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Die Wahrheit · 1912-01-19 · Heft 3 (19.1.1912) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1912
Issue
Heft 3 (19.1.1912)
Date
1912-01-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Die Wahrheit Seite 7. Nr. 3 Die arabischen Inden kleiden sich wie Araber, tragen Peies Ed halten den Sabbat heilig, essen koscher^ Die Alliancejnden Lekennen sich zu einer viel laxeren Auffassung des Judentums. Es mag den Anschein erwecken, als ob ich aus irgend ^iner vorgefaßten Antipathie heraus die Allianceschüler ungünstig beurteilen würde. Aber ich glaube, wenn mehr Juden die Länder bereisen und statt sich in den Schulen offiziell nmherführen zu Waffen, wie jene berühmte Allianceexpedition. sich selbst in der Bevölkerung nmsehen, dann werden sie zu demselben Resultat ckommen. Denn beu offiziellen Personen geht es wie seinerzeit Professor Koch in Japan, der darüber klagte, daß ihn die Japaner nur das sehen ließen, was sie wollten, also das Günstige. Und so geht es den Mitgliedern von Kommissionen. Ihr Urteil ist uocb viel' weniger objektiv als meines. , Ich versuchte nicht die Kenntnisse irgend eines Schülers LU prüfe», souderu ich wollte die Resultate der Alliauceerziehung im Leben studieren. llnd da kann ich nur folgendes Resultat mitteilen. Das Wirken der Alliance ist in Tunesien völlig überflüssig, soweit es -sich darum handelt, die französischen und andere Sprachkenntnisse im Lande zu propagieren. Was aber die Erhaltung eines religiösen und nationalen Judentums anlangt, so ist sie der größte Schädling, den man sich denken kann. Es ist ganz unverständlich, wie ein Jude, der lein chauvinistisch-französisches ^Interesse hat, nicht mit aller .Kraft eine Aendernng dieses Systems herbeigeführl zu wissen wünscht. Und wenn nicht auch die maßgebenden jüdischen Kreise so unglaublich schlecht orientiert wären, z. T. jeder gesunden jüdischen Sozialpolitik völlig hilflos gegenüberständeu. dann würde wohl auch dieses System dem Allstnrm des gesunden Menschenverstandes gegenüber weichen müssen. So aber ist leider von einer Volksvereiuignng, die sich so alle Rechte der Selbstbestimmung rauben läßt, wenig zu hoffen. Mie die Psalmen beim Keliglous- «nterrichle behandelt merden sollen. (Fortsetzung.) Psalm 4. Gleich Ep. 3 dürfte sich auch dieser Psalm ans die Milcht vor Absalon beziehen, welcher durch seine Schmeichel- Ivorte die Wohlhabenden sowohl als die Besitzlosen au sich lockte. (H Sam. 15, 3),, Jene aus Uebermut. diese in Erwartung der ihnen von Äbsalou in Aussicht gestellten besseren .Zeiten, schlossen sich der Verschwörung gegen David an. Gegen Beide ist der Psalm gerichtet. Beide klärt der Psalm in sanfter herzgewinnender Rede über ihren Irrtum und ihr Unrecht auf. 2. Der Psalm betet zu Gott, der sein Recht kennt, und der ihn schon oft ans der Enge in einen weiten Maum geführt hat, daß er auch jetzt gnädig sein Gebet erhöre und aus der Bedrängnis ihn befreie. In der zuversichtlichen Erwartung dieser Erhörung fragt er Die „Söhne der Vornehmen", die Mitverschwornen Absalom's, weshalb sie ans Grund leerer lügenhafter Beschuldigungen -feine Ehre in den Staub ziehen und in Schande umwaudeln. Sie sollten es doch wissen, daß Gott Nur seinen Frommen eine Muszeichnnng gewährt und diese hat er ihm durch die 'Erhörung des Gebetes zuteil, werden lassen, was auf seine Unschuld schließen läßt. (6, 7, 18, 119.) Aus Furcht, an ihm sich zu versündigen, sollten sie in der nächtlichen Ruhe auf ihrer Lagerstätte ihrer Sünde sich bewußt werden und den Vorsatz fassen, vom Anfruhr sich abznwenden. Dann können sie. als Sühne ihrer Schuld gerechte Opfer bringen — eine Anspielung ans die ungerechten, welche Absalom vor dem Auszuge zur Empörung brachte — mud auf Gott vertraue», daß er ihre Opfer aunehmen wird. -Nun wendet, sich der Psalm zu der betörten Menge, zu den vom Glück Verstoßenen, bei deüen die Armut der Grnnd zur llnznfriedenheit und Empörung ist. Viele sprachen: „Wer läßt uns Gutes sehen?" Der Psalm antwortet ihnen, daß ihm ihr Glück, ihr Wohl so sehr am Herzen liegt, daß er ihre Wünsche in sein Gebet einschaltet. „Gott, wende uns das Licht deines Antlitzes zu! Du würdest Freude meinem Herzen gewähren von der Zeit an, wo sich ihr Getreide und Most mehrt." — Er würde lebhaften Anteil an der Verbesserung ihres Geschickes nehmen. ..In Frieden mit allen insgesamt könnte ich mich denn ruhig schlafen legen, denn du Ewiger allein läßt mich in Sicherheit wohnen." Nur die Sorge um die Armen, welche der Mangel an irdischen Gütern zum Aufrllhr reizt, nicht Mrrcht tfbr Ueberfällen stört ihm die Nachtruhe. Psalm 5. Aach dieser Psalm gehört der Periode der Flucht vor Absalom an und ist gegen die Hauptperson der Verschwörung, den treulosen Achitosel, gerichtet. Er schmiedete verderbliche Pläne gegen David, welche für diesen hätten verhängnisvoll werden können, wäre ihre Ausführung nicht durch das Eingreifen Chuschai's vereitelt worden. Achitosel, „dessen Rat dem Gottesworte gleich geachtet wurde," gab sich aus Kränkung hierüber selbst den Tod. (II. Sam. 17, 23.) Dieser Psalm ist mit Psalm 55 durch gemeinschaftliche Ausdrücke und Gedanken verwandt. (Vgl. 5, 2, 3. 4. 7, 10 mit 55, 2, 3, 17, 18, 22, 24.) 2—4. Nach einer im Kriegslager verbrachten Nacht legt der Psalm in einem Morgengebete Gott seine Wünsche und Hoffnungen dar. Was er hofft, die Bestrafung seiner Feinde, ist imV. 11 ausgesprochen. 5—7. Der Psalm erwartet diese um so gewisser, als er weiß, daß Gott an den Lastern, welche seine Feinde besitzen. Lug und Trug. Gewalttätigkeit and Blutgier, keinen Gefallen hat und die Frevler nicht in seiner Nähe duldet. 8. Er aber fühlt sich frei von diesen Fehlern und darf, gestützt auf die große Gnade Gottes, in seinem heiligen Tempel ehrfurchtsvoll vor ihm sich bücken. 9. Um aber auch ferner in Unschuld zu verharren, betet er zu Gort, daß er ihn leite in seinem Wege der Tugend und Rechtschaffenheit, damit er seine Feinde widerlegen könne, welche ihm alle Fehler andichten. 10. Denn in ihrem Munde ist kein wahres, aufrichtiges Wort. Was sie sprechen, ist nicht wahr. Sie sinnen Unheil und bereiten durch ihre gleißnerlscheu. tödlich wirkenden Verleumdungen dem Gerechten ein offenes Grab. 11. Gott möge die Abtrünnigen ihre Treulosigkeit dadurch büßen lassen, daß sie durch ihre Ratschläge fallen, durch die Menge ihrer Empörungen stürzen, denn durch ihre Auflehnung gegen den König zeigen sie zugleich ihre Widerspenstigkeit gegen Gott. Dabei denkt der Psalm an Achitosel und seine. Bundesgenossen. 12—13. Wenn die Freunde Gottes dieses Strafgericht an seinen Feinden sehen, werden sie sich darüber freuen, daß sie unter seinem Schutze geborgen sind und daß Gott den Gerechten segnet, indem er itm mit seinem Wohlwollen wie mit einem Schilde umgibt. (Fortsetzung folgt.) Aene Judenverfolgungen »»Knßland. Predigt, gehalten in der Theistenkirche zu London. Bon Reo. Charles B o y j e y, B. A. (Forts.) Es wird von den besten Freunden der Inden nicht geleugnet werden, daß das System der Unterdrückung und Verfolgung, unter dem sie so viele Jahrhunderte hindurch gelitten haben, Fehler erzeugt hat, durch welche einige von ihnen sich auszeichnen: Seit den Tagen, da sie die ägyptischen Herren beraubten, die sie 400 Jahre hindurch ausgeraubt hatten, bis zn unseren heutigen Zeiten, haben die Juden immer den schlimmen Ruf gehabt, rücksichtslose Geschäfte zu machen, Wucher zn treiben und sich auf eine Weise Wohlstand zu erringen, die nicht weit vom schamlosen Betrug entfernt ist. Diese Beschuldigung ist sehr unbillig. Und während ich nicht diesen Fehler bemänteln will, muß ich zuerst feststellen, daß man dies keineswegs verallgemeinern kann, und daß viele Christen, und ich ebenfalls, aus Erfahrung von den geraden und ehrlichen

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