Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1912
- Issue
- Heft 2 (12.1.1912)
- Date
- 1912-01-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Wahrheit Nr. 2. Seite 7. -für den Verein Frauenhort X 300, für den Brigittenauer Frauenverein X 300, für den Verein zur Bekleidung armer alter Männer X 300, für den Verein Greisinnenfürsorge L 300, für die Volksküche X 200, für das Heim für schwachsinnige Kinder X 300.—, zusammen K 4000.—. Von Herrn Julius Bnnzel für die Armeuanstalt X 300.—. Bon Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern für wohltätige, nachträglich zn bestimmende Zwecke X 200.—. Bon Frau Rosa Holitscher ans der von ihrem verstorbenen Gatten Friedrich Holitscher in seinem Testamente für wohltätige Spenden ansgesetzte» Summe von X1000.—: für das Altersversorgungs- .haüs X 100.—, für das Siechenhans X 100.— zusammen X 200.—. Bon einem ehemaligen Schüler der Talmud Thora-Bereinsschule zur Erinnerung an den verstorbenen Lehrer der Talmud Thora-Schnle und Gemeinderat im II. Bezirk Prof. Josef Knirr s. A. eine 4% österreichische Äronenrente per X 100.—, deren Zinsen an jedem Channkafeste der Ansspeisungsinstitution der Talmud Thora-Schnle und im Falle der Anflösnng derselben einem Patienten des Rothschildspitales zugute kommen soll, von Frau Philippine'Samson znr Verteilung an Arme X 100.—, von Herrn Karl Schlesinger in Fa. Glattaner & Schlesinger für ein armes verlassenes Kind X 100.—. von den Zöglingen des L. D. Königsberg'schen Institutes statt eines Theaterbesuches zugunsten eines erkrankten Zöglings X 60.—, von Anonymus anläßlich des Jahrzeitstageu nach seinem Vater für Unterstützung jüdischer Hilfsbedürftiger X 20.—, Bon Frau Mina L a n d e s m a n n anläßl. des Geburtstages ihres verstorbenen Bruders für Arme X 20.—. Bon F. Ern st für arme Kinder X 10.—; s. d. Ausweisung armer Schulkinder X 3.—. Bon Frau Ella Z i r n e r Zwieback, Kleider, Wäschestücke, Näschereien und Eßwaren für '70 arme Schulmädchen. Von Herrn Weingutsbesitzer Johann Baptist Sturm in Rüdesheim a. Rhein 32 Flaschen Rheinwein für die Siechenabteilung der isr. Versorgungsanstalt. Uerlmndslag der israelitischen Religionslehrer. Dienstag, den 27. Dezember 1911 fand in der Religionsfchnle der Wiener Knltnsgemeinde die VIII. Generalversammlung des Verbandes der israelitischen Religionslehrer an den '.österreichischen Mittelschulen statt, über welche wir folgenden Bericht erhalten: : Teilnehmer der.Versammlung waren: Rabbiner Doktor Bauer (Wien), Professor- Dr. Biach (Brüx), Jnsp. I. Braun -(Wien), W. Breuer (Wien), Rabbiner Jnsp. Dr. Fenchtwaug (Wien), k. u. k. Feldpred. Dr. Frankfurter (Wien), Rabbiner Dr. Frankl-Grün (Wien), Prof. Dr. Frankl (Prag), Sekretär Fuchsgelb (Wien), Prof. Dr. Goldhammer (Wien), Ober-Rabbiner Dr. Gndemann (Wien), Rabbiner Dr. Kahan (Znaim), Rabb. Dr. Kaminka (Wien). Jllsp. Prof. Kanitz (Wien), Schul- Rat Prof. Kollek (Wien). Dr. Kupfer (Wien), Rabbiner Dr. Lazarus (Göding), Dr. M. Löwy (Wien), Rabb. Dr. Mandl <(Wien). Wilhelm Reumann (Wien), Prof. Dr. Pollak (Wien), Dir. B. Planer (Wien), Rabbiner Prof. Reich (Wien), Rabb. Dr. Rosenmann (Wien), Prof. Dr. Rosenfeld (Wien), Rektor Prof. Dr. Schwarz (Wien), Rabbiner Dr. Schwarz (Prag), Rabb. Dr. Schwenger (Lnndenbnrg), Rabbiner Dr. Spitzer '(Franzensbad), M. Stengel (Wien), Rabb. Jnsp. Dr. Taglicht -(Wien), k. u. k. Feldprediger Dr. Templer (Wien). R. Vogl (Wien), Prof. Dr. Weschler (Wien) u. a. Entschuldigt hat fein Fernbleiben Landesschulrat Vizepräsident Dr. Gustav Kohn. Rach Begrüßung der Mitglieder und Gäste, insbesondere -des Oberrabbiners Dr. M. Güdemann und des Rektors Professor Dr. Schwärz, eröffnet der Vorsitzende, Obmann Professor Dr. H. Pollak, die Verhandlungen mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser,, in welches die Versammlung begeistert einstimmt. Der hierauf durch den Obmann erstattete Rechenschaftsbericht erwähnt zunächst die Verleihung des'Schulrattitels an Professor H. Kollek, die Beförderung des Herrn.Professor Weiß in die 7. Rangsklasse, Personalverändernngen im Ausschüsse, die erfolgte Annäherung des Verbandes an den böh- Mifchen Religionslehrer-Verband und wendet sich dann den größeren Aktionen des Verbandsausschusses zu: Der in der letzten- Generalversammlung gefaßte Beschluß, -es möge eine Petition wegen der Altersversorgung der nichtdefinitiven Religionslehrer ausgearbeitet und der hohen Unterrichtsbehörde unterbreitet werden, wurde in höchst genauer Und Präziser Weise ausgeführt. Se. Exzellenz der Herr Unterrichts- Minisier Graf Sturgh, bei dem die Deputation vorsprach, zeigte sich in der Angelegenheit genau versiert und stellte eine Lösung, dieser Frage in irgend einer Form baldigst in Aussicht und versicherte dieselbe feines größten Wohlwollens und Interesses. Die Deputation begab sich hierauf zu den Hofräteu Huemer und Zweig, die sich wärmstens für nufere Sache zu interessieren versprachen. Znr Ergänzung möchte ich noch anführen, daß eine Deputation des galizischen Religionslehrerverbaudes für Mittelschulen bei Sr. Exzellenz, dem jetzigen Unterrichtsminister Dr. Hnssarek wegen Systemisierung von Lehrstellen vorstellig wurde, und daß der Bescheid auf eine baldige Sistemisierung hoffen läßt. In Angelegenheit des vom allgemeinen österr. israel. Gemeindebnnde ansgearbeiteten Gesetzes für den Ausbau der israelitischen Religionsgesellschaften, wurde vom böhm. Verbände ein Protest dem Ministerium für Kultus und Unterricht unterbreitet. Wir schloßen uns ans Formgründen diesem Protest nicht an, sondern haben gleichzeitig ein Memorandum der hohen Unterrichtsbehörde vorgelegt. Unser Ausschuß hat ferner die Anregung gegeben, an den Vorstand der Wiener isr. Knltnsgemeinde in einer Resolution heranzntreten, der gemäß der Vorstand ersucht wurde, für Religionslehrer, denen eine definitive Lehrstelle derzeit nicht verliehen wurde, durch eine materielle Schadtoshaltnng subsidiarisch einznireten, bis znr Erreichung des Definitivums. Die Resolution hat eine günstige Beantwortung in mündlicher Form gefunden. Der Vorstand sei nämlich gerne bereit, unter Voraussetzung von Gegenleistungen, den betreffenden nichtdefinitiven Religionslehrern die Schadloshaltnng zu leisten. In der letzten Generalversammlung wurde auch beschlossen, eine Normaliensammlung betreffend den Religionsunterricht an Mittelschulen anzulegen und heranszugeben. Kollege Professor Dr. Goldhammer hat sich dieser großen Mühe unterzogen und die Sammlung ist bereits druckfertig. Dem Prof. Dr. Goldhammer sei für seine außerordentliche Mühewaltung und für die ganz ausgezeichnete Leistung herzlichst gedankt. Was die Eisenbahnlegitimatlon aulangt, so haben sich wiederholt Kollegen diesbezüglich an den Verbandsobmann gewendet, und sei hierorts darauf hingewiesen, daß sich die Herren diese selbst im Wege der Statthalterei durch die Direktion beschaffen können. Wir bitrjeu keine Aktion in dieser Angelegenheit unternehmen, weil in der früheren Funktionsperiode ein solcher Schritt erfolglos geblieben ist. Was die Anregung von Elternabenden betrifft, so hat sich der Ausschuß damit beschäftigt, doch ist diese Angelegenheit nach seiner Ansicht noch nicht als spruchreif zn bezeichnen." Rach Anführung weiterer, minder wesentlicher Vorfälle dankt der Obmann seinen bewährten Mitarbeitern im Vorstande, insbesondere dem Schriftführer Dr. Rosen seid, und dem Kassaverwalter Prof. Dr. Goldhammer und schließt hierauf den Bericht mit folgenden Worten: „Das Beste wurde angestrebt, wenn auch nur Manches teilweise erreicht. Gestatten Sie, daß ich Ihnen nochmals für das mir entgegengevrachte Vertrauen danke und zugleich bitte, das von mir innegehabte Mandat einer jüngeren Kraft anzuvertrauen." (Lange anhaltender Beifall.) Rabbiner Dr. Fenchtwaug: Ich habe dem Rechenschaftsberichte nichts hiuznznfilgen, als dem Herrn Obmann fürfeine ausgezeichnete Ausführung unseren herzlichsten Dank ansznsprechen. Wenn wir zur Wahl schreiten, so bitte ich Sie, meine Herren, baß Sie das, was Herr Prof. Pollak znm Schluffe seiner Rede gesagt hat, nicht zur Kenntnis zn nehmen. (Lebhafter Beifall.) ' Es folgt hierauf der Vortrag des Herrn Prof. Dr. Bia ch: „Die Behandlung der jüdischen Geschichte auf der Oberstufe der Mittelschulen." Am Schluffe des Vortrages großer, anhaltender Beifall. Hierauf folgt die Wahl des Obmannes und des Schriftführers. Prof. Pollak erklärt abermals, die Obmaunstelle nicht annehmen zu wollen, aber gerne im Ausschüsse zn verbleiben. Gleichzeitig teilt er mit, daß der bisherige Schriftführer Doktor Rosenfeld unter keinen Umständen eine Wiederwahl annehmen könne. Die Sitzung wird darauf auf 10. Minuten unterbrochen. Daun wird unter allgemeiner, lebhafter Akklamation Professor