungen zwischen dem Kultnsvorstande und dem Briglttenauer Tempelverein bildet, beschäftigte auch die am 2. d. M. einberufene außerordentliche Generalversammlung des genannten Vereines. Der uns über -den Verlauf derselben zugesandte Bericht enthielt jedoch so auffällige Mitteilungen über die mit dem Präsidenten der Kultns- .gemeinde diesbezüglich gepflogenen Verhandlungen, daß wir uns veranlaßt sahen, an kompetenter Stelle hierüber Informationen einznholen. Auf Grund der uns gewordenen Aufklärungen müssen wir nnn konstatieren, daß die in der Generalversammlung gegebene Darstellung, die übrigens in der demnächst stattfiudendeu Plenarsitzung des Knltusvorstandes eine offizielle Richtigstellung erfahren wird, in manchen Belangen nicht zntrifft. und daß manche Differenzpnnkte in anderem Lichte erscheinen, wenn man den Ursachen derselben nachgeht. Allein so verworren auch die gegenwärtige Situation scheint, so ist doch begründete Aussicht vorhanden, daß die Rabbinerfrage eine friedliche und befriedigende Lösung staden wird, und dies um so mehr, als sowohl der Präsident wie auch der Knltusvorstand bereit sind, den Wünschen der Brigittenaner Bevölkerung, insoweit sich dieselben mit der notwendigen Bedachtnahme ans das Interesse der Gemeinde vereinen lassen, möglichst entgegen zu kommen. Jm nachstehenden der uns vom Tempelverein zngesandte Bericht: Donnerstag, den 2. Mai 1912 fand in den Sälen der 'Restauration des Hermann Kohn eine außerordentliche Generalwersammlung dieses Vereines statt, auf deren Tagesordnung der „Bericht des Vorstandes über die Rabbiner-Angelegenheit" und Beschlußfassung über das weitere Verhalten in dieser Angelegenheit, stand. Nach Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden, Obmann des Vereines Herrn Dr. Ernst R 0 s e n t h a l und Vorstellung des Delegierten der israel. Kultusgemeinde Wien, .Herrn Dr. Heinrich Schreiber, eröffnete der Obmann mit warmen Worten des . Gedenkens, für den aus dem Vorstande ansgeschiedenest' bisherigen Obmann/' Herrn? Hermanü * E l lbogen, deffen 15-jähriges Wirken für den Verein stets dankbarer Anerkennung gewiß seist dürfe, die Versammlung. In warmen Worten gedachte, der Obmann, der feit der letzten .Generalversammlung verschiedenen Bereinsmitglieder. der Herren Leopold B e ck m a n », Siegmnnd M ü l l e r und Josef W ü u s ch, welche Trauerkundgebung von der Versammlung, zur Ehrung der Toten stehend augehört wurde. Sohin wurde beschlossen, beide Kundgebungen in das Protokoll anfznnehmen. Zur Tagesordnung übergehend, erteilte er dem Referenten, Herrn Josef Kohn, das Wort. Derselbe führte aus, daß der neue Obmann, Herr Dr. Rosenchal.in der Rabbiner-Angelegenheit zunächst den Weg des Friedens beschreiten wollte und in Kousegnenz dieser Absicht mit dem Präsidenten der Kultusgemeinde, Herrn Dr. Alfred Ster u, mehrfache Konferenzen pflog. Schon bei der ersten Zltsammentretung, welche in der Wohnung des Herrn Knltuspräsidenten stattfaud, erhielt er von demselben, welcher dringend wünschte, daß Herr Dr. Rosenthal die Obmannstelle des Vereines, dessen Obmann-Stellvertreter er bisher gewesen war. anuehme, die Zltsage, daß für unseren Bezirk ein ständiger Sllbstitnt des Herrn Gemeiuderrabbiners werde bestellt werden. Derselbe werde in unserem Bezirke oder in dessen unmittelbarer Nähe seine Wohnung nehmen, sich mit der Leitung der Vereins-Bibelschule befassen und alle Agenden eines Vereinsrabbiners zu versehen haben. Es wurden hiebei von dem Herrn Präsidenten vier Kandidaten namhaft gemacht, welche in unserem Tempel Probe-Predigten abhalten sollten und aus welchen unserem Vorstände die Wahl freigeftellt sein sollte. Einer der Kandidaten trat von der Bewerbung zurück, weil ihm von dem Herrn Präsidenten ein Honorar von nur X 1800.— angeboten worden war, welches er mit dem ihm aus der Annahme dieser Stellung erwachsenden Eutgange an Honorar als Mitrelschullehrer als nicht im Einklänge stehend finden mußte. Ein zweiter Kandidat kam nicht in Betracht, weil er die Belverbnng ablehnte,- ein dritter hielt wohl eine Probe-Predigt, während ein vierter trotz mehrfacher Urgenzen von dem Herrn Präsidenten ans Gründen, deren Erörterung hier unpassend erscheinen müßte, nicht zngelassen wurde. Trotz vielfacher Bemühungen des Vorstandes gelang es nicht, von dem Präsidenten eine schriftliche Erledigung zu erhalten, ja in der letzten, im Monate März stattgehabteu Konferenz erklärte der Herr Präsident, die oberwähnten Zusagen nicht erteilt zu haben. In dieser Konferenz kam auch folgender Gegenstand zur Sprache: Die vom Verein erhaltene Bibelschule, welche im laufenden Jahre einen Schülerstand von 339 Kindern aufwies, befindet sich im Hildesheimer'schen Stiftnngshause des israelitischen Volksküchenvereines. Für dieselbe sind zwei Zimmer nebst einem Vorraum gemietet. Wir hatten nun an die Leitung dieses unter dem Präsidium des Herrn Oberrabbiner Dr. M. G ü d e m a u n stehenden Vereines die Bitte gestellt, uns statt diesen Räumlichkeiten im I. Stockwerke, größere, im H. Stockwerke befindliche Wohnungen selbstverständlich gleichfalls mietweise zu überlassen. Nach längerer Zeit, anfangs März, erhielten wir eine, vom Vereinspräsidium gefertigte Zuschrift, in welcher uns mitgeteilt wurde, daß nicht nur auf unser Ansuchen nicht eingegangen werden könne, sondern daß sich die Hausinhabnng vielmehr genötigt sehen werde, die von uns innegehabten Räume mit 1. Mai dieses Jahres gerichtlich zu kündigen. (Wie uns mitgeteilt wird, haben die Herren selbst dem Präsidenten der Kultusgemeinde erklärt, daß die Lokalität vollkommen ungeeignet und ein Wechsel derselben nur zu begrüßen sei. — Die Redaktion.) Wir wandten uns nun mit der Bitte an den Herrn Präsidenten, seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Leituitg des genannten Vereines von dieser Maßnahme abstehen möge. Der Herr Präsident erklärte sich sofort bereit, in den nächsten Tagen unsere Bibelschule zu inspizieren und tatsächlich kam er am folgenden Tage in unsere Schule und wohnte dem Unterrichte in zwei Abteilungen bei. Er erklärte sich von den Unterichtserfolgen sehr befriedigt, fand aber die Räumlichkeiten vollkommen ungeeignet und ermächtigte den Referenten als Obmann des Schul-Komitees, ein geeignetes Objekt für die Unter-