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Die Wahrheit · 1912-02-16 · Heft 7 (16.2.1912) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 7 (16.2.1912)
Date
1912-02-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Die Wahrheit 5fr*. und gesunde» Schlasräumen eiu reines Bettinklusive Bedienung erhältlich sein wird. Stünnischen Beifäll erntete die weitere Erklärung des Herrn Komet, daß er, sobald diese wohltätigen Institutionen sich eingebürgert haben werden, zur Sicherung des immerwährenden Bestandes derselben, eine'testamentarische und grundbücherliche Bestnunlung treffen werde, wo" nach in diesem Hause, welches sich in der Gegend befindet,'wo die Armen und Ortsfremden ihren Aufenthalt suchen, diese philantropischen Einrichtungen für immer bestehen bleiben sollten. Den Schluß bildete die Prüfung der Talmud Tora^Schüler durch die Rabbiner, die sich über die erzielten Erfolge sehr lobend aussprachen. Die Deklamationen im hebräischen Texte - gefielen außerordentlich und hieraus wurden die Kinder mit Früchten beteilt. Wien. (Jüdisches Volksheim, XVII. Hormayrgasse 7a.) Samstag, den 17. d. M. *}s8 Uhr abends: Herr Siegfried Fleischer: „Justiz» irrtümer. Der Verein „Beth-Haam" (Jüdisches Volksheim), der sich zur Aufgabe gestellt har, den ärmeren Schichten der jüdischen Bevölkerung der äußeren Bezirke, zweimal wöchentlich, nebst Verabreichung von Tee und Gebäck, durch Vorträge und Konzerte, Belehrung und geistigen Genuß zu verschaffen, gehr auch heuer daran, durch Veranstalrung einer großen Künstler-Akademie im Thalia-Theater, XVI., Kreintnergaffe 32, seinem segensreichen Unteruehulen die zur Enthaltung seiner echt jüdischen und humanen Tätigkeit notwendigen Mittel zu verschaffen. Es ergeht an alle wohltätige Glaubensgenoffen die herzliche Bitte durch Abnahme von Eintrittskarten die Aktion des Vereines zu unterstützen. — Mitwirkende: Frl. Selma Libowitz, Klaviervirtuosin; Frau Joscsine Kramer—Glöckner vom Deutschen Volksrhearer; Herr Leopold Kramer, Oberregissenr des Deutschen Volkstheaters; Herr Dr. Otto Kappcrl, Konzertmeister im Raimund- Theater; Herr Elias Barucb, Opernsänger, ^crr Paul Morgan vom Rouacher-Theater und das Orpheus-Quartett. Karlen sind zu haben: Im Vereinslokale täglich von 7—9Ilhr abends; im Arbeiterheim (Tageskassa) und bei allen Vorstandsmitgliedern. - Wien. Die Generalversammlung des Humanitären Vereines „Tiferelh-Bachurim", welche am Sonntag im Turnsaale der „Talmud- Thora" startfand, war recht zahlreich besucht und in Vertretung des Knltusvorstandes erschien Herr Kultusvorstand Adolf S ch r a m e k. Der Obmann Herr Jakob Piukas begrüßte zunächst die Anwesenden, schilderte die triste materielle Lage der Bachurim in der Jeschiba mit beredten, tiefempfundenen Worten und richtete znm Schluffe seiner Rede au die Anwesenden einen Appell nm Förderung der humanen Tätigkeit des Vereines. Hieraus hielt Herr Rabbiner I. Baum garten die Festrede, die sich allgemeiner Zustimmung erfreute. Bei der vorgenommenen Neuwahl wurde der bisherige Vorstand per Akklamation wiedergewählt. Kultusvorsteher S chr am ek drückte dem Vorstande seine Sympathien aus.'Die Teilnehmer der Versammlung begaben sich dann zu einem Bankett ins Restaurant Pinkas im Hotel „New-Jork" und das gemeinschaftliche Mahl wurde durch geistvolle Reden, so von den Herren Rabbiner Baum garten, Flesch, Fleisch mann, Gold st ein. Schenk, ferner von den Herren Pappen heim. Rosner u. a. gewürzt. Den - humoristischen Teil des Abends besorgten die Herren D u ck e s und S t e v l e r. In später Abendstunde, nachdem das Mesumen-Benschen, bezw. das Neworech. noch von Herrn Vorsteher Schrame! zugunsten der Vereinszwecke um K160.— erstanden worden war. endete das schöne, gemütliche Fest, dem noch viele ähnliche zur Hebung des religiösen Sinnes in Bälde folgen mögen. Wien. (Purim-Feier des Wiener Synagogens ä n g e r - B e r e i u e s.) Bei der kürzlich stattgefnndenen Generalv.rsammlung dieses humanitären Vereines wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: Salo L e m b e r g e r, Beamter und Sänger der israelirischen Kultusgemeinde als Obmann, Chordirigent Julius H e i m a n n als I. und H. T h i e m a n u als H Obmann-Stellvertreter, M. Striks als Kassier, I. K r e i s l e r als I. Schriftführer, M. Silber m a u n als H. Schriftführer und die Herren: Chordirigent I. Z e l l n i k, Chordirigent I. P o r t h, E. W o d a k, I. W e i ß k o p f und M. Reich als Vorstaudsmitglieder, S. Redlich und I. S e r e b r e n i k als Revisoren. Gleichzeitig wurde die Abhalluiig einer intimen Purim-Feier beschlossen und findet diese am Sonntag, den 3. März, im Festsaale des Hotel Guth statt. Zur Aufführueg gelangen Mänuerchöre von S n l z e r, Beethoven, Brahms und P o r t h, und haben ihre freundliche Mitwirkung zugesagt: Herr Oberkantor K. N e u m a n n vom Josefstädter Tempel, die jugendlichen Virtuosen B. Pa st er (Violine), Felix Hupka (Klavier). Prof. Nascher und andere Kunstkräste. Das Reinerträgnis dieser Veranstaltung fließt dem Krankenunterstützungsfond der Wiener Tempelsänger zu. Vormerkungen auf die noch vorhandenen Karten (K 1.50) nimmt Herr Striks, II., Schiffamtsgoffe 20, entgegen. Nach Schluß der Akademie Tanzkränzchen (Arrangenr Herr Rudolf Heimann). Wien. (Jüdischer Haudlungsgehilsenverband.) Die Frauensektion des Verbandes veranstaltet Samstag den 17. Februar 1912 im Festsaale des „Jüdischen Volksheim", H. Bezirk, Siefaniestraße Nr. 12, einen Teeabend. Aspern Bei Herrn Julius Galia, der in seinem Hause Siegesplatz 19, ein Privatbethaus erhält und dasselbe auch der Gemeinde zu öffentlichen Gottesdiensten zur Verfügung stellt, fand anläßlich des ersten Geburtstages seines jüngsten Sohnes die Einweihung eines neuen Sef er Thora statt. Bei dem feierlichen Akte hielt Herr Rabbiner Dr. Rosenm a n n die Festrede und die kantorale Funktion versah Herr Kamor Abraham Kohn. In Vertretung der Wiener Kultusgemeinde war Herr' Kultnsvorsteher Emanuel Grünwald erschienen, welcher dem Herrn G a l i a für fein frommes und gemeinnütziges Wirken die vollste Anerkennung >aussprach. Ferner waren anwesend in Vertretung des Bethausvorstandes im XXI. Bezirke, die Herren Obmannstellvertreter Gabriel Duckes. Moritz Sch warz, Emil ,F a n to r. Adolf Reiniger, Heinrich Mandel, die befreundeten Familien Dr. Julius W e i ß, Alois Th eum a n n. Bernhard K o h n, I. Pollitzer, Gebrüder I e l e n e k, Gali a aus Gaya, städtischer Arzt Dr. P ö r e g g e r, Moritz Politzer, Julius Grün sp a n. die Herren Kultnsvorsteher Leopold 3k o s e n b a n m, F- Mandel sowie Ferdinand R o s e n b au in aus Groß-Enzersdorf und viele andere Gäste. Bei dem weihevollen Akte folgenden Festmahle wurden mehrere Toaste gesprochen. Als erster toastierte Herr Rabbiner Dr. Rosen mann auf die Verdienste der Mutter des Festgebers, Frau Bethi Galia wie auf die Gattin des Festgebers, indem er ihr humanes Wirken und ihre Gastfreundschaft hervorhob. Herr Dr. Julius W e i ß würdigte das echt religiöse, jüdische Familienleben, das der Festgeber im Sinne seines seligen Vaters aufrecht erhält. Die schöne Feier, die in animiertester Stimmung verlief,' endete mit einem hebräischen Toast, den Herr Kantor und Lehrer Kohn auf den Rabbiner Dr. R o s e m a n n, auf den Vorstand, den Festgeber und alle anwesenden Gäste ausbrachte. Aussig. Von allgemeinem Interesse dürfte die 3kachricht von der letzten Ausstellung der Bezalel-Erzengiusse in Aussig sein, die das wachsende Jntcreffe bezeugt, das den Tendenzen der Kunstgewerbeschnle Bezalel in Jerusalem m immer weiteren Kreisen unserer Glaubensgemeinschaft entgegengebrachr wird und den Erzeugnissen der Schule ein immer größeres Absatzgebiet sichert. Das Protektorat über die Ausstellung hatte Herr Kommerzialrat Ed. I. Weinmann in liebenswürdiger Weise übernommen, während das Komitee unter dem Vorsitze des Herrn 3tabbiners Dr. Arthur 3t o s en zweig Damen und Herren aller jüdischen Kreise Aussigs umfaßte. lieber die Eröffnungsfeier selbst, die in Gegenwart der Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden in feierlicher Weise am Sonntag den 11. d. M. stattsand, lesen wir im Anssiger Tagblatt: „Die Eröffn nnng der Ausstellung das Vereines.Bezalel'in Prag, welche bis 18. d. M. in der Veranda dis hiesigen Dampfschiffhotels zu besichtigen ist, fand gestern vor-- mittags in schlichter, aber würdiger Weise statt. Im Namen des veranstaltenden Komirees begrüßte 3tabbiner H. Dr. 3iosenzweig die Erschienenen. besonders die Ehrengäste, die Damen Karola L e n d e ck e. Statthaltereiratsgattin und Minna Ö h n s o r g, Bürgermeistersgattin; die Herren k. k. Bezirkskommissär I e l l i n e k, Stadtrat O st e r m a n n, Kommerzialrat W e i u ni a h n, den Protektor der Ausstellung und die Vertreter des Prager Vereines .Bezalel'. 3tedner verwies ans die Bedeutung der Ausstellung,, deren Objekte in der Kunstgewerbeschule zn Jerusalem hergestellt wurden und hob hervor, daß deren Erzengnng den Zweck habe, der dortigen^ armen, jüdischen Bevölkerung einen Erwerb zn sichern. Für diese Schule haben sich hervorragende Männer der internationalen Kunst, wie Israels und Liebermann interessiert. Die exponierten Gegenstände aus allen Gebieten des Kunstgewerbes zeugen für die Erfolge der Anstalt. Nachdem Herr Dr. Wittenberg namens der Anssiger Kultusgemeinde und Dr.. W e l l i s ch (Prag) namens des Vereines .Bezalel' in warmen Worten auf den hnmanitären und kulturellen Zweck 'der Veranstaltung verwiesen hatten, erklärte Herr Kommerzialrat R. W e i n m a n n die Ausstellung für eröffnet. Daran schloß sich die Besichtigung der exponierten Gegenstände. Es sind dies Intarsien, Metallätzarbeiten, Spitzen, Filigranarbeiten,. Radierungen des Malers Struck u. a. m. Die geschmackvoll arrangierte Ausstellung enthält viele intereffante Objekte und kann zum Besuche bestens - empfohlen werden." Agram. (Vortrag im kroatischen, israelitischen, literarischen Verein.) Gestern abends hielt im kroatischen, israelitischen, literarischer Verein einer der besten Kanzelredner unserer Zeit, der Oberrabbiner der Stadt Hamburg Dr. D. L e i m d ö r f.e r einen Vortrag. Im Fürstensaale des Palace-Hotels versammelte sich ein überaus zahlreiches vornehmes Publi- - knm, nin den interessanten Ausführungen über „Sokrates' Philosophie und Salomonis Weisheit" zu lauschen. Der Redner begann mit den. Worten: Aus fernem Lande bin ich dem Rufe des ehrwürdigen Ober-- rabbiners Herrn Dr. I a c o b i gefolgt, um in fremdem Lande unter fremden Menschen im Literaturverein über Sokrates und Salomon zu sprechen. Mit dem Untergang des goldenen Zeitalters Hellas barsten auch die Säulen des antiken Ruhmestempels hellenischer Wissenschaft und Gesittung. In der Sofistenepoche (na. 430 v. Chr.) lebte zn Athen der .Mann, den die Griechen nach dem Ausspruch des delphischen Orakels als den weisesten der Menschen bezeichnet hatten, ein. Reformator des Denkens, Sokrates. Jahrhunderte früher wirkte nicht fern von den Cedern des Libanons jener Sohn Davids, um welchen die Poesie aller Völker einen Zauberkrauz von Legenden gewunden. Denn das höchste Himmelsgeschenk, das er ersehnt und empfangen hatte, war nicht seine Krone, sondern seine Weisheit, Salomo, den weisesten der Menschen. In seinen weiteren, interessanten, bilderreichen Ansführnngen und vielfachen Berührungspnnkten zwischen beiden gibt den 3kedner zahlreiche Beweise für alle seine- Behauptungen. Der mit meisterhafter Beredsamkeit gehaltene Vortrag des Redners wurde mit Begeisterung, und mit stürmischem, nicht endenwollendem Applaus ausgenommen. Die geehrten Kerren. Aöonnenten werden nm freundliche Einsendung des AöonnernentsÜetrages für das taufende Kuartat ersucht.

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