Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 50 (29.12.1911)
- Date
- 1911-12-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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.MM " ■ . " . ZUMährW__...-.____ieite.:.El_. und'Menschen iitit5 den Engeln unmiitelbar und' ohne Dolmetsch bdn Angesicht zu ’ Angesicht verkehten^ niM durch Rauschen der k astatischen ' Qiielle, oder durch die thphoiiisch e Kohle, oder durch den 'telltollischen Wald, oder delsihischen Dreifuß, sondern wie einer Mit dem, anderen zu sprechen pflegt?" " , Herder (Geist der hebr. Sprache) schreibt unter anderem: „Hie Inden wareil und sind das ausgezeichnete Volk der Erde; in HineinUrsprünge mtd, F^ den ' heutigen Dag, in'seinem Ursprünge, Glück und Unglücke, in Vorzügen Und Fehlern, in seiner Niedrigkeit und Hoheit so einzig, so sonderbar, daß ich die Geschichte, die Art der Existenz des Volkes für den ansgemachten Beweis der Wunder und Schriften halte, die wir von ihm wissen und haben. So etwas läßt sich nicht dichten, solche Geschichten, mit allem was daran hängt und davon abhängt, kurz solch ein Volk läßt sich nicht erlügen. Seine noch Unvollendete Führung ist das große Poem der Zeilen und geht wahrscheinlich bis zur letzten Entwicklung des großen, noch unberührten Knotens aller Erdnaturen hinaus." Ferner schreibt er (Philosophie und Geschichte 9): „Das sonderbarste Volk hat die sonderbarsten Bücher, ein Volk, dessen Religion und Geschichte ganz von Gott abhängt nnd dahin weist, hat auch Bücher der Art des Geistes;, jene Dinge sind ans diesen, diese aus jenen entstanden und Alles ist im Grunde nur Eins. Ein Gepräge, ein Charakter. Eine Beurkundung der Zeiten?: ihr Name ist das Volk Adonai«, wie dort der Name von Ezechiels Stadt und Tempel „Adonai Schemoii.“ Cörove schreibt: Noch ist die jüdische Religion durch ihr Alter, ihre ursprüngliche Erhabenheit und ihre welthistorische Wirksamkeit diejenige, welcher unbedenklich die erste Rolle gebührt. Ihr Pentateuch ist gleichsam der Ur« p e n t a t e u ch ' der monotheistischen Glaubeusgeuosseuschaften, denen von der Providenz die großartigste zngeteilt worden. Ihr' Gedächtnis reicht hinauf bis in die Wiege des Menschengeschlechtes, ihre Urkunden sind bis jetzt noch die erweislich ältesten; ihre Ueberliefernngen liegen den z w ei R e,li g io n en zu Grunde, die sich am meisten über den ganzen Erdball verbreitet haben. Mögen auch die Juden späterhin, wie die unglücklichen Chamiten in die Dienstbarkeit der anderen Abkömmlinge des Erzvaters Noah, so in die Abhängigkeit von den Christen und Jslamiten geraten sein, doch haben sie — einzig in der Geschichte — bis ans beit heutigen Tag ihre Eigentümlichkeit, ihre Religion sich erhalten, und hierdurch die w u n d e rba re Lebenskraft derselben bewährt. S o i st das Judentum unstreitig die a l t e h r w ü r d i g st e E rscheinung in der Geschichte der M e n s ch h e i t." (Ersch nnd Grnber Encykl. 27.) So dachten nnd schrieben vorurteilsfreie, hochgelehrte Christen früherer Zeiten über Inden und Judentum, wie über das jüdische Schrifttum. Hieße es daher nicht am Judentum ein Attentat begehen, so man sich, für die Eleminiernng d e r h e b r ä i s ch e n S p rache aus dem Religionsunterrichte entschließen werde? Allerdings kann nicht geleugnet werden, daß in z w e i Lehr st n n. den wöchentlich, nicht viel geleistet werden kann, allein hier in Wien ist ja durch Gründung von Bibelschulen dafür gesorgt worden, daß die jungen Kinder frühzeitig schon einen glänzenden Unterricht im Hebräischen genießen können. Ich selber habe oft beim Jugendgottesdienst, im XV. Bezirke Gelegenheit gefunden, mich von den recht günstigen Resultaten, die in der dortigen Bibelschule erzielt werden, zu überzeugen. Wahrlich, wenn der oben erwähnte Anonymus in seiner Jugend keinen solchen Widerwillen gegen das Hebräische gehabt hätte, würde er es zweifellos unterlassen, die furchtbare Situation, in der er sich, als er unter dem Trauhimmel stand, befand, in so tragikomischer Weise der Welt zu schildern. Wo in aller Welt wird ein Bräutigam unter der Chnppah vom Vorbeter .b em ü s s i g t, die Gebete nachznsagen? Der einzige aus 9 Worten bestehende hebr. Satz, den j e d e r,Bräutigam dem. den Trännngsakt vollziehenden Rabbiner nachznsprechen. hat, ist doch kein Gebe t, sondern die Trauungsformel. . — Und diese hat der. arme Anonymus, wahrscheinlich für ein Gebet,' eine Broche gehalten ' Amitai. Das Kndgel der Wiener Krrttnsgemeinde. Ineinem stattlichen Bande, der schon äußerlich von dem nmsangreichen Wirknngskreise der Wiener Kultusgemeinde Kunde gibt, wrrrde das Millionenbudget derselben pro 1912 der am 23. d. Munter dem Vorsitze des. Präsidenten Dr. Alfred S t er n stattgehabten öffentlichen Plenarversammlung zur Beschlußfassung vörgelegt, und wer sich in den langen, dichtgedrängten Ziffernkolonuen etwa nicht zurechlfinden konnte, dem boten die lichtvollen und klaren Ausführungen des Budgetreserenten Gemeinderat Max Frank ein klares Bild über die Art und Weise, wie die Wiener Knllnsgemeiude ihre verschiedenartigen Pflichten nnd Ausgaben zu erfüllen sucht. Von der Gepflogenheit, das ganze Verwaltnngsgebiet bei diesem Anlasse Revue passieren zu lassen, wurde namentlich seitens der neuen Vorstandsmitglieder ausgiebiger Gebrauch gemacht und wir verweisen diesbezüglich ans den nachstehenden Bericht: Einlauf. Die Herren Richard Bergmann, Heinrich Glücksthal, Jac. Karpeles und Ing. E. L ö Wendeln, erklären, ihre Bernsnng in den Bethansvorstand für den XVIII. Bezirk anzunehmen. — Dankschreiben der Baronin Charlotte Königs wart er für die Glückwünsche des Kultusvorstandes anläßlich ihres 70. Geburtstages. — Dankschreiben des Vereines zur Unterstützung mittelloser Studierender für die Ueberlassung des Sitzungssaales nnd des Stadttempels zu den JubiläumsfeierLichkeiteu. — Dankschreiben der israel. .Knltusgemeinde in Brody. ^für die Kondolenz des Kultusvorstaudes anläßlich des Ablebens des Herrn Dr. Leopold Herzet. — Dankschreiben des Herrn Oberkantors Simon Singer namens seiner Geschwister für die Kondolenz desKnltusvorstandes anläßlich des Ablebens seines Vaters des Herrn Oberkantor kais. Rar Josef Singer. — Kondolenz der Kultusgemeinde Badeir anläßlich des Ablebens des Oberk. kais. Rat Joses Singer. — Kondolenz des Oberkantors Leo Kornitzer, Prag, anläßlich des Ablebens des Oberkantors kais. Rat Josef Singer. — Dankschreiben des Herrn Leopold T r e b i t s ch für die Glückwünsche des Kultusvorstandes anläßlich der Vermählung seiner Tochter. — Dankschreiben des Jüdischen Gymnasiums in Jaffa für die Förderung des Kultusvorstandes durch Bezahlung des Schulgeldes für fünf arme Schüler. — Mitteilung des Vereines „Adaß Jisroel" über die vom Landesschulrate erfolgte Erledigung seiner Beschwerde über die Außerachtlassung des Erlasses des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht, dto. 19. H. 1876 Z. 1688 (betr. Schreibzwaug der jüd. Schulkinder am Samstag und isr. Feiertage) seitens einzelner Schulleitungen und Dank an den Knltusvorstand für die Unterstützung dieser Aktion. Nach Verlesung des Einlaufes erhält Herr Vertreter Gemeinderat Max Frank das Wort zu seinem Referate über das Budget pro ISIS. Sehr geehrte Herren! Ich beehre mich Ihnen hiermit den Voranschlag der Finauzgebahrnng unserer Gemeinde für das Jahr 1912 vorzulegen, wonach sich die Ausgaben mit X 3,326.769 09, die Einnahmen mit X 3.223.203 66 beziffern, so daß fick rechnungsmäßig ein unbedeckter Fehlbetrag von X 103.565*43 ergibt. Bevor ich meine Ansichten über das durch den heurigen Voranschlag sich bietende Gesamtbild entwickle, werde ich mir erlauben, die wesentlichen Veränderungen, die sich in den einzelnen Abschnitten gegen das Vorjahr ergeben, zu erörtern: Abschnitt A: Bethäuser, Kultus- und rituelle Angelegenheiten, erfordert gegen das Vorjahr um X 6000.— mehr, und zwar zeigt Kap. 1 Stadttempel im Einklang mit dem diesjährigen Ergebnis ein Plus der Einnahmen von X 7500.—, bei den Ausgaben dagegen ein Minus von X 200.—. Kap. 2 Tempel Leopoldstadt Mehrausgaben von X 10.600.—, die hauptsächlich in der Einstellung von X 10.000.— für Erneuerung der Heizanlage ihren'Grund haben. Kap. 3. Tempel XV.