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Die Wahrheit · 1911-12-08 · Heft 47 (8.12.1911) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 47 (8.12.1911)
Date
1911-12-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Delle 8. Die Wahrheit. -...... ..dtr. 47. Vien (P o p u l ä r - w i s s e n s ch a ft I ich e F r eitag- Ä8 end -Vorträ g e am Bet-Hamidrasch „Talmud-Thora",TL,Malzgosse 16.) Am 8. Dezember: „Die geistige Würze des Sabbatmahls". Bon Herr Prof, A n t sch e r l und am 15. Dezember : „Die Makkabäer^ von Herrn Rabbiner L. G o ld st e in. Beginn jedesmal um 7^ Uhr abends '° " Wie«. (Iüb ische Toyn b ee-H alle, XX., Othmargas s e '61.) Beginn der Vorträge an Wochentagen 1ji8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsene». Vortrags-Programm: Samstag, 9. Dezember, Konzert. Arrangement: Herr He rz. Sonntag, 10. Dezember/ Die Hauptströmungen in der neujüdischen Literatur, Schriftsteller Bertoldi Lazty. Montag, 11. Dezember, lieber das Namenwesen. Matrikenführer-Stellv. Julius R oseu s e ld. Dienstag, 12. Dezember, Zyklus aus der Jüdischen Geschichte. Prof. Dr. K. Kupfer. Mittwoch, 13. Dezember. Vom Mieten und Kündigen. I. U. Dr. M. Pro pp er. Donnerstag, 14. Dezember, Natürliche Schutzkräfte.. Med. Dr. N. Volk. Freitag, 15. Dezember, Bibelvortrag. Lehrer H. Löw-Vogel. Wie«. Der ehemalige Gemeinderat, Herr S i g ni u u d M a y e r, Ehrenpräsident der „Oester reichisch-Jsraelitischen Union" und Präsident des „Galizischen Hilfsvereiues". vollendet am 16. d. M. sein 80. Lebenswahr. Aus diesem Anlasie veranstaltet die „Oesterreichisch-Jsraelitische Union" Montag den 11. d. M. 7 Uhr abends, im Festsaale des „Niederösterreichischen Gewerbevereines," I., Eschenbachgaffe 11, eine F e st Versammlung, in welcher Herr Reichsratsabgeordneter Dr. Julius Ofner die öffentliche Tätigkeit des Jubilars in einer Festrede würdigen wird. Sigmund Mayer hat soeben im Verlage von Duncker & Humblot (Leipzig) seine Lebenserinnerungen unter dem Titel: „Ein jüdischer Kaufmann 1831—1911," erscheinen lasten. Wie«. Der humanitäre Verein zur Unterstützung jüdischer Knrbedürftiger (Wien, H.. Große Stadtgutgaste 7) veranstaltete am 25. November d. I. im „Cafe Adler" am Schotteuring seinen zweiten Uuterhaltungsabend der diesjährigen Saison. Bereinsobmann Dr. Isidor Braun begrüßte die zahlreich erschienen Gäste und erwähnte des Legates im Betrage von 1000 Kronen, welches von den Erben des Freiherrn Albert von Rothschild gespendet wurde. Dieses Legat, erklärte der Obmann, habe für den Verein einen umso größeren Wert, da dasselbe eine Anerkennung der bisherigen, eminent humanitären Leistungen des Vereines involviert und den Vorstand anspornen wird, sich auch weiterhin im Interesse des Vereines in intensiver Weise zu betätigen. Daran schloffen sich sehr beifällig anfgenonunene Vorträge von mehreren Kunstkräften. Die artistische Leitung lag in den Händen des Herrn Bankbeamten Richard Bruck. Wien. (Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, II., Taborstraße 59.) Mittwoch, den 29. November fand im - Vereinslokale des Israelitischen Humanitätsvereines „B'nai B'rith" die XII. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines statt. Nach Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder und Gäste durch den Vorsitzendeu, Kommerzialrat Eduard Wiener, verließt der Obmann des Exekutivkomitees, Dr. Bela Taußig, den Jahresbericht, dem zu entnehmen ist, daß trotz des im letzten Frühjahr stattgefundenen Strikes der Schneider und anderer hinderlicher Umstände die erzielten Vermittlungen Linen höheren Prozentsatz der Anmeldungen ergeben haben als im Vorjahre. Die Zahl der Besucher an den Schaltern des Bureaus betrug 36.742, die Zahl der Neuanmeldungen 5731, die Zahl der Vermittlungen 3720, wodurch sich die Vermittlungszahl seih Bestand des Vereines auf 35.084 erhöht. Nachdem der Schriftführer Herr Dr. Gustav L a n g st e i n die statistischen Tabellen über die Landeszngehörigkeit, das Geschlecht und Aiter, sowie den Familienstand der angemeldeten Arbeitwerber verlesen und der Kassier, Herr Eduard Schwarz, den Gebahrungsausweis und Rechnungsabschluß zum Vortrage gebracht hatte, werden Bericht und Gebahrungsausweis einstimmig genehmigt. Der Delegierte des Kultnsvorstandes, Herr Dr. Isidor S a m u e l y drückt dem Vorstande des Vereines den Dank und die nueingefchränkte Anerkennung der Kultus gemeinde für seine sehr segensreiche Tätigkeit aus und beglückwünscht den Vereinsvorstand zu seinen Erfolgen. Der Präsident des Vereines zur Hebung der Gewerbe, Herr S. B r o d, weist auf die soziale Wichtigkeit hin. die der Tätigkeit des Arbeitsnachweises innewohnt. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wird das durch seine hingebungsvolle Wirksamkeit verdienstvolle, bisher kooptierte Vorstandsmitglied, Herr Moriz Sonnenschein, an Stelle des verstorbenen Herrn Hofrat Sigmund Taußig per akklamationem in den Vorstand gewählt. Nach Erledigung der Tagesordnung gibt der Obnlann des Exekutivkomitees Dr. Bela Taußig folgende Anregung: Der in Meran weilende Borsitzende-Stellvertreter Herr Albert Winterberg, den wir seit längerer Zeit hier nnd noch mehr aus unserem eigentlichen Arbeitsgebiete vermißen, weilt gewiß mit seinen Gedanken heute bei uns, weshalb es sich geziemt, daß auch wir uus seiner erinnern. Die Generalversammlung wolle daher den Vorsitzenden ersuchen, Herrn Winter b erg beste Wünsche für seine völlige Genesung zu übermitteln und der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß ihm bald gegönnt sein möge, seine segensreiche Tätigkeit im Arbeitsnachweis aufzunehmen. Diese Anregung wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen und entsprach der Vorsitzende derselben durch Absenkung eines Telegrammes. Der Vorsitzende Kommerzialrat Wiener richtet hierauf in seinem Schlußworte au die Versammlung einen eindringlichen Appell, den Verein auch weiterhin bei seiner hervorragend wichtigen sozialen Tätigkeit, sowohl durch Anwerbung von Mitgliedern, als auch durch möglichst häufige Zuweisung von Arbeitsgelegenheit für jüdische Arbeitnehmer in kräftiger Weise zu unterstützen, und schließt die Versammlung, deren Verlauf auf alle Teilnehmer einen nachhaltigen Eindruck hervorbrachte. Brünn. Die diesjährige Generalversammlung des Mährischen Kantorenvereines findet am Sonntag, den 17. Dezember 2 Uhr nachmittags im Sißungssaale der israelitischen Kultusgemeinde in Brünn statt, Abend- 8 Uhr Konzert im Restäuraut Donath, Ferdinandsgasse 16, I. Stock. V Ung Ostra. Herr Kantor Märton.Eibenschütz aus Mähr. Weiß» kirchen wurde nach seinem mit allgemeinem Beifall abgehalteiien Probe» Vortrag hieher zum Oberkantor einstimmig gewählt.!V; Pözsony Am 26. November fand unter großer Beteiligung däs Leichenbegängnis des Frl. Esti K? h u, Tochter des Herrn Sigmund K o h st und der Frau Fanny K o h n geb. B l a u, statt. Herr Rabbiner Säin. Donath hielt eine Grabrede,, die eilten mächtigen Eindruck machte. .Budapest. Der Präsident der Pester- Jsr. Religio'nsgemeinde Hofrat Dr. Philipp Weinmann ist in Badapest am 28. November plötzlichgestorben. Höfrat Dr. Wein m a n n' war eine markante Persönlichkeit unseres öffentlichen Lebens. Er war einer der ältesten kgl. Notare vän Ungarn und hat sich durch seine literarische Tätigkeit um die Entfaltung dieser Institution solche Verdienste erworben, daß die Budapester Notariatskammer, eine der hervorragensten Korporationen in Ungarn, ihn schon vor langen Jahren zum Vizepräsidenten gewählt hat. Sein tiefes juridisches Wissen, seine universelle Bildung, seine korrekte Denkungsweise hat die Aufmerksamkeit der weitesten Kreise auf ihn gelenkt nnd die hervorragendsten Vertreter der ungarischen Gesellschaft beehrten Hoftat Weinmann mit ihrem Vertrauen, wodurch er sich bald nnd noch in jungen Jahren nicht nur ein großes'Ansehen, , sondern auch einen weitgehenden Einfluß verschafft hat. Hofrat Wein m a il n hat stets' mit großer Vorliebe den Institutionen der hiesigen israelitischen Gemeinde seine Kraft geweiht. Vorerst war er lange Jahre hindurch Vorsteher, respektive Vizepräsident unserer Chevra Kadischa, im Jahre 1902 wurde er bei der Gemeinde Präsideutstellvertreter nnd im Jahre 1906 Präsident. Trotzdem es ihm nicht gegönnt war, die Stelle eines Präsidenten längere Zeit auszufüllen, hat er doch während der 5 Jahre seiner Amtstätigkeit viele gar schwere Angelegenheiten endgültig in Ordnung gebracht. Es ist bekannt, wie zerfahren die Stiftungsangelegenheiten der Gemeinde waren, Hofrat Weinmanu war es, der ein,Statut entwarf, welches so brillant konzipiert ist und solch ausgezeichnete Verfügungen enthält, daß dieses Statut von vielen anderen Institutionen als Muster übernommen wurde. Dem nie ermüdenden Eifer und der gediegenen Fachkenntnis Hofrat Weinmanns ist es zu verdanken, daß die Streitfragen bez. der großen Stiftungen Wahrmanns, Freistädtlers und Ehrlich zu Gunsten der Gemeinde entschieden wurden:, wodurch unsere Gemeinde kolossale Beträge erhalten hat. Am 30. November fand das Leichenbegängnis des Präsidenteü Weinmann statt. Die hervorragendsten Gestalten unserer Gesellschaft: sind bei der Leichenfeier erschienen, wir .sahen unter anderen: Geheimrate Alexander von Dürday, Hofrat Rupp, Präsident der Notariatskammer^- Oberst Hersch, die Hofräte v. Hüvös, v. Rußt, Franz Szekely, Dr. Adolf Kohner, die Abgeordneten Paul Sändor nnd Dr. Vaz s o n y i, Vizebürgermeister Dr. B o d y, der Gesamtvorstand der Gemeinde unter Führung des Vizepräsidenten Ludwig Adler bestehend aus den Herren: Hofrat Siegmund Breit» er, Dr. Moriz Stiller, Dr. Wilhelm Grauer, Max Grünbaum Und Gustav G. Ehrlich, eine Abordnung der Chevra Kadischa unter Führung des Hofrates Winterberg und des Sekretärs Dr. Mezey und viele andere^ Die Trauerzeremonien begannen mit einem durch Professor Oberkantor Adolf Lazarus meisterhaft vorgetragenem Trauerpsalm, worauf Oberrabbiner Dr. Samuel K o h n eine herzergreifende Trauerrede hielt- Hierauf wurde die Leiche auf einen sechsspännigen Leichenwagen gesetzt, welchen städtische Polizisten flankierten. Der lange Leichenzug hielt beim Tempel in der Tabakgasje, wo Rabbiner Dr. Julius Fischer eine Rede hielt, in welcher er hervorhob, daß Hofrat W einm aun stets ein begeisterter Förderer der Gemeindeschulen war und betonte, daß der Verblichene trotz seiner vielseitigen Beschäftigung stets Zeit fand den Interessen der Gemeinde zu dienen, da sein jüdisches Gefühl und seine jüdische Denkungsart ihn stets dazu bewogen, seine große Fähigkeiten in den Dienst der jüdischen Gemeinde zu stellen. Hierauf wurde .die Leiche nach dem Friedhöfe nächst der Kerespi-Straße gebracht, wo Oberkantor-Stellvertrer Quartin das „Hazur tomim“ in ergreifender Weise gesungen hat, worauf Rabbiner Dr. Simon Hebest das Wort ergriff und in schönen. Worten den Hofrat Weinmann als den begeisterten Förderer der jüdischen Kultur und Literatur pries. Nach ihm sprach noch Sekretär Dr.- Julius Weiß bürg im Namen der GeMtindebeamten, Rabbiner Dr. Elias Adler und im Namen der Chewra Kädischa der Präsident Hofrät: Winterberg. Nach diesen Reden wurde. der Sarg in das Ehrengrab gesenkt, worauf Oberkantor Israel T kats ein ergreifendes Tranerlied exekutierte, womit die grandiose Leichenfeier sein Ende fand. Aus- Pietät gegen den verstorbenen Präsidenten wird die Gemeinde die Präsidentenwahl erst im Frühjahre vornehmen, bis dahin wird die Agenden des-Präsidenten der Vizepräsident Ludwig Adler versehen. AnstrMe ans dem Indentnm. Schreiber Mathilde, Privat, geb. 8. März?1881 in Wien, II., Praterstraße 41. - . ' B a n m g a r rn e r Rudolf, geb.24:Oktober'1879 in Prag, IH., Stein- : gaffe 1. ’ Loschitz Stephanie, Kontoristin, geb. 9.ßAngnst 1881 in Wien^ XX.. Pappenheimgaffe 6. '..V -r Bun z e l Otilie, Privat,. ged. 9. April..1857Z in Prag, XIX v Peter- Jordanstraße 17. K ö r i n g Jenny geb. Schwarz) Privat,-geb. am 10. Oktober1860 In Wieus.- VIII., Josefstädterstraße 23.

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