Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 11 (15.3.1912)
- Date
- 1912-03-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 11 Seite 9 Die Wahrheit Verschiedene Nachrichten. Wien. .Freitag, den 15. März 1912 abends Predigt des Herrn Rabbiner Dr. F e u ch t w a n g im Levpoldstädter Tempel. Wien. Se. Majestät der Kaiser hat dem kais. Rat Leopold Sachs in Anerkennung seines vielseitigen,/gemeinnützigen Wirkens den österreichischen Adel verliehen. Kais. Rat Leopold v. Sachs erfreut sich infolge seiner seltenen Herzens- und Charaktereigenschaften in den weitesten Kreisen allgemeiner Verehrung und dnrch die Allerhöchste Entschließung wurde ein Mann ausgezeichnet, der durch den Adel seiner Gesinnung schon längst in der Reihe der Vornehmsten gestanden ist. Wien. (Jüdische Toyubee-Halle. XX., Othmar° g a s s e 46.) Beginn der Vorträge au Wochentagen x/28 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Woche n-Progra mm: Samstag, den 16. März 1912. „Konzert." Arrangement: Frau Dozent Dr. G r ü n f e l d. Sonnrag, 17. März. „Die österreichische Verfassungs-Geschichte seit dem Jahre 1848. (I.) Prof. Dr. Ludwig Singer. Montag, 18. März. „Ueber das Zelluloid und einige neuere Ersatzstoffe." (Mit Demonstrationen. H.) Prof. Dr. Feitler. Dienstag, 19. März. „Jüdische Geschichte." (Schluß des Zyklus.) Prof. Dr. K. Kupfer. Mittwoch, 20. März. „Konzert." Arrangement: Frau Dr. Saunet. Donnerstag, 21. März. „Die österreichische Verfassungs-Geschichte seit dem Jahre 1848. (H.) Freitag, 22. März. „Bibelvortrag." Lehrer Leopold Weiß. Wien. Bon dem gefertigten Gemeinderabbiner der Wiener israel. Kultnsgemeinde wird bestätigt, daß die Mazzoth-Bäckerei des Herrn Pinkas I u h n in Wien. XXI. wie seit Jahren auch Heuer unter seiner streng rituellen Aufsicht steht. Wien, im März 1912. Dr. M. Rosen m a n n. Wien. („K aiser Franz Josefs Ferien hei m.) Diese so segensreich wirkende Institution hält ihre diesjährige Generalversammlung als Festversammlung znm 20jährigen Bereinsbestande Donnerstag. den 21. März 1912, präzise 6 Uhr abends im Sitznngssaale der israel. Kultnsgemeinde I. Seiteilstettengasse 4, ab. Aus diesem Anlässe erscheint ein vom Bereinsvorstande heransgegebener Festbericht, der nebst der Geschichte des Vereines und interessanten statistischen Tabellen zahlreiche Bilderrevrodnktionen ans dem Kolonienbetriebe enthält. — Anschließend daran findet die IH. ordentliche Generalversammlung des „österr. Seehojpiz" statt. Wien. (I s r a e l i t i s ch e r B e t h a u s v e rein „Am Volkert"). Unter großer Teilnahme vieler Kreise des zweiten Bezirkes, fand am Sonntag, den 10. März, abends »[fi Uhr im Vereinstempel H. Fngbachgasse 7, die Trauerfeier für den verstorbenen Obmannstellvertreter des Bethansvereines, Herrn Michael Glogau, statt. Nebst dem Gesamtvorstande des Bethansvereines mit dem Präsidenten, Herrn Adolf S ch r a m e k, an der Spitze waren mehrere Vertreter anderer Vereine erschienen. Auch die tiefbetrübte Witwe, Frau Therese Glogau, sowie Brüder und andere Verwandte des Verblichenen nahmen an der Tranerfeier teil. Nach Bortrag des Psalm 49 dnrch Oberkantor G i b l i ch m a n n und dent verstärkten Chor hielt Bereinsrabbiner I. L. Abele s, die Trauerrede, in welcher er den besonderen Wohltätigkeitssinn und das warmfüh^re jüdische Herz dieses Vorstandsmitgliedes hervvrhob und auch der ^Lenden gedachte, welche Herr Michael Glog an aus Anlaß des Banesv^b,„Kaiser Franz Josef I. Hnldignngstempel" gewidmet bat. Hierauf rezitierte Oberkantor Giblichman n mit verständnisvoller Wärme das „El mole Rachamim" und mit dem „Schiwisi" wurde die würdige Tranerfeier geschlossen. Schließlich sei noch erwähnt, daß die anwesenden Oberkantoren Morgenstern, Müller, Harndorf und Weiß ihren Kollegen nach dem schönen.Bortrage des Maariw-Gebetes allgemein beglückwünschten. Wien. (Jüdisches Kinderfest.) Montag, den 25. Mai^i-912, 4 Uhr nachmittags, findet im großen Saale des Hotels Kontinental, II., Taborstraße, eine Festakademie der jüdischen Schuljugend statt. Aufführung des Trauerspieles „Esther" von Racine mit vorhergehender Pantomime und folgendem Jubelchor, außerdem Vortragsakademie und Schülerchor, sowie Schülerorchester. Darsteller sind Volks-, Bürger- und Mittelschüler. Wir gestatten uns, das jüdische Publikum Wiens zu dieser Festakademie zu laden und bitten um geschätztes Wohlwollen für unsere Bemühungen, die Jugend für die Ideale des Judentums zu gewinnen. Das Komitee zur Veranstaltung jüdischer Kinderfeste. Wien. Vorige Woche ist hier Frau Marie Popper, die Mutter des Steueramtsleiters der israel. Kulnsgemeinde, Herrn Adolf Popper, nach längerem Leiden im 66. Lebensjahre gestorben. Wien. Samstag, den 9. d. M. fand im großen Sitzuugssaale der israel. Kultnsgemeinde die Generalversammlung des „Vereines zur Bekleidung und U n t e r st ü tz u n g armer alter M ä n n e r i s r a e l. K o u fessio n" unter zahlreicher Beteiligung statt. Der Vorsitzende Präsident Isidor Schwarz begrüßte die erschienenen Mitglieder -und Gäste, insbesondere die Ehrenmitglieder Carl Fuchs und die Damen des Damenkomitee, dessen außerordentlich ersprießliches Wirken er mit anerkennenden Worten würdigte. Hierauf wurde der Bericht über das abgelanfene Vereinsjahr erstattet, der unter anderem auch die erfreuliche Tatsache konstatierte, daß der Verein, der mit dem heurigen Jahre das erste Dezennium seiner segensreichen Tätigkeit vollendete, von Jahr zu Jahr an Umfang Angenommen habe und Dank der Opferwilligteit seiner Mitglieder und Gönner sein Hilfswerk auf einen immer größer werdenden Kreis von Schützlingen ansdehnen konnte. Der Bericht wurde von der Versammlung zustimmend zur Kenntnis genommen und dem Vorstände das Absolntorinm erteilt. In den Vorstand wurden die Herren Moritz B r e i t n e r, Gustav L ö w y, Siegmund L ö w q, und Oskar T o u e l l o wieder und, die Herren Dr. Elias M ü n z und Michael Tauber neugewählt. Als Revisoren wurden die Herren Leo Deut sch, Florian Haas und Ferdinand Popper wiedergewählt. In der unmittelbar auf die Genaralversammlnng folgenden Borstandssitzung konstituierte sich der Vorstand in folgender Weise: Isidor Schwarz, Präsident; Dr. Elias M ü n z. Vizepräsident; Alois Th e um an n, I. Schriftführer; Isidor G o l d b 1 a t t, II. Schriftführer; Gustav Plauer, I. Kassier; Siegmuud L ö w y II. Kassier. Nach erfolgter Konstituierung wurden zwei ehema^gen Wiener Kanfleuten, die durch mißliche Verhältnisse in Not und Elend geraten sind, größere Barunterstützungen bewilligt. Wien. Sonnrag -den 17. März, präzise 5 Uhr abends, findet im Bereinslokale, II., Stefaniestraße 2 (Stefaniehof). die fünfnudztvanzigste Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Verlesung des Jahresberichtes pro 1911. 2. Bericht der Revisoren. 3. Nmwahl von 4 Vorstandsmitgliedern und 2 Ersatzmitgliedern mit dreijähriger Firnktionsdauer. 4. Neuwahl von 2 Revisoren pro 1912. 5. Anträge und Interpellationen. Diese wollen bis längstens 15. März beim Obmanne. Herrn David Kolieb, H., Kleine Schiffgasse 24, schriftlich angemeldet werden. Im Falle die für 5 Uhr einberufene Generalversammlung nicht beschlußfähig sein sollte, wird um 6 Uhr abends an demselben Tage und an demselben Orte im Sinne des § 23 der Statuten eine neuerliche Generalversammlung mit der gleiche» Tagesordnnng abgehalten. Wien. Der bisherige Kantor des Brigittenauer Bereinstempels Leopold I l m e r wurde zum Kantor des Gemeinderempels im 18. Bezirk, Schopenhauerstraße und der bisherige Sänger im Stadttempel F. Hirsch zum Kantor im Geuieiuderempel des 15. Bezirkes. Trlrnergasse 22 berufen. Dieselben haben ihr neues Amt bereits angetreten. Uug. Ostra. Am 3. März veranstalteten. uilsere Killtnsbeamten, Herr Oberkantor Marron Eibenschitz und Herr Kautor R. Kornfei'u, in Panzers Restauration mit der hiesigen Schuljugend einen lustigen Pnrimabend. welcher noch lange in Erinnerung bleiben wird, da derselbe äußerst gelungen ist und jedem Einzelnen sehr gut gefallen hat. Zur Aufführung kam „Der Weg der Treue", ein lehrreiches Stück für die Jngeud, das vielen Beifall fand. Ferner das bekannte Scherzspiel von Nestroy, „Hinüber, Herüber", bei welchem sich das Publikum sehr gut amüsierte. Herr Oberkantor Eibenschütz glänzte mit dem Vortrag einiger sehr hübscher jüdischer Lieder, und lebhaft akklamiert wurde auch das Lied „A Briefele der Mamen", welches Hella Czech, eine brave Schülerin der hiesigen Bürgerschule, in Begleitung des Herrn Oberkantors Eibenschütz sehr schön gesungen har. Den Schluß des schönen Abends bildete das bekannte Lied „Dort, wo die Zeder", welches Oberkantor Cibenschütz mit dem Schulchore und begleitet von der hiesigen Stadtkapelle vorzüglich zum Bortrage brachte. Drohobycz. Hoflieferant A. H. Zitpitif, Buchdruckereibesitzer, Redakteur und Herausgeber der „Drohobyczer Zeitung", erhielt am 28. Februar l. I. den telegraphischen Dank des Herrn Erzherzogs Rainer für den Leitartikel in diesem Blatte, welches Telegramm folgenden Wortlaut hat: „Seine Kaisers. Hoheit der Durchlauchtigste Herr Erzherzog Rainer danken herzlichst für den patriotischen, hübschen Leitartikel anläßlich der diamaurenen Hochzeit. Der Obersthofmeister Rosenberg, G. d. K" Berlin. Sonntag, den 10. März fand hier die von der Berliner Jüdischen Gemeinde veranstaltete Säkularfeier der Emanzipation der preußischen Juden statt. Der Minister des Innern hatte sein Erscheinen zugesagt, mußte sich aber krankheitshalber vertreten lassen. An der Feier nahmen unter anderen der Polizeipräsident von Berlin und Deputationen der Gemeinde Berlin und zahlreicher Vororte teil. Rabbiner Dr. W e i s s e rühmte in seiner Festpredigt die Verdienste von Männern wie Hardenberg, Stein und Wilhelm von Humboldt um die Emanzipation In den Befreiungskriegen und in den Jahren 1864, 1866 und 1870—71 hätten jüdische Soldaten dem Vaterlands wertvolle Dienste geleistet. Auch im Frieden hätten die Juden ihre Pflichten stets erfüllt. Besonders groß seien ihre Verdienste auf sozialem Gebiete. Niemals würden die preußischen Inden vergessen, was sie ihrem Baterlande schuldig seien, und in dieser Weihestunde werde das Gelöbnis, Treue zu Kaiser und Reich zu bewahren, erneuert. Frankfurt a. M. Der Kaiser hat der Freifrau Mathilde von Rothschild, die dieser Tage ihren achtzigsten Geburtstag feierte, dnrch den Regierungspräsidenten v. M e i st e r in Wiesbaden ein prächtiges Blumengewinde überreichen lassen. Ferner hat der Kaiser der Dame ein in herzlichen Worten gehaltenes Telegramm übersendet. Unter den zahlreichen Fürstlichkeiten, die der Baronin gratulierten, befanden sich auch die Großherzogin Luise von Baden, sowie die Schwester des Kaisers Prinzessin Karl von Hessen und ihr Gemahl. Feuilleton. Aer Mat des Wabör- Humoristische Erzählung von B«bette Fried, Prag. In der kleinen, sehr frommen Gemeinde Groß-M. war alles mit den Borbereitnngen znm nahen Schlußfeste beschäftigt. Der Simchasthora wurde überall sehr solenn gefeiert, vom Hanse des reichen Weiuhän'dlers Josua Schepkes an bis ans die