Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 14 (12.4.1912)
- Date
- 1912-04-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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- .. ,Ditz 'Wahrheit. . . . . .. 9'iiv.Ä. in girier ^ota -gejölneki!?®ptt aittjpörtete;; Sn meiltei* f^3^pra MHv.Ls,)Du sollst. inch.i,'fremdes Gut ) aus uuerlMbte- Weise dir aneignen. Herr; entgegneten sie, da bedauern wir sehr deinem Wunsche nicht entsprechen zu können, da das Stehlen unser Leb.LnselementIst: Dünnwurden die Amoniter aüfgefordert. die Thora. anzirnehmen; auch, diese erkundigten - sich zunächst nach deüuJnhalte derselben: und als sie erfuhren, daß die Heiligkeit und Unverletzlichkeit- Der Ehe ein Hanptgebvl der Thora sei, antwoileten siet' um diesen Preis ist der Besitz der Thora.zu teuer erkauft u. s. w. Israel aber frug . nicht, welche Satzungen enthält deine Thora, sondern ries einmütig und einstimmig ans : nasseh wenischma. Alles was Gott der Herr gesprochen, wollen wir befolgen und beherzigen, denn seine Gebote, Vorschriften nnd Satzungen sind zweifellos geeignet, unser Heil und Wohl zu fördern, (kesihta Pa. 21. 3). Jnfolgedesfen erhielt Jerael, als ihm dieser kostbare Schatz verliehen wurde, den Auftrag: Die herrlichen, menschenerfreuenden, menschenbeglückenden, die sittliche Welwrdnuug erhaltenden Lehren der Thora, als „Reich von Priestern, als heiliges Volk" in der Welt zu verbreiten, damit auch die anderen Völker Gelegenheit sin den sich zu überzeugen, daß diese Verfassung die Grundsänle bildet, ans der die sittliche Weltordnung beruht. Moses schärfte daher, in seinen letzten Reden den Israeliten nochmals ein: uschmartem weossissem ..Beherziget diese erhabenen Lehren, suchet sie durch die Tat im Leben zu verwirklichen Li hi chochmasehem denn dieses wird eure Weisheit und Vernunft sein bei den Völkern. Dadurch werdet ihr ihnen imponiren; wenn sie durch euere Lebensweise wie durch euer Wirken die verschiedenen herrlichen Gesetze der Thora kennen lernen werden, so werden sie-nicht umhin können ansznrnfen: wahrlich die große Nation ist nur weise und verständig, verdient daher nicht zurückgesetzt und mißachtet, sondern hochgeschätzt und verehrt zu werden". Ebenso rief auch Jesaias aus: „Als deine Gesetze zur Erde kamen, lernten Gerechtigkeit üben (Joschwe Tewel) d i e Best» o h n e r d e r W e lt." Dieser seiner hohen Aufgabe hatte Israel, stets bis zur neuen Aera, sich auf die glänzendste Weise zu entledigen gewußt. Jahrtausende lang hat er diesen großen Schatz sorgfältig bewacht nnd für die Erhaltung desselben wacker gekämpft, denn er allein war es, der diesem Volke Kraft und Mut verliehen, den Stürmen aller Zeiten trotzen zu können. Kein Opfer war den Gemeinden Jeschnruns zu schwer, so es galt Bibel- und Talmndfchnlen zu errichten, weil sie das Prophetenwort beherzigten: „Sind alle deine Kinder in der Lehre Gottes wohl unterrichtet, so herrscht Glück, Segen und Zufriedenheit bei deinen Kindern." All die furchtbaren Torturen und Folterqualen, die seindlicherseits ersonnen wurden, um die Bekenner des Judentums zur Annahme der Taufe zu zwingen, blieben— Ausnahmen abgerechnet — wirkungslos. Majim rabbim lau jochlu lechabbos es hoahawh. „Das mächtigste Waffer vermochte nicht das Feuer der Liebe zur Thora zu löschen". — Dieser Heldenmut, diese Opferwilligkeit und Charakterfestigkeit verfehlten nicht die Aufmerksamkeit vorurteilsfreier nichtjüdischer Gelehrten auf den Inhalt der Thora zu lenken, die dann nicht umhin konnten es öffentlich zu gestehen, daß die erhabenen Lehren der am Sinai geoffenbarteu Thora allein die Grundsäulen bilden, auf denen die sittliche Weltordnung beruht, und daß die kultivierten' und zivilisierten Völker der Erde ihre bessern Begriffe über Gott. Mensch nnd Welt einzig nnd allein dieser Lehre zu verdanken haben. Selbst in unserer Zeit kommt es vor. daß die Christlichsozialen, die doch bekanntlich mit dem Antisemitismus brillante Geschäfte gemacht haben, in Momenten, wo das menschliche Gefühl in ihnen erwacht, nach irgend einem Gebote der Thora greifen. Als am 1) März dieses Jahres im niederösterreichischen Landtage anläßlich der Debatten über die Dienstpragmatik für die Landesbeamten ein Abgeordneter es stark bemängelte, daß bei einem Beamten, wenn er eines Vergehens wegen entlassen wird, nicht nur seine, sondern auch die Zukunft seiner Familie vernichtet wird, ihn ein anderer Abgeordneter auf Paragraph 77 aufmerksam machte, wo ausdrücklich betont wird, daß in solchen Fällen auf die schuldlosen Familienmitglieder Rücksicht genommen werden - muß." .— Das heißt also .gqriz stm)lReiste des 'göttkfMw Gesetzes gehandelt : ) § Väter dürfen - nicht für die Sünden, -bei" Kinder, und Kinder nicht für die Sünden der Väter bestraft, werden." War also nicht die Verbreitung der Kennttlis der Thora das beste und wirksamste Mittel, .das zur- Erhaltung des- Jndentums beigetragen hat? Und d i e,fe s Milt e 1 könnte auch heule noch, wenn man nur — wie es unsere Ahnen seit .Jahrtausenden getan — den ausgiebigsten Gebrauch davon macheir würde, Wunder wirken. Wenn hiemaßgebenden, Derfönlichkeiten. in den Gemeinden Israels sich überall für die Errichtung von Bibelschnlen, in welchem Kenntnisreiche für das Judentum im hohen Maße begeisterte Lehrer ihres Amtes walten sollen, wohl warm einsetzen möchten, so würde eine Generation von de-- geisterten Glanbenshelden herangebildet werden, die, stolz-auf die glorreiche Vergangenheit des. Judentums seit! nnd daher auch für die Zukunft dieses Volkes, das von der Vorsehung, berufen wurde, als der Träger einer großen Idee, der größten Idee in der Geschichte zu figurieren, wacker kämpfen werden.. Dann würde der Zionismus eine Existenzberechtigung haben, denn „von Zion geht die Thora ans nnd Gotteswort von Jernscholaim." Amitai. - Verschiedene Nachrichten Wien. (Israelitische Kultusg emein de Wien.) O e f f e n t l i ch e Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde. Sonntag, den 21. April 1912, 10 Uhr vormittags, I.,. Seitenstettengasse 4, II. Stock. Tagesordnung: Rechnungsabschluß über die Einnahmen nnd Ausgaben der Kultnsgemeinde und sämtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonde nnd Anstalten für das Jahr 1911. Wien. (K r a n k e n - Un t e r st n tz u n g - V e r e in „L i w i a s Che u", II/3. Stesaniestraße 2.) Mit der am 17. März a. c. stattgehabten Generalversammlung ist dieser überaus segensreich wirkende Verein in das 25. Jahr seines Bestandes getreten. An seiner Spitze stehen tüchtige und umsichtige Männer von selbstloser Hingabe für die humanitäre jüdische Sache. Dem letzten Jahresberichte entnehmen wir einen Mitgliederstand von 265 Personen und die mit Geuugruung zu verzeichnende Tatsache, daß der Verein „Liwias Chen" Zeit seines Bestandes folgende Leistungen anfweist: an Kran kenunterstütznn gen Iv 22.121-86, an Witwenunterstützungen EL 3.815-42, an Unterstützungen in Schiwahfällen K 2.035 22, an Beistellung in Minjansällen 883-10, an Grabstein-Errichtungen X 1.058-20, an Begräbniskosten (Wagenbeistellung) EL 534-72, an Bedürftige und Bedrängte E 854*65, an zinsensreien Darlehensgewährttttgen E 50.720-—. Das Bereinsvermögen bszissert sich ans E 23.253-46. Der Verein erhält ein Bethans, in welchem täglich morgens und abends der Gottesdienst verrichtet wird nnd in welchem allsabbatlich ein berühmter Talmudist Vorträge hält. Gegen eine monatliche Einzahlung von E 1-20 gewährt der Verein „Liwias Chen" seinen Mitgliedern folgende Benefiizien: 1. Unentgeltliche Beistellung eines Arztes für die Mitglieder des Vereines; 2. Beistellung eines Arztes gegen ermäßigtes Honorar für die Familienangehörigen der Mitglieder; 3. E 14.— Krankengeld pro Woche; 4. E10.— Unterstützung in Tranerfüllen (Schiwah); 6. Beistellung einer Nacht- Krankenwache (Schirah); 6. Teilnahme an dem Begräbnisse eines Mitgliedes; 7. Pietätakte durch Verrichtung von Kadisch nud.Maskir-NeschomohjL 8. Ausbezahlung von dermalen E 150.— an die Witwe eines verstorbenen Mitgliedes; 9. Kostenfreie Aufstellung eines Grabdenkmales; 10. Zinsenfreie Darlehensgewährung. Beitrittserklärungen wollen an obige Adresse gerichtet werden., Wien. (Hilssverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien, IX., Berggasse 4.) Sonntag, den 14. April, 10 Uhr vormittags, findet in den Räumlichkeiten der Jsr. Humanitätsvereine „B'nai B'rith", IX., Uuiversitätsstraße 4, die ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. Wien. (I ü d i s ch e r V e r e: n „E i u h e i t".) Am 15. April 1. I., 8 Uhr abends, findet im Turnsaale der „Talmud Thora", II. Bez.,- Malzgasie 16. die IV. ordentliche Generalversammlung statt. T ä g e'so r d u n n g: 1. Verlesung und Genehmigung des vorjährigen Protokolles. 2. Rechenschaftsn. Kassenbericht. 3. Aendernng der Statuten. 4. Wahlen.. Wien. (O e st e r r e i ch i s ch - i s r a e l i t i s ch e U n i o n.) Mittwoch, den 17. April, abends */28 Uhr, findet im Restaurant Guth, II., Stefaniestroße >14. die XXVII. Generalversammlung der „Oesterreichisraelitischen Union" statt. Tagesordnung: 1. Mitteilungen des Vorstandes.. 2. Rechenschaftsbericht. 3. Kassabericht. 4L Wahlen in den Vorstand. 5. Anträge nnd Interpellationen., 6. Diskussion. Im Anschlüsse an die Generalversamnilung hält Dr. I. S. Bloch einen Vortrag: „Reise-Eindrücke in Amerika". Wien. Sonntag, den 14. April. Uhr nachmittags, findet im Turnsaale der „Talmud-Thora,Schule" die Generalversammlung des Vereines „S a b b a t h f r e u n d e" statt. ' ' '. Wien. Am 9. April ist hier der Archivbeamte der israelitischer. Kultusgemeinde, Herr Sigmnnd Husserl, im 53. Lebensjahre nach entern;