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Die Wahrheit · 1911-12-15 · Heft 48 (15.12.1911) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 48 (15.12.1911)
Date
1911-12-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Serie 8. Die Wahrheit. Nr.-48. weil sie eine Lehre ausdrücken, die stets Anwendung, findet. im Rate st. constr. Stammwort .-,L§ W. pw' raten, Fem. Die Präpos. 2 mit Patach wegen des folgenden y. a’yan W. yen stürmisch, unruhig sein, a>nan von rrvn, sündigen, fehlen. . Sing, rrrsn kommt nicht vor, sondern rrrsn. Sünder 2^1221 W. 2v' sitzen st. c. v. tr'jb Spötter. W. pb. Dieses Wort kommt sonst in den Psalmen nicht vor, bloß im Hiphil. 119, 51. Nach Jbn Esra entsprechen die drei Prädikate den drei Subjekten, auf welche sie sich beziehen und drücken die drei Bersglieder eine Steigerung aus hinsichtlich des Meideus der Verbindung mit den betreffenden Personen. 2. an "2 sondern mirn in der Lehre S. c. W. rrv im Hiphil lehren. i^an St. pan Wunsch, Lust. n:n' W. n:n forschen, sinnen, Fut. in Bedeutung des Präs, das hat Segol wegen des folgenden n nbpi avi» adverbial, gebraucht, beständig, bei Tag und bei Nacht. Beide Masc 3. n'.ni er wird sein. Das Verb, n'n sein mit i convers. pV2 wie ein Baum, part. Präs. kal. gepstanzt a'v^a^an Wasserbächen St. Teil, Arm. Der Baum steht in der Mitte von Wasserbächen, deren Arme ihn besrnchten und daher eine Versiegung nicht zu fürchten ist. ma W. na Frucht v. mä wachsen, jn- W. pa geben, inya W. NV Zeit, in seiner richtigen Zeit. -in^Fi St. rby Blatt, wie waa sein Stab, b^ W. V22. Das : wird durch Dagesch in 2 ersetzt Kal. najr Fut. in Bed. des Präs, eine sich wiederholende Handlung Hiphil. in Bedeutung Kal, ist tauglich, nützlich. Ezech. 17, 10. 4. paa, wie die Spreu, welche vom Getreide, ausgeschieden wird. 2ann W. rp: fortblasen Kal. mit Suff. 3 P. rm Wind. Fem. 5. p by daher, weil sie zu leicht befunden werden, laip W. op bestehen, aufkommen. tsatwsa beim Gerichte, Der Artikel mit Präp. .2 verschmolzen, mpa st. c. St. rrty Gemeinde pH2t W. *ir Nsich versammeln. Vers. S-p-na Gegensatz von yvn der Unruhige, der Ruhige, dem alles recht ist, alles geduldig über sich ergehen läßt. Jes. 5, 7. Gerechte. 6. ö Denn Begründung des V- 5 y-nvfenneii, beachten -p*i masc. und fem. naKn intrans. verliert sich, geht zugrunde. Fr. Gr. (Fortsetzung folgt.) ' Der deutsche Kaganiui. Auch das Judentum wird im Jahre 1914 Gelegenheit finden, einem seiner Söhne, welcher dem Judentume treu geblieben ist und von seinen Zeitgenossen als Künstler hochgeschätzt wurde, eine 100jährige Geburtstagsfeier zu widmen. Heinrich Ernst, der Sohn eines jüdischen Restaurateurs zu Brünn, wurde im Jahre 1814 in Brünn geboren, war also ein Zeitgenosse des A b b « L i s z t. Im Hause der Ellern haben die zur Brünner Messe kommenden Marktfahrer aus Böhnien, Mähren und Ungarn die rituelle Kost genommen, und der lebhafte Fremdenverkehr mag gewiß auch zur frühzeitigen Entwicklung des jungen Künstlers beigetragen haben, der schon als Knabe ein hervorragendes Talent sowohl auf der Geige, als im Pianospiel verriet. 'Nachdem er seine musikalische Ausbildung in Brünn und in Wien vollendet hatte, gab er mit großen Erfolgen zahlreiche Konzerte und sein großartiges, mächtig ergreifendes Spiel brachte dem Meister, der trotz seiner Kunst von seltener Bescheidenheit war, sehr viel Ehre. Ernsts Vorbilds war der große P a g a n i n i und Ernst wurde auch später der deutsche Pa g an in i genannt.' Paganini anerkannte die glänzenden musikalischen Fähigkeiten des jungen Kunstgenossen und verkehrte mit Vorliebe mit diesem strebsamen jungen Geiger. In Marseille, wo Paganini weilte, wollte einst Ernst die Kunst des großen Meisters in seinen Vorbereitungen belauschen. Er mietete daher eine Wohnung, welche an das Zimmer Paganinis grenzte und horchte gespannt den Weisen dieses Künstlers. ' Aus dem Leben Ernsts werden viele Anekdoten erzählt. So z. B. begleitete derselbe einmal eine verwandte Hochzeitsgesellschaft nach Ungarn,. wo bei der Hochzeit eine Zigeunerüilppe die Tafelmusik besorgte. In einer Pause ersuchte Ernsd den Zigeunerdirigenten, ihm die Geige zuleihen.. Ernst spielte mit! besonderer Wärme seinen komponierten Karneval v ö w Venedig. Nach beendetem Vortrage wollte der Zigeunerprimas wissen, wer dieser Musiker sei, und als er den Namen Ernst hörte, nahm er seine Geige, küßte dieselbe uitb drücktedieselbe ans Herz mit den Worten: „Nun bist du mir teuer geworden und mm keinen Preis der Welt, sollst du, liebe Geige, in diesem,Leben von mir s ch eide n." Eine andere bemerkenswerte Episode aus seinem Leben knüpft sich an seinen Aufenthalt in Warschau au. Erlist wurde zu einem Wohltätigkeits-Konzert nach Warschau berufen undsollte von dort nach Petersburg gehen. Einen Tag vor dem Konzerte kam ein russischer Polizeimann zu Ernst und überbrachte ihm eine Vorladung zu dem Polizeiamte. Dort wurde ihm bedeutet, daß er die für Fremde, nach Rußland kommende Juden bestimmte Jlideusteuer zu erlegen habe. Ernst weigerte sich, das zu 'tun, sagte das Konzert ab mnd schrieb auch nach Petersburg an die Polizeibehörde, daß er abreise. Dieser Fall gelangte dem kaiserlichen Hofe zu Kenntnis, worauf sofort eine kaiserliche Einladung au Ernst erging nach Petersburg; zu kommen. Doch Ernst reiste nach Wien, um in den Mauern >des ihm so lieb gewordenen Wien Trost zu suchen. Im großen Redontensaale, wo 8 Tage früher Meister Lißt die Wiener entzückt hatte, gab Ernst im Jahre 1840 ein, großes, Konzert und feierte große Triumphe. In der großen Oper zu Paris, wo Paganinis Kunst vielfach bewundert wurde, spielte auch Ernst mit großem Beifalls Doch trotz der reichen künstlerischen Erfolge blieb Ernst ein treuer Jude, treu seinem Glauben und treu der väterlichen Abstammung. Späterhin wurde Ernst wiederholt zu Konzerten am kaiserlichen Hof nach Petersburg berufen und man nannte ihn immer den deutschen Paganini. Ernst erfreute sich auch vieler Auszeichnungen. Er war königlich hauuoveranischer Konzertmeister, Besitzer der königlich Hannoveranischen goldenen Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft, weiters Ehrenbürger von Haag, Ehrenbürger ber Studentenverbindung Arminia in Leyden rc. Ernst war auch ein großer Wohltäter. Ehe er noch ein: Konzert in seiner Vaterstadt Brünn gegeben hatte, spendete erden Armen Brünns 1000 st. K.-Müuze und auch für die durch Feuersbruust Verunglückten in Baja (Ungarn) spendete er 500 fl. K.-Münze. Ernst ist im Jahre 1865 gestorben. Seine sterblichem Reste ruhen in Nizza und eine Straße daselbst führt den Namem Rue d'Ernst. Albert Lö w. Verschiedene |!nd|rid)teu. Wien. Freitag, den 15. Dezember 1911 abends Predigt des Herrn: Rabbiner Dr. Rosenmann im Floridsdorfer Tempel. Wien. (Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Die vom Vorstände der Knltusgemeinde seit einer Reihe von Jahren in den Wintermonaten veranstalteten Vorträge,, die sich im Publikum so außerordentlichen Zuspruches erfreuen, wurden für die heurige Saison Donnerstag, den 14. d. M., mit einem Vortrage des Herrn Rabbiner Dr. M. G r u u w a l d über den Neubegründer der Wiener- Kultusgemeinde. Samuel Opp e u h e i m e r, eröffnet. Das zahlreich anwesende Publikum lauschte gespannt den fesselnden Ausführungen des beliebten Redners, Den nächsten Vortrag wird Herr Rabbiner Dr. I. H i r s ch aus Prag-Karolinenthal Donnerstag, den 21. Dezember, präzise 1jß Uhr abends, im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9, über „Die religionsgeschichtliche Bedeutung R. Akiba's" halten. Eintritt frei, ohne Karten. . Wien. (Po p u 1a r - wissenschaftliche Freitag- Abend-Vorträge am Bet-Hamidrasch „Talmud-Thora", II.,Malzgasse 16.) Am 15. Dezember: Herr Rabbiner L. Gold st ein: „Die Makkabä e r". Am 22. Dezember Herr. Rabbiner H. Schenk: „Die- Psalmen". Beginn jedesmal um 7*/, Uhr abends. Wien. "(W 0 h l tat igkei tsl 0 tter i e „Einheit".) Die- Ziehung der Wohltätigkeitslotterie des jüdischen Vereires „Einheit" findet unwiderruflich am 21. Dezember 1911 statt. 'Da nur bezahlte Lose bei' der Ziehung mitspielen, so ist es im eigensten Interesse der Besitzer.von noch nicht bezahlten Losen gelegen, den Betrag hiefür umgehend zu begleichen, damit ihre Lose nicht die Gewinustchance verlieren. Auch werden

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