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Die Wahrheit · 1912-01-26 · Heft 4 (26.1.1912) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 4 (26.1.1912)
Date
1912-01-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 4. Die Wahrheit. Sene v. Jüdischen Kilideru soll es nicht erlaubt , sein. Schulen zu 'besuchen, die von christlichen.Kindern besucht werden. Juden sollen daran "verhindert werden, eigene schulen zu gründen» Es soll den Juden verboten werden, ut staatlichen oder Privaten Schulen zu lehren. Es soll den Inden nicht , gestattet werden, eine staatliche oder private Stellung zu bekleiden. . Es soll den Inden nicht gestattet werden, Konzessionen zu erhalten, und sie sollen nicht mit staatlichen Verträgen in Verbindung kolninen. Inden sollen aus keinem Dampfschiff, an keiner Eisenbahn in Rußland beschäftigtwerden. Es soll den Inden ilicht gestattet werden, zu stimmen und unter keinen Umständeit soll es ihnen erlaubt werden, in der Duma oder im Senat des Kaiserreiches tätig zu sein. Auch soll ^s ihnen nicht erlaubt sein, an den Wahlen teilzunehmen. Es soll den Inden nicht erlaubt sein, eigene Apotheken zn haben, Apotheker zn sein oder als Angestellte in solchen Betrieben zn arbeiten. Inden, die in irgendeiner Weise mit Revolutionären in Verbindung stehen, sollen mit Strenge behandelt werden, und chr Eigentum soll konfisziert werden. Es soll den' Inden nicht gestattet werden, als Herausgeber oder Redakteur von Zeitschriften zu fungieren. Es soll den Inden nicht gestattet werden, Buchhandlungen oder Druckereien zn haben. Allen fremden Inden. Bürger anderer Länder, soll es verboten sein, Rußland zu betreten. Er setzt dann seine aufreizenden Ansbrüche gegen die Juden in Ausdrücken fort, die nicht druckbar sind, und dies ulles in einem Umfang, von dem man vermutet, es sei ein Studium des Talmuds. In einem anderen Kapitel greift der antisemitische Verleumder England an, weil er glaubt, das englische Volk sei ein verlorener Stamm Israels. — (Jewish Chronicle. 15. Sept. 1911.; (Schluß folgt.) Wie die Malmen beim Religionsunterrichte behandelt werde» sollen. (Fortsetzung.) Psalm 6. Man hat in diesem Psalm die Verkörperung der Leidensgestält Israels erblicken wollen. Es ist krank infolge seiner Sünden, welche den Zorn Gottes hervorgernfen haben. Die Feinde Israels mißbrauchen seinen leidenden Zustand zur 'Verfolgung, um sein Ende zn beschleunigen. Doch es verzweifelt nicht und hofft, daß es wieder genesen werde und daß mit dem Schwinden der Krankheit auch seine Feinde weichen werden. Diese Auffassung dürfte auch die Männer der großen Versammlung beherrscht haben, als sie diesen Psalm in die tägliche Gebetordnnng anfnahmen. Doch unsere Erklärung soll ffch an den einfachen Wortsinn halten. Der Verfasser dieses Psalmes bekundet reiche, aus den -Erfahrungen des täglichen Lebens geschöpfte Menschenkenntnis, tiefes psychologisches und pädagogisches Wissen, so daß er selbst der Krankheit erziehliche Momente abzugewinnen versteht. In frommer Denkungsart hält er die Krankheit für ein Erziehungsmittel, dessen sich Gott bedient, um den Menschen wegen seiner Sünden zu strafen und zu bessern. Doch weiß er, daß eine im Zorn vollzogene Züchtigung, welche das nötige Maß überschreitet, ben Zweck verfehlt. 2. Bitte eines Schwerkranken. daß ihn Gott nicht in seinem Zorne strafe, nicht in seinem Grimme züchtige. 3. Wohl hat er durch seine Sünden den Zorn erweckt, doch möge Gott gegen ihn gnädig handeln, denn er verschmachtet; er möge ihn heilen, denn seine Glieder -sind schon verwelkt. 4. Aber nicht blos sein Körper, sondern auch seine Seele M schon ganz ermattet, so daß er dieses Leiden nicht mehr länger anshalten kann. „Der Geist erhebt den Körper über die Krankheit. Ist -aber auch er gesunken, wer soll den- Menschen anfrichten?' (Spr. 18, 14). Meine Seele ist erschüttert, unst ,dn Ewiger, wie lauge kann ich dies noch ertragen? 5—6. Er betet daher zn Gott, daß er wieder seine Seele kräftige und um seiner Gnade willen ihn rette. Denn im Tode gedenkt niemand seiner, im Grabe preist ihn keiner. — Der Psalmist setzt voraus, daß es Gott wohlgefällig ist, wenn der Mensch die Wohltaten Gottes Verkünder, um viele neue Bekenner für ihn zu gewinnen. Läßt Gott den Kranken genesen, dann erweist sich dieser dankbar. erfüllt die Gelöbnisse, die er am Krankenbette machte und verherrlicht den Namen Gottes. — 7.—8. Allein das Beten des Psalms schien vergebens, das laute Weinen blieb erfolglos. Schon ist er des Jammerus müde; schon schwimmt das Belt in den Tränen, die er die ganze Nacht vergießt; sein Lager ist durch sie ganz durchweicht, zerflossen. Verdunkelt, getrübt vor Gram ist sein Auge, es rückt hin und her. vor den vielen Feinden, die ihn von allen Seiten umgeben. 9—10. Doch plötzlich fühlt der Psalmist sich leichter. Er schreibt dies der Wirkung seines Gebetes zu und folgert daraus, daß er seine Sünde abgebüßt hat und daß seine Schuld gesühnt ist. Die Feinde dürfen sich nicht mehr als die Znchtrnte Gottes ausgeben und er ruft ihnen daher zu: ..Weichet von mir all, ihr Uebeltäter, denn Gott hat die Stimme meines Gebetes erhört und meine Sünde verziehen." 11. Erschreckt über die Wendung der Krankheit zum Bessern, deren tödlichen Ausgang sie erwarteten, weichen sie sofort beschämt und bestürzt zurück. Der Psalm zerfällt in 3 Teile: 2—4, 5—8, 9—11. Die Versglieder sind zumeist parallel. (Fortsetzung folgt.) Verschiedene Nachrichten. Wien. Der Borstand des Israel. Bethausvereines „Chewra-Beth- Harfilah tut IX. Bezirke hat infolge der mangelnden Unterstützung seitens der Kulrusgemeiude in einer für den Tempelverein höchst wichtigen Frage einstimmig beschlossen, seine Mandate niederzulegen und eine Wiederwahl nicht anzunehmen, ebenso lehnt der Ausschuß eine Wiederwahl ab. Die ordentliche Generalversammlung des Vereines, in welcher auch diese Angelegenheit zur Sprache gelangen wird, findet Mittwoch, den 31. Jänner, l/,7 Uör abends, im Zeremoniensaale des Tempels. DL. Müllnergasse 21, statt. Wie». (B o r t r a g ans jüdischer G e i ch i ch t e, L i t e r atitr n n d Kultu r). Donnerstag, den 1. Februar 1912, präzise V38 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekreu-Vereines I.. Eschenvachgasse9, ein Bortrag des Herrn Professor Dr. M. B al aba n aus Lemberg statt. Thema: „Der letzte jüdische „Messias" Jacob Frank" (Zur Geschichte der Inden in Polen im VIII. Jahrhundert.) Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (Verband der isr. Religionslehrer an den ö st e r r. Mittelschule ».) Der Verbandsausschuß hielt anl 17. d. M. die erste Sitzung in diesem Jahre ab. in welcher über Srandesfragen diskutiert und beschlossen wurde, die nötigen Schritte zu unternehmen, damit die allen Staatsbeamten gewährte Teuerungszulage auch den israelitischen, nicht definitiven Religionslehrern zuerkannt werde. Dem Prof. Dr. Biach, Rabbiner in Brüx, wurde für seinen am Berbandslage gehaltenen, sehr beifällig anfgenommenen, von wifieuschastlicher und von pädagogischer Tüchtigkeit zeugenden Bortrag der wärmste Dank ausgesprochen. Ferner wurde beschlossen, die von dem Prof. Dr. Goldhammer drucksertig vorgelegte Sammlung der Normalien, betreffend den rsr. Religionsunterricht an den Mittelschulen, ehebaidigst in Druck erscheinen zu lasten. Wie». (Israel. Tempelverein für die Bezirke Wieden-Margarethen in Wie n.) Die 38. ordentliche Generalversammlung des Vereines findet Sonntag, den 28. Jänner 1912. 10 Uhr vormittags, im Sitzungssaale des neuen Tempelgebäudes. V., Siebenbrunnengasse 1 a, I. Stock, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. 2. Bericht des Kassenverwalters. 3. Bericht der Revisoren. 4. Bericht über den Abschluß der Tempelbau- Angelegeuheit. 5. Anträge und Interpellationen. 6. Neu- und Ersatzwahlen in den Vorstand. (§ 6 der Statuten.) 7. Wahl der Rechnungsrevisoren. Im Falle die für 10 Uhr vormittags einberufeue Generalversammlung nicht beschlußfähig sein sollte, wird um IO1/® Wr vormittags an demselben Tage und an demselben Orte im Sinne des § 13 der Statuten eine neuerliche Generalversammlung mit der gleichen Tagesordnung abgehalten. Wie». (Gedenkfchrift für Oberkantor Böla Guttmann s. A.) Die Witwe des Oberkantors Böla Guttmann, Frau Melanie Guttmann, hat zur Erinnerung air ihren Gatte» dem österr.-ung.

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