Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1912-03-22 · Heft 12 (22.3.1912) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 12 (22.3.1912)
Date
1912-03-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3062972-3063623-3063635--07782-3074895
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 12. Die Wahrheit Seite 5. gehen." — In Hamb n r g begründet der Senat im 17. Jahrhundert die Zulassung von Synagogen damit, daß sonst die Juden wegziehen würden und daß Hamburg dann Gefahr liefe, zu einem Dorfe herabzusinken. Als in der Mitte des 17. Jahrhunderts der holländische Rabbiner M e n a s s e b e n Israel nach England ging, um bei Cromwell die Zulassung der Juden nach England zu erwirken, da bekam die holländische Negierung Angst, es könnte sich darum handeln, die holländischen Juden nach England hinüberzuziehen, und beauftragte ihren Gesandten in England, Manasse über seine Absichten zu befragen. — Es war schon damals bekannt, daß die Juden, wie Sombart sich ausdrückt, wie die Sonne durch Europa w a n d e r u, wo sie hinkommen, sprießt neues Leben empor, von wo sie wegzieheu, da modert alles, was bisher geblüht hatte. Das hat man an den Reichsstädten Ulm, Nürnberg, Augsburg, Mainz und Köln beobachten können, die alle verfallen sind, seitdem sie die Juden vertrieben haben. Von Spanien gilt dasselbe. Ganz besonders aber ist Amerika eine Schöpfung der Juden. Schon die Entdeckung Amerikas ist nach den neuesten Forschungen ohne die Inden nicht zu denken. Erst durch die jüdische Wissenschaft ist die Seefahrt ans eine so hohe Stufe gehoben worden, daß die transozeanischen Reisen überhaupt unternommen werden konnten. Abraham Zacnto. Pfofessor für Mathematik und Astonomie an der Universität Salamanca, versaßt 1473 seine astronomischen Tabellen und Tafeln (Almanach. perpetunm). Jose Vecuho, Astronom und Leibarzt Johanns EL von Portugal und der Mathematiker Moses ersinden 1484 auf Grund der Zacuto'schen Tafeln im Verein mit zwei christlichen Kollegen das nautische Astrolab (ein Instrument, um aus dem Stande der Sonne die Entfernung des Schiffes vom Aequator zu bestimmen). Mit diesem Instrument ausgerüstet, konnte erst Columbus feine Entdeckungsreisen unternehmen, die er mit Hilfe jüdischer Gelder machte. Ja Columbus selbst stammte nach den Forschungen des spanischen Gelehrten Don Celso Garcia de la Riega mütterlicherseits von Juden ab. Die ältesten Porträts des Amerika-Entdeckers zeigen einen echt jüdischen Gesichtstypns. Der erste Europäer, der amerikanischen Boden betrat, war ein Jude, Luis de Torres. Die ersten Kansteute in Amerika waren Juden. Die ersten industriellen Anlagen in den amerikanischen Kolonien rührten von Inden her. Sie begründeten gleich nach der Entdeckung Amerikas in S. Thoms die Zuckerindustrie, ebenso in Maden*?.. Von da verpflanzten die Juden die Znckerindustrie nach Brasilien. In Martinique wurde die erste große Plantage und Siederei 1665 von Benjamin Dacosta angelegt. Die Zuckergewinnnng aber war damals das Rückgrat der ganzen kolonialen Volkswirtschaft. In einem Beschluß des Pariser Handelsrates vom Jahre 1701 heißt es: Frankreichs Schiffahrt verdankt ihren Glanz dem Hordel seiner Zuckerinseln und kann nur durch diesen erhalten und erweitert werden. — Und diesen Handel halten die Juden fast monopolisiert! Die Verbindung der englischen Kolonien Nordamerikas mit Westindien, der das enropäisierte Nordamerika sein Leben verdankt, wurde durch jüdische Kanflente hergestellt. Somit haben die Juden bei der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika eine entscheidende Rolle gespielt. Und das wissen die Amerikaner sehr gut. Als vor einigen Jahren der 250. Jahrestag der Einwanderung der Inden in die Vereinigten Staaten mit großem Pomp gefeiert wurde, da schrieb der damalige Präsident R o o f e v e l t einen Brief an das Festkomitee, worin er seine Glückwünsche in eine ganz besonders ehrende Form kleidete. Es sei das erstemal während seiner Präsidentschaft, daß er bei Gelegenheit einer Feier ein Begrüßungsschreiben sende; aber diese eine Ausnahme müsse er machen. Die Veranlassung sei zu überwältigend groß. Er erzählt dann von den Verdiensten der Juden um die Vereinigten Staaten und . fügt hinzu: Die Jndetl haben das Land aufbauen Helsen. — Und der gewesene Präsident Cleveland sagte bei derselben Gelegenheit: Wenige, wenn überhaupt eine, von den das amerikanische Volk bildenden Nationalitäten haben direkt oder indirekt mehr Einfluß ans die Ausbildung des modernen Amerikanismus ausgeübt als die jüdische. Auch Kalifornien ist zum guten Teil eine Schöpfung der Juden. Bei der Begründung dieses Staates haben sich die Juden hervorgetan als Richter, Abgeordnete, Gouverneurs, Bürgermeister nnd nicht zitletzt als Geschäftsleute. — Nach Anführung einer Ungeheuern Menge von Tatsachen muß Sombart bemerken, daß die Inden wie ein goldener Faden in einem Gewebe, von Anfang bis zu Ende in die amerikanische Volkswirtschaft hineingewoben seien. Ja noch mehr, — die Vereinigten Staaten verdanken es den Inden, wenn sie überhaupt da sind und daß sie dank allein dem jüdischen Einschlag s o da sind, wie sie da sind. Auch die Inden Europas haben sich um die Gestaltung des modernen Staates namentlich als Armeelieferanten und Finanzmänner große Verdienste erworben. So in England, wo Salomon Medina, der erste ungetanste adelige Jude in England. So in Frankreich, wo Jacob Worms der Hanplkriegslieserant Ludwigs XIV. war. Der Marschall Moritz von Sachsen, der Sieger von Fontenoy, äußerte, daß seine Armeen niemals besser verproviantiert gewesen seien, als wenn er sich an die Inden gewandt hätte. — Ebenso dachten die Pariser, als sie 1795 von einer Hungersnot bedroht waren. Sie ließen da in den Straßen von Paris ein Plakat anschlagen, in dem die Inden ansgesordert wurden, Getreide in die Stadt kommen zu lassen: sie allein könnten das gut ausführen! Aehnlich hat 1720 der Hosjnde Jonas Meyer durch Herbeischasfung großer Mengen von Getreide (40.000 Scheffel), Dresden vor einer Hungersnot bewahrt. In Oesterreich waren unter Kaiser Leopold die Oppenheimer, Wertheimer, Mayer Herschel Armeelieferanten. Als Finanzmänner haben die Inden schon seit dem 17. Jahrhundert in allen Staaten Europas deu größte« Eiuflilß gehabt hat. So iu Holland, England und Frankreich. In Oesterreich hat im 17. Jahrhundert Kaiser Ferdinand deu Finanzmann Jacob B a s s e v i wegen seiner Verdienste in den Adelsstand erhoben. — Der Slaatskanzler Lndewig äußerte sich wie folgt: Im Jahre 1690 blühte der berühmte Namen des Juden Oppenheimer unter den Kaufleuten und Bankiers nicht nur in Europa, sondern in der ganzen gebildeten Welt. Von den Juden äußert derselbe Staatskanzler, daß von ihnen die allerwichtigften Dinge abhängen. Unter Leopold I. und Maria Theresia blühten der berühmte Judenrichter und Hoffakror Wolf Schlesinger und Lewel Sinzheim, die dem Staate mehrere große Anleihen verschafften, dannn Wertheimer, Arnsteiner, Eskeles; welche Rolle aber die Juden iu der Finanzwelt seit dem Aufkommen der Rothschilds spielen, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden. So sehen wir denn die Juden ans dem Gebiete der Religion, der Wissenschaft und des Wirtschaftslebens einen grundlegenden, maßgebenden Einfluß auf die ganze Menschheit ausüben. Fügen wir noch hinzu, daß seit etwa einem Jahrhundert die Juden auch auf dem Gebiete der Kunst und Literatur eine hervorragende Rolle spielen; daß in manchen Ländern, wie in Deutschland und Oesterreich ohne die Juden kein Theater, kein Konzert, ja vielleicht keine Literatur überhaupt möglich wäre — dann werden wir die Behauptung unserer arischen Freunde, daß die Juden einer inferioren Rasse angehören, richtig 51t würdigen wissen. Dann werden wir vielmehr den Nietzsche verstehen, der die Juden für die stärkste Rasse Europas erklärt. Dann werden wir den nordischen Dichter Ibsen verstehen, der die Juden für den Adel des Menschengeschlechtes gehalten hat (Fontane: Ein Volk von prähistorischem Adel!), daun werden wir mit dem arischen Naturforscher Schleiden sagen müssen: Die Juden sind und bleiben das merkwürdigste Volk! Die Juden sind wirklich das auserwählte Volk Gottes — anserwählt, das Gute zu tun und das Beste zu erstreben! Die Znrnckfehnng der Inden an den Univerftlälen. Im Aufträge des Verbandes der deutschen Juden hat dessen Schriftführer, Justizrat Bernhard B r e s 1 a u e r, eine Denkschrift verfaßt, die eingehend die Frage behandelt, welchen Einfluß der A n t i s e m i t i s m n s i m U u i v e r f i t ä ts -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.