Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 7 (16.2.1912)
- Date
- 1912-02-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3063623-3063630--07725-3074833- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr, 6. Die Wahrheit Seite 7 Verschiedene Uachrichten Wien Freitag, den 16. Februar 1912 abends Predigt des Herrn Rabbiner Dr. M. Rosen m a n n im Leopoldstädter Tempel. Wien. Der Israel. Tempelverein für die Bezirke Wieden und Margareten veranstaltet anläßlich der diamantenen Hochzeit Ihrer kais. und königl. Hoheiten des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Rainer nnd der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Maria Karolina Dienstag den 20. Februar l. I., 5 Uhr nachmittags, im Kaiser Franz Josef-Jnbiläumscempel, V., Siebenbrunnengasse 11. einen Festgottesdienst. — Wien. Am 11. Februar l. I. jährte sich zum erstenmale der Tag, mn dem Freiherr Albert v. Rothschild gestorben ist. Im Stadttempel fand aus diesem Anlasse eine Tranerfeier statt, die dem Andenken des Ber- .blichenen galt. Wien. (Israelitischer Bethausverein „Am Volke rt.") Der Veit langem gehegte Wunsch des Vereines und dessen Vorstandes, ein großes, würdiges Gotteshaus, verbunden mit einer Bibel- und Talmnd-Thoraschule, zu erbauen, wird nunmehr verwirklicht werden. Der Kaufpreis für 'ven an der Kaiser-Josefstraße gelegenen Baugrund in der Höhe von mehr -als 120.000 X ist bereits bezahlt und die dem Vereine in finanzieller Beziehung jederzeit entgegenkominende Muttergemeinde hat, in Anerkennung ■öes Bedürfnisses nach einem großen Gotteshause in diesem Bezirkssprenge^ zur präliminirten Bausumme die ansehnliche Beisteuer von 270.000 Ui vereits bewilligt. Aus diese Weise wird der die Erinnerung an den 80. ^Geburtstag Sr. Majestät festhaltende „Kaiser-Franz-Josef 1. Huldigungsrempel" im H. Bezirke noch im Verlaufe des heurigen Jahres fertiggestellt werden können. Die Bauarbeiten wurden dem Baumeister Herrn Josef Lichtendorf übertragen, der mit den Erdausgräbnngen bereits begonnen hat. Ans diesem Grunde wird die für Sonntag am 18. Feber 1912 abends 3/46 Uhr im Tempelgebände H. Fugbachgasse 7 einberufene -ordentliche Generalversammlnng von besonderem Interesse und Belange sein. Als Tagesordnung sind folgende Punkte eingesetzt: 1. Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, .2. Bericht des Kassenverwalters, 3. Bericht der Revisoren, 4. Bericht über den Abschluß der Tempelbauangelegenheit. io. 9ien= und Ersatzwahlen in den Vorstand, 6. Wahl der Rechnungs- Revisoren. Wien. (Anmeldungen für das Ferienheim und das Zeehospiz.) Montag den 19. Februar d. I. und an jedem folgenden Montag, Mittwoch und Freitag werden, Ansuchen um Aufnahme in das „Kaiser Franz Josefs Ferienheim" und in das „österr. Seehospiz" von 4—6 Uhr nachmittags in der Vereinskanzlei IX. Türkenstraße 17 entgegenqeuommen. Hiezu haben sich Vater, Mutter oder Vormund mit dem betreffenden Kinde, möglichst unter Mitbringnng eines Armutszeugnisses, einzufiilden. Bei der großen Anzahl der Gesuche empfiehlt es sich, die "Anmeldung möglichst frühzeitig vorzunehmen. Berücksichtigt können nur .Kinder im schulpflichtigen Alter werden. Wien. Der Vorstand der „Chewra Kadischa" im 18. Bezirke veranstaltet am Sonntag, den 25. Februar 1912 um 5 Uhr abends im Gemeindetempel, 18. Bez.. Schopenhanerstraße 39, eine Seelenandacht für Die seit dem Jahre 1831 verstorbenen Mitglieder. Wien. (Preiszuerkennung.) Das Preisgericht zur Beurteilung des Wettbewerbes um den Bau einer Synagoge im XHI. Bezirke, bestehend aus den Herren : Oberbaurat Professor Julius D e i n i n g e r, Professor Dr. Max F a b i a n i, Baurat Ernst v. G o t t h i l f, Professor Dr. Oskar Strnad, den Architekten Jakob G artn er, Ernst L ind n e r, Friedrich Schön und den Herren Direktor Dr. S. K r e n b e r g e r und Hofjnwelier 'Max Z i r n e r, haben von 32 eingelangten Projekten prämiiert die Arbeiten der Herren Architekten Hugo Gorge, Rudolf P e r c o und Ernst A. Heise. Von Montag den 12. Februar 1912 sind alle Projekte durch zehn Tage im Ingenieur- und Architektenverein zur freien Besichtigung ausgestellt. __ " Wien.' Bet - Hamidrasch „Talmud-Thora", II., Malzzasse 16. — 'Populär-wissenschaftliche Freitag-Abend-Vortrüge — auch Frauen zugänglich — finden statt: Am 16. Februar: Herr Rabb. H. Schenk: „Die Psalmen." Am 23. Februar 1912: Herr Professor Moritz Autscherl: „Purimfeste in unserer Geschichte." Beginn jedesmal um 71/2 Uhr abends. Wien. Die konstituierende Generalversammlung des jüdischen Mittelschulvereiues fand Dienstag heu 13. Februar d. I. im Restaurant Pinkas statt. Der znm Vorsitzenden gewählte Herr Profeffor Antsch erl begrüßte die Erschienenen, vor allem aber den Landesschulrat Dr. G. K o h n und erteilte hierauf dem Finanzreferenten das Wort, der in kurzen, markigen Worten darauf hinwies, daß die jüdische Mittelschule, in aller . Stille eröffnet, bereits heute eine beträchtliche Anzahl von opferwilligen Freunden und Gönnern besitze, daß die Anstalt hervorragende Lehrkräfte gewonnen habe und berufen sei, eine fühlbare Lücke im österreichischen Schulwesen auszufnllen. Seine Rede klingt in einen warmen Appell aus, ibie Anstalt finanziell nnd moralisch zu unterstützen. In die hierauf folgende Debatte griff Herr Landesschulrat Dr. G. K o h n ein. der im Prinzips die Errichtung einer jüdischen Schule begrüßte, jedoch zugleich vor allzu großem Optimismus warnte. Er riet, vor allem einen Fonds zu schaffen. Herr Professor Lieben befürwortet das Projekt in sehr warmer Weise, weist muf die Notwendigkeit einer derartigen Schule hin und spricht die Ueber- .Zeugung aus, daß die notwendigen Mittel sicherlich aufgebracht werden könnten; er empfiehlt intensive Agitation von Mann zu Mann. sHerr Rabbiner Dr. Kaminka meint, eine derartige Schule sei berufen, Elitejnden heranzubilden und fordert deshalb die Freunde des Projekts dringendst ans, mit Energie und Begeisterung an der Realisierung dieses hochbedeutsamen Werkes mitzuarbeiten. Auch Herr Dr. med. Reiniger befürwortet die Unterstützung der Schule, die namentlich für die Wiener Jugend von nicht zu unterschätzender Bedeutung sei. Nach kurzen Reden des Herrn Dr. Freud er. med. L ö wy, Rabb. Grün, erteilte Herr Profeffor Autscherl Herrn cand. phil. S i l b e r m a » n das Wort, der in begeisterten Worten auf die sofortige Notwendigkeit der Schule hinwies und die Anwesenden aufforderte, selbst zu arbeiten und nicht auf den reichen Mann zu warten, der dem Projekte eine Riesensumme zur Verfügung stellt. So lange könne nnd dürfe man nicht warten. Hierauf erhob sich der Vorsitzende, verlas die Begrüßungsschreiben der Herren Rabb. Dr. Feuchtw e n g, Fabrikant K r e m e n e tz k i. E. Torczyner rc. und forderte die Erschienenen ans, dem Vereine als Mitglieder beizutreten. Zahlreiche Herren zeichneten größere Beiträge. Indem der Vorsitzende noch den Appell an die Versammelten richtete, auszuharren, dankte er ihnen für ihr Erscheinen und schloß die erhebende Versammlung. Unter den Anwesenden bemerkte man ferner die Herren: Dr. F r i e d e b e r g e r. E. N e u r a t h, E. Deutsch, Felsenbnrg, Glückselig, Obeckantor Schorr. Dr. Freudmann, Prof. Dr. Pollak, Löw- Vogel, B. Stroh, Rabbiner Fles ch rc. Wie». Die Zusammenküilste im Kantoren-Klub finden wieder regelmäßig jeden Dienstag,-6 Uhr abends im Klublokale. Cafs Orrner, II. Praterstraße 33, I. Stock, starr. Wie». Sonntag, den 18. d. M. 1/25 Uhr findet im Betdause „Tefilas-Jeschnrun" Prater. Jlgplatz 2, ein Requiem für Herrn Adolf A scher statt. Die Funktion wird Kantor Leo R o s e n z w e i g ansüben. Wie». („A daß I e s ch u r n n" B e t h a u s - V e r e i n, IX. Pflnggasse 4.) Samstag, den 10. d. M. Nachmittag l(ß Uhr findet ein Vortrag des Herrn Rabbiner Profeffor B. B e r n st e i ii* im Vereinslokale statt. Wien. (I üdische T o y n b e e - H a l l e. XX., O t h m a rga s s e 46.) Beginn der Vorträge an Wochentagen l[.ß Uhr, Samstag, sowie an Sonnnnd Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Wochen - Programm: samstag, den 17. Februar. „Im I. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. (HI.) Oberlehrer Ries e n - f e l d. L-oiintag, 18. Februar. Orchester-Konzert. Montag, 19. Februar. Ans der ältesten griechischen Kunst nnd Kultur." (Mit Lichtbildern.) Prof. Dr. Em. K o h n. Dienstag, 20. Februar. „Bürgerknnde." (Zyklus III. ) Schriftsteller Dr. Heinrich Herbat s che k. Mittwoch, 21. Februar. „Jüdische Geschichte." (Zyklus.) Prof. Dr. K. Kupfer. Donnerstag, 22. Februar. Kulturhistorische L>tndie: „Inden in Galizien." Moses W a l d m a n n. Freitag, 23. Februar. Bibelvortrag. Lehrer H. Löw- Vogel. Wien. Ein Verein, welcher seit kurzem Bestände viel Gutes und Ersprießliches leistet, ist der „Humanitärer Geselligkeits-Verein der Holleschauer in Wien." Am 1. Feber veranstaltete das Vergnügungskomitv des Vereines eine große Akademie im Saale des Zentraihotels in der Taborstraße und gab so vielen Holleschanern in Wien Gelegenheit, im Kreise der Landsleut: eineu genußreichen Abend zu verbringen. Der Besuch war ein sehr zahlreicher und bemerkte man unter anderen - Herr und Frau Adolf Nasch, Herr und Frau Josef Fall, Herr nnd Frau Winkler, Herrn Ludwig Beer. Herrn Josef Meiiel und Sohn, Herrn Leo Grün. Herrn Moritz Fall und Frau, k. k. Militärkapellmeister aus Baden. Eltern der beiden bekannten vorzüglichen Komponisten Leo nnd Richard Fall, Herrn Richard Fall nnd Frau und viele andere. Die Anhänglichkeit und Treue zur Baterstadt und zu dem Vereine veranlaßre den Herrn David M e i f e l, Oberkantor in Karlsstadt, keine Spesen scheuend nach Wien zu reisen und bei der Akademie mitzuwirken. Die von ihm gesungenen Lieder entzückten durch den Wohlklang der Stimme und die Wärme das gesamte Publikum. Die Musikkapelle Herliuger spielte entzückende Weisen, darunter Musikstücke unserer geehrten Vereinsmitglieder Herrn Leo nnd Richard Fall, und letzterer dirigierte sogar eine Piece selbst, was vom Publikum mit Jubel begrüßt wurde. Das bekannte Klavier-Ecablissemeut I. Saphir stellte ein vorzügliches Piano und ein Harmonium zur Verfügung. Dem Vergnügung»» Konnte gebührt für die gelungene Veranstalcung bester Dank. A. L. Wir». (Verein „Esrath Israel"). Die öffentliche Wohltätigkeit ist um eine neue Institution vermehrt worden, denn mir dem „ChamischOsor Fest", welches der genannte Verein am 4. d. M. in den Lokalitäten der ersten jüdischen Wärmestube und Thee- und Snppeuanstalt II. Floßgasse 9. im Haufe seines Obmannes Herrn S. Komet, veranstaltete, trat derselbe zum ersten Male vor die Oeffentlichkeit. Das Fest war zahlreich besucht und durch das Erscheinen der beiden ehrwürdigen Rabbiner Herren Sch. Fürst und L. Schenk ausgezeichnet. Der Obmann des Vereines begrüßte sämtliche Gäste und wies auf die Tätigkeit des Vereines hin, der in dem von Herrn Komet zu diesem Zwecke angekauften Hause segensreiche Institutionen ins Leben gerufen hat. Es sind dies die Wärmestube, verbunden mit einer Thee- und Suppenanstalt, in welcher fast täglich zirka 1000 Personen Unterstützung finden, ferner die Talmud Tora, woselbst über 50 Kinder von 2 erprobten Lehrern gediegenen Unterricht genießen; Unbemittelte unentgeltlich. Noch im Lause dieses Monats soll auch eine Schlafstätte für Arme errichtet werden, woselbst für 50 5 in geräumigen