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Die Wahrheit · 1911-12-29 · Heft 50 (29.12.1911) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 50 (29.12.1911)
Date
1911-12-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Die Wahrheil Nr. BO. Einnahmen plus X, 600.— Ausgaben um X 4000.— höher/ und zwar bei Post. 1 wegen Anstellung eines Ünterkautors. Kap. 4. Tempel XVI unverändert. Kap. 5. Tempel XVIII, Ausgaben X 800.— höher bei Post 10 Beleuchtung, Post 36 Renovierungen, dagegen Ersparungen bei anderen Posten. Kap. 6. Tempel XXI ein Plus der Ausgaben von X2000.— bei Post 1 Gehalte. Kap. 8. Subventionen an Bethansvereiue eine um X BOOO höhere Veranschlagung. Bei diesem Kapitel sind die ordentlichen mit den seil drei Jahren gewährten außerordentlichen Subventionen znsammengezogen worden, dagegen ist die Reserve Post 31 um X 7000 reduziert, Kap. 9, Rabbiuat ist um X 1000 gestiegen, obgleich die Reserve gegen das Vorjahr um X 1000 reduziert wurde; Kap. 10 Fleischregie ist neuerdings um X 6500 im Zuschuß höher als im Vorjahre, trotzdem die Zahl der Schächtnngen im Jahre 1911 abgenommen haben, weshalb auch die präliminierten Einnahmen um X 3000 niedriger eingesetzt erscheinen. Kap. 11 Badhaus (Mikwah) bedarf diesmal des vorjährigen Zuschusses von X 10000 nicht mehr, da . die Aussicht besteht, daß die Einnahmen den Ausgaben entsprechen. Abschnitt B: Uuterrichtsangelegenheiten erfordert einen um X 4000 höheren Zuschuß als im Vorjahr, Und zwar Kap. 13 Religionsunterricht bei Post 1 infolge von Klassenteilungen, Bestellung von Aspiranten, welche im September vielleicht zu Supplenten vorrücken und Einführung fakultativer Stunden um X 10000 mehr, Post 12 Inspektoren X 1300 weniger, Post 14 Supplenten plus X 1200, Post 17 Lyzeum X 360 entfällt Heuer, Post 31 X 800 mehr, Post 42 Lehrerbildungsanstalt X 21000 ist wegen Auflassung derselben Heuer nicht eingestellt, dagegen ist bei Post B4 als Nachtragsanslagen für das genannte Institut X 1B00 und bei Post 56 Reform des Religionsunterrichtes X 3000, bei Post B7 Präparatiynen X 1000 neu und bei Post B8 Reserve X 1500 mehr eingestellt worden, Kap. 14 Konfirmation ist. in den Ausgaben wegen genügendem Vorrat an Gebetbüchern mm X 700 geringer, Kap. 16 Subventionen X 8400 höher, weil Zinsenanteil Goldschmidt Legat Heuer um X B.700 geringer und verschiedene Ausgabeposten, insbesonders Post 2 Beiträge an arme Schüler und Post 47 Abhaltung von Vorträgen zusammen X 2700 höher. Kap. 17 Bibliothek ist der Zuschuß gegen das Vorjahr um X 300 geringer veranschlagt. Abschnitt 0: Friedhofs- und Beerdigungs-Angelegenheiten: ergibt gegen den Voranschlag pro 1911 eine Mehreinnahme von X 28Ö0Ö und zwar Kap. 18 Beerdigungen in den. Einnahmen Post 1/13 ein Plus von X 40000. wogegen die Ausgaben besonders. Post 1, 6, 9, 26, 29, 36/37 43/57 und B9, die letzte Post Vorarbeiten für den neuen Friedhof um X 31000 und Post 60 Reserve wegen der im Zuge befindlichen Neuerwerbung Zentralfriedhof um X 10000 Höher eingesetzt erscheinen, Kap. 19 Zentralfriedhof sind die Einnahmen um X 24700 höher, die Ausgaben um X 10000 reduziert, so bei Post 1/2, 14, 33 und insbesonders bei Post 34 Herstellung von Grüften, dagegen ist Post 4B Reserve um X 2000 erhöht worden. Kap. 20 Friedhof Floridsdorf erfordert ein Ansgabenplns von X 3800, infolge nötiger baulicher Herstellitngen, Kap. 21, alte Friedhöfe, hat ein Plus des Zuschusses von X 1600 wegen vermutlich notwendiger Renovierung des Administrations-Gebäudes auf dem Währinqer Friedhof. Durch den in diesem Jahre ersolgten.Ankauf eines großen Territoriums für Friedhofszwecke haben wir endlich der Verlegenheit ein Ende bereitet, die uns durch den Umstand drohte, daß der zu unserer Verfügung stehende Raum immer mehr und mehr abuahm. Allerdings kann ich schon bei diesem Anlasse nicht unerwähnt lassen, daß wir natürlich nicht im Stande waren, aus eigenen Mitteln den Ankauf zu bewerkstelligen, sondern, ^aß wir genötigt waren eine schwebende Schuld aufzunehmen' welche zunächst das Budget unserer Gemeinde mit einer jährlichen. Ziufenlast von zirka X 25000 beschwert. Abschnitt D: Israelitisches Spital zeigt einen scheinbaren Minderbeparf von X 9700, der sich aber in Anbetracht des Umstandes, daß die Einnahmen -.aus den Verpflegsgebühren um X 2B00Ö höher eingestellt wurdenin einen tatsächlichen Mehrverbrauch verwandelt. Es sind Post 1 Gehalte und Post 2/3 Löhne um X 5400, Post 31 Reparaturen um X 1000, Post 37 Röntgen-Institut um X 600, Post 38 Verköstigung infolge der anhaltenden Steigerung der Lebensmittelpreise um X 6000, Post 43 Wäschereinigung um X 3700.— gestiegen, dagegen Post 41, Medikamente ün ambulante Kranke, um X 2500.—niedriger eingesetzt worden. Mit aufrichtigerBefriedigung muß ich bei dieser Gelegenheit konstatieren, daß der Spitalsdirekior, Primarius Dr. Fleischmann', im Vereine mit den Herren Abteilnugsvorständen nach Kräften bemüht ist, Ersparungen dort zu erzielen, wo es ohne jede Benachteiligung der Kranken möglich ist. Der Spitalskomplex hat durch das bereits im Vorjahre erwähnte großmütige Geschenk des. verewigten Herrn Baron Albert von Rothschild, der das Nachbarhaus für uns ankaufte, eine erwünschte Erweiterung erfahren, die wohl auch dazu führen dürfte, die überaus schweren Lasten, welche uns die Erhaltung des Spitals auferlegt, einigermaßen zu erleichtern. Mit aufrichtiger Freude und Dankbarkeit kann ich aber an dieser Stelle auch konstatieren, daß die Erben des Verewigten aus dem Nachlaß uns eine weitere Summe von X 200.000 zngewiesen haben, so daß die nicht unbedeutenden Adaptiernngskosten des neuen Hauses das Budget, unserer Gemeinde nicht im geringsten belasten. Abschnitt X: Versorguugs- und Siechenhaus erfordert diesmal gegen das Vorjahr einen um X 10.600 geringeren Zuschuß, hauptsächlich weil heuer die.außerordentlichen Ausgaben des Jahres 1911 im Betrage von X 26.000 entfallen. Dadurch verwandelt sich auch hier das vermeintliche Minus in ein nicht unbedeutendes Mehrerfordernis, welches allerdings durch die Erhöhung der Gehalte. Post 1, um X 1.500, Wasserpreiserhöhung, Post 8, X 2.500, Motorenbetrieb, -Post 22, X 1.900. hauptsächlich aber, infolge der durch die anhaltende Preissteigerung bedingten Erhöhung der Verköstigung, Post 32, um X 10.000, mehr als gerechtfertigt ist. In den Einnahmen ist bei Stiftungen ein Plus von X 5.000 und bei den magistratischen Verpflegsgebühren eitle vermutliche Mehreinnahme von X 1.000 zu verzeichnen. : . Ich halte es für ganz überflüssig über diese so klaglos verwaltete Anstalt, die neben dem Spital den Stolz unserer Gemeinde in Bezug auf Wöhlfahrtseinrichtungen bildet, , viele Worte zu verlieren, aber ich erfasse mit Vergnügen die Gelegen? heit,, an dieser Stelle unserem so fleißigen Damenkomitee, an dessen Spitze Frau Jda Diamant, welche seit vielen Jahren an dieser Anstalt und seit einiger Zeit anch in unserem Krankenhaus so erfolgreich tätig ist, unseren herzlichsten Dank abznstatten. Abschnitt F: Armen- und Wohltätigkeitsangelegenheiten sind mit zirka X 34.000 höher veranschlagt als im. Budget des Vorjahres, und zwar ist Kap. 24 Wohltätigkeitsamt bei Post 1, Gehalte um X 1.400 gestiegen, während Kap. 25 bei Post 1 um X 2.000, Post 8 Armenanstalt um weitere X 5.000, Post 10 periodische Unterstützungen um X 5.000, Post 15 verlassene Kinder um X 11.000, andere Posten um X 900 in. den Ausgaben höher eingestellt wurden, Kap. 26. Subventionen an Vereine, .ist fast unverändert. Kap. 27. Rituelle Verköstigung erfordert durch Erhöhungen bei Post 6 und Post 18, ein Plns von X 3.000. Kap. 28 bleibt unverändert. Wie alljährlich ist anch im diesmaligen Voranschlag der Zuschuß zu diesem betrübendsten Kapitel unseres Budgets, und zwar diesmal um nicht weniger als X 34.000 gestiegen. Dies zu rechtfertigen kann ich mir wohl ersparen, denn Jedem von Ihnen ist die immer mehr und mehr steigende Notlage eines großen Teiles der jüdischen Bevölkerung wohlbekannt eine Notlage, die durch das stetige Anwachsen der Wohnnngszinse und der Preise aller Lebensbedürfnisse Noch ungemein verschärft wird^ Abschnitt G. Finanzielle und administrative Angel.genheiten: Kap. 29 Kultnssteuer ist ans Grund der eben erfolgten Regulierung mit X 120000.— höher veranschlagt, als im Vorjahre. Kap. 30 Gemeindevertretung ist in den Ausgaben um. X 63800 gestiegen, weil Post 1 Gehalte teils wegen normalmäßigen Vorrückungen, meist aber wegen der der Beamtenschaft gemährten Teuerungszulagen um X 37500.—, Posten 6 und 16 zusammen X 1400.— gestiegen sind, und als Kosten der im Jahre 1912 stattsindenden Neuwahlen Post 30 X 25000.—

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